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| Lausanne | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Waadt |
| Bezirk: | Lausanne |
| BFS-Nr.: | 5586 |
| Postleitzahl: | 1000â1008 |
| UN/LOCODE: | CH LAU |
| Koordinaten: | 538200 / 15202646.5166726.633324495Koordinaten: 46° 31âČ 0âł N, 6° 38âČ 0âł O; CH1903: 538200 / 152026 |
| Höhe: | 495 m ĂŒ. M. |
| FlĂ€che: | 41,37 kmÂČ |
| Einwohner: | 127'821 (31. Dezember 2010)[1] |
| StadtprĂ€sident: | Daniel BrĂ©laz (GrĂŒne) |
| Website: | www.lausanne.ch |
| Lausanne (Montriond) | |
| Karte | |
Lausanne [loËzan] (italienisch und rĂ€toromanisch Losanna) ist eine politische Gemeinde, der Hauptort des Schweizer Kantons Waadt und die Hauptstadt des Distrikts Lausanne. Der frĂŒhere deutsche Name Losanen wird heute nicht mehr verwendet. Die Stadt liegt in der französischen Schweiz (Romandie), am Genfersee. Lausanne gehört â neben ZĂŒrich, Genf, Basel und Bern â zu den grössten Gemeinden der Schweiz. Die Metropolregion Genf-Lausanne ist ein erweiterter Ballungsraum und hat 1,2 Millionen Einwohner. Lausanne ist ein bedeutendes Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum sowie eine wichtige Verkehrsdrehscheibe in der Westschweiz.
Das höchste Schweizer Gericht, das Bundesgericht, hat hier seinen Sitz, ebenso der Internationale Sportgerichtshof (CAS) und das Internationale Olympische Komitee (IOC).
Inhaltsverzeichnis |
Lausanne liegt auf 495 m ĂŒ. M. (Stadtzentrum) im WaadtlĂ€nder Mittelland, an den durch mehrere TĂ€ler gegliederten HĂ€ngen am nördlichen Ufer des Genfersees. Im Bereich des Stadtzentrums treffen die heute grösstenteils ĂŒberdeckten BĂ€che Louve und Flon zusammen. Durch ihre TĂ€ler wird das Stadtzentrum in die drei HĂŒgel CitĂ©, Le Bourg und Saint-Laurent unterteilt.
Die FlĂ€che des 41,4 kmÂČ grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des WaadtlĂ€nder Mittellandes nördlich des Genfersees. Der Gemeindeboden umfasst in seinem sĂŒdlichen Teil den dicht besiedelten Hang von Lausanne, begrenzt durch die MĂŒndungen der beiden FlusslĂ€ufe Chamberonne (im Westen) und VuachĂšre (im Osten) in den Genfersee. Von dem auf 372 m ĂŒ. M. gelegenen Seeufer erstreckt sich das Stadtgebiet ĂŒber den flachen, je nach Lage bis 500 m breiten Uferrandstreifen nordwĂ€rts den Hang hinauf bis auf die HochflĂ€chen von La BlĂ©cherette (620 m ĂŒ. M.), in das Waldgebiet Bois de Sauvabelin (663 m ĂŒ. M.) und auf die Terrasse von Vennes (bis 700 m ĂŒ. M.).
Von diesem Hauptteil des Stadtgebietes erstreckt sich ein schmaler Streifen nach Nordosten ĂŒber den Hang von Montblesson zwischen den TĂ€lern von Flon Morand und Chandelar, beide im Einzugsgebiet der PaudĂšze, bis auf die HochflĂ€chen des Jorat. Hier befindet sich der PassĂŒbergang Col du Chalet-Ă -Gobet (873 m ĂŒ. M.) der Hauptstrasse Lausanne-Moudon. Daran schliesst sich nördlich das ausgedehnte Waldgebiet des Bois du Jorat an, in dem sich nur wenige kleine Rodungsinseln befinden (Chalet des Enfants, Chalet Boverat, Les Saugealles und Moille Saugeon). Der höchste Punkt der Stadt Lausanne ist zugleich auch die höchste Erhebung des Jorat (929 m ĂŒ. M.). Ăber die HochflĂ€che des Jorat verlĂ€uft die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten von RhĂŽne im SĂŒden und Rhein im Norden. Der nördlichste Teil des Stadtgebietes umfasst das Quellgebiet und den Oberlauf des Flusses Talent, der zum Einzugsgebiet des Rheins gehört.
