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Lepenski Vir ist eine mittel- und jungsteinzeitliche archÀologische FundstÀtte auf dem Gebiet der serbischen Gemeinde Majdanpek am Eisernen Tor an der Donau. Erste Siedlungsspuren beginnen etwa 7000 v. Chr., ihren Höhepunkt erreichte die SiedlungstÀtigkeit etwa 5300 v. Chr. bis 4800 v. Chr.
Inhaltsverzeichnis |
Der Name bezeichnet die groĂe Stromschnelle in der Mitte des Eisernen Tores und auch die hufeisenförmige Flussterrasse am Prallhang des rechten Flussufers.
Lepenski Vir liegt auf einer schmalen Fluss-Terrasse am rechten Ufer der Donau im Eisernen Tor (Äerdap) im Osten Serbiens . Die Terrasse besteht aus palĂ€ozoischem Porphyr, die mit Sandlöss bedeckt ist. Hinter der Terrasse, die auf der Höhe von 59 bis 66 m ĂŒ. A. liegt, steigen die steilen KorĆĄo-Berge aus dem engen Flusstal und erreichen eine Höhe von 250 bis 700 m. Die BerghĂ€nge sind mit einem Wald bedeckt, in dem Eiche, Walnuss, Hainbuche und ZĂŒrgelbaum die dominierenden Arten bilden.
Am anderen Ufer liegt der Porphyr-Felsen Treskavac (679 m hoch) mit seinem charakteristischen trapezoiden Gipfel. Das enge Tal hat ein sehr mildes, feuchtes Klima ohne klimatische Extreme und bildete wĂ€hrend der Eiszeit eine Refugialzone fĂŒr zahlreiche Baumarten.
Erste Ausgrabungen fanden im Jahr 1965 statt, allerdings wurde die Bedeutung erst 1967 erkannt, als man die ersten, damals als mittelsteinzeitlich identifizierten Skulpturen entdeckte. Die Ausgrabungen wurden 1971 mit der Verlagerung auf ein etwa 30 Meter höheres Niveau beendet, um die Ăberflutung durch den zu dieser gebauten Donau-Staudamms Eisernes Tor I zu verhindern. Den Hauptbeitrag bei der Erforschung der FundstĂ€tte lieferte der Professor der UniversitĂ€t Belgrad Dragoslav SrejoviÄ.
Die Siedlung besteht aus mehreren Bauphasen und Horizonten. SrejoviÄ identifizierte fĂŒnf Phasen in der Besiedelung von Lepenski Vir. Er rechnete die Phasen Ia-e und II zum Mesolithikum, die folgenden zum frĂŒhen und mittleren Neolithikum.
| Phasen Lepenski Vir | ||||
| Phase | kulturelle Zuordnung | Datierung nach Srejovic | 14C, korrigiert fĂŒr Hardwassereffekt | kalibriert mit CalPal |
|---|---|---|---|---|
| Proto-Lepenski Vir | FrĂŒhmesolithisch | >8500 BP | >7562±15 cal BC | |
| Lepenski Vir I | SpĂ€tmesolithisch | 7400 BP | 8500â7400 BP | 7565â6290 cal BC |
| Lepenski Vir II | Endmesolithisch | 6560 BP | 7400â7100 BP | 6290â6000 cal BC |
| Lepenski Vir IIIa | FrĂŒhneolithisch | 7000â6700 BP | 5897â5630 cal BC | |
| Lepenski Vir IIIb | FrĂŒhneolithisch | |||
| Salcuƣa | 5300 BP | 4150 ± 66 cal BC | ||
| Römisch | ||||
Die Reste der ersten Siedlungsschicht liegen auf der Dryas-zeitlichen Niederterrasse direkt am Fluss, in unmittelbarer NĂ€he zu der eponymen Stromschnelle. Die Siedlung liegt parallel zur Donau. Sie hat eine annĂ€hernd elliptische Form, etwa 90 m lang und maximal 12 m breit. Die Siedlung wurde nicht vollstĂ€ndig ausgegraben, da man die HĂ€user der Phase I an Ort und Stelle belieĂ. Es wurden acht Herdstellen ausgegraben. Sie bestehen aus vertikalen Kalksteinplatten und sind 0,8-1 m lang, 0,2 - 0,25 m breit und 30 cm tief. An ihrer Westseite fand sich eine Konzentration von Siedlungsabfall, die bis etwa 3 m westlich der Herdstelle reicht. Eindeutige Hausspuren wurden nicht gefunden. Vermutlich waren die Strukturen nicht eingetieft. Srejovic (1972, 47) fĂŒhrt Schilfrohr oder Haut als mögliche Baumaterialien an und vermutet einen elliptische Umriss der zeltartigen Struktur.
