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| Daten des Dramas | |
|---|---|
| Titel: | Leben des Galilei |
| Gattung: | Episches Theater |
| Originalsprache: | Deutsch |
| Autor: | Bertolt Brecht |
| Musik: | Hanns Eisler |
| Erscheinungsjahr: | 1948 |
| UrauffĂŒhrung: | 9. September 1943 |
| Ort der UrauffĂŒhrung: | ZĂŒrich |
| Ort und Zeit der Handlung: | Italien im 17. Jahrhundert |
| Personen | |
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Bertolt Brechts TheaterstĂŒck Leben des Galilei, von ihm meist als episches StĂŒck, nicht als Drama bezeichnet, wurde 1939 im dĂ€nischen Exil verfasst und am 9. September 1943 in ZĂŒrich uraufgefĂŒhrt. Die Musik schrieb Hanns Eisler.
Brecht fertigte 1945 mit dem Schauspieler Charles Laughton in Los Angeles eine zweite, englischsprachige Fassung an. Dabei stellte er die Verantwortung der Wissenschaft in den Vordergrund, indem er das vorletzte Bild des StĂŒckes, vor dem Hintergrund der AtombombenabwĂŒrfe auf Hiroshima und Nagasaki, verĂ€nderte. WĂ€hrend es ihm in der ursprĂŒnglichen Fassung vor allem um die Darstellung des Umgangs mit der Macht (der Kirche) ging, rĂŒckte er in dieser Fassung die Frage nach dem Wert und der Verwertbarkeit von Wissen sowie die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen von Wissenschaft als zentralen Aspekt des StĂŒckes in den Vordergrund.
Das StĂŒck spielt im Italien des 17. Jahrhunderts, in einer Epoche des Umbruchs und der Erneuerung, und erstreckt sich ĂŒber einen Zeitraum von 28 Jahren.
Der geniale Physiker Galileo Galilei, notorisch unter Geldmangel leidend, verbessert ein in Holland konstruiertes Fernrohr, gibt es als seine eigene Erfindung aus und lĂ€sst sich dafĂŒr von der Stadt Padua mit 500 Scudi Gehaltsaufbesserung pro Monat belohnen. Er belegt mit Hilfe seines Teleskops das heliozentrische kopernikanische Weltbild und widerlegt die Vorstellung des alten geozentrischen ptolemĂ€ischen Weltbildes, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums sei.
Dies fĂŒhrt zum Konflikt mit der katholischen Kirche, die ihm die Verbreitung seiner âketzerischenâ Lehren untersagt, denn der Umsturz des alten Weltbilds löst bei den MĂ€chtigen in Kirche und Politik die Besorgnis aus, dass damit möglicherweise auch ein gesellschaftlicher Umsturz eingeleitet werden könne. Nach einer innerkirchlichen Kontroverse wird Galilei schlieĂlich verhaftet und von ihm verlangt, seine neue Lehre zu widerrufen. Entgegen der Vermutung seiner Freunde und Mitarbeiter tut er dies auch, als die Inquisition ihm Folter androht. Aufgrund seiner langen Beobachtung der Sonne fast völlig erblindet, zieht sich Galilei in den folgenden Jahren in ein Landhaus zurĂŒck, das er nicht mehr verlassen darf und das von der Kirche streng bewacht wird. Als ihn sein ehemaliger SchĂŒler Andrea Sarti besuchen kommt, eröffnet ihm Galilei, dass er ein Exemplar seiner verbotenen Schrift, die Discorsi, auĂer Landes schmuggeln lassen, aber keine Verantwortung dafĂŒr ĂŒbernehmen wolle. Andrea ist darĂŒber hoch erfreut, erklĂ€rt sich bereit, die Papiere ĂŒber die Grenze zu schaffen, und vermutet hinter Galileis Absicht den Plan, seine alten Studien erneut aufgreifen zu wollen. Doch Galilei muss ihn enttĂ€uschen: Er bezichtigt, da er seine Lehre aus Angst vor körperlichem Schmerz widerrufen habe, sich selbst des Verrats an der Wissenschaft.
Galilei, zu Beginn des Dramas 46 Jahre alt, lebt mit seiner Tochter Virginia, seiner HaushĂ€lterin Frau Sarti und deren Sohn Andrea Sarti in Padua. Seinen Lebensunterhalt verdient er als Mathematiklehrer und durch nĂŒtzliche Erfindungen, z.B. einer Wasserpumpe und eines Fernrohres, das er kopiert und verbessert. Dennoch leidet er unter notorischem Geldmangel, sodass er auf Druck seiner HaushĂ€lterin PrivatschĂŒler annehmen muss - allerdings widerwillig, weil er dadurch Zeit fĂŒr seine Forschungen verliert. Besonders deutlich wird dies, als der reiche Ludovico auf Wunsch seiner Mutter um Unterricht bittet: Weil der sich eher fĂŒr Pferde als fĂŒr die Wissenschaft interessiert, verlangt Galilei von ihm ein Honorar von fĂŒnfzehn statt der ĂŒblichen zehn Skudi pro Monat (1. Bild).
Ăber Galileis Aussehen erfĂ€hrt man nicht viel. Angesichts der Tatsache, dass er gerne und viel isst, kann aber vermutet werden, dass er nicht gerade schmĂ€chtig ist.[1] Sein Lebensstil als GenieĂer ist nicht billig und trĂ€gt ebenfalls zu seiner Geldnot bei, die selbst durch sein mittlerweile gewachsenes, hohes Ansehen in aller Welt - man kennt seinen Namen sogar in Nordeuropa - nicht beseitigt werden kann.
Galilei forscht hauptsĂ€chlich im Bereich der Physik und der Astronomie. Mit seinem neuen Fernrohr schafft er es anhand von Beobachtungen des Mondes und der Jupitermonde, das zeitgenössische Weltbild zu revolutionieren. Er beweist, dass nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt der Welt ist, und widerspricht damit dem von der Kirche vertretenen Standpunkt. Auf den daraus entstehenden Konflikt mit der Kirche reagiert Galilei empört. Obwohl der pĂ€pstliche Astronom in Rom zunĂ€chst seine Entdeckungen bestĂ€tigt, werden Galileis Schriften auf den Index gesetzt. Erst als nach acht Jahren ein wissenschaftsfreundlicher Papst den Thron besteigt, nimmt Galilei seine Forschungen wieder auf und veröffentlicht seine Ergebnisse zum Ărger des Inquisitors auf Italienisch, dem âIdiom der Fischweiber und WollhĂ€ndlerâ, statt auf Latein.
Bedroht von der Folter der Inquisition, widerruft Galilei schlieĂlich seine Erkenntnisse, forscht aber unter Hausarrest heimlich weiter. Die beiden Seiten seines Charakters - Wissenschaftler und Genussmensch - werden daran erkennbar, dass er wĂ€hrend der Pest nicht an seine Gesundheit denkt und aus Florenz flieht, sondern bei seinen Instrumenten bleibt und weiter experimentiert (5. Bild). Andererseits fĂŒrchtet er sich vor den Folterinstrumenten der Inquisition und widerruft schon bei deren bloĂem Anblick. SpĂ€ter wiederum riskiert er sein Augenlicht, als er rĂŒcksichtslos weiter die Sonne erforscht, und am Ende setzt er sogar sein Leben aufs Spiel, als er eine eigenhĂ€ndige Abschrift seiner âDiscorsiâ anfertigt, obwohl er unter Bewachung der Inquisition steht. Allerdings darf seine fromme Tochter Virginia nichts davon wissen, da sie um das Seelenheil ihres Vaters fĂŒrchtet und ihn an die Kirche verraten könnte, auch wenn sie ihn damit ans Messer liefern wĂŒrde.