Daneben besitzt Lausanne eine Exklave im Gebiet von Vernand. Diese wird im Westen und Norden durch das in die HochflÀche eingetiefte Tal der MÚbre (eines Zuflusses der Chamberonne) begrenzt und umfasst den Wald Bois de Vernand sowie das Industrie- und Gewerbegebiet Vernand.
Von der GemeindeflÀche entfielen 1997 42,9 % auf Siedlungen, 39,6 % auf Wald und Gehölze, 17,3 % auf Landwirtschaft und 0,2 % auf unproduktives Land.
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1798 | 8'000 |
| 1813 | 13'000 |
| 1850 | 17'108 |
| 1900 | 46'732 |
| 1910 | 64'446 |
| 1930 | 75'915 |
| 1950 | 106'807 |
| 1960 | 126'328 |
| 1970 | 137'383 |
| 1980 | 127'349 |
| 1990 | 128'112 |
| 2000 | 124'914 |
| 2010 | 127'821 |
Lausanne zĂ€hlte am 31. Dezember 2010 127.821 Einwohner (stĂ€ndige Wohnbevölkerung). Dazu kommen rund 10'000 weitere Personen, entweder Schweizer mit Hauptwohnsitz in einer anderen Gemeinde oder Saisonniers (nur mit vorĂŒbergehender Aufenthaltsgenehmigung). Diese sind in der Statistik der Stadt Lausanne enthalten, die fĂŒr Ende Dezember 2008 eine Einwohnerzahl von 130'726 Personen ausweist.[2]
Die Stadt am Genfersee ist bevölkerungsmĂ€ssig die viertgrösste Stadt der Schweiz. Innerhalb der gesamten Agglomeration Lausanne (gemĂ€ss Bundesamt fĂŒr Statistik) â welche rund 317'000 Einwohner zĂ€hlt â besteht ein geschlossener Siedlungsraum (eine Kernagglomeration mit den Eckpunkten Morges-Tolochenaz im Westen, Romanel-sur-Lausanne im Norden und Lutry im Osten) mit rund 250'000 Einwohnern. Die Metropolregion Genf-Lausanne ist ein erweiterter Ballungsraum und hat 1,2 Millionen Einwohner.
Von den Bewohnern sind 78,8 % französischsprachig, 4,3 % deutschsprachig und 4,0 % italienischsprachig (Stand 2000). Der Anteil der AuslÀnder an der Gesamtbevölkerung betrug 2002 36,2 %. Zu den grössten auslÀndischen Bevölkerungsgruppen gehören die Italiener, Spanier und Portugiesen.
Die Bevölkerungszahl von Lausanne stieg seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis ungefĂ€hr 1960 sehr stark an. Im Jahr 1946 wurde die 100'000-Einwohner-Grenze ĂŒberschritten. Der Höchststand wurde 1970 mit mehr als 137'000 Einwohnern verzeichnet. Aufgrund der Wirtschaftskrise in den 1970er Jahren verbunden mit der Abwanderung von auslĂ€ndischen ArbeitskrĂ€ften nahm die Bevölkerung im nachfolgenden Jahrzehnt um gut 10'000 Personen ab. Danach pendelte die Einwohnerzahl im Bereich von 128'000; seit 1990 weist der Trend wieder leicht nach unten.
Fast der gesamte Hang von Lausanne ist heute ĂŒberbaut, weist aber einige grössere FreiflĂ€chen (Parkanlagen, kleine Waldgebiete) auf. Das Siedlungsgebiet von Lausanne ist lĂŒckenlos mit denjenigen von Chavannes-prĂšs-Renens, Renens, Prilly, Le Mont-sur-Lausanne, Epalinges und Pully zusammengewachsen.
Das Stadtzentrum von Lausanne umfasst die Quartiere La CitĂ©, Le Bourg, La Palud, Saint-Laurent und Le Pont. Bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten diese Gebiete die eigentliche Stadt Lausanne. Danach dehnte sich die Stadt immer weiter aus, und die umliegenden ehemaligen Dörfer und Weiler wurden in das Stadtgebiet inkorporiert, beziehungsweise sind zu Wohnquartieren geworden. Dazu zĂ€hlen: Ouchy, Vidy und Cour nahe dem Seeufer, Malley auf der untersten Terrasse westlich der Stadt, La BlĂ©cherette und Bellevaux auf der HochflĂ€che nördlich der Stadt, Chailly (570 m ĂŒ. M.) in einer Talmulde der VuachĂšre, La Sallaz (616 m ĂŒ. M.), Vennes und RovĂ©rĂ©az an den HĂ€ngen östlich des Tals des Flon.
