|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| | |
| Lance Armstrong bei der Tour de France-Teampräsentation 2010 | |
| Personendaten | |
|---|---|
| Geburtsdatum | 18. September 1971 |
| Nation | |
| Radsportspezifische Informationen | |
| Aktuelles Team | Karriereende |
| Disziplin | Straße |
| Rolle | Fahrer |
| Profiteam(s) | |
| 1992–1996 1997 1998–2004 2005 2009 2010–2011 |
Motorola Cofidis US Postal Discovery Channel Astana RadioShack |
| Wichtigste Erfolge | |
| |
| Infobox zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2010 | |
Lance Edward Armstrong (* 18. September 1971 in Plano, Texas, als Lance Edward Gunderson) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Profi-Radrennfahrer. Er gewann 1993 im Alter von 21 Jahren die Straßenweltmeisterschaft in Oslo und ist damit der bisher jüngste Profi-Straßenweltmeister. Von 1999 bis 2005 gewann er als erster und bisher einziger Fahrer in der Geschichte der Tour de France die Rundfahrt siebenmal – außerdem in Folge. Damit übertraf er die vier bisherigen Rekordsieger Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Induráin, die jeweils fünf Siege erzielt hatten.
Inhaltsverzeichnis |
Lance Armstrong wuchs in Plano auf, einem Vorort von Dallas, Texas. Sein leiblicher Vater verließ die Familie, als Lance zwei Jahre alt war – die beiden sind sich seither nie persönlich begegnet. Seine Mutter Linda Mooneyham heiratete drei Jahre nach Lances Geburt Terry Armstrong. Das Verhältnis zwischen Stiefvater und Stiefsohn war immer schlecht, nach eigenen Angaben wurde Lance vom Stiefvater nicht nur hart, sondern auch gewalttätig „erzogen“. Der Sport war eine Möglichkeit, sich von ihm fernzuhalten.
Armstrong begann seine sportliche Karriere im Alter von 13 Jahren als Triathlet und bestritt mit 16 sein erstes Rennen in der Erwachsenenkategorie. Bald zeigte sich, dass seine Stärken eindeutig beim Radsport lagen. Mit 17 erhielt er eine Einladung zu einem sechswöchigen Trainingslager der Junioren-Rad-Nationalmannschaft. Da die Schulbehörde von Plano ihm aufgrund der sechs Wochen Fehlzeit den Schulabschluss verweigerte, verließ Armstrong die High School ohne Abschluss, machte aber wenig später den Abschluss auf einer anderen High School in Dallas. Wegen des konservativen Umfelds in Plano zog er nach Austin, welches er heute als seine eigentliche Heimat bezeichnet.
1991 gewann Lance Armstrong als Amateur den US-amerikanischen Meistertitel; 1992 belegte er bei den Olympischen Spielen in Barcelona den 14. Platz im Straßenrennen. Am 8. August 1992 wurde er beim Team Motorola Profi.
Gleich bei seinem zweiten Rennen in Europa, der prestigeträchtigen Meisterschaft von Zürich, konnte Armstrong den zweiten Platz belegen. Bereits bei seiner ersten Teilnahme an der Tour de France 1993 gewann er eine Etappe, gab allerdings im Laufe der Rundfahrt auf. Im selben Jahr wurde er in Oslo im Alter von 21 Jahren als jüngster Fahrer aller Zeiten Profi-Straßenweltmeister. 1995 fuhr er erstmals die Tour zu Ende und gewann dabei erneut eine Etappe. Auf der Ziellinie streckte er dabei seine Arme aus und deutete mit dem Finger gen Himmel, um an den drei Tage zuvor tödlich verunglückten Mannschaftskollegen Fabio Casartelli zu erinnern. Der Amerikaner galt inzwischen als einer der besten Spezialisten für Eintagesrennen. So gewann er zum Beispiel die Clásica San Sebastián 1995 und den Flèche Wallone 1996. Er wurde jedoch keineswegs als Bergfahrer oder potentieller Sieger der Tour de France gehandelt.