Aus Proto-LV ist nur eine vollstĂ€ndige Bestattung bekannt. Der Tote lag in einer 1,10 m langen Grube. Der Kopf lag auf der Brust, die Beine waren gespreizt und stark angehockt, die Arme gestreckt, mit den HĂ€nden in der HĂŒftgegend. Beigaben fehlen. SchĂ€delreste lagen sowohl in den Fundkonzentrationen um die Herdstellen als auch in den sonst sterilen Ablagerungen dazwischen. Im SĂŒdosten der Siedlung lag ein einzelner maturer mĂ€nnlicher Kiefer zusammen mit SteingerĂ€ten und Fischknochen.
Die Kulturschicht ist durchschnittlich 1,5 m dick. Die Siedlung bedeckt etwa 2.000 m2, es wurden 85 HĂ€user ausgegraben, nicht alle vollstĂ€ndig. Srejovic unterscheidet fĂŒnf Bauphasen (Ia-e), doch erfolgte der Neubau der HĂ€user nicht synchron, was zu einer sehr komplexen Stratigraphie fĂŒhrte. Srejovics Phaseneinteilung ist im Detail nicht immer nachzuvollziehen. Bis zu fĂŒnf HĂ€user ĂŒberlagern sich. Zwischen den FuĂböden liegen 25-50 cm Sediment.
| Schicht | Zahl der HĂ€user | AusmaĂ in m2 |
|---|---|---|
| Ia | 22 | 1.500 |
| Ib | 26 | 1.700 |
| Ic | 26, 10 neu | ? |
| Id | 20, 17 neu | ? |
| Ie | 24 | nicht vollst. ergraben |
| II | 6 | ? |
Die FuĂböden bestehen aus schwach gebranntem Kalk und Kies und sind trapezförmig. Die lĂ€ngere Schmalseite ist grundsĂ€tzlich gerundet. Entlang des FuĂbodens verlief ein etwa 15 cm breites und 10 cm tiefes FundamentgrĂ€bchen, in dem vermutlich hölzerne Balken saĂen. Steinbruch diente dazu, diese an Ort und Stelle zu halten. Pfostenlöcher wurden an den LĂ€ngsseiten und, etwas nach Innen gerĂŒckt, an der Mitte der gerundeten Seite gefunden. Auch sie enthielten oft Pfostenverkeilungen aus Bruchstein. Die gerundete Seite zeigt fast immer zum Fluss (Ausnahmen bilden die HĂ€user 36 und 58 in Phase Ia, 26 in Ib, 10 und 49 in Ic). In Phase Ie nimmt die Rundung der Vorderseite deutlich ab, die Grundrisse der HĂ€user Ă€hneln nun fast echten Trapezen. Die Herdstellen waren in den FuĂboden eingelassen. Sie sind rechteckig und bestanden, wie in Phase Proto-LV aus aufrecht gestellten Steinplatten, die nun allerdings insgesamt gröĂer waren. Die Herdstellen waren 0,6 - 1 m lang, 0,4 m breit und 35-40 cm tief. Oft sind die Herdstellen durch ein Steinpflaster mit der gerundeten Schmalseite verbunden. Hinter der Herdstelle sitzt oft ein gerundeter Felsblock, der bearbeitet sein kann. Dieser bildet nach Srejovic das Zentrum der Behausung. Da der Baugrund anstieg, je weiter er vom Fluss entfernt war, sind die hinteren Bereiche der HĂ€user oft in den Untergrund eingetieft, bis zu einem Meter im Fall von Haus Nr. 34.