Ferner gehören im lĂ€ndlichen nördlichen Stadtgebiet die unterdessen teilweise ebenfalls durch Neubausiedlungen ergĂ€nzten Weiler Montblesson (737 m ĂŒ. M.) am Hang östlich des Flon Morand, Vers-chez-les-Blancs (837 m ĂŒ. M.), La Vulliette (850 m ĂŒ. M.) und Le Chalet-Ă -Gobet (861 m ĂŒ. M.) auf der HochflĂ€che des Jorat sowie ganz im Norden Montheron (723 m ĂŒ. M.) und La RĂąpe (711 m ĂŒ. M.) am Talent, La BĂ©rallaz (737 m ĂŒ. M.) sĂŒdlich und Chalet Marin (736 m ĂŒ. M.) nördlich des Taleinschnitts des Talent zu Lausanne. Die Exklave Vernand umfasst die Weiler Vernand-Dessus (645 m ĂŒ. M.), Vernand-Dessous (613 m ĂŒ. M.) und Le Boulard (560 m ĂŒ. M.) sowie die Industrie- und Gewerbezonen Vernand und Bel-Air.
Nachbargemeinden von Lausanne sind Saint-Sulpice, Chavannes-prÚs-Renens, Renens, Prilly, Romanel-sur-Lausanne, Le Mont-sur-Lausanne, Epalinges, Jouxtens-Mézery, Crissier, Cheseaux-sur-Lausanne, Morrens, Cugy, Bretigny-sur-Morrens, Bottens, Froideville, Montpreveyres, Savigny und Pully.
Das Stadtgebiet von Lausanne war bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. besiedelt. Die Römer errichteten an der Stelle einer keltischen Siedlung im Bereich des heutigen Vidy ein MilitÀrlager, das sie «Lousanna» nannten. Seit dem 1. Jahrhundert nach Christus entwickelte sich hier am Umschlagplatz von den Handelsschiffen auf dem Genfersee auf Pferdefuhrwerke ein römischer Vicus. Dieser erreichte vermutlich eine Grösse von 1,2 km LÀnge und 250 m Breite und war der grösste Vicus der Schweiz. Im Lauf des 3. Jahrhunderts wurde diese Römersiedlung durch EinfÀlle der westgermanischen Alamannen bedrÀngt und wahrscheinlich um 260 zerstört.
Bereits im 3. Jahrhundert entwickelte sich auf dem HĂŒgel, wo sich heute die Kathedrale befindet, eine kleine Handwerkersiedlung oder ein Refugium. Der Name der Römersiedlung wurde auf diesen Ort ĂŒbertragen. Im 6. Jahrhundert wurde auf diesem HĂŒgel die erste Kirche errichtet, die dem heiligen Thyrsus geweiht war. Bischof Marius verlegte seinen Sitz in der zweiten HĂ€lfte des 6. Jahrhunderts von Avenches nach Lausanne und begrĂŒndete damit das Bistum Lausanne. Er wurde 594 in der damaligen Kirche beigesetzt.
Der zunĂ€chst noch relativ kleine Ort gehörte in der Zeit von 888 bis 1032 zum Königreich Hochburgund. WĂ€hrend des 11. Jahrhunderts entwickelte sich Lausanne zu einem politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum. Die Stadt wurde zum Zentrum der weltlichen Herrschaft der Bischöfe. In der nachfolgenden Zeit, insbesondere im 12. und 13. Jahrhundert erlebte Lausanne eine eigentliche BlĂŒtezeit. Im Jahr 1275 wurde schliesslich die Kathedrale Notre-Dame in Anwesenheit des Papstes Gregor X. und des Königs Rudolf von Habsburg geweiht.
Die BĂŒrgerschaft von Lausanne, die sich 1234 ihre ersten politischen Rechte erkĂ€mpft hatte, erhielt in den folgenden Jahrhunderten immer wieder UnterstĂŒtzung von den Grafen von Savoyen gegen die Herrschaft der Bischöfe. 1476 wurde die Stadt von burgundischen Truppen unter Karl dem KĂŒhnen besetzt und nach der Schlacht bei Grandson von den Eidgenossen geplĂŒndert. Am 6. Juli 1481 schlossen sich die CitĂ© und die Unterstadt zusammen, die sich vorher unabhĂ€ngig voneinander entwickelten. Die Stadt schloss 1525 mit Bern und Freiburg BurgrechtsvertrĂ€ge.