Am 2. Oktober 1996, nur kurz nach der Vertragsunterzeichnung bei Équipe Cofidis, wurde bei Armstrong Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, es hatten sich bereits Lymphknotenmetastasen im Bauchraum sowie in der Lunge und zwei Tumore im Gehirn gebildet. Zwei Operationen und eine vier Zyklen beinhaltende Chemotherapie schlossen sich an, die Krebserkrankung konnte schließlich erfolgreich behandelt werden. Der rechte Hoden musste operativ entfernt werden. Hätte Armstrong die übliche Chemotherapie (PEB) gewählt, so wäre an eine Fortsetzung seiner Radsportkarriere nicht zu denken gewesen; so ist eine der Nebenwirkungen eines der Wirkstoffe eine potentielle Verringerung der Lungenkapazität. Aus diesem Grund entschloss sich Armstrong für eine im Behandlungszeitraum wesentlich belastendere Chemotherapie (VIP), welche jedoch keine Auswirkungen auf seine langfristige Leistungsfähigkeit hatte. Er hatte sich noch nicht vollständig von der Krankheit erholt, da kündigte seine Mannschaft Cofidis den Vertrag.
Im Frühjahr 1998 kehrte Lance Armstrong in den Radsport zurück. Inzwischen beim amerikanischen Team US Postal Service unter Vertrag, war der Neuanfang zunächst nicht erfolgreich. Erst im zweiten Anlauf im Herbst des gleichen Jahres konnte sich Lance Armstrong wieder in Szene setzen und erreichte bei der Vuelta a España sensationell den vierten Platz, die bis dahin beste Platzierung des einstigen Klassikerspezialisten bei einer großen Rundfahrt.
1999 gewann Armstrong erstmals die Tour de France sowie vier einzelne Etappen. Auf den Bergetappen und besonders im Zeitfahren baute er seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Armstrongs Sieg wurde weltweit als das „Comeback des Jahrhunderts“ gefeiert.
Armstrong konnte seinen Sieg bei der Tour in den Folgejahren 2000 bis 2005 wiederholen. Er richtete seine gesamte Saisonplanung akribisch auf die dreiwöchige Rundfahrt in Frankreich aus, was ihm zwar Kritik von Expertenseite einbrachte, aber von Erfolg gekrönt war. Neben, beziehungsweise, im Rahmen seiner Tour-Vorbereitung konnte Armstrong renommierte Vorbereitungsrennen gewinnen, so die Tour de Suisse 2001 oder die Dauphiné Libéré 2002 und 2003.
Im Jahr 2000 erschien eine Autobiografie, die er vor allem seinem Kampf gegen den Krebs widmete. Das Buch wurde ein Bestseller.
2004 gewann er die Tour zum sechsten Mal in Folge. Damit übertraf er die bisherigen Rekordhalter, die fünffachen Toursieger Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault sowie Miguel Induráin. Induráin hatte vor Armstrong als einziger Fahrer fünf aufeinanderfolgende Siege (von 1991 bis 1995) erzielt. Armstrong dominierte das Rennen fast noch deutlicher als zuvor und ließ mit mehr als sechs Minuten Vorsprung auf den Zweiten, Andreas Klöden, besonders aber durch seine insgesamt fünf Etappensiege, davon drei in Folge, keine Zweifel an seiner Stärke. Die Art und Weise, mit der er bei jeder einzelnen Etappe um den Sieg kämpfte, sowie seine Überlegenheit brachten ihm Vergleiche mit dem oft als „Kannibalen“ bezeichneten Eddy Merckx ein.
Auch wurde sein Verhalten im Rennen kritisiert: So unterband Armstrong bei der Tour 2004 mehrfach die Ausreißversuche des für ihn im Gesamtklassement völlig ungefährlichen Fahrers Filippo Simeoni, der im Doping-Prozess gegen den beide Fahrer behandelnden Arzt Michele Ferrari ausgesagt hatte. Armstrong bezichtigte Simeoni der Lüge, beide standen sich in Verfahren wegen Verleumdung und Zeugeneinschüchterung gegenüber, die aber eingestellt wurden.