Srejovic nimmt schrĂ€ge HolzwĂ€nde und ein Satteldach an. Boric rekonstruiert aufrechte WĂ€nde und ein geneigtes Flachdach. Die Rundung der Vorderseite bildete vermutlich eine Art Vorplatz. Die HĂ€user sind unterschiedlich groĂ, zwischen 5,5 - 36 mÂČ. In Phase Ic gibt es zwei MiniaturhĂ€user Nr. 10, 31 mit nur 1,4 und 1,9 mÂČ GrundflĂ€che. Sie enthielten keine Funde, aber die Herdstellen waren benutzt worden. Das gröĂte Haus (Nr. 57 mit 36 mÂČ) stammt aus Phase Ie. Es liegt innerhalb der Siedlung am höchsten. In Phasen Ib und Ic finden sich in den HĂ€usern âTischeâ und Skulpturen aus Sandstein. Die Tische bestehen aus Sandsteinplatten, die kaum höher sind als der Untergrund. Srejovic sieht sie als ein Merkmal hĂ€uslicher HeiligtĂŒmer an, sie können aber auch hĂ€uslichen Funktionen gedient haben. Ab Phase Id wurden die Herdstellen mit Dreiecken aus roten Sandsteinplatten verziert, die um ihren Rand angeordnet waren (Haus 19). Manchmal lagen sie auch nur an einer (43, 48) oder beiden LĂ€ngsseiten (4, 12 24, 32, 47) der Herdstelle. Srejovic will diese Strukturen mit menschlichen Unterkiefern verbinden (1972, 121). Die HĂ€user der Phase Ie sind weniger sorgfĂ€ltig konstruiert als die vorhergehenden, ihr FuĂböden sind deutlich dĂŒnner. Srejovic gibt dieser Phase eine nur kurze Lebensdauer.
Srejovic nimmt einen zentralen âMarktplatzâ an, hinter dem das gröĂte Haus (Nr. 54a in Phase Ia) lag. In der Phase Id sieht Srejovic eine Aufteilung der Siedlung in zwei Teile, die in Phase Ie wieder aufgehoben wird. Der Siedlungsschwerpunkt verlagerte sich hangaufwĂ€rts. In Phase Ie fehlt dieser zentrale Platz.
In der lithischen Industrie sind Mikrolithen typisch, geometrische Mikrolithen (Trapeze und Dreiecke) sind aber ausgesprochen selten. Neben Feuerstein wurde auch Quarzit verarbeitet. Unter den Utils commun finden sich vor allem Kratzer, auch Endretuschen, grob lateral retuschierte Klingen und schaberartige GerÀte kommen vor.
Felsgestein wurde zu Keulenköpfen verarbeitet, die oft mit geometrischen Mustern verziert sind. Sogenannte âNetzgewichteâ haben eine Kerbe in der Mitte. Sie bestehen aus Sandstein. Poliersteine wurden aus Sandstein gefertigt, gröĂere Exemplare aus vulkanischem Gestein. Aus kristallinem Kalkstein wurde Schmuck wie Perlen und AnhĂ€nger oder GĂŒrtelschnallen hergestellt. Keramik kommt in den HĂ€usern 1, 4, 15, 16, 24, 26, 28, 32, 35, 37 46, 47, 54 vor.
