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Als lebende Fossilien werden biologische Arten oder Artengruppen (Taxa) bezeichnet, die ihren Bauplan seit oftmals Hunderten von Jahrmillionen nur sehr wenig verändert haben. Häufig haben sie einmal weite Bereiche unseres Planeten besiedelt, kommen jedoch heute nur noch in wenigen Regionen vor (Reliktvorkommen). Teilweise galten sie auch als ausgestorben und wurden wiederentdeckt, was auch Lazarus-Effekt genannt wird. Lebende Fossilien sind Lebewesen, für die es viele, zum Teil sehr alte fossile Belege gibt, auf deren Basis der Vergleich mit den heute lebenden Formen stattfindet. Die gezielte Erforschung vermeintlich ausgestorbener Tiere fällt unter die Kryptozoologie.
Die Bezeichnung lebendes Fossil ist insofern irreführend, als sie die Vorstellung nahe legt, seit der Fossilisation ihrer Vorläufer vor Millionen Jahren habe keine evolutionäre Veränderung der Arten mehr stattgefunden, und die heute lebenden Vertreter würden exakt den fossil belegten Arten gleichen. Doch auch diese sind zwangsläufig evolutionären Veränderungen unterworfen. So waren zum Beispiel die fossilen Quastenflosser Bewohner der Flachmeere und Küsten; die heutigen Arten leben demgegenüber in der Tiefsee und haben sich diesem Lebensraum angepasst. Ebenfalls findet Evolution praktisch ständig auf zellulärer und molekularbiologischer Ebene statt, was aber an Fossilien nicht untersucht werden kann. Der Begriff bezieht sich deshalb ausschließlich auf den morphologischen Bauplan.
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Generell gibt es einige Merkmale, die alle „lebenden Fossilien“ verbinden und zu diesem Namen geführt haben.
Unter stabilen ökologischen Verhältnissen, wie beispielsweise in bestimmten ökologischen Nischen oder in der Tiefsee, leben die Individuen einer Population über viele Generationen hinweg unter konstanten Umweltbedingungen. Tiere, die nahe am Mittelwert der Population liegen, zeigen eine höhere Fitness. Somit führt stabilisierende Selektion zu einer geringeren phänotypischen Variabilität, die Formen verändern sich nicht.
Ein Beispiel für rezente Lebewesen mit alten Bauplänen sind die Stromatolithen. Bei ihnen handelt es sich nur um „lebende Fossilien“ im weiteren Sinne, da die Stromatolithen selbst gar keine Lebewesen sind. Beispiele für rezente Lebewesen mit alten Bauplänen gibt es ansonsten im Tier- und Pflanzenreich:
Zudem gibt es einige Baupläne, die ebenfalls aus vergangenen Erdzeitaltern fossil erhalten sind, jedoch aufgrund ihrer heutigen weiten Verbreitung nicht zu den lebenden Fossilien gerechnet werden. Hierunter fallen beispielsweise:
Siehe auch: Missing Link (fehlendes Bindeglied)