Ab 2005 wurde das Team nach fünfjähriger Zusammenarbeit von US Postal in Discovery Channel umbenannt. Die US-amerikanische Post hatte sich nach Kritik an ihrem Sponsorengagement aus dem Profisport zurückgezogen. Armstrong gewann die Tour zum siebten Mal. Nach der Siegerehrung hielt er auf dem Podium zum Abschluss seiner Karriere eine Rede, in der er allen dankte, die seine Siege möglich gemacht hatten. Weiterhin bedankte er sich bei Ivan Basso und Jan Ullrich, die neben ihm auf dem Podium standen und sagte, er würde dem Radsport für immer als Fan erhalten bleiben. Lance Armstrongs sportlicher Erfolg und sein Tour-Rekord sind untrennbar verbunden mit seinem sportlichen Leiter Johan Bruyneel und seinem Trainer Chris Carmichael.
Im September 2008 gab Armstrong bekannt, dass er ab der laufenden Saison 2009 in den professionellen Straßenradsport zurückkehren werde. Am 13. Oktober 2008 kündigte der Radprofi in einer Videobotschaft an, dass er seinen ersten Giro d’Italia im Jahr 2009 fahren wird. Die Vorwürfe, dies lediglich als Vorbereitung auf die Tour de France zu sehen, wies der Amerikaner mit dem Ziel des Sieges zurück.[1] Am 1. Dezember 2008 bestätigte er ebenfalls seine Teilnahme an der Tour de France 2009. Zum ersten Mal bestritt er damit zwei der drei großen Rundfahrten in einem Jahr.
Am 23. März 2009 wurde Armstrong während der ersten Etappe der Vuelta a Castilla y León in einen Massensturz verwickelt. Dabei zog er sich einen Bruch des Schlüsselbeins zu. Obwohl viele Experten vermutet hatten, Lance Armstrong könne den Giro d’Italia 2009 auf Grund seines gebrochenen Schlüsselbeins nicht bestreiten, beendete er die 100-jährige Italienrundfahrt als 12. der Gesamtwertung mit einem Rückstand von lediglich 15 Minuten auf den Gesamtsieger.
Am 23. Juli 2009 gab Lance Armstrong bekannt, dass er in der Saison 2010 für das neu gegründete Team RadioShack starten werde.
Am 26. Juli 2009 beendete Lance Armstrong die 96. Tour de France als Drittplatzierter mit einem Rückstand von 5:24 Minuten auf seinen spanischen Teamkollegen und Kapitän Alberto Contador.
Am 25. Juli 2010 beendete Lance Armstrong die 97. Tour de France als 23. mit einem Rückstand von 39:20 Minuten auf den Gewinner der Frankreichrundfahrt 2010 Alberto Contador, wobei er seiner Ankündigung, 2010 die Tour de France zum 8. Mal gewinnen zu wollen, nicht gerecht werden konnte. Zuvor hatte er bei der Tour de Luxembourg als Dritter zum letzten Mal in einem Profirennen auf dem Podium gestanden.