Kontinuierlich verfolgt Galilei sein Ziel, der Welt seine Forschung und die darin liegende Wahrheit zu offenbaren. Dabei nimmt er wenig RĂŒcksicht auf wirtschaftliche oder gesellschaftspolitische Bedingungen. In seinem wissenschaftlichen Eifer glaubt er unerschĂŒtterlich, ja bisweilen naiv, an den Sieg der Vernunft. Auf die Nachricht hin, dass der Mathematiker Barberini Papst wird, beginnt er seine Forschungsergebnisse dem ganzen Volk in der Landessprache zu verkĂŒnden: âBarberini im Aufstieg! Das Wissen wird eine Leidenschaft sein und die Forschung eine Wollust.â (9. Bild). Bis zum Ende gibt Galilei die Hoffnung und seinen Glauben an die Vernunft der Menschen nicht auf. So schafft er es, Andrea seine âDiscorsiâ mitzugeben, ohne dass es jemand bemerkt. Aber als er selbst in Gefahr ist und ihm geraten wird, zu fliehen (11. Bild), schĂ€tzt er seine Situation falsch ein und gerĂ€t in die FĂ€nge der Inquisition. So genau er also im Bereich der Wissenschaften ist und so misstrauisch er dort agiert, so blind ist er in politischen Dingen. Symbolisches Indiz dafĂŒr: Im Verlauf des StĂŒckes erblindet Galilei immer mehr â erkennt aber die ZusammenhĂ€nge in der Welt wesentlich besser.
Galileis Beziehung zu anderen Menschen ist sehr unterschiedlich. WĂ€hrend er Andrea, den Sohn seiner HaushĂ€lterin, fast wie ein Vater umsorgt und erzieht, scheint er sich um seine eigene Tochter recht wenig zu kĂŒmmern. Denn Andrea zeigt Interesse an der Wissenschaft, wĂ€hrend Virginia sich eher fĂŒr Kirche und Haushalt interessiert und von ihrem Vater deswegen gering geschĂ€tzt wird (3. Bild).
Galileis Vorstellung vom Wissenschaftler beschrĂ€nkt sich nicht allein auf die Forschung, sondern auch auf deren Ursprung und Nutzen. Mit seinen wissenschaftlichen Kollegen kooperiert er, solange sie bereit sind, nur der Wissenschaft zu dienen. Diejenigen aber, die die Wahrheit zum Wohl der Kirche verschweigen, sind in seinen Augen âVerbrecherâ, wie an seinem Zusammentreffen mit dem kleinen Mönch (8. Bild) und mit dem Gelehrten Mucius (9. Bild) deutlich wird. Wer aber seine Begeisterung fĂŒr die Forschung teilt, dem begegnet Galilei vorurteilsfrei. Sein Linsenschleifer Federzoni z.B. ist fĂŒr ihn kein schlechterer Wissenschaftler, nur weil er des Lateins nicht mĂ€chtig ist. Dieselbe Vorurteilsfreiheit zeigt sich auch darin, dass er Andrea, den Sohn seiner Wirtschafterin, schon im Alter von zehn Jahren ermuntert und fĂŒr wĂŒrdig befindet, die groĂe Physik zu verstehen. Galilei macht sich damit zum Anwalt des kleinen Mannes, der nicht die Interessen der Obrigkeit vertritt, sondern sich aktiv fĂŒr das Volk einsetzt. Er revolutioniert die Wissenschaft, indem er auf die unverstĂ€ndliche lateinische Fachsprache verzichtet und seine Forschungen jedermann zugĂ€nglich macht.
Im 14. Bild des StĂŒckes wird klar, dass Galilei die einzigartige weltgeschichtliche Chance fĂŒr die Naturwissenschaft verpasst hat, ein Gelöbnis abzulegen, das sie dazu verpflichtet, nur dem Wohle der Menschheit zu dienen. Sein groĂer Bekanntheitsgrad und die Tatsache, dass er mit dem Papst ursprĂŒnglich befreundet und dieser ebenfalls Naturwissenschaftler war, hĂ€tte ein solches Gelöbnis, das bis heute nicht existiert, damals vielleicht ermöglicht. Stattdessen bekennt sich Galilei am Schluss zu seinen menschlichen SchwĂ€chen, seiner Angst vor âdem körperlichen Schmerzâ, der Folter, und seiner Vorliebe fĂŒr âweltliche GenĂŒsseâ. Es ist kein Zufall, dass seine letzten SĂ€tze dem Essen gelten: âIch muĂ jetzt essen. Ich esse immer noch gern.â (14. Bild)
Zu Beginn der Handlung befindet sich Galilei in der Republik Venedig, genauer in Padua, in der er frei und ohne Angst vor der Inquisition seinen wissenschaftlichen Forschungen auf neuem Terrain nachgeht. Er arbeitet hier mit dem Staat zusammen, um eine Gehaltserhöhung zu erreichen. Das uneingeschrĂ€nkte wissenschaftliche Arbeiten Galileis in der Republik Venedig ist besonders durch die geographische und wirtschaftliche Lage zu begrĂŒnden. Venedig ist zu Galileis Zeiten eine freie Handelsstadt, die von der BĂŒrgerschaft regiert wird. Dieser Liberalismus ermöglicht Galilei uneingeschrĂ€nktes Forschen â allerdings nur im Prinzip: In Venedig ist Galilei zwar wissenschaftlich frei, jedoch finanziell von dem knausrigen Stadtstaat abhĂ€ngig. Im Gegensatz dazu herrschen in der Medici-Feudalstadt Florenz der Adel und der hohe Klerus. Hier muss die Wissenschaft dem Ruhm und der Machtausweitung des Hofs dienen und ist somit in ihren Inhalten von dessen Interessen abhĂ€ngig. Die Wissenschaft ist in Florenz der dort herrschenden Ideologie unterworfen, wird jedoch finanziell groĂzĂŒgig unterstĂŒtzt. Galilei wollte sich mit dem Umzug an den Florentiner Hof diese GroĂzĂŒgigkeit zunutze machen, bĂŒĂte jedoch seine wissenschaftliche Freiheit ein.
Brecht setzte als ReprĂ€sentanten der neuen Zeit vielfach BĂŒrger und Kaufleute, fĂŒr die alte Zeit GroĂgrundbesitzer und Kirchenvertreter ein.
GroĂgrundbesitzer und Kirchenvertreter waren seinerzeit einflussreich und wohlhabend und hatten dementsprechend nicht das BedĂŒrfnis nach VerĂ€nderung, sondern hielten lieber an Altem fest. Zudem bezogen sich die Kirchenvertreter auf Auslegungen der Bibel und alte Schriften und waren somit nicht offen fĂŒr Neues. Den Kaufleuten und BĂŒrgern ging es dagegen schlechter, insofern war ihr Verlangen nach VerĂ€nderung groĂ.