Ab Phase Ib finden sich Bestattungen in den HĂ€usern, direkt vor oder hinter den Herdstellen als N-S ausgerichtete Strecker. Es finden sich 1-5 Bestattungen pro Haus, Einzelbestattungen sind jedoch selten. ZusĂ€tzlich wurden Einzelknochen, wie Kiefer, SchĂ€delteile und Oberschenkelknochen bestattet (HĂ€user 3, 35, 54, 65). Kinderknochen fehlen völlig, meist gehören die Knochen zu Ă€lteren Erwachsenen beiderlei Geschlechts. Die ersten Kinderknochen wurden in Phase Ic gefunden. Sie liegen unter den FuĂböden der HĂ€user 26 und 40 und mĂŒssen somit vor dem Bau der HĂ€user bestattet worden sein. An den Herden werden weiterhin nur Erwachsene bestattet. Mit Phase Ic nimmt die Zahl der GrĂ€ber insgesamt ab. Grabbeigaben sind selten und bestehen meist aus Hirschgeweih. Manchmal wurde auch der gesamte SchĂ€del beigegeben (HĂ€user 64, 65). Zwei mĂ€nnliche Bestattungen hatten Perlenketten um den Hals. Die Bestattung in Haus 21 (Phase Id) war von einem WildrinderschĂ€del, einem HirschschĂ€del und einem Geweih begleitet. In Haus 65 fand sich auch eine Hundebestattung.
| Alter | mÀnnlich | weiblich |
|---|---|---|
| adult | 5 | 11 |
| adult/matur | 9 | 8 |
| matur | 11 | 5 |
| matur/senil | 7 | 4 |
Haus 40 (Phase Ic) wies zwei Skulpturen auf, von denen eine in der SW-Ecke lag, wÀhrend die zweite in der Herdstelle stand. In der Herdstelle befand sich ein menschlicher Unterkiefer. In einigen FÀllen besteht eine Verbindung zwischen Bestattungen und Skulpturen (Haus 63, Phase Ic, Haus 21, Phase Id).
Die Kulturschicht ist durchschnittlich 0,5 m dick. Die Schicht ist kulturell homogen und entstand vermutlich in relativ kurzer Zeit. Die Siedlung bedeckte 2.400 mÂČ und erstreckte sich im NW ĂŒber das frĂŒhere Siedlungsgebiet hinaus. Es wurden 44 Hausgrundrisse ergraben, von denen nur sechs komplett sind. Die Siedlungsreste wurden durch die Bauten der Phase III stark zerstört. Srejovic nimmt einen kompletten Neubau der Siedlung an, nachdem die Bauten der Schicht Ie systematisch abgerissen worden waren. Der Plan der HĂ€user und der Siedlung entspricht dem in Phase I. Durch die Bauarbeiten der Phase I war der Untergrund erhöht worden und es gab mehr ebene FlĂ€che. Die HĂ€user werden nun nicht mehr teilweise eingetieft. Dagegen wurde der nun instabile Untergrund vor dem Bau eines neuen Hauses oft durch groĂe Felsblöcke befestigt. Trockenmauern mit einer erhaltenen Höhe von etwa 1 m sollten Erdrutsche verhindern.
Alle HĂ€user dieser Phase tragen römische Nummern. Sie sind zum Fluss ausgerichtet. Die HausplĂ€ne sind weniger regelmĂ€Ăig als in Phase I. Die Steinplatten in den FundamentgrĂ€bchen sind immer vertikal ausgerichtet, was auf vertikale WĂ€nde hindeutet. Die Hausböden bestanden nun aus groĂen Steinplatten. Die Herdstellen sind insgesamt kĂŒrzer und breiter als frĂŒher. In Haus XLIV finden sich die âSteintischeâ, die in den Phasen Ic und Id gebrĂ€uchlich gewesen waren. Es enthielt fĂŒnf Steinskulpturen.
Auch in Phase II kommen noch Mikrolithen vor. Aus Knochen wurden Bohrer, Kratzer und Löffel gefertigt.
Neben Bestattungen von SchÀdeln und Einzelknochen finden sich auch kopflose Skelette (drei in Haus XXXV).