Am 23. Januar 2011 beendete er bei der Tour Down Under mit dem 67. Platz in der Gesamtwertung seine Karriere. Dies war Armstrongs letztes Profirennen außerhalb der USA.[2]
Am 23. Oktober 2011 startete er bei der Xterra-Weltmeisterschaft im Cross-Triathlon und belegte den 23. Rang (1,5 km Schwimmen, 29,5 km Mountainbike und 9,8 km Crosslauf).[3]</br>
Im Februar 2012 kündigte Armstrong den Start bei mehreren Triathlon-Rennen (Ironman und Halbdistanz) an. Er belegte bei seinem ersten Start der Ironman-Serie beim Ironman 70.3 Panama den zweiten Rang (halbe Ironman-Distanz: 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad fahren und 21,1 km Laufen).[4]
In ihrer Ausgabe vom 24. August 2005 schrieb die französische Sporttageszeitung L’Équipe, dass in sechs an verschiedenen Tagen entnommenen Urinproben von Lance Armstrong aus dem Jahr seines ersten Tourerfolgs 1999 das Dopingmittel EPO (Erythropoetin) nachgewiesen worden sei. Die anonymisierten und nur mit einem Nummerncode versehenen Proben konnten durch L’Équipe eindeutig dem Sportler Lance Armstrong zugeordnet werden, nachdem L’Équipe sich von Lon Schattenberg, dem medizinischem Chef der UCI – vermutlich unter Vorspiegelung anderer Absichten – mehrere von Armstrongs Dopingprotokollen erschlichen hatte. Zwar wollten weder das Labor LNDD in Châtenay-Malabry, das die Tests durchführte, noch der französische Sportminister Jean-François Lamour diese Zuordnung bestätigen, doch räumt der Leiter des Labors ein, dass die von L’Équipe vorgelegten Beweise für die Zuordnung zu Armstrong eindeutig seien. Über die namentliche Zuordnung der restlichen Proben liegen L’Équipe nach eigenen Angaben keine Informationen vor. Die A-Proben von damals sind zwar vernichtet worden, aber die tiefgefrorenen B-Proben Armstrongs sollen EPO enthalten. 1999 gab es noch keine so genauen Testverfahren, um EPO verlässlich nachweisen zu können. Lance Armstrong erwiderte die Vorwürfe noch am gleichen Tag auf seiner Homepage und erklärte: „Ich habe niemals leistungssteigernde Mittel genommen!“ Die UCI setzte eine Kommission zu diesem Fall unter dem Vorsitz des ehemaligen Vorsitzenden der niederländischen Anti-Doping-Agentur, Emile Vrijman, ein. Das Ergebnis war ein Report, in dem Armstrong vom Vorwurf des Dopings entlastet wurde. Die WADA wies als Reaktion darauf hin, der abschließende Bericht der UCI-Kommission sei inhaltlich fehlerhaft und treffe auf den vorliegenden Fall nicht zu. Sie gehe weiter von einem korrekten Nachweis für das Doping von Lance Armstrong aus.
Seit 1999 offiziell dokumentiert ist ein Doping-Befund von Lance Armstrong während der Tour de France 1999, der zusammen mit 16 anderen Fahrern einen ungewöhnlichen Kortikoid-Wert in einem zehn Tage vor der Tour neu eingeführten Test aufwies und mit einem nach dem Test eingereichten Rezept erklärt wurde. Obwohl die Satzung bei dieser Art Vergehen eine Strafe für den betroffenen Fahrer vorsieht, blieb dieser Befund folgenlos.
Schon vor der Veröffentlichung der positiven B-Proben durch L’Équipe musste sich Lance Armstrong mit der Anschuldigung auseinandersetzen, er setze gezielt illegale Mittel zur Leistungssteigerung (Doping) ein, beziehungsweise missbrauche seine Erkrankung zum erhöhten Medikamenteneinsatz. Da ihm im Zuge seiner Krebserkrankung ein Hoden entfernt worden war, gestattete man Armstrong, sich selbst täglich Testosteron zuzuführen. Armstrong selbst erklärte dazu, dass er von dieser Möglichkeit seit seinem Wiedereinstieg in den Radsport keinen Gebrauch gemacht habe. Aus diesem Grunde habe er aber große Angst, später an Osteoporose zu erkranken.
Unmittelbar vor der Tour de France 2004 erschien zu diesem Thema das Buch „L.A. Confidential – die Geheimnisse des Lance Armstrong“, in dem schwere Vorwürfe gegen Lance Armstrong erhoben wurden. Unter anderem bezichtigten Armstrongs frühere Teamkameraden und der ehemalige Tour-de-France-Sieger Greg LeMond Armstrong des Dopings mittels EPO (Erythropoetin). Die Sportjournalisten David Walsh und Pierre Ballester veröffentlichten in dem Buch zahlreiche Vorwürfe, unter anderem von seiner ehemaligen Masseurin bei US Postal Service Pro Cycling Team, Emma O'Reilly. Im Jahr 2000 hat Armstrong eingeräumt, seit 1995 von Michele Ferrari beraten zu werden. Der italienische Arzt wurde inzwischen wegen unsportlichen Verhaltens und Verletzung der „Berufsregeln eines Apothekers“ verurteilt. Ferrari wurde auch vorgeworfen, Radsportler mit Dopingmitteln versorgt zu haben, in diesem Anklagepunkt jedoch mangels Beweisen freigesprochen. Nach der Verurteilung des Italieners hat sich Armstrong von ihm losgesagt. Lance Armstrong hat stets bestritten, gedopt zu haben.