Brecht setzte mit seiner Figurenkonstellation ein Zeichen dafĂŒr, dass zu beschriebener Zeit eine gesellschaftliche Neuordnung absolut notwendig war. Die einfachen Leute, wie die BĂŒrger und Kaufleute, die jahrelang unter der Herrschaft des Adels und des Klerus gelitten haben, drĂ€ngen mit den neuen Erkenntnissen und Vorstellungen von der Weltordnung an die Spitze und gefĂ€hrden somit die politische und gesellschaftliche Stellung des Hofs und vor allem der Kirche. Durch das Anbrechen einer neuen Zeit, in der die Menschen anfangen vernĂŒnftig zu denken, ist die seit Jahrhunderten gefestigte Position der Kirche ins Wanken geraten.
Diesen Effekt des menschlichen Ăberdenkens und der menschlichen Vernunft will Brecht mit seinem epischen Theater erreichen, sodass selbst ĂŒber Jahre gefestigte Strukturen und Paradigmen nicht als selbstverstĂ€ndlich, sondern verĂ€nderbar zu verstehen sind.
Galileo Galilei verwendet hĂ€ufig Bilder aus dem Bereich der Seefahrt. Er nutzt diese zum einen als anschauliche Beispiele, zum anderen verweist er damit auf den Beginn des Zeitalters der groĂen Entdeckungen im 15. Jahrhundert, wie die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahre 1492, oder das Finden des Seewegs nach Afrika und Indien.
Im 17. Jahrhundert stehen groĂe Entdeckungen in den Bereichen Astronomie und Naturwissenschaften allgemein an. Im 17. Jahrhundert bis hinein ins 18. Jahrhundert bleibt die Wissenschaft Materie kleiner elitĂ€rer Gruppen und ist in der Regel von geringem öffentlichen Interesse. Erst spĂ€ter nimmt auch die Anteilnahme in diesem Gebiet zu.
Galilei fĂŒhrt im ersten Bild den Vergleich an, dass die Schiffe frĂŒher lediglich entlang der KĂŒsten âkrochenâ, aus Angst, mitten im Ozean hinabzustĂŒrzen, und plötzlich mit neuem Mut und wissenschaftlicher Erkenntnis ĂŒber alle Meere ausliefen. Dies wird auf die Gesellschaftssituation, der auch ein Umbruch bevorsteht, sobald neue Ufer entdeckt werden, ĂŒbertragen.
Galilei befindet sich in einem Zimmer und ist gerade mit seiner Morgentoilette beschÀftigt. Er erscheint gut gelaunt trotz seiner Geldsorgen, wie der Zuschauer unmittelbar darauf erfÀhrt.
Gleich zu Beginn tritt seine Kompetenz als Lehrer zum Vorschein, als er seinem zehnjĂ€hrigen SchĂŒler Andrea sehr anschaulich das kopernikanische Weltbild zu erklĂ€ren versucht. Er erscheint kritisch gegenĂŒber ĂŒberkommenen Wahrheiten und gegenĂŒber dem Glauben, experimentierfreudig und aufgeschlossen. Geradezu euphorisch und voller Optimismus blickt er dem neuen Zeitalter entgegen. Seine eigene Ăberzeugung lĂ€sst ihn nicht daran zweifeln, dass sich auch die restliche Gesellschaft so schnell von den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen beeinflussen lĂ€sst. In dieser Hinsicht erscheint er geradezu naiv.
Seine zum Teil sehr einfache Sprechweise (âIhr verbindet dem Ochsen, der da drischt, das Maulâ â Bezug auf die Bibel, S.20 ) und seine Weigerung Latein zu sprechen, zeugen davon, dass er nicht abgehoben ist und sich dem normalen BĂŒrger, entgegen den Aristokraten, verstĂ€ndlich ausdrĂŒcken will.
Galileis Ăberzeugungsarbeit scheitert an den zu groĂen Unterschieden zwischen ihm und den Gelehrten. Zum einen wollen die Gelehrten mit Galilei disputieren, wohingegen Galilei sie mit der Empirie ĂŒberzeugen will. Sie sind jedoch nicht bereit, sich darauf einzulassen. Sie weigern sich, beispielsweise, durch das Fernrohr zu schauen und sich selbst zu ĂŒberzeugen, wie Andrea das als SchĂŒler Galileis tut. Ein weiterer entscheidender Punkt fĂŒr das Scheitern ist die unterschiedliche Sprache. So verwenden die Gelehrten die lateinische Sprache, Galilei hingegen bedient sich der einfachen Volkssprache und bittet die Gelehrten sogar darum, diese ebenfalls zu verwenden um auch den Linsenschleifer Federzoni, der keine Lateinkenntnisse besitzt, das Verstehen zu ermöglichen. Der Hauptgrund des Scheiterns liegt jedoch an deren unterschiedlichem WeltverstĂ€ndnis. So stĂŒtzen sich die Gelehrten auf das Zeugnis der Antike, der KirchenvĂ€ter und schenken alten Lehren wie der des Aristoteles mehr Glauben. Galilei hingegen verlĂ€sst sich auf seine eigenen fĂŒnf Sinne und zweifelt die bestehenden Theorien an, sofern sie nicht mit seinen Beobachtungen und darauf aufbauenden Berechnung in Einklang zu bringen sind.
Die Gelehrten argumentieren, dass nach Ansicht der Antike und der KirchenvĂ€ter das Existieren solcher Sterne nicht möglich sei. Des Weiteren wenden sie ein, dass angesichts der Harmonie des alten Weltbildes diese Sterne nicht ânotwendigâ seien. Vor allem aber stellen sie die VerlĂ€sslichkeit des Fernrohres in Frage und werfen Galilei Betrug vor. Nach Ansicht der Philosophen können Aristotelesâ Lehren nicht falsch sein, da selbst die hohen KirchenvĂ€ter diese anerkannten.
Galilei hingegen versucht, das PtolemĂ€ische System zu widerlegen, indem er auf die Schwierigkeiten bei der Berechnung der Gestirnbewegungen hinweist, wie zum Beispiel, dass Diskrepanzen zwischen errechnetem und tatsĂ€chlichem Standort der Gestirne auftreten oder dass unerklĂ€rbare Bewegungen vonstatten gehen. Als Beweis dafĂŒr, dass die Jupitermonde tatsĂ€chlich existieren, wirft er einen Blick durch das Fernrohr. Er argumentiert, dass das, was man mit eigenen Augen sehe, die Wahrheit sei. Zuletzt bedient er sich anschaulicher Beispiele aus dem Alltag.
Die Gelehrten versuchen, durch lateinische AusdrĂŒcke ihren Argumenten âmehr Glanzâ zu verleihen, was deutlich zum Ausdruck bringt, dass diese sonst wenig ĂŒberzeugend wirken. Mit dem Verweis auf die BestĂ€tigung alter Theorien durch hohe Institutionen ist das GegenĂŒber gezwungen, sich, um dieses Argument zu entkrĂ€ften, auf eine höhere Stufe zu stellen. Durch das Zweifeln an der Richtigkeit des Fernrohrs bringen sie Galilei sehr in Verlegenheit, dem die GegenbeweisfĂŒhrung nicht ohne Weiteres gelingt.
