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Leetspeak [ˈliːtspiːk] (auch Leetspeek; von engl. elite, „Elite“) bezeichnet im Netzjargon das Ersetzen von Buchstaben durch ähnlich aussehende Ziffern sowie – nach einer erweiterten Definition – Sonderzeichen. Der Begriff Leetspeak selbst wird häufig 1337, manchmal 1337 5P34K, selten auch 31337 bzw. 313373 geschrieben und leitet sich ab vom engl. Elite über Eleet und `leet zu 1337.
Leetspeak kann schwer zu lesen sein und ist dadurch als eine Art Geheimcode bestimmter Gruppen der Computerszene zu betrachten. Ursprünglich durchaus ernst gemeint, wird sie heute jedoch fast nur noch selbstironisch in Form von einzelnen bekannten Versatzstücken oder zur Individualisierung von Nicknames mittels Sonderzeichen genutzt. Vor allem in Online-Spielen wird Leetspeak gesprochen, wobei es hier oft darum geht, anderen Spielern zu imponieren oder weniger erfahrene Spieler aus der Konversation auszugrenzen. Auch die Absender von Spam-Mails verwenden eine Art Leetspeak (V14GR4) um den Spamfilter zu täuschen.
Traditionell werden nur einzelne Buchstaben durch die ähnlich geformten Ziffern ersetzt. In den letzten Jahren artete dies jedoch dazu aus, dass aus (mehreren) Sonderzeichen einzelne Buchstaben gebastelt wurden; diese moderne Form ist allerdings keine wirkliche 1337-Sprache mehr.
Häufige Verwendung: Eine 1 steht für ein kleines L oder I, 3 ist das Spiegelbild eines E, und eine 7 ist ein etwas deformiertes T. Unter der 0 kann man sich ein großes O vorstellen. Aus einer 4 wird ein A oder ein H und aus einer 5 wird ein S. Ein I2 wird als ein R gedeutet, eine 2 auch als Z. Eine 6 steht für ein G. Ein großes B wird meist mit einer 8, seltener auch als 13 bzw. I3 geschrieben. Die 9 stellt im Leetspeak ein kleines g dar.
Inhaltsverzeichnis |
Ursprünglich wurde Leetspeak verwendet, um zu verhindern, dass abgehörte E-Mails oder andere digitale Dokumente automatisch von Computern ausgelesen und gefiltert werden können. Da ein Computer mit der Zeichenkombination W1k1p3d14 nicht viel anfangen kann, sie aber für einen Menschen (mit ein wenig Übung) als „Wikipedia“ zu lesen ist, bietet Leetspeak einen gewissen Schutz gegen abhörende Rechner.
Eine sehr ähnliche Ersetzungsmethode wird teilweise auch in Reklame-E-Mails (UCE=„unsolicited commercial e-mail“) verwendet, um Reizworte wie etwa „Viagra“ vor Spamfiltern zu verschleiern. Im Gegensatz zur normalen Leetspeak wird dabei allerdings meist versucht, die Lesbarkeit zu erhalten, um potentielle Kunden nicht zu vergraulen. Beispiel:
| Klartext | Viagra |
absolute Beginner |
Wikipedia
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| 1337 | v14924 |
48501u73 8391nn32 |
w1k1p3d14
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| UCE | \/|ágrà |
/-\|3$0|_\_/']['€ |3€G|/V/V€|2 |
\V/||<||D€|)|/-\
|
| Hardcore 1337 | \/!@9|2@ |
@ß§0£µ7€ ߀9!|\||\|€|2 |
\/\/¡|<¡p€þ¡@
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Leetspeak folgt eigenen Regeln. So wird die Personalendung -er von Verben und Nomen im Singular grundsätzlich durch -0r, im Plural durch -0rz ersetzt. Ein Ruler wird auf diese Weise zum rul0r, Hacker werden zu h4xX0rZ. Großbuchstaben werden normalerweise nicht verwendet, von manchen Leet-Anwendern werden sie allerdings in Pseudo-Leetspeak in der Wortmitte eingesetzt, um das Erscheinungsbild eines einzelnen Buchstabens zu verändern.
Das Wörtchen you wird als der Buchstabe u, yu, oder auch j00 geschrieben. Dies hat wiederum wenig mit Leetspeak zu tun, allerdings ist beides im Chat oft anzutreffen.