Im Rahmen mehrerer Prozesse zu bisher nicht ausgezahlten Prämiengeldern der Versicherung SCA Promotions gab es die eidesstattlichen Versicherungen von Betsy und Frankie Andreu, die einem Gespräch zwischen Armstrong und seinem betreuendem Arzt im Jahr 1996 beigewohnt hatten, in dem er die Einnahme von EPO, Wachstumshormonen und Steroiden eingestanden haben soll. Armstrong bestritt die Bekundung unter Eid. Bevor es jedoch zu einer gerichtlichen Klärung kommen konnte, gab es zwischen beiden Parteien einen Vergleich, da die Anhörung keine beweisbaren Fakten gegen Armstrong hervorbrachte.[5] Die weitere Prozessführung sei aussichtslos gewesen, so SCA-Chef Robert Hamman, weil die der Weltradsportverband UCI Armstrong weiter als Tour-Sieger führt.[6] Armstrong selbst bezeichnete die Aussage als eine mögliche Verwechslung mit der Nachbehandlung im Rahmen seiner Operationen.
Im Zusammenhang seines geplanten Comebacks im Januar 2009 wies Armstrong den Vorschlag der Französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD) zurück, sechs Tage vor der Tour de France 1999 entnommene Proben nochmals zu testen. Die Proben seien nicht korrekt gelagert und beschädigt worden, so seine Aussage.
Am 19. Mai 2010 gab Floyd Landis, sein ehemaliger Teamkollege beim US Postal-Team, zu, die meiste Zeit seiner Karriere gedopt zu haben. Zudem beschuldigte er in diesem Zusammenhang Armstrong ebenfalls des Dopings.[7][8]
Im Mai 2011 gestand Tyler Hamilton, ebenfalls ein ehemaliger Teamkollege bei US Postal, in einem amerikanischen Fernsehinterview langjähriges Doping. Dabei äußerte er auch schwere Dopinganschuldigungen gegen Lance Armstrong. Armstrong habe bei der Tour de France 1999, 2000 und 2001 das Blutdopingmittel EPO verwendet. „Ich sah EPO in seinem Kühlschrank. Ich sah mehr als einmal, wie er es sich gespritzt hat“[9], erklärte Hamilton.
Anfang 2012 wurden zweijährige strafrechtliche Ermittlungen der US-Bundesstaatsanwaltschaft gegen Armstrong eingestellt. Gegenstand der Untersuchung unter Leitung von Jeff Novitzky, der bereits den Dopingskandal "Balco" in der Leichtathletik aufgeklärt hatte, war die Frage, ob während Armstrongs Zeit beim von der Regierung gesponserten US Postal Service Pro Cycling Team ein Dopingprogramm mit dafür zweckentfremdeten Geldern aufgebaut wurde und Armstrong hieran strafrechtlich relevant beteiligt war. Die US-amerikanische Antidopingagentur USADA ermittelt weiter in der Angelegenheit.[10][11]
Armstrong hat zusammen mit seiner ehemaligen Frau Kristin Richard einen Sohn und zwei Töchter. Nach Armstrongs Krebserkrankung und der darauffolgenden Chemotherapie wurden die Kinder durch künstliche Befruchtung gezeugt. Diese Ehe wurde im Jahr 2004 geschieden. Von Oktober 2003 bis Januar 2006 war Armstrong mit der Rocksängerin Sheryl Crow liiert, mit der er in Girona (Spanien) und Austin (Texas) lebte. Am 6. September 2005 gab er die Verlobung mit ihr bekannt. Am 3. Februar 2006 ließ das Paar jedoch in einer öffentlichen Stellungnahme die Trennung verlauten. Im Dezember 2008 gab Armstrong bekannt, dass seine Freundin Anna Hansen und er ein Kind erwarten. Obwohl Armstrong nach seiner Chemotherapie für unfruchtbar gehalten wurde, wurde das Kind auf natürlichem Wege gezeugt. Der Sohn wurde am 5. Juni 2009 gesund zur Welt gebracht, eine gemeinsame Tochter kam am 18. Oktober 2010 zur Welt.[12]
Neben dem Radsport zeigt Armstrong auch in anderen Bereichen Interesse. So spielte er 2004 im Film Voll auf die Nüsse (u. a. mit Vince Vaughn und Ben Stiller) sich selbst. Mit seinem Buch „It's Not About the Bike“ („Tour des Lebens“) führte er die Bestsellerliste an.