Galilei hingegen argumentiert sehr anschaulich und so, dass es im Grunde genommen logisch und fĂŒr jedes Kind leicht nachvollziehbar wĂ€re. Er geht jedoch keineswegs auf die Gelehrten ein oder versucht, sich ihnen auf ihre Weise verstĂ€ndlich zu machen, weshalb er mit seiner Argumentationsweise letzten Endes zwangslĂ€ufig scheitert, zumal diese ĂŒberhaupt nicht durch sein Fernrohr schauen. SchlieĂlich wird der Disput aus Zeitnot abgebrochen und der Konflikt bleibt unaufgelöst.
Die Vertreter der alten Lehre nehmen sich besonders wichtig, da sie der Auffassung sind, sie seien Gottes höchstes und geschĂ€tztestes Geschöpf. Somit empfinden sie das heliozentrische Weltbild als eine KrĂ€nkung und HerabwĂŒrdigung ihrer selbst. Mit der Anerkennung des heliozentrischen Weltbildes hĂ€tten sie sich einen niedrigeren Rang zusprechen mĂŒssen, was ihnen widerstrebt. Folglich treten sie in den Konflikt mit den Vertretern des neuen Weltbildes. Vor allem die Kirche setzt alles daran, die Durchsetzung des heliozentrischen Weltbildes zu verhindern, weil dieses auch deren AutoritĂ€t und Bedeutsamkeit und letzten Endes ihre Macht in Frage stellte.
Im 7. Bild begleitet der Zuschauer Galilei bei einem Besuch im Kardinalspalast Bellarmins, wo gerade ein Ball im Gange ist. Die BallgĂ€ste sind alle maskiert. Mit den Maskierungen der Anwesenden spielt Brecht auf Verschleierung und Heuchelei in den kirchlichen Reihen an. Zwei geistliche SekretĂ€re spielen im VestibĂŒl Schach und machen sich dabei Notizen ĂŒber die GĂ€ste. Die Kirche wird hier kontrollierend dargestellt, als Verletzung gegen das Recht auf PrivatsphĂ€re und Meinungsfreiheit. Galilei fragt die SekretĂ€re, warum sie noch immer das alte Schach spielen, bei denen man keine groĂen SprĂŒnge machen könne. Er preist die neue Spielweise an, bei der man Raum hat und PlĂ€ne machen könne. Auf die Entgegnung des einen SekretĂ€rs, groĂe SprĂŒnge entsprĂ€chen nicht ihren GehĂ€ltern, erwidert Galilei, dass die Kirche im Gegenteil, den Verschwenderischen am meisten zahle (âWer auf groĂem FuĂ lebt, dem bezahlen sie auch den gröĂten Stiefel!â, S.65). Brecht zeichnet hiermit eine Kirche, die unbeschwert und verantwortungslos mit ihrem Geld umgeht, das sie in Prunk und Bestechungsgelder anlegt. Die veraltete Spielweise und Galileis Hinweis âMan muss mit der Zeit gehenâ (S.65), deutet auf Brechts Sicht der Kirche als rĂŒckstĂ€ndige Institution hin, die nicht bereit ist, ihre Prinzipien zu ĂŒberdenken.
Brecht fĂŒhrt einen sehr alten Kardinal ein, der sich gegenĂŒber Galilei unsicher verhĂ€lt. Das hohe Alter und die daraus resultierende Unsicherheit des hohen KirchenfĂŒrsten unterstreicht Brechts Darstellung der Kirche als ĂŒberaltertes System, das sich allen Reformversuchen und neuen Erkenntnissen verschlieĂt, wie ein alter, sturer Mann, der seine ĂŒber Jahrzehnte bewĂ€hrten Praktiken nicht aufgeben will. (vorherige Szene 6)
Die KardinĂ€le Bellarmin und Barberini werden mit Masken eines Lamms und einer Taube eingefĂŒhrt. Das Lamm symbolisiert das Lamm Gottes, ein schutzbedĂŒrftiges und unschuldiges Geschöpf Gottes. Die Taube ist Symbol des Heiligen Geistes und des Friedens. Mit der Eigenheit, dass diese Eigenschaften nur als Maske existieren, spricht Brecht der Kirche diese ab. Unter der harmlosen Maske der GottesfĂŒrchtigkeit und des Friedens, versteckt die Kirche politische und finanzielle Interessen (âEs ist meine Maske, die mir heute ein wenig Freiheit gestattet.â, S.70).
In der weiteren Unterhaltung berichtet Barberini von den irdischen GenĂŒssen Roms in Form âdrei oder vier Damen von internationalem Rufâ (S.67). Brecht betont an dieser Stelle die Weltlich- und Lasterhaftigkeit der hohen römischen KirchenfĂŒrsten.
Besonders in dem Zitatduell (S.66f.) zwischen Galilei und Barberini wird eine Grundhaltung Brechts ersichtlich. Die ursprĂŒnglich biblischen Zitate werden von den Debattierenden ad absurdum gefĂŒhrt, da sie politische bzw. wissenschaftliche und nicht religiöse Botschaften enthalten. Brecht will Galileis Kampf nicht als religiösen verstanden wissen, sondern vielmehr als einen gesellschaftspolitischen, zu dem sich der Zuschauer eine Meinung bilden kann.
In der elften Szene, die um 1633 spielt, wird der Forscher Galileo Galilei nach Rom beordert, wo ihn die Inquisition empfĂ€ngt. Galilei und seine Tochter Virginia warten im Haus des Medicis in Florenz, um zum GroĂherzog Cosmo vorgelassen zu werden. Er wollte diesem sein neuestes Buch vorbeibringen und bat daher um Audienz. Kurz darauf kommt Herr Gaffone, der Direktor der UniversitĂ€t, die Treppe herunter und geht, sie ignorierend, an ihnen vorbei, obwohl der Direktor ein redseliger Mann ist und sich gerne mit Galilei in tiefgrĂŒndige GesprĂ€che verstrickte. Als nĂ€chstes tritt Vanni, der EisengieĂer, fĂŒr den Galilei eine Schmelzanlage entwickelte, in das Geschehen ein. Dieser versucht die Lage des Forschers deutlich zu machen und rĂ€t ihm, auf Grund der groĂen Gefahr die ihn in Rom und Florenz erwartet, nach Venedig zu gehen. Zudem bietet Vanni ihm eine Fluchtmöglichkeit an, die auch fĂŒr ihn eine groĂe Gefahr bedeutet, doch Galilei lehnt ab. Als Galilei den Ernst der Lage begreift und fliehen will, ist es bereits zu spĂ€t. Er wird in einem Wagen nach Rom geschafft.
Diese Szene zeigt noch mal deutlich das Machtspiel zwischen Kirchen, FĂŒrsten und GeschĂ€ftswelt. Die Kirchen fĂŒrchten um die Stellung des Glaubens und haben Angst vor dem Zweifel der Menschen, der die ganze biblische Geschichte widerlegen könnte. Sie versuchen alles, um diesen Zweifel zu beseitigen und ihre Position zu sichern. Die FĂŒrsten, die natĂŒrlich teilweise abhĂ€ngig von der kirchlichen Obrigkeit sind, versuchen diese so gut es geht zu unterstĂŒtzen. Die GeschĂ€ftswelt hingegen stellt sich auf die Seite des Wissenschaftlers, da dieser ihnen neue Technologie, Fortschritt und somit mehr Profit und Leistung gewĂ€hrleisten kann.