Ein neues Kapitel in der Geschichte der Stadt Lausanne beginnt 1536, als die Berner unter dem obersten Feldhauptmann Hans Franz NĂ€geli das Waadtland eroberten. Die Bewohner der Stadt begrĂŒssten die EinfĂŒhrung der Reformation, und der damalige Bischof Sebastian von Montfaucon musste nach Savoyen fliehen. Damit verlor Lausanne seinen Status als Bischofssitz (das Bistum Lausanne, Genf und Freiburg hat seinen Sitz seit 1613 in Freiburg). Dass die Berner die Bevölkerung von Lausanne zu ihren Untertanen machten und Lausanne zu einer Provinzstadt degradierten, wurde von den Einwohnern nur mit Widerwillen hingenommen. Es gab deshalb mehrere Erhebungen gegen die Berner Vorherrschaft, darunter 1588 die Verschwörung von Isbrand Daux, der das Waadtland in die HĂ€nde von Savoyen spielen wollte, und der Widerstand unter Jean Daniel Abraham Davel im Jahr 1723.
Die Berner richteten 1536 die Vogtei Lausanne ein, die einen wesentlich grösseren Umfang als der heutige Bezirk Lausanne hatte. Sie erstreckte sich von der Venoge entlang des Genferseeufers nach Osten bis vor die Stadt Vevey, umfasste im Norden die HochflĂ€che des Jorat und reichte im Nordosten bis in das Einzugsgebiet der Broye. Kurz nach der Eroberung grĂŒndeten die Berner Machthaber 1537 auch die Schola Lausannensis, aus der spĂ€ter die theologische AcadĂ©mie de Lausanne und schliesslich die UniversitĂ© de Lausanne hervorging.
Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime wurde Lausanne im Gefolge der WaadtlÀnder Revolution 1798 zum Hauptort des Canton du Léman, der wÀhrend der Helvetik bis 1803 Bestand hatte, und anschliessend mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung im Kanton Waadt aufging. Damit wurde Lausanne zur Hauptstadt des neugeschaffenen Kantons.
Als wichtiger Verwaltungssitz erlebte die Stadt im Lauf des 19. Jahrhunderts im Zuge der Industrialisierung einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Durch die rege BautÀtigkeit wuchs Lausanne bereits um 1900 bis an seine Stadtgrenzen. Projekte einer Eingemeindung der Nachbarorte Renens, Prilly und Epalinges scheiterten in der ersten HÀlfte des 20. Jahrhunderts allesamt an der Ablehnung durch die Bevölkerung der VorstÀdte.
Im Schloss Ouchy wurde am 24. Juli 1923 der Vertrag von Lausanne geschlossen. Von Juni bis Juli 1932 fanden in der Konferenz von Lausanne die Verhandlungen ĂŒber Deutschlands Reparationen statt.
Die Stadt Lausanne hat ein Gesetzgeber, der Stadtrat, mit 100 Mitgliedern und einer Exekutive, das Rathaus mit sieben Mitgliedern. Der Gesetzgeber ist nach dem VerhÀltniswahlrecht von der Exekutive und der zwei Runden Mehrheitswahlrecht gewÀhlt.
FĂŒr die Legislaturperiode 2011â2016, die Mitglieder des Stadtrates sind wie folgt verteilt:[3]
Die 7 Mitglieder des Rathauses sind geteilt:
Die Stadt hat sieben Abteilungen, die jeweils von einem Mitglied des Stadtrates an der Spitze.
StadtprĂ€sident (Syndic) ist Daniel BrĂ©laz von der GrĂŒnen Partei der Schweiz.
| Amtsdauer | Person | Partei |
|---|---|---|
| 1938â1945 | Jules-Henri Addor | FDP |
| 1946â1949 | Pierre Graber | SP |
| 1950â1957 | Jean Peitrequin | FDP |
| 1958â1973 | Georges-AndrĂ© Chevallaz | FDP |
| 1974â1980 | Jean-Pascal Delamuraz | FDP |
| 1981â1989 | Paul-RenĂ© Martin | FDP |
| 1990â1998 | Yvette Jaggi | SP |
| 1998â2002 | Jean-Jacques Schilt | SP |
| 2002â | Daniel BrĂ©laz | GrĂŒne |
Die kommunalen Behörden haben ihren Sitz seit dem 16. Jahrhundert im HÎtel de Ville de la Palud. Seit 1874 befindet sich das Bundesgericht in Lausanne.
Osijek, Kroatien â seit 1997
Zu den kulturellen Einrichtungen gehören das Stadttheater, das Théùtre de Beaulieu und das Théùtre Vidy-Lausanne, daneben zahlreiche weitere kleinere TheatersÀle und KonzertsÀle, sowie die CinémathÚque suisse. Ferner besitzt Lausanne ein Stadtarchiv, eine Stadtbibliothek, mehrere Volksbibliotheken, die Kantons- und die UniversitÀtsbibliothek und verschiedene Fachbibliotheken.