Nachdem Armstrong im April 2006 bekannt gab, dass er an der 37. Auflage des New-York-City-Marathon teilnehmen werde, absolvierte er am 5. November 2006 die 42,195 km in 2:59:36 Stunden. In seinem zweiten New-York-City-Marathon am 4. November 2007 steigerte sich Armstrong auf 2:46:43 Stunden. Am 21. April 2008 lief er bereits seinen dritten Marathon in Boston in 2:50:58 Stunden.
Kurz vor seinem Comeback in das Renngeschehen 2009 nahm er 2008 erfolgreich an einem der härtesten Mountainbikerennen der USA teil (Leadville Trail 100) und wurde knapp Zweiter. In der 2009er Ausgabe dieses Rennens siegte Armstrong mit einem Vorsprung von 28 Minuten auf den Zweiten (Vorjahressieger). Mit einer Zeit von 06:28:50 stellte er zudem einen neuen Streckenrekord auf, obwohl er die letzten zehn Meilen des Rennens mit einem platten Hinterreifen absolvieren musste.
Er engagiert sich für die Begleitung und Unterstützung von Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder bereits geheilt sind, sowie für die Krebsprävention und Krebsforschung. Dazu hat er die Lance Armstrong Foundation bzw. LIVESTRONG gegründet.
In Gedenken an seine verstorbene Freundin Stacy Pounds trägt Armstrong eine Kette mit einem silbernen Kruzifix. Stacy war die Assistentin seines langjährigen Agenten Bill Stapleton. Sie starb im Alter von 55 Jahren an Lungenkrebs und trug zum Zeichen der Solidarität ebenfalls ein Kreuz, das Armstrong ihr geschenkt hatte. An seiner Kette hängt zudem ein Medaillon seiner ehemaligen Frau Kristin mit der Inschrift: „Ich habe den guten Kampf gekämpft. Ich habe das Rennen beendet. Ich habe den Glauben bewahrt.“ („I have fought the good fight. I have finished the race. I have kept faith.”)[13]
Der Filmproduzent Frank Marshall plant eine Verfilmung von Lance Armstrongs Biographie Tour des Lebens. Als Drehbuchautor ist Gary Ross engagiert worden.[14][15]
Im Sommer 2004 entwarf Nike für Armstrong das Livestrong-Armband. Das Armband war Teil der Kampagne „Wear Yellow and live strong“ (Trage Gelb und sei stark), deren Ziel es ist, Krebskranke und Krebsüberlebende zu unterstützen und das Bewusstsein für diese Krankheit zu fördern. In Zusammenarbeit mit der Sportbekleidungsfirma Nike kamen so über 70 Millionen US-Dollar für die Lance Armstrong Foundation (LAF) zusammen. Bis Juli 2007 wurden über 70 Millionen Livestrong-Armbänder verkauft. Der Erlös der Livestrong-Kollektion von Nike geht zu 100% an die Stiftung.
Zudem brachte Armstrong ein neues Label auf den Markt. Diese Radsportbekleidungslinie trägt zur Erinnerung an den Tag, an dem bei Armstrong Krebs diagnostiziert wurde, den 2. Oktober, die beiden Zahlen zehn und zwei. Ein Großteil der Einnahmen fließt in die LAF.