Die hierfĂŒr stehenden Personen sind Cosmo und Vanni. Cosmo ist ein GroĂherzog und somit vollkommen vom Papst abhĂ€ngig. Daher versucht er in dessen Gunst zu steigen. Aber auch der Papst selber, dem Galileo vertraut und auf dessen Vernunft er plĂ€diert, ist nur an der Frage der Macht und der Stellung der Kirche interessiert. Vanni wiederum sieht, dass es Zeit fĂŒr eine neue Ăra ist und dass es sich nicht lohnt auf alten Glauben zu beharren. Er steht hierbei fĂŒr die allgemeine GeschĂ€ftswelt. Galileis Problem ist, dass er nicht Freund von Feind unterscheiden kann und erst zu spĂ€t bemerkt, was ihm droht. Er ist ein rational denkender Mensch und vergisst dabei, dass es um politische und wirtschaftliche Interessen bei dieser Auseinandersetzung geht.
Brecht verwendet, um diese verschiedenen Interessengemeinschaften darzustellen, immer nur einzelne Vertreter, die mit Galilei konfrontiert werden. Herr Gaffone, der Direktor, zeigt die Macht, die die Kirche ĂŒber das Volk besitzt und die Ehrfurcht, die das Volk vor der Kirche hat. Normalerweise unterhĂ€lt er sich gerne mit einem Gelehrten wie Galilei, aber durch den Druck der Inquisition fĂŒrchtet er sich, offen mit Galilei in Kontakt zu treten. Vanni hingegen versucht ihm zu helfen und behandelt den Forscher weiterhin mit Respekt und Hochachtung. Galilei weiĂ dies zu schĂ€tzen und doch sieht er nicht, dass der EisengieĂer ihm helfen will. Cosmo befasst sich nur soweit mit Galilei, wie es der Anstand verlangt. Er versucht jedoch nicht auf Galileis Forschungen einzugehen und weist dessen Buch, welches der eigentliche Grund fĂŒr Galileis Besuch war, ab. Der hohe Beamte und das Individuum, die ebenfalls in der Szene auftreten, stehen fĂŒr die Inquisition und das Misstrauen der Kirche gegenĂŒber Galilei. Galilei hat auf Grund seines hohen Alters und der vielen Stunden vor dem Fernrohr sehr schwache Augen, somit muss Virginia diese Rolle des Sehers ĂŒbernehmen. Ihr Vater nimmt in dieser Szene mehr die Rolle eines Zuhörers ein, da er nur einen sehr geringen Redeanteil hat.
Im 12. Bild des Dramas findet ein GesprĂ€ch zwischen Papst Urban VIII, dem frĂŒheren Kardinal Barberini, und dem Inquisitor statt. Der Inquisitor versucht erfolgreich mit einer langen, argumentativen Rede den Papst dazu zu bewegen, die Lehre Galileis zu verbieten.
Als Argument fĂŒhrt der Inquisitor die Benutzung der Volkssprache Galileis in seinen Aufzeichnungen an, wodurch er eine Gefahr fĂŒr die Obrigkeit sieht. Hier lĂ€sst sich ein Bezug zur Stellung Brechts herstellen. Als Marxist ist er bestrebt, alle gesellschaftlichen Klassen aufzulösen und die Volkssprache steht in diesem Zusammenhang dafĂŒr, dass sozusagen jede Gesellschaftsschicht seine Forschungen bzw. Ergebnisse verstehen kann.
Das GesprĂ€ch findet im Gemach des Papstes im Vatikan statt, d.h. der Inquisitor geht mit seinem Anliegen zum Papst. Dieser wird wĂ€hrend der Audienz angekleidet, was bedeutet, dass mindestens noch eine weitere Person im Raum anwesend ist. Von auĂen ist âdas Geschlurfe vieler FĂŒĂeâ (S.105) zu hören (âDieses Geschlurfe macht mich nervös. Entschuldigen Sie, wenn ich immer horche.â, S.107; âDieses Getrampel in den Korridoren ist unertrĂ€glich.â, S.108).
Der Aspekt, dass die GesprĂ€chspartner nicht allein sind, lĂ€sst vermuten, dass der Papst nicht ohne Gedanken an seine Umgebung auf die AusfĂŒhrungen des Inquisitors eingehen kann. Das zeitgleiche Ankleiden und die Unruhe im Umfeld lenken die Aufmerksamkeit des Papstes ab und tragen in diesem Zusammenhang auch zum vorzeitigen Einlenken des Papstes auf die Forderungen des Inquisitors bei. AuffĂ€llig wird dies auch durch die Verteilung der Sprachanteile (anfĂ€nglich Papst: sehr wenig, Inquisitor: sehr viel; spĂ€ter andersherum) sowie die Regieanweisungen. WĂ€hrend der Papst, welcher eine Art Vermittlerrolle zwischen Galilei und dem Inquisitor verkörpert, zu Beginn als Mathematiker und âFreundâ Galileis dargestellt wird, befindet er sich am Ende der Konversation âin vollem Ornatâ (S.108) und muss seiner Rolle als Papst nachgehen.
Um sein Ziel zu erreichen, packt der Inquisitor den Papst an seiner Eitelkeit, als er fertig angekleidet und in vollem Ornat vor ihm steht. Auf die Frage des Papstes, ob denn die ganze Welt kĂ€me, antwortet der Inquisitor âNicht die ganze, aber ihr bester Teil.â (S.108).
Im GesprĂ€ch wird deutlich, dass der Inquisitor eine konservative Sicht der Welt hat. Er kritisiert, dass die Menschen anfangen zu zweifeln und nicht mehr vollstĂ€ndig auf Gott vertrauen. AuĂerdem spricht er auf den Krieg mit den Protestanten an, den sie durch Interventionen der Wissenschaftler drohen zu verlieren (â[...] dass Sie mit dem lutherischen Schweden in geheimem BĂŒndnis stehen, um den katholischen Kaiser zu schwĂ€chenâ, S.106). In der Argumentation des Inquisitors kommt das Ziel der konservativen Geistlichen besonders zum Ausdruck. Sie fordern die Glaubenseinheit durch geistige Gleichschaltung und TotalitĂ€t.
Neben den religiösen und politischen Aspekten weist der Inquisitor auch auf die persönliche Bedrohung fĂŒr den Papst hin. Er berichtet davon, dass die Menschen die Kirche nicht mehr brauchen, weil sie eine Art Ersatz gefunden haben, und sich somit schnell gegen die Kirche auflehnen könnten (âWenn das Weberschifflein von selber webte und der Zitherschlegel von selber spielte, dann brauchten allerdings die Meister keine Gesellen und die Herren keine Knechte.â, S.107). Der Inquisitor behauptet, Galilei âverhetztâ und âbestichtâ (S.107) die Menschen und gefĂ€hrde somit die Kirche als geistliche Instanz. Er berichtet von Galileis Buch, in dem die Kirche als dumm dargestellt werde und erreicht in dessen Folge die Empörung des Papstes, der sein Vertrauen in diesen Mann ungerechtfertigt sieht.
