Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Kurt Mosert

Kurt Mosert (* 20. oder 25. MĂ€rz 1907 in Wittenberg; † 3. Juli 1934 im KZ Lichtenburg)[1] war ein deutscher SA-FĂŒhrer und eines der Opfer des so genannten Röhm-Putsches.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

FrĂŒhes Leben und Karriere in der SA bis 1934 (1907 bis 1934)

Mosert wurde 1907 als Sohn des Konrektors Paul Mosert und seine Ehefrau Anna geboren.

Mosert trat am 1. Juli 1927 in die NSDAP und etwa zur selben Zeit auch in die Sturmabteilung (SA) ein. In der Partei ĂŒbernahm Mosert in den Folgejahren Aufgaben als stellvertretender Propagandaleiter und als Kassenwart verschiedener Ortsgruppen in Wittenberg und Sangerhausen. Außerdem nahm an den Reichsparteitagen von 1927, 1929 und 1933 teil.

Als SA-FĂŒhrer fiel Mosert vor allem durch seine Beteiligung an zahlreichen StraßenkĂ€mpfen und Saalschlachten der Nationalsozialisten mit ihren politischen Gegnern in den spĂ€ten 1920er und frĂŒhen 1930er Jahren auf. Dabei zog er unter anderem eine doppelseitige schwere GehirnerschĂŒtterung sowie diverse Kopf- und Stichverletzungen zu. Gerichtlich wurde er in der Zeit der Weimarer Republik wegen Landfriedensbruch, GeheimbĂŒndelei und Vergehens gegen das Uniformverbot zu Haftstrafen verurteilt. FĂŒr diese und Ă€hnliche Leistungen wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Partei ausgezeichnet.

Im Jahr 1933 fĂŒhrte Mosert den Sturmbann I/20 in Wittenberg. Im Adressbuch der Stadt fĂŒr das Jahr 1933 wurde er außerdem als GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Allgemeinen Ortskrankenkasse genannt.

Konflikt mit der SS und Tod

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnĂ€chst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst. NĂ€heres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Am 5. MĂ€rz 1934 beauftragte der StabsfĂŒhrer der SA-Gruppe Mitte Mosert mit der FĂŒhrung der Standarte 72 in Torgau. Der ihm als VerwaltungsfĂŒhrer im Stab der 72. Standarte unterstellte ObertruppfĂŒhrer Hillebrandt beschrieb Mosert und seine TĂ€tigkeit wie folgt: „[ein] fanatischer und glĂŒhender FreiheitskĂ€mpfer fĂŒr das Dritte Reich und trotz seines jungen Alters ein grosses Vorbild an Tapferkeit“.

In den folgenden Monaten kam es im Bereich der Standarte, in der sich auch das KZ Lichtenburg befand, zu verschiedenen ZusammenstĂ¶ĂŸen zwischen Moserts SA-Leuten und den SS-Wachmannschaften des Konzentrationslagers, die den Recherchen von Schulze zufolge mehr im persönlichen als im politischen Bereich lagen (Wirtshausauseinandersetzungen und Ähnliches mehr). In diesem Zusammenhang kam es zu mehreren Aussprachen Moserts mit lokalen SS-FĂŒhrern, darunter dem Lagerleiter von Lichtenburg Theodor Eicke und dem Direktor des Lagers Hillebrandt, dem Mosert erklĂ€rte:

„Wer meine MĂ€nner anfasst, fasst mich an und wer mich anfasst und keine Berechtigung dazu hat, also nicht von der ordentlichen Polizei beauftragt ist, dem werde ich mich mit den mir zur VerfĂŒgung stehenden Mitteln zur Wehr setzen, und wenn ich ihn erschlagen oder erschiessen soll, da ich ja dann in berechtigter Notwehr handele!“[2]

In der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1934 wurde Mosert gegen 3.00 Uhr vom Landrat des Kreises Torgau Wilhelm Jung telefonisch zu einer Besprechung in die Husarenkaserne am Stadtrand von Torgau gebeten. Als er dort mit seinem Adjutanten Haferkorn erschien, wurde er von dem SS-ObersturmfĂŒhrer Curt Brasack von der 91. SS-Standarte empfangen, der ihm ĂŒberraschend seine Verhaftung eröffnete. Er wurde zunĂ€chst ins UntersuchungsgefĂ€ngnis Torgau gebracht und nach kurzen Zwischenaufenthalten im Torgauer PolizeigefĂ€ngnis und wahrscheinlich einer weiteren Einrichtung (wohl das WehrmachtsgefĂ€ngnis Fort Zinna) in der folgenden Nacht zum 3. Juli zwischen 2.00 und 3.00 Uhr von bewaffneten SS-Leuten in das Konzentrationslager Lichtenburg ĂŒberfĂŒhrt. Dort wurde er noch am selben Tag, angeblich bei einem Fluchtversuch, erschossen.

Die Leiche Moserts und mindestens einer weiteren getöteten Person (wahrscheinlich der SA-FĂŒhrer Max Schulze) wurden auf dem GelĂ€nde der Lichtenburg begraben und das zugeschĂŒttete Grab zusĂ€tzlich mit einem Misthaufen ĂŒberdeckt. Einige Monate spĂ€ter wurden die halbverwesten Leichen exhumiert und auf den Friedhof Prettin ĂŒberfĂŒhrt.

In seiner Heimat schlug der Tod Moserts große Wellen. Die Lageberichte der Gestapo registrierten fĂŒr das Gebiet Torgau im Sommer 1934 „eine anscheinend besonders starke Spannung zwischen SA und SS wegen der Erschiessung des SA-StandartenfĂŒhrers Mosert.“

Moserts Eltern bemĂŒhten sich in der Folgezeit hartnĂ€ckig um AufklĂ€rung ĂŒber das Schicksal ihres Sohnes. Nach mehreren ausweichenden beziehungsweise abschlĂ€gigen AuskĂŒnften verschiedener staatlicher Stellen wurde ihnen am 6. Oktober 1934 von der Staatspolizeistelle Halle knapp mitgeteilt, dass „Kurt Mosert wĂ€hrend der anlĂ€ĂŸlich der Röhm-Revolte eingeleiteten Aktion getötet worden“ sei. Anschließend strengte das Ehepaar Mosert nachdrĂŒcklich die juristische Aufarbeitung des Todes ihres Sohnes an. Sie gingen dabei so weit am 16. Oktober 1934 beim Landgericht Torgau eine Klage „gegen den Preussischen Staat, vertreten durch den Herrn Preussischen MinisterprĂ€sidenten“ zu beantragen, die schließlich abgewiesen wurde.

Literatur

  • Dietmar Schulze: Der „Röhm-Putsch“ in der Provinz Sachsen, in: Hallische BeitrĂ€ge zur Zeitgeschichte Nr. 15, 2005, S. 9-34.

Einzelnachweise

  1. ↑ Dietmar Schulze: „Der ‚Röhm-Putsch‘ in der Provinz Sachsen“, in: Hallische BeitrĂ€ge zur Zeitgeschichte Nr. 15, 2005, S. 9-34.
  2. ↑ Schulze: Röhm-Putsch, S. 23.
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.