Die Kulturschicht ist durchschnittlich 1,2 m dick. Zwischen den Ablagerungen von II und III findet sich keine deutlich ausgeprĂ€gte sterile Schicht, woraus Srejovic schlieĂt, dass es keinen gröĂeren Siedlungshiatus gab. Die Schicht wurde durch Srejovic in die Unterphasen a und b eingeteilt. Hier findet sich die flĂ€chenmĂ€Ăig gröĂte Ausdehnung der Siedlung (5.500 mÂČ). Diese Siedlungsschicht ist mit Kieseln und Lehm bedeckt, die von den HĂ€ngen der Korso-Berge stammen und vermutlich durch einen katastrophalen Bergrutsch abgelagert wurden. Sie gehört zu den Phasen Proto-Starcevo und Starcevo I des frĂŒhen Neolithikums.
Die HĂ€user unterscheiden sich radikal von der vorhergehenden Phase. Sie sind elliptisch und oft leicht in den Untergrund eingetieft. Die HĂ€user waren durchschnittlich 5 Ă 3 bis 3 Ă 2 m groĂ, das gröĂte Haus (D) maĂ 10 Ă 4,5 m. Sie waren N-S orientiert. In der Phase IIIB scheinen die HĂ€user vorwiegend oberirdisch gewesen zu sein, sie sind aber sehr schlecht erhalten.
Die Keramik gehört zur frĂŒhen Starcevo-Kultur, barbotinierte Ware ist hĂ€ufig. Schwarz-auf-rot bemalte Ware ist dagegen sehr selten. Aus Knochen wurden nun auch Armreife und Gewandnadeln gefertigt.
Ab der Phase IIIB findet sich Obsidian aus dem BĂŒkk-Gebirge, Perlen aus Malachit und Azurit und Schmuck aus Spondylusschalen, die auf Fernhandelsverbindungen hinweisen.
Die Bestattungen aus dieser Zeit sind alle Hocker. Sie liegen peripher zu der Siedlung. Die GrĂ€ber sind oft von Steinsplittern umgeben oder mit groĂen Platten abgedeckt (zum Beispiel Grab 7). Es gab keine bevorzugte Orientierung, Teilbestattungen sind selten (Grab 1, 19).
In tiberischer Zeit fĂŒhrte eine StraĂe ĂŒber die Terrasse von Lepenski Vir, auĂerdem wurde ein kleiner Wachturm erbaut, der bis ins 6. Jh. genutzt wurde.
Alle Skulpturen bestehen aus gelben, grobkörnigem Sandstein, der vermutlich vom Oberlauf des Boljetinka, aus etwa 10 km Entfernung stammt. Die meisten Kiesel sind 16-30 cm groĂ, der gröĂte 60 cm. Phase II zeichnet sich durch insgesamt gröĂere Steine aus. Skulpturen sind ab Phase Ib bekannt (10 StĂŒck). Sie stehen gewöhnlich hinter dem Herd. Nicht immer sind sie in situ erhalten, Löcher mit 8-20 cm Durchmesser zeigen den Standort fehlender Skulpturen an. In einigen HĂ€usern (zum Beispiel 3, 29, 62) fanden sich unbearbeitete Steinblöcke in analoger Position. Srejovic unterscheidet Skulpturen und AltĂ€re, gibt allerdings zu, dass diese Unterscheidung rein formaler Natur ist. âAltĂ€reâ sind meist flach und weisen eine Vertiefung auf. Skulpturen dagegen sind aus lĂ€nglichen rundlichen Steinblöcken gefertigt. Die GröĂe der bearbeiteten Steinblöcke scheint sich nach der GröĂe der HĂ€user zu richten. Srejovic unterscheidet drei Typen von Steinblöcken:
Alle drei Typen kommen gleichzeitig vor. HĂ€user 3 und 28 enthalten alle drei Typen.
15 Figuren stammen aus Schicht II. Die Muster treten hier stÀrker aus dem Stein hervor. Von den 30 AltÀren sind drei als Skulpturen ausgebildet, 10 tragen Ornamente und 17 sind unverziert.