Eintagesrennen
Rundfahrten
Etappensiege bei Rundfahrten
1903: Maurice Garin |
1904: Henri Cornet |
1905: Louis Trousselier |
1906: René Pottier |
1907, 1908: Lucien Petit-Breton |
1909: François Faber |
1910: Octave Lapize |
1911: Gustave Garrigou |
1912: Odiel Defraeye |
1913, 1914, 1920: Philippe Thys |
1919, 1922: Firmin Lambot |
1921: Léon Scieur |
1923: Henri Pélissier |
1924, 1925: Ottavio Bottecchia |
1926: Lucien Buysse |
1927, 1928: Nicolas Frantz |
1929: Maurice Dewaele |
1930, 1932: André Leducq |
1931, 1934: Antonin Magne |
1933: Georges Speicher |
1935: Romain Maes |
1936, 1939: Sylvère Maes |
1937: Roger Lapébie |
1938, 1948: Gino Bartali |
1947: Jean Robic |
1949, 1952: Fausto Coppi |
1950: Ferdy Kübler |
1951: Hugo Koblet |
1953–1955: Louison Bobet |
1956: Roger Walkowiak |
1957, 1961–1964: Jacques Anquetil |
1958: Charly Gaul |
1959: Federico Bahamontes |
1960: Gastone Nencini |
1965: Felice Gimondi |
1966: Lucien Aimar |
1967: Roger Pingeon |
1968: Jan Janssen |
1969–1972, 1974: Eddy Merckx |
1973: Luis Ocaña Pernia |
1975, 1977: Bernard Thévenet |
1976: Lucien Van Impe |
1978, 1979, 1981, 1982, 1985: Bernard Hinault |
1980: Joop Zoetemelk |
1983, 1984: Laurent Fignon |
1986, 1989, 1990: Greg LeMond |
1987: Stephen Roche |
1988: Pedro Delgado |
1991–1995: Miguel Indurain |
1996: Bjarne Riis |
1997: Jan Ullrich |
1998: Marco Pantani |
1999–2005: Lance Armstrong |
2006: Óscar Pereiro |
2007, 2009, 2010: Alberto Contador |
2008: Carlos Sastre |
2011: Cadel Evans
1927, 1930, 1932 Alfredo Binda | 1928, 1929 Georges Ronsse | 1931 Learco Guerra | 1933 Georges Speicher | 1934 Karel Kaers | 1935 Jean Aerts | 1936 Antonin Magne | 1937 Eloi Meulenberg | 1938 Marcel Kint | 1946 Hans Knecht | 1947 Theofiel Middelkamp | 1948, 1950 Briek Schotte | 1949, 1956, 1957 Rik Van Steenbergen | 1951 Ferdy Kübler | 1952 Heinz Müller | 1953 Fausto Coppi | 1954 Louison Bobet | 1955 Stan Ockers | 1958 Ercole Baldini | 1959 André Darrigade | 1960, 1961 Rik Van Looy | 1962 Jean Stablinski | 1963 Benoni Beheyt | 1964 Jan Janssen | 1965 Tom Simpson | 1966 Rudi Altig | 1967, 1971, 1974 Eddy Merckx | 1968 Vittorio Adorni | 1969 Harm Ottenbros | 1970 Jean-Pierre Monseré | 1972 Marino Basso | 1973 Felice Gimondi | 1975 Hennie Kuiper | 1976, 1981 Freddy Maertens | 1977 Francesco Moser | 1978 Gerrie Knetemann | 1979 Jan Raas | 1980 Bernard Hinault | 1982 Giuseppe Saronni | 1983, 1989 Greg LeMond | 1984 Claude Criquielion | 1985 Joop Zoetemelk | 1986 Moreno Argentin | 1987 Stephen Roche | 1988 Maurizio Fondriest | 1990 Rudy Dhaenens | 1991, 1992 Gianni Bugno | 1993 Lance Armstrong | 1994 Luc Leblanc | 1995 Abraham Olano | 1996 Johan Museeuw | 1997 Laurent Brochard | 1998 Oscar Camenzind | 1999, 2001, 2004 Óscar Freire | 2000 Romāns Vainšteins | 2002 Mario Cipollini | 2003 Igor Astarloa | 2005 Tom Boonen | 2006, 2007 Paolo Bettini | 2008 Alessandro Ballan | 2009 Cadel Evans | 2010 Thor Hushovd | 2011 Mark Cavendish