Der Papst befindet sich in diesem Bild in einer schwierigen Situation. Seine wissenschaftlichen Erfahrungen und seine Zugehörigkeit zu den Mathematikern bewirken zunĂ€chst eine gewisse SolidaritĂ€t in seinem Festhalten an den Lehren des Galilei. Er vertraut anfĂ€nglich der Mathematik und weigert sich strikt die Lehren Galileis zu verbieten (âIch lasse nicht die Rechentafel zerbrechen. Nein!â, S.105). Doch schon in seiner ersten Entgegnung auf die Argumentation des Inquisitors zeigt er Unsicherheit, da er ausschlieĂlich auf die Frage des Geschmacks in Galileis Verhalten (âDas zeigt sehr schlechten Geschmack; das werde ich ihm sagen.â, S.107), anstatt auf inhaltliche Punkte eingeht.
Sein Vertrauen zunĂ€chst in die Worte Galileis (âEr hat sich daran gehalten.â, S.108) und in direkter Folge sein Misstrauen gegenĂŒber diesen und das Vertrauen in die Worte des Inquisitors zeugt von einer groĂen Beeinflussbarkeit des Papstes, eine Eigenschaft, die bereits durch sein geradezu kindliches Verhalten zu Beginn des Bildes (âNein! Nein! Nein!â, S.105) angedeutet wird.
Der Papst ist in erster Linie an seinem weiteren Herrschaftsanspruch interessiert, da er sich erst nach der Erkenntnis der persönlichen Bedrohung, die von Galileis Schriften ausgeht, vom Inquisitor ĂŒberzeugen lĂ€sst.
Der Kardinal und Mathematiker Barberini ist im Verlauf des GesprÀchs Papst geworden, was auch wÀhrend dieses GesprÀches bildlich in Form des Ankleidens von Barberini zum Papst gezeigt wird, und beginnt nun als Konsequenz, auch als Papst zu denken und zu handeln. Er gibt der Argumentation des Inquisitors nach und lÀsst die Lehre Galileis verbieten.
Die Kirche befindet sich in einem Dilemma, das in diesem Bild anhand des Beispiels der Sternkarten veranschaulicht wird. Auf der einen Seite will sie ihre Macht in der Welt erhalten und muss somit die neuen wissenschaftlichen Lehren verbieten, jedoch hat sie auf der anderen Seite materielle Interessen, die ihr gebieten, die neuen, wertvollen Sternkarten Galileis zu erlauben. WĂ€hrend sie die Seekarten anerkennt und akzeptiert, bestreitet sie paradoxerweise die Richtigkeit der Erkenntnisse, auf denen diese basieren (âMan kann nicht die Lehre verdammen und die Sternkarten nehmen.â, S. 107).
Nachdem Galilei in Bild 13 seine Lehren widerrufen hat, lebt er zusammen mit seiner Tochter Virginia und einem wachenden Mönch in einem Landhaus in der NÀhe von Florenz als lebenslÀnglicher Gefangener der Inquisition. Seit dem letzten Bild sind einige Jahre vergangen, so dass sich Bild 14 im Jahre 1642 zuspielt.
Andrea Sarti, der mittlerweile ein Mann in mittleren Jahren geworden ist und Galilei seit jenem verhĂ€ngnisvollen Tag des Widerrufs nicht wieder gesehen hat (âDu bist nie gekommen.â, S.118), besucht Galilei in einem Landhaus.
Andrea, der sich nach dem Widerruf völlig von seinem Lehrer abgewendet hat (âEr war sein SchĂŒler. So ist er jetzt sein Feind.â, S.118), befindet sich, wie er selber des Ăfteren betont, auf der Durchreise nach Holland, wo er wissenschaftlich arbeiten will. Ihm wurde aufgetragen ĂŒber das Befinden Galileis zu berichten. Diese Tatsache lĂ€sst vermuten, dass Andrea nicht aus freien StĂŒcken den Besuch bei Galilei antritt, sondern nur bemĂŒht ist, seine Pflicht zu tun. Er stellt somit auch keine groĂen Erwartungen an das GesprĂ€ch oder den GesprĂ€chsverlauf. Die Unterredung scheint ihm eher lĂ€stig und beschĂ€mend, da sich seine Haltung gegenĂŒber dem Lehrer seit dem Widerruf von Bewunderung in Verachtung gewandelt hat (âWeinschlauch, Schneckenfresser! Hast du deine geliebte Haut gerettet? Mir ist schlecht.â, S.113). Er geht mit dem Vorsatz, seine Verachtung fĂŒr Galilei und seine NiedrigschĂ€tzung fĂŒr dessen einstiges Handeln unmissverstĂ€ndlich zu zeigen, in das GesprĂ€ch.
Galilei, von Alter und Krankheit gezeichnet, erhofft sich von Andreas Besuch einen Ausspruch und die Veröffentlichung seiner Werke. Da ihm selbst der Kontakt zur Ăffentlichkeit verwehrt bleibt, bietet sich ihm durch Andrea eine Möglichkeit, erneut seine alten Lehren und erstmals seine neuen Erkenntnisse zu verbreiten. Seine Erwartungen an das GesprĂ€ch sind somit sehr hoch und das auch aus dem Grund, dass es sein erster Kontakt zu seinen frĂŒheren Freunden bedeutet.
WĂ€hrend des Dialogs zwischen Andrea und Galilei sind Virginia und der Mönch zu Beginn zugegen. Andrea beginnt mit der kĂŒhlen floskelhaften Frage nach dem Befinden, auf die Galilei nicht eingeht, sondern im Gegensatz sofort eine Gegenfrage zu Andreas wissenschaftlicher Arbeit stellt. Und auch Andrea beantwortet die Frage des GesprĂ€chspartners nicht und kehrt wieder zurĂŒck zu seiner ursprĂŒnglichen Frage nach Galileis Empfinden, fĂŒgt nun aber noch hinzu, dass nicht er sich fĂŒr die Antwort interessiere, sondern er nur den Auftrag habe, sich zu erkundigen. Mit dieser distanzierten Einleitung setzt Andrea klare Zeichen, wie er zu seinem ehemaligen Lehrer steht. Galilei beantwortet nun seine Frage und ergĂ€nzt die Botschaft, er empfinde tiefe Reue und widme sich wissenschaftlicher Studien unter geistlicher Kontrolle.
