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Ein Lithium-Ionen-Akkumulator (auch Lithium-Ionen-Akku, Li-Ion-Akku, Li-Ionen-SekundĂ€rbatterie, Lithium-Akkumulator oder kurz Li-Ion; [ËliËtiÊm][1], oft fĂ€lschlich [ËliËtsiÊm] ausgesprochen, also mit s-Laut) ist der Oberbegriff fĂŒr einen Akkumulator auf der Basis von Lithium.
Da die ersten verfĂŒgbaren Lithium-Ionen-Akkumulatoren mit Lithium-Cobaltdioxid (LiCoO2) als Elektrodenmaterial arbeiteten, hatte sich der Begriff als allgemeine Bezeichnung eingebĂŒrgert. Da es nach der Entwicklung zahlreicher weiterer Elektrodenmaterialien auf Lithiumbasis immer wieder zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhrt, sollte auch im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff nur noch fĂŒr die gesamte Gruppe der Lixx-Akkumulatoren verwendet werden und bei speziellen Angaben die korrekte Bezeichnung angegeben werden.
Inhaltsverzeichnis |
Bereits in den 1970er Jahren wurden an der TU MĂŒnchen das grundlegende Funktionsprinzip der reversiblen Alkalimetall-Ionen-Interkalation in Kohlenstoff-Anoden [2][3] und oxidische Kathoden [4][5]. sowie dessen Anwendung in Lithium-Batterien [6][7] erforscht und veröffentlicht, auch wenn hier das Funktionsprinzip der Verwendung von Halbleitern, insbesondere Siliziummaterialien, als Elektroden nicht erkannt wurde.
Der Lithium-Cobaltdioxid-Akkumulator, auch LiCoO2-Akku, auch Lithiumcobaltdioxid-Akkumulator, war die erste verfĂŒgbare Elektrodenchemie eines Lithium-Ionen-Akkumulator. Die Brauchbarkeit als Elektrodenmaterial wurde 1980 von einer Forschergruppe um John B. Goodenough an der University of Oxford entdeckt.[8] Die positive Elektrode besteht aus der namensgebenden Substanz Lithium-Cobalt(III)-oxid.
Im November 1989 wurde in Deutschland ein Patent[9] fĂŒr einen Lithium-Ionen-Akkumulator angemeldet sowie im folgenden ein Versuchsmuster angefertigt und erfolgreich getestet. Die deutsche Industrie zeigte damals allerdings kein Interesse an der Weiterentwicklung. Der erste kommerziell erhĂ€ltliche Li-Ionen-Akku wurde als Lithium-Cobaltdioxid-Akkumulator von Sony im Jahr 1991 auf den Markt gebracht und in der Hi8-Videokamera CCD TR 1 eingesetzt. Die Batterie besitzt mit zwei seriell verschalteten Zellen eine Zellspannung von 7,2V und eine KapazitĂ€t von etwa 1200mAh. Durch Parallelschaltung oder ZellvergröĂerung wurden KapazitĂ€ten bis 6900mAh realisiert und bis heute (2012) in einer Vielzahl von Sony-GerĂ€ten eingesetzt[10]. Auf Grund der schnellen Verbreitung dieser Zellchemie im Konsumerbereich wurde in der Folge diese Akkumulatorenart oft mit dem Oberbegriff Lithium-Ionen-Akku assoziiert, was vermieden werden sollte.
Li-Ionen-Akkus versorgen tragbare GerĂ€te mit hohem Energiebedarf, fĂŒr die herkömmliche Nickel-Cadmium- beziehungsweise Nickel-Metallhydrid-Akkus zu schwer oder zu groĂ wĂ€ren, beispielsweise Mobiltelefone, Digitalkameras, Camcorder, Notebooks, Handheld-Konsolen oder Taschenlampen. Sie dienen bei der ElektromobilitĂ€t als Energiespeicher fĂŒr Pedelecs, Elektro- und Hybridfahrzeuge. Auch im RC-Modellbausektor haben sie sich etabliert. Durch ihr geringes Gewicht bilden sie, in Verbindung mit bĂŒrstenlosen Gleichstrommotoren und den entsprechenden Reglern, eine im Flugmodellbau verwendete Antriebseinheit. Auch werden Lithium-Ionen-Akkus bei Elektrowerkzeugen wie zum Beispiel Akkuschraubern und bei GartengerĂ€ten verwendet.