1933 Max Bulla | 1934 Ludwig Geyer | 1935 Gaspard Rinaldi | 1936 Henri Garnier | 1937 Karl Litschi | 1938 Giovanni Valetti | 1939 Robert Zimmermann | 1941 Josef Wagner | 1946, 1947 Gino Bartali | 1949 Gottfried Weilenmann | 1950, 1953, 1955 Hugo Koblet | 1952, 1954, 1957, 1958 Pasquale Fornara | 1956 Rolf Graf | 1959, 1962 Hennes Junkermann | 1960 Fredy Rüegg | 1961 Attilio Moresi | 1963 Giuseppe Fezzardi | 1964 Rolf Maurer | 1965 Franco Bitossi | 1966 Ambrogio Portalupi | 1967 Gianni Motta | 1968, 1972 Louis Pfenninger | 1969 Vittorio Adorni | 1970 Roberto Poggiali | 1971 Georges Pintens | 1973 José Manuel Fuente | 1974 Eddy Merckx | 1975 Roger De Vlaeminck | 1976 Hennie Kuiper | 1977 Michel Pollentier | 1978 Paul Wellens | 1979 Wilfried Wesemael | 1980 Mario Beccia | 1981, 1989 Beat Breu | 1982 Giuseppe Saronni | 1983, 1990 Sean Kelly | 1984 Urs Zimmermann | 1985 Phil Anderson | 1986, 1987 Andy Hampsten | 1988 Helmut Wechselberger | 1991 Luc Roosen | 1992 Giorgio Furlan | 1993 Marco Saligari | 1994 Pascal Richard | 1995 Pawel Tonkow | 1996 Peter Luttenberger | 1997 Christophe Agnolutto | 1998 Stefano Garzelli | 1999 Francesco Casagrande | 2000 Oscar Camenzind | 2001 Lance Armstrong | 2002 Alex Zülle | 2003 Alexander Winokurow | 2004, 2006 Jan Ullrich | 2005 Aitor González | 2007 Wladimir Karpez | 2008 Roman Kreuziger | 2009 Fabian Cancellara | 2010 Fränk Schleck | 2011 Levi Leipheimer
1985 Eric Heiden | 1986 Thomas Prehn | 1987 Tom Schuler | 1988 Ron Kiefel | 1989 Greg Oravetz | 1990 Kurt Stockton | 1991 Davis Phinney | 1992 Bart Bowen | 1993 Lance Armstrong | 1994 Steve Hegg | 1995 Norman Alvis | 1996 Eddy Gragus | 1997 Bart Bowen | 1998 George Hincapie | 1999 Marty Jemison | 2000 Fred Rodriguez | 2001 Fred Rodriguez | 2002 Chann McRae | 2003 Mark McCormack | 2004 Fred Rodriguez | 2005 Chris Wherry | 2006 George Hincapie | 2007 Levi Leipheimer | 2008 Tyler Hamilton | 2009 George Hincapie | 2010 Ben King | 2011 Matthew Busche
2000, 2001 Tiger Woods | 2002, 2004 Michael Schumacher | 2003 Lance Armstrong | 2005, 2006, 2007, 2008 Roger Federer | 2009, 2010 Usain Bolt | 2011 Rafael Nadal | 2012 Novak Đoković
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Armstrong, Lance |
| ALTERNATIVNAMEN | Armstrong, Lance Edward (vollständiger Name); Gunderson, Lance Edward (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Profi-Radrennfahrer |
| GEBURTSDATUM | 18. September 1971 |
| GEBURTSORT | Plano, Texas |