Andrea begegnet dieser ErzĂ€hlung mit einigem Sarkasmus, mit welchem er die Zufriedenheit der Kirche mit Galilei seit dem Widerruf kritisiert (âAuch wir hörten, dass die Kirche mit Ihnen zufrieden ist. Ihre völlige Unterwerfung hat gewirkt.â, S.119). Er fĂŒhrt seine Rede direkt mit einem Vorwurf fort, indem er berichtet, die Wissenschaft stagniere seit der Unterwerfung Galileis (âdass in Italien kein Werk mit neuen Behauptungen mehr veröffentlicht wurde, seit Sie sich unterwarfen.â, S.119). Galilei weiĂ diese Anspielungen durchaus zu deuten, aber angesichts der GesprĂ€chsumstĂ€nde (Anwesenheit des Mönches und Virginias) ist er gezwungen, sich mit geheucheltem Bedauern darĂŒber zu Ă€uĂern, dass sich manche LĂ€nder wohl der Kirche widersetzen und verurteilte Lehren verbreiten. Andrea, da sein erster Vorwurf in seinen Augen nicht den Anklang fand, den er sich vermutlich erhoffte, setzt zu einem neuen Versuch der Provokation an. Auf Nachfragen ĂŒber einen bestimmten Gelehrten, reagiert Andrea erneut unterschwellig angreifend (âAuf die Nachricht von Ihrem Widerruf stopfte er seinen Traktat ĂŒber die Natur des Lichts in die Lade.â, S.119). Trotz der Vielzahl an Provokationen von Seiten Andreas, bleibt Galilei gelassen und selbstbeherrscht. Er geht den Anschuldigungen Andreas geflissentlich aus dem Weg, betont sogar seine Erkenntnis ĂŒber frĂŒhere IrrtĂŒmer und seine heutige Treue zur kirchlichen Lehre, so zum Beispiel mit der Frage âdie ich auf die Bahn des Irrtums geleitet habe. Sind Sie durch meinen Widerruf belehrt worden?â (S.120). Auf diese Frage hin, erklĂ€rt Andrea seine Abreise nach Holland. Das GesprĂ€ch entwickelt sich zu einem Bericht Andreas ĂŒber das Verbleiben und wissenschaftliche Schaffen Federzonis und des kleinen Mönchs. Durch hĂ€ufige und oftmals lange Pausen ist erkennbar, dass das GesprĂ€ch stockend und in einiger Verlegenheit gefĂŒhrt wird. Zu erklĂ€ren ist dies zum Einen durch die lange Zeit, die seit ihrer letzten Begegnung vergangen ist und zum Anderen durch die vermeintliche gedankliche Entfremdung. Zum ersten Mal stellt sich aber bei Andreas ErzĂ€hlungen trotz seiner weiter angreifenden ErzĂ€hlweise eine leichte Vertrautheit zwischen ihm und Galilei ein. Dieser freut sich von seinem einstigen Freunde zu hören, was in seinem Lachen deutlich wird (S.120). Nachdem er erneut von seiner âseelischen Wiedergesundungâ (S.120) schwĂ€rmt, schickt er seine Tochter barsch hinaus. Der misstrauische Mönch folgt ihr hinaus.
Dies ist der Wendepunkt im GesprĂ€ch zwischen Andrea und Galilei. Nachdem Andrea drĂ€ngt zu gehen, antwortet Galilei in einem vertraulicheren Ton. Er fragt, warum Andrea gekommen sei. Er erklĂ€rt ihm, dass er vorsichtiger geworden sei und nicht aufgestört werden sollte, da er rĂŒckfĂ€llig geworden sei. Erst nachdem der Mönch den Raum verlassen hat, reagiert Galilei auf die Anfeindungen Andreas mit dem EingestĂ€ndnis, seine Lehren nicht vergessen zu haben, und erklĂ€rt, dass er nach wie vor an sie glaubt. Das anfĂ€ngliche Misstrauen Andreas wandelt sich schlagartig in Begeisterung, als Galilei erzĂ€hlt die âDiscorsiâ, Aufzeichnungen zu der Mechanik und den Fallgesetzen, fertig geschrieben zu haben (S.121). Die Begeisterung wandelt sich wiederum in Entsetzen, als Andrea erfĂ€hrt, dass die Kirche das Schreiben Galileis billigt und dessen Ergebnisse in Gewahrsam hĂ€lt (âDie âDiscorsiâ in der Hand der Mönche! Und Amsterdam und London und Prag hungern danach!â, S.121; âZwei neue Wissenszweige so gut wie verloren!â, S.121). An dieser Stelle ist es an Galilei sich sarkastisch zu zeigen. Er spottet ĂŒber Gelehrte, die sich in Sicherheit befinden und von ihm BĂŒcher fordern, und berichtet von seinem krĂ€fteraubenden Unterfangen heimlich und aus Eitelkeit eine Abschrift zu fertigen. Auf Andreas DrĂ€ngen hĂ€ndigt er sie diesem aus, obwohl er sich des Risikos bewusst ist (âes ist die Höhe der Torheit, sie auszuhĂ€ndigen.â, S.121). Aus diesem Grund ĂŒbertrĂ€gt er Andrea die gesamte Verantwortung und mahnt ihn, Galilei aus der Sache herauszuhalten. Dieses Abkommen leitet die Versöhnung Andreas und Galileis ein. Andrea, nun ĂŒberzeugt von Galileis moralischer Unschuld und ĂŒberwĂ€ltigt von der Freude ĂŒber seine Abschrift, entschuldigt sich fĂŒr seine Verleumdungen gegen Galilei und dieser erkennt im Gegenzug die Notwendigkeit von Andreas Handeln an.
Um sich Galileis einstigen Widerruf zu erklĂ€ren, entwickelt Andrea nun eine Theorie, derzufolge Galilei aus Taktik gehandelt habe. Im folgenden Abschnitt des Bildes gewinnt Andrea zunehmend an Redeanteilen, nachdem diese zuvor sehr gleichmĂ€Ăig verteilt waren. Er erlĂ€utert hingebungsvoll Galileis Genie im Kampf gegen die Kirche und fĂŒr die Wissenschaft, die nach ihm auf der These beruht, dass ein lebender KĂ€mpfer mehr bewirken kann, als ein zum Tode Verurteilter (âSie kamen zurĂŒck: Ich habe widerrufen, aber ich werde leben. â Ihre HĂ€nde sind befleckt, sagten wir. â Sie sagen: Besser befleckt als leer.â, S.122; âdass sie lediglich aus einer hoffnungslosen politischen SchlĂ€gerei zurĂŒckzogen, um das eigentliche GeschĂ€ft der Wissenschaft weiter zu betreiben.â, S.123). Auf Andreas AusfĂŒhrungen reagiert Galilei jedoch zurĂŒckhaltend und skeptisch (âAha.â, S.123). Dies gipfelt in seiner Aussage âIch habe widerrufen, weil ich den körperlichen Schmerz fĂŒrchtete.â, S.123, mit der er die Theorie Andreas widerlegt und damit seine treue Verbundenheit zur Wahrheit beweist. Und auch hier reagiert Andrea versöhnlich, denn trotz dieses GestĂ€ndnisses verzeiht er seinem ehemaligen Lehrer (âDie Wissenschaft kennt nur ein Gebot: den wissenschaftlichen Beitrag:â, S.124).
Im weiteren Verlauf des Dialogs kehrt sich die Dominanz der Redeanteile um, da Galilei mit sehr langen Reden seine eigene Anklage anfĂŒhrt. Er verurteilt seinen Widerruf, wĂ€hrend Andrea ihn verteidigt. Die VerhĂ€ltnisse sind somit am Ende des Dialogs völlig umgedreht, da Andrea seine seit Jahren fest gefahrene Meinung, die Galilei nun ĂŒberraschenderweise selbst vertritt, aufgibt.