Seit 1968 findet in Lausanne das Festival de la Cité, seit 1973 der Prix de Lausanne (ein Tanzwettbewerb) statt. Daneben gibt es den Concours de Lausanne der neuen Choreographie, das Béjart Ballett, alljÀhrliche Konzerte mit klassischer Musik, Jazz, Rock und Volksmusik. Jeweils im September wird der Comptoir Suisse abgehalten.
Am 6. Mai 1989 fand im Palais de Beaulieu der Eurovision Song Contest 1989 statt.
Als Kulturzentrum der Westschweiz besitzt Lausanne eine Reihe bedeutender Museen. Darunter sind das Kunstmuseum (zeigt seit 1841 die im Besitz des Kantons Waadt stehenden Kunstsammlungen), das Kantonale Museum fĂŒr ArchĂ€ologie und Geschichte (mit Sammlungen seit 1852), das MusĂ©e de l'ElysĂ©e (ein Museum der Schweizerischen Photographie) und das MusĂ©e Olympique (dokumentiert die neuzeitliche olympische Bewegung seit 1896) zu nennen. Die Fondation de l'Hermitage zeigt wechselnde Kunstausstellungen. Im weiteren verfĂŒgt die Stadt ĂŒber zahlreiche Privatmuseen, Kunstgalerien und weitere Ausstellungen.
Kathedrale Notre-Dame ĂŒber der Stadt
Lausanne besitzt eine Reihe von sehenswerten Bauwerken. Herausragendes Bauwerk der Stadt ist die Kathedrale Notre-Dame. Im Quartier de la CitĂ© auf dem HĂŒgel bei der Kathedrale sind weitere bedeutende mittelalterliche Bauten erhalten. Die katholische Kirche der Stadt ist die Basilika Notre-Dame du Valentin, welche 1832 erbaut wurde.
Das Schloss Saint-Maire ist ein von vier EcktĂŒrmen flankierter massiver kubischer Bau, dessen oberstes Geschoss Backsteinarchitektur zeigt. Es wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts an der Stelle des Priorats Saint-Maire errichtet, diente als Bischofssitz und war wĂ€hrend der Berner Zeit Sitz des Landvogts. Das alte bischöfliche Schloss an der Place de la CathĂ©drale stammt in seinem Kern aus dem 11. Jahrhundert, im Lauf der Zeit wurden aber mehrere neuere GebĂ€udeflĂŒgel angebaut; der Jacquemard-Turm (1360â80) war Teil der ursprĂŒnglichen Stadtbefestigung. Nahebei steht das Haus Gaudard von 1670. Die ehemalige Akademie, ein rechteckiges GebĂ€ude mit Treppenturm, wurde von 1579 bis 1587 erbaut. Von 1803â06 stammt das klassizistische BĂątiment du Grand Conseil. Mit dem westlich angrenzenden Quartier de la Palud ist der Stadtteil CitĂ© durch gedeckte TreppenlĂ€ufe verbunden.
Das Quartier de la Palud entwickelte sich in einer ehemals sumpfigen GelĂ€ndemulde und diente als Marktquartier von Lausanne. Hier befindet sich das HĂŽtel de Ville (Rathaus), das 1672â75 an der Stelle eines VorgĂ€ngerbaus errichtet und im 18. und 19. Jahrhundert vergrössert wurde. Es zeigt eine zweigeschossige Renaissancefassade ĂŒber Arkaden und besitzt einen Glockenturm. Im weiteren sind das Maison de Seigneux (heute Polizeiposten) in einem Stil im Ăbergang vom Barock zum FrĂŒhklassizismus (1732), das Haus Crousaz aus dem 18. Jahrhundert und der Gerechtigkeitsbrunnen (16. Jahrhundert; das Original befindet sich im Museum) zu nennen. An der Place de la Riponne stehen der Palais de Rumine (1898â1906) im Neurenaissancestil, das ursprĂŒnglich zur Aufnahme der UniversitĂ€t, der Bibliothek und eines Museums bestimmt war, sowie das ehemalige MusĂ©e Arlaud (1836â39).
Im Quartier du Bourg befindet sich die reformierte Kirche Saint-François, ehemalige Kirche des 1258 gegrĂŒndeten Franziskanerklosters. Der einschiffige Bau mit Kreuzrippengewölbe stammt von 1270, musste aber 1368 nach einem Brand neu erstellt werden. Der Glockenturm wurde im 15. Jahrhundert errichtet.