Wie die neue Auswertung der Funde durch BoriÄ ergab, sind entgegen der Grabungsergebnisse von D. SrejoviÄ auch in den unteren Schichten von Lepenski Vir (Lepenski Vir I) Scherben der StarÄevo-Kultur enthalten. Auch Steinbeile und der typische honigfarbene âbalkanischeâ Flint kommen dort vor. Die Siedlung ist also wohl Ausdruck einer ökonomischen Spezialisierung der örtlichen StarÄevo-Bevölkerung, die anderswo vor allem von Ackerbau und Viehzucht lebte. Die 14C-Daten liegen zwischen 6200 und 5400 v. Chr. (kalibriert).
Vergleiche von Menschenknochen mit direkt assoziierten Knochen von WiederkĂ€uern (Knochenspitzen aus GrĂ€bern in der benachbarten Siedlung von Schela Cladovei) ergaben einen betrĂ€chtlichen Altersunterschied. Daraus schloss man, dass ein betrĂ€chtlicher Teil der menschlichen Nahrung aus Fisch bestand, der in dieser Gegend auf Grund des Reservoir-Effekts 425 ±55 Jahre âzu altâ ist. Neuere AMS-Datierungen von Tierknochen fallen in den Zeitraum zwischen 6200 und 5400 v. Chr. (cal.)
In den Phasen PLV, I und II finden sich nur die Knochen von Wildtieren und vom Hund. Ab III sind Haustiere hĂ€ufig. Am zahlreichsten sind Rinder, gefolgt von Schaf/Ziege und Schwein. Hundeknochen sind auffallend hĂ€ufig, Sandor Bökönyi interpretiert sie als Jagdhunde, vermutlich wurden sie aber auch gegessen. Unter den Wildtierknochen dieser Periode finden sich auch Bewohner offener Landschaften, wie der Hase und der Wildesel, die wohl von auĂerhalb in die Schlucht gebracht wurden. Auch der Auerochse ist eher fĂŒr GaleriewĂ€lder als fĂŒr den dichten Bergwald typisch. Gemsen lebten im Neolithikum vermutlich in geringeren Höhenlagen als heute und wurden vermutlich auf den HĂ€ngen der Korso-Berge gejagt. 17 HĂ€user enthalten HirschschĂ€del. Hier handelt es sich vermutlich nicht um Nahrungsreste, sondern um JagdtrophĂ€en oder kultische Niederlegungen.
Wichtigster Nahrungsbestandteil war Fisch. Unterhalb der FundstÀtte lagen auf einer Strecke von fast 500 m Stromschnellen, die den Fischfang erleichterten. Es wurden Karpfen, Welse und Störe gefangen
Isotopenanalysen zeigen, dass der Anteil von Fisch in der Nahrung im Verlaufe des Neolithikums deutlich abnahm. In den Bestattungen von Lepenski Vir sind drei Gruppen nachzuweisen, die sich nach der Isotopenanalyse von ÎŽ13C und ÎŽ15N hauptsĂ€chlich von SĂŒĂwassertieren, gemischt und hauptsĂ€chlich von Landtieren ernĂ€hrten. In den Schichten von LV III und spĂ€ter herrschen die Landtiere vor, im Mesolithikum die Fische, wĂ€hrend die ErnĂ€hrung in der Ăbergangsphase individuell sehr unterschiedlich war (Bonsall et al. 2004). Stör wurde durchgĂ€ngig gefangen, wie entsprechende GrĂ€tenfunde belegen.
| Epoche | Datierung [BP] | ErnÀhrung |
|---|---|---|
| FrĂŒhmesolithikum | Ă€lter als 8500 | <60 % Fisch |
| SpÀtmesolithikum | 8500 | <60 % Fisch |
| Endmesolithikum | 7400â7100 BP | uneinheitlich |
| FrĂŒhneolithikum | 7100â6700 | 50-80 % Landtiere |
| SpÀtneolithikum | 5300 | 50-80 % Landtiere |
| Mittelalter | - | vor allem Landtiere, verm. Hirse (C4) |
Weitere wichtige frĂŒh-neolithische Fundstellen im Gebiet des Eisernen Tores sind PÄdina, Schela Cladovei und Vlasac.
44.561111111122.0241666667Koordinaten: 44° 33âČ 40âł N, 22° 1âČ 27âł O