Die Li-Ionen-Akkus zeichnen sich durch hohe Energiedichte aus. Sie sind thermisch stabil und unterliegen keinem Memory-Effekt.[11] Je nach Aufbau bzw. den eingesetzten Elektrodenmaterialien werden Li-Ionen-Akkus weiter untergliedert: der Lithium-Polymer-Akkumulator, Lithium-Cobaltdioxid-Akkumulator (LiCoO2), Lithium-Titanat-Akkumulator, der Lithium-Luft-Akkumulator, der Lithium-Mangan-Akkumulator, der Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator (LiFePO4) und der Zinn-Schwefel-Lithium-Ionen-Akkumulator.[12]
Im Lithium-Ionen-Akku wird die elektrische Energie in Lithium-Atomen (an der negativen Elektrode) und (zumeist) Ăbergangsmetall-Ionen (an der positiven Elektrode) in einem chemischen Prozess mit StoffĂ€nderung gespeichert. Das unterscheidet den Li-Ion-Akku vom Lithium-Ionen-Kondensator, bei dem die Speicherung der elektrischen Energie ohne StoffĂ€nderung erfolgt. Im Li-Ion-Akku kann Lithium in ionisierter Form durch den Elektrolyten zwischen den beiden Elektroden hin- und herwandern. Daher kommt auch der Name des Lithium-Ionen-Akkus. Im Gegensatz zu den Lithium-Ionen sind die Ăbergangsmetall-Ionen ortsfest.
Dieser Lithium-Ionen-Fluss ist zum Ausgleich des externen Stromflusses beim Laden und Entladen nötig, damit die Elektroden selbst (weitgehend) elektrisch neutral bleiben. Beim Entladen geben Lithium-Atome an der negativen Elektrode jeweils ein Elektron ab, welches ĂŒber den externen Stromkreis zur positiven Elektrode flieĂt. Gleichzeitig wandern gleich viele Lithium-Ionen durch den Elektrolyten von der negativen zur positiven Elektrode. An der positiven Elektrode nehmen aber nicht die Lithium-Ionen das Elektron wieder auf, sondern die dort vorhandenen und im geladenen Zustand stark ionisierten und daher recht âelektronenhungrigenâ Ăbergangsmetallionen. Je nach Akkutyp können das Kobalt-, Nickel-, Mangan-, Eisen-Ionen usw. sein. Das Lithium liegt im entladenen Zustand an der positiven Elektrode somit weiterhin in Ionen-Form vor.
Da an der negativen Elektrode das Lithium nicht ionisiert ist, wĂ€re es optimal, die negative Elektrode aus Lithium-Metall zu konstruieren. Das ist in der Praxis jedoch problematisch: Aufgrund der Deckschichtbildung wird Lithium nicht als kompaktes Metall, sondern dendritisch abgeschieden. Dieser fein verteilte Lithium-Schwamm ist hoch reaktiv. Zudem können Dendriten den Separator perforieren, zur positiven Elektrode durchwachsen und somit die Zelle kurzschlieĂen.
Daher werden die (relativ kleinen) Lithium-Atome in einem anderen Stoff eingelagert, meist Graphit, wo sie sich zwischen den Graphitebenen (nC) einlagern. Man spricht von einer Interkalationsverbindung (LixnC). Wesentlich fĂŒr das Funktionieren der Interkalation ist die Ausbildung einer schĂŒtzenden Deckschicht auf der negativen Elektrode, die fĂŒr die kleinen Li+-Ionen durchlĂ€ssig, fĂŒr LösungsmittelmolekĂŒle jedoch undurchlĂ€ssig ist. Ist die Deckschicht ungenĂŒgend ausgebildet, kommt es zur Interkalation von Li+-Ionen mitsamt den LösungsmittelmolekĂŒlen, wodurch die Graphitelektrode irreversibel zerstört wird.
Das aktive Material der negativen Elektrode eines gÀngigen Li-Ionen-Akkus (2010) besteht aus Graphit. Die positive Elektrode enthÀlt meist Lithium-Metalloxide, wie LiCoO2 (Lithiumcobaltdioxid), LiNiO2 oder LiMn2O4.
Das Innere eines Lithium-Ionen-Akkumulators ist völlig wasserfrei (Gehalt an H2O < 20 ppm), an etwaigen BeschÀdigungen eindringendes Wasser reagiert unter starker WÀrmeentwicklung mit Brand- und Verpuffungsgefahr. Der Elektrolyt besteht aus in aprotischen Lösungsmitteln wie Ethylencarbonat, Propylencarbonat, Dimethylcarbonat, Diethylcarbonat oder 1,2-Dimethoxyethan gelösten Lithiumsalzen wie LiPF6.