Am Eingang zum Quartier Saint-Laurent steht die Tour de lâAle, ein Rundturm aus dem 13. und 14. Jahrhundert, der als eines der wenigen mittelalterlichen Festungsbauwerke noch erhalten ist. Die reformierte Kirche Saint-Laurent wurde 1716â19 an der Stelle einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert erbaut und 1761â63 mit einer Barockfassade versehen. Das Maison de lâElysĂ©e ist ein Herrenhaus, das 1780â83 erstellt wurde.
In den Aussenquartieren befinden sich zahlreiche Schlösser und Herrensitze sowie andere Prachtbauten. Dazu zĂ€hlen das Schloss Beaulieu (1763â66), das Schloss BĂ©thusy aus dem 18. Jahrhundert, das klassizistische Haus Villamont (1791â93), das Maison de Mon-Repos (1819â27), in dem frĂŒher das MusĂ©e Olympique untergebracht war, sowie die imposanten neoklassizistischen Bauten des Bundesgerichts (Tribunal FĂ©dĂ©ral; 1922â27), der Kantonalbank (1903) und des PostgebĂ€udes (1896â1900).
In Ouchy, dem traditionellen Hafen von Lausanne, stehen mehrere Hotelbauten aus dem 19. Jahrhundert, beispielsweise das HĂŽtel du ChĂąteau dâOuchy (1889â93) im neugotischen Stil, das HĂŽtel dâAngleterre (1775â79) und das HĂŽtel Beau-Rivage (1858â61). Entlang des Genfersees gibt es ausgedehnte Parkanlagen mit Skulpturen sowie am Quai eine neugotische Turmruine von 1830.
Lausanne ist Sitz verschiedener SportweltverbÀnde. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat seinen Hauptsitz in Lausanne und seit 1993 befindet sich dort auch das Olympische Museum.
Daneben sitzen in Lausanne die International Table Tennis Federation, die FĂ©dĂ©ration Internationale de Volleyball, die International Baseball Federation, die FĂ©dĂ©ration Internationale de Hockey, die FĂ©dĂ©ration Internationale dâEscrime (Fechten), die International Equestrian Federation (Reitsport), die FĂ©dĂ©ration Internationale des Luttes AssociĂ©es (Ringen), die International Dance Sport Federation (Tanzsport), die FĂ©dĂ©ration Internationale de Natation Amateur (Schwimmen), die FĂ©dĂ©ration Internationale de Tir Ă lâArc (Bogenschiessen), die FĂ©dĂ©ration AĂ©ronautique Internationale (Flugsport), die International Canoe Federation und die FĂ©dĂ©ration Internationale des SociĂ©tĂ©s dâAviron (Rudern).
Unweit von Lausanne haben weitere SportverbÀnde ihren Hauptsitz, so die Fédération Internationale de Motocyclisme in Mies, die Union Cycliste Internationale in Aigle, die UEFA in Nyon und die Fédération Internationale de Gymnastique in Moutier.
Bedeutendster Fussballverein der Stadt ist der FC Lausanne-Sport, welcher 2011 nach neun Jahren Abstinenz die RĂŒckkehr in die höchste Schweizer Spielklasse bejubeln durfte.
Die Stadt besitzt bedeutende Sportanlagen, die sich vor allem in der NĂ€he des Seeufers und auf den HĂŒgeln oberhalb von Lausanne befinden. Dazu zĂ€hlen das Olympiastadion La Pontaise und das Centre Intercommunal de Malley mit rund 10'000 PlĂ€tzen. Auf der Höhe von Le Chalet-Ă -Gobet an der Gemeindegrenze zu Epalinges liegt ein Golfplatz.
Lausanne war einer von sechs Austragungsorten der Fussball-Weltmeisterschaft 1954.
Fast das gesamte Seeufer auf dem Stadtgebiet ist als ausgedehnte Erholungszone mit Freizeit- und Sportanlagen, Schwimmbad, Seebad, Bootshafenanlagen, Campingplatz und Spielwiesen gestaltet. Es handelt sich hierbei um das umgestaltete GelĂ€nde, das 1964 fĂŒr die Schweizerische Landesausstellung Expo 64 Lausanne benutzt wurde. Das ĂŒberbaute Stadtgebiet wird durch mehrere Parks und GrĂŒnanlagen aufgelockert, beispielsweise durch den Botanischen Garten am isolierten HĂŒgel Montriond, den Parc de Valency, das Gebiet bei Monrepos und die Esplanade de Montbenon. Zu den weiteren NaherholungsrĂ€umen zĂ€hlen der Wald von Sauvabelin mit dem Sauvabelin-Turm und das Gebiet um Chalet-Ă -Gobet.