Galilei sieht den Kampf gegen kirchliche Repression durch ihn verloren. Er befĂŒrchtet weitere Machenschaften der Kirche, wĂ€hrend die Menschen durch Aberglaube und die Bibel (âalte Wörterâ, S.124) dumm gehalten werden. Der Zweifel, den die Wissenschaft schaffte, wandle sich nun wieder in den blinden Glauben an die sogenannte UnabĂ€nderlichkeit der göttlichen Ordnung und somit dem unabĂ€nderlichen Zustand des Reichtums der Kirche und des Elends der einfachen Leute. Galileis Zweifel bot die Chance eines Umsturzes, da die Menschen auf ihn schauten und hofften, dass die Kirche ihn fĂŒrchtete. Er bedauert seinen Widerruf und stellt sich die möglichen positiven Folgen auf einen Widerstand vor, zumal er davon ĂŒberzeugt ist, aufgrund seiner StĂ€rke (S.126) nie wirklich gefĂ€hrdet gewesen zu sein.
Galilei sieht in der wissenschaftlichen Arbeit zwei Ziele. Den gesellschaftlichen Kampf zwischen dem Herrschaftsapparat der kirchlichen Obrigkeit und der elementaren BedĂŒrfnisse der armen Leute und den innerwissenschaftlichen Kampf, der fĂŒr ihn zwischen zwei Zielen stattfindet. Einerseits dem Ziel, âdie MĂŒhseligkeit der menschlichen Existenz zu erleichternâ (S.125) und andererseits dem Ziel, âWissen um des Wissens willen aufzuhĂ€ufenâ (S.125). Galilei selbst verfolgt das erstere der beiden Ziele, denn in seinen Augen fĂŒhre das andere nur zu VerstĂŒmmelung.
An dieser Stelle nimmt Brecht politischen Bezug zur Weltsituation zur Zeit der Entstehung des Dramas um 1938/39. Er verurteilt die Planung der Atombombe, die nach seiner Meinung ein UnglĂŒck auslösen könnte. (â[...] und eure neuen Maschinen mögen nur neue Drangsale bedeuten. Ihr mögt mit der Zeit alles entdecken, was es zu entdecken gibt, und euer Fortschritt wird doch nur ein Fortschritt von der Menschheit weg sein. Die Kluft zwischen euch und ihr kann eines Tages so groĂ werden, dass euer Jubelschrei ĂŒber irgendeine neue Errungenschaft von einem universalen Entsetzensschrei beantwortet werden könnte.â, S.125f.).
Galilei kommt zu dem Schluss, dass er wegen seines schÀndlichen Verrats an der Wissenschaft nicht mehr Wissenschaftler sein kann (S.126).
Die These lautet, dass Galilei durch seinen Widerruf zwar die Wissenschaft in ihrem einen Ziel, der AnhĂ€ufung von Wissen bereichert hat, aber das andere Ziel, das der Erleichterung des Lebens der Menschen verraten habe. Brecht bezeichnet dies als âErbsĂŒndeâ[aus âPreis oder Verdammung des Galilei?â] Galileis und geht sogar soweit, die Atombombe als âklassisches Endprodukt seiner wissenschaftlichen Leistung und seines sozialen Versagensâ zu bezeichnen. Das klingt im 14. Bild an als er Galilei sagen lĂ€sst, dass er die welthistorisch einmalige Chance gehabt hĂ€tte, ein âGelöbnisâ der Naturwissenschaftler herbeizufĂŒhren, âihr Wissen einzig zum Wohle der Menschheit anzuwendenâ (S. 126).
Da das Leben des Galilei nicht konsequent der Brecht'schen Dramentheorie des epischen Theaters folgt, nennt Brecht es in seinem Arbeitsjournal in formaler Hinsicht einen RĂŒckschritt.[2]. Vielmehr lassen sich hier auch noch einige Abschnitte finden, die in klassisch-aristotelischer Weise aufgebaut sind. Sehr viele typische Elemente des epischen Theaters, die beispielsweise in Der gute Mensch von Sezuan zu finden sind, fehlen. Ein episches Strukturelement, welches vorhanden ist, sind die zahlreichen Reflexionsdialoge, die eine reflektierend-kommentierende Perspektive darstellen und die eigentliche BĂŒhnenhandlung ergĂ€nzen und verfremden. Ein weiteres angewandtes Mittel stellt das GegenĂŒberstellen inhaltlich kontrĂ€rer Bilder dar, die dicht aufeinanderfolgen. So setzt das pĂ€pstliche Collegium Romanum im 6. Bild einen Denkprozess in Gang, der die ambivalente Haltung der Kirche entlarvt, die einerseits von Galilei profitieren möchte, ihn aber andererseits verfolgt. Dieses Mittel der Kontrastierung findet sich auch in der Sprache des StĂŒcks wieder: Viele SĂ€tze besitzen eine antithetische Struktur, stellen also zwei widersprĂŒchliche Thesen gegenĂŒber: âdie alte Zeit ist rum, es ist eine neue Zeitâ (S. 9), âSollen wir die menschliche Gesellschaft auf Zweifel begrĂŒnden und nicht mehr auf den Glauben?â (S. 105). Ein weiteres Element der Verfremdung stellt die Komik dar, die erzeugt wird, wenn sich beispielsweise eine handelnde Person der LĂ€cherlichkeit preisgibt, indem sie sich selbst widerlegt oder wenn Sprache und Handlung in einem offensichtlichen Widerspruch zueinander stehen, wie im 6. Bild, als der alte Kardinal, nachdem er ĂŒberheblich verkĂŒndete, es komme âunwiderleglich alles an auf mich, den Menschenâ, erschöpft zusammenbricht. Auch die oft zitierten Bibelstellen sind ein Stilmittel des epischen Theaters. Die ursprĂŒnglich in einem religiösen Zusammenhang stehenden Bibelzitate werden oft zur Rechtfertigung politisch-gesellschaftlicher Positionen von allen Seiten zitiert und somit in einen völlig fremden Zusammenhang gestellt, so z. B. im Zitatduell zwischen Galilei und den zwei KardinĂ€len im 7. Bild. Ironischerweise sind die vermeintlichen Bibelzitate der KardinĂ€le gar keine Bibelzitate.
Ausgaben:
Dramen (Auswahl)
Baal |
Trommeln in der Nacht |
Die KleinbĂŒrgerhochzeit |
Im Dickicht der StÀdte |
Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny |
Die Dreigroschenoper |
Der Flug der Lindberghs |
Der Ozeanflug |
Der Brotladen |
Der Jasager |
Die MaĂnahme |
Jae Fleischhacker in Chikago|
Die heilige Johanna der Schlachthöfe |
Die Mutter |
Die sieben TodsĂŒnden |
Die Gewehre der Frau Carrar |
Furcht und Elend des Dritten Reiches |
Leben des Galilei |
Mutter Courage und ihre Kinder |
Das Verhör des Lukullus |
Der gute Mensch von Sezuan |
Herr Puntila und sein Knecht Matti |
Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui |
Schweyk im Zweiten Weltkrieg |
Der kaukasische Kreidekreis |
Die Judith von Shimoda
GedichtbÀnde (Auswahl)
Bertolt Brechts Hauspostille |
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Steffinsche Sammlung |
Deutsche Satiren |
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Die Lösung |
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