Ein typischer Leetspeak-Satz könnte lauten:
ph342 m9 1337 h4xX0r 5k111Zz!!!!!!1111einself
oder
0m9 u 5uxX!!!!1 11
(Anm.: „suck“ -eng., bedeutet wörtlich ins Hochdeutsche übersetzt: saugen, lutschen. In der englisch-amerikanischen Alltagssprache, (dem Slang), bedeutet „you suck“ jedoch soviel wie: du nervst/bist mir nicht ebenbürtig/bist lächerlich.)
Neben der optischen Veränderung ist Leetspeak meistens auch von einem bestimmten, überheblichen Sprachstil geprägt. Der Begriff leet ist von Elite abgeleitet und soll Leetspeak-Benutzer von der übrigen Nutzerschaft abgrenzen. So bezeichnen sich Leetspeak-Benutzer häufig selbst als 2u132 (engl. ruler = Herrscher) oder 0wn32 (engl. owner = Besitzer; to own somebody = überlegen sein). Andere werden dagegen als 14m32 oder 14m02 (englisch lame = lahm, im Newsgroup-Jargon ist ein Lamer ein Versager) oder Newbies bzw. n00b (auch b00n), lowbirds oder n4p = Nap, „non aiming person“ (= nicht zielende Person) bzw. „not a Pro“ (= kein Profi) beschimpft.
Oft ist Leetspeak verpönt: Kritik gibt es einerseits von Leuten, die mit der meist jugendlichen Subkultur nichts anfangen können. Außerdem wird Leetspeak auch von Computeraktivisten kritisiert, die sich für den gleichberechtigen Zugang zu Informationen für alle einsetzen und den positiven Bezug auf eine „Elite“ ablehnen, weil er der Hackerethik widerspricht oder wenig mit traditioneller 1337-Verwendung zu tun hat.
Mischformen werden häufig bei Nicknamen verwendet. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Namen zu schreiben. Zum Beispiel:
Leetspeak wird neben der Nutzung als eigenständige Schreibweise auch häufig in Kombination mit anderen Abkürzungen und ähnlichem verwendet, diese Formen werden in Netzjargon beschrieben. Leetspeak wird auch genutzt um einfache Wörter interessanter wirken zu lassen. Zum Beispiel das Wort „Party“ wird zu „P4rty“. Hier findet Leetspeak zwar Anwendung, traditionelles Leetspeak ist es jedoch nicht, da nicht zwingend alle Buchstaben entsprechend transliteriert werden. Genau so verhält es sich bei Leetspeak in Spiele- und Filmtiteln, zum Beispiel in T4XI (Taxi 4) oder Driv3r (Driver 3). Dort wird aber Leetspeak nur angewendet, um Fortsetzungszahlen in den Titel miteinzubringen und somit das Ganze witziger aussehen zu lassen. Ein weiteres Beispiel stellt das aktuelle Senderlogo des ZDF dar, welches auf der Ähnlichkeit der Zahl 2 mit dem Buchstaben Z basiert. Je nachdem, wie man die Wortmarke liest, lautet es ZDF oder 2DF. Für das Social Network Facebook gibt es sogar eine Sprachausgabe „Leetspeak“.
Ziffern/Zeichen und dazugehörige Buchstaben:
Ganze Wörter:
Diese Mischung aus Ausrufezeichen, Einsen, und ausgeschriebenen Zahlen rührt von Tippfehlern durch Schnellschreiben her. Das Ausrufezeichen „!“ wird auf einem deutschen Tastaturlayout (und auf vielen anderen) über die Kombination Shift + 1 eingegeben; Fehler beim Halten der Shift-Taste führen somit zu einer quasi zufälligen Folge aus 1 und „!“. Scherzhaft wird dieser Tippfehler in Online-Communitys absichtlich eingebaut, um dem Gesagten Nachdruck zu verleihen.
Gamer A: hlp!!!!!!!!1 Gamer B: Cannot hear you !!!111oneone
Außerhalb von Spielerkreisen wird dieser Scherz in der Regel nicht verstanden.
In diesem Zusammenhang wird häufig Terry Pratchett zitiert: „‚Multiple exclamation marks‘, he went on, shaking his head, ‚are a sure sign of a diseased mind.‘“[1]