Neben Genf ist Lausanne das bedeutendste Wirtschafts- und Verwaltungszentrum der Westschweiz. Rund 83 % der ErwerbstÀtigen sind im Dienstleistungssektor beschÀftigt, der sekundÀre Sektor vereinigt rund 17 % der BeschÀftigten auf sich und weniger als 1 % arbeitet im primÀren Sektor.
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es an den SĂŒdhĂ€ngen unterhalb der Altstadt mehrere kleinere Weinbaugebiete und AckerflĂ€chen. Mit der Ausdehnung des Siedlungsgebietes ist der Rebbau mittlerweile fast völlig verschwunden. Auf den HochflĂ€chen des Jorat wird heute Viehzucht und Milchwirtschaft betrieben. Dank der grossen WaldflĂ€che des Bois du Jorat spielt auch die Forstwirtschaft eine gewisse Rolle.
Der industrielle Sektor hatte vor allem in der ersten HÀlfte des 20. Jahrhunderts Bedeutung. Industrie- und Gewerbezonen entstanden entlang der Eisenbahnlinie im Westen der Stadt und am Hangfuss in der NÀhe des Genferseeufers. Mit dem vergrösserten Platzbedarf der Industrie wurden aber einige Betriebe in die VorstÀdte, insbesondere an den westlichen und nordwestlichen Rand von Lausanne verlegt (Renens, Crissier, Bussigny-prÚs-Lausanne).
Heute konzentriert sich die in Lausanne ansÀssige Industrie hauptsÀchlich auf das Baugewerbe, das Ingenieurwesen, auf Metall-, Nahrungsmittel- und Tabakindustrie, auf die PrÀzisionsmechanik, die Elektronik und die Optik sowie auf graphische Betriebe und das Druckerei- und Verlagswesen.
Das Dienstleistungsgewerbe ist auf Handel, Tourismus, Verwaltung, Banken und Versicherungen sowie auf Transport und Verkehr ausgerichtet. Lausanne ist Sitz verschiedener international und national bedeutender Institutionen, der kantonalen, der Bezirks- und der Stadtverwaltung. Seit 1874 befindet sich das Bundesgericht in Lausanne. Ferner haben auch zahlreiche Konsulate und das Sekretariat des Umweltprogrammes der Vereinten Nationen (UNEP) ihren Sitz in der Stadt. Wichtige Forschungseinrichtungen sind das Centre de Recherches europĂ©ennes â Fondation Jean Monnet pour l'Europe, das Centre de recherches sur les lettres romandes, das Institut Benjamin Constant und das Schweizerische Institut fĂŒr Kunstwissenschaften.
Die wichtigsten in Lausanne ansÀssigen Unternehmen sind AGEN Holding (Gesundheitswesen), Compagnie financiÚre Tradition (ausserbörslicher Aktienhandel), Edipresse (Medien), EOS (Stromversorgung), Golay-Buchel (Schmuck), Landolt & Cie (Vermögensverwaltung), Publigroupe (Werbung und Marketing) und Vaudoise Assurances (Versicherungen).
Dank seiner sonnigen Lage am Hang ĂŒber dem Genfersee, der malerischen Altstadt, den zahlreichen Museen, kulturellen Einrichtungen und AnlĂ€sse weist Lausanne einen bedeutenden Tourismus auf, welcher der Stadt auch willkommene Einnahmen bringt.
Lausanne ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Westschweizer Mittelland. Es liegt an der alten Haupt- und Handelsstrasse von Genf ĂŒber den Pass Chalet-Ă -Gobet nach Bern. Weitere schon in frĂŒher Zeit wichtige Verbindungen bestanden entlang des Genfersees nach Vevey und Montreux sowie nach Norden in Richtung Cossonay, Orbe und Yverdon-les-Bains. Im Stadtzentrum kreuzen sich die Hauptstrassen 1, 5 und 9.
Datei:Lausanne-metro2-Ouchy.ogv
Zu Beginn der 1960er Jahre erfolgte der Bau der Autobahn A1 von Genf nach Lausanne, die bei Lausanne-Vidy endete. Die Strecke wurde 1964 rechtzeitig fĂŒr die Landesausstellung in Lausanne in Betrieb genommen. Heute lĂ€uft der Abschnitt zwischen der Verzweigung Ecublens und Lausanne-Vidy unter der Bezeichnung A1A als westlicher Stadtzubringer Lausanne. Die nördliche Umfahrung von Lausanne, ein Streckenabschnitt der A9 (Lausanne-Sion) mit mehreren BrĂŒckenbauwerken ĂŒber die TĂ€ler wurde 1974 eröffnet. 1981 kam die nördliche Fortsetzung der A1 nach Yverdon-les-Bains hinzu.
Der SBB-Bahnhof Lausanne ist einer der wichtigsten des gesamten Landes. Von hier aus verkehren direkte SchnellzĂŒge in fast alle Regionen der Schweiz, sowie eine TGV-Linie nach Paris. Die erste Eisenbahn erreichte Lausanne am 5. Mai 1856 mit der Eröffnung der Strecke Renens-Lausanne. Damit war Lausanne zunĂ€chst mit Morges (ab 1858 mit Genf) und Yverdon (ab 1859 mit Neuenburg) verbunden. Am 2. April 1861 wurde der Streckenabschnitt Lausanne â Villeneuve der Eisenbahnlinie von Lausanne ins Wallis eröffnet. Rund anderthalb Jahre spĂ€ter, am 4. September 1862, wurde auch die Bahnlinie Lausanne-Bern in Betrieb genommen. Am 5. November 1873 folgte schliesslich die Einweihung des Abschnittes von Lausanne nach Cheseaux-sur-Lausanne der Schmalspurbahn Chemin de fer Lausanne-Echallens-Bercher (LEB), welche die nördlichen Vororte der Stadt erschliesst.
Der Ăffentliche Personennahverkehr wird in Lausanne durch die Transports publics de la rĂ©gion Lausannoise (TL) abgewickelt. Diese Gesellschaft betreibt neben den zehn Linien des Trolleybus Lausanne diverse Autobuslinien auf dem Stadtgebiet und in der Agglomeration. Dazu kommen die Stadtbahn (MĂ©tro M1) von Lausanne via Ecublens (Erschliessung der UniversitĂ€t in Dorigny und der EPFL) nach Renens) und die MĂ©tro M2 von Ouchy nach Epalinges. Diese vollautomatische U-Bahn wurde im September 2008 eröffnet und ersetzte die 2006 stillgelegte Zahnradbahn Lausanne-Ouchy. Knotenpunkt von MĂ©tro und LEB ist der Bahnhof Lausanne-Flon. Seit Inbetriebnahme der ersten Baustufe von Bahn 2000 im Dezember 2004 gibt es um Lausanne auch eine S-Bahn: das RĂ©seau Express Vaudois.
Ferner ist Lausanne durch das Verkehrsnetz der Personenschifffahrt auf dem Genfersee mit zahlreichen Seeanstössergemeinden verbunden, darunter auch mit dem gegenĂŒber liegenden Evian-les-Bains in Frankreich.
Auf der HochflĂ€che von BlĂ©cherette oberhalb des Stadtzentrums befindet sich seit 1910 der Flughafen Lausanne-BlĂ©cherette fĂŒr Zivilflugzeuge.
Lausanne hat eine wichtige Funktion als Bildungszentrum der Westschweiz. Zu den bedeutendsten Bildungseinrichtungen zĂ€hlen die UniversitĂ€t (UniversitĂ© de Lausanne), die 1890 gegrĂŒndet wurde und sich heute in Dorigny befindet, sowie die Ăcole polytechnique fĂ©dĂ©rale de Lausanne (EPFL; Eidgenössische Technische Hochschule â Lausanne). Letztere entstand 1946, nachdem die vorher zur UniversitĂ€t gehörende Ingenieurschule mit einer neu gegrĂŒndeten Architektenschule zusammengefasst wurde. Die GebĂ€ude der EPFL stehen auf dem Gemeindegebiet von Ecublens. Ebenfalls in Dorigny befindet sich das Schweizerische Institut fĂŒr Rechtsvergleichung (Institut suisse de droit comparĂ©).
Daneben gibt es zahlreiche Berufsschulen, darunter die Hotelfachschule (Ăcole hĂŽteliĂšre de Lausanne), die Ingenieurschule des Kantons Waadt (Ecole dâingĂ©nieurs du Canton de Vaud, EIVD), die Haute Ecole de Gestion du Canton de Vaud (HEG-Vd; Verwaltung), die Krankenpflegeschule des Schweizerischen Roten Kreuzes, die Kunsthochschule (Ecole Cantonale d'Art de Lausanne, ECAL) und ein Konservatorium (Conservatoire de Lausanne).
Ausserdem befindet sich die kleine Business School IMD (International Institute for Management Development) in Lausanne, welche 1990 aus der Verschmelzung der von Alcan und NestlĂ© gegrĂŒndeten Bildungseinrichtungen IMI Genf und IMEDE Lausanne hervorgegangen ist.
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