An Materialien werden unter anderen folgende verwendet:
Negative Elektrode (Entladen):
Positive Elektrode (Laden):
Redox-Gleichung:
Metallisches Lithium kommt in keiner Reaktion vor, jedoch sind es, mit Ausnahme des Lithium-Titanat-Akkus, Lithium-Atome, nicht -Ionen, die an der negativen Elektrode in das Elektrodenmaterial interkaliert werden.
Lithium-Ionen-Akkumulatoren sind besonders wegen des "Nationalen Entwicklungsplans ElektromobilitĂ€t" der Bundesrepublik in den Blickpunkt der Ăffentlichkeit gelangt. Es werden von den Hochschulen und der Industrie groĂe Anstrengungen unternommen, um möglichst rasch die vielfĂ€ltigen Probleme zukĂŒnftiger âAutobatterienâ zu lösen. Im Rahmen der Messe âproductronica 2011â in MĂŒnchen wurde dazu eine Sonderschau âBatteriefertigungâ gezeigt, die in enger Zusammenarbeit mit dem Fachverband Productronic im VDMA, der RWTH Aachen, dem Fraunhofer-Institut fĂŒr Produktionstechnologie und fĂŒhrenden Unternehmen gestaltet wurde. Ein Film dieser Sonderschau, der die Fertigung von Lithium-Ionen-Akkumulatoren von der Beschichtung des Elektrodenmaterials bis hin zum fertigen Modul zeigt, wurde von der Fachzeitschrift âElektronikpraxisâ ins Internet gestellt.[13]
Wegen der Vielzahl an möglichen Materialien fĂŒr Anode, Kathode und Separator ist es schwierig, allgemeingĂŒltige Aussagen fĂŒr Lithiumionakkus zu treffen. Hinzu kommt die fortwĂ€hrende Verbesserung durch die Batteriehersteller, die in den letzten Jahren insbesondere auf den bekannten Problemfeldern wie Haltbarkeit und Sicherheit erhebliche Verbesserungen erzielen konnten, wĂ€hrend die Energiedichte nur in vergleichsweise geringem Umfang erhöht wurde.[14]
| Material | Spannung |
|---|---|
| LiCoO2 | 3,6 V |
| LiMnO2 | 3,7â3,8 V |
| LiFePO4 | 3,3 V |
| Li2FePO4F | 3,6 V |
| Material | Gravimetrische KapazitÀt |
|---|---|
| LiCoO2 | 110â190 mAh/g |
| LiMnO2 | 110â120 mAh/g |
| Li2FePO4F | 95â140 mAh/g |
Wegen der Vielzahl an möglichen Materialien fĂŒr Anode, Kathode und Separator ist es schwierig, allgemeingĂŒltige Aussagen fĂŒr Lithiumionakkus zu treffen. Die verschiedenen Arten werden von den Herstellern fĂŒr die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten optimiert und unterscheiden sich im Umgang teilweise sehr stark.
Bei verschiedenen Li-Ionen-Akkus mit flĂŒssigen oder polymeren Elektrolyten kann es ohne spezielle Schutzmassnahmen zum thermischen Durchgehen kommen. Mit der steigenden Verwendung vor allem preiswerter Akkus mehren sich Meldungen von Ăberhitzungen. Dies fĂŒhrt zu kostspieligen RĂŒckrufaktionen der Hersteller.[29]. Im Automobilbau kommt es durch besonders hohe Sicherheitsanforderungen auf Grund der hohen installierten Energiemengen teilweise zu Verzögerungen beim Einsatz. So verschob Opel die Auslieferung des Ampera als 3 Wochen nach einem Crashtest eines baugleichen Chevrolet Volt die versuchsweise nicht ausgebaute, voll geladene Batterie ĂŒberhitzte und zum Fahrzeugbrand fĂŒhrte.[30] Daraufhin wurde das Sicherheitskonzept der Traktionsbatterie ĂŒberarbeitet[31].
Folgende Risiken sind bekannt:
Je nach Art des Lithium-Akkus werden fĂŒr eine Kilowattstunde SpeicherkapazitĂ€t etwa 80 Gramm (Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulator) bis 130 Gramm (Lithium-Mangan- und Lithium-Cobalt-Akkumulator) reines Lithium benötigt.
Der Massenanteil von Lithium in der Erdkruste ist etwa dreimal höher als z.B. der von Blei. Lithium ist allerdings gleichmĂ€Ăiger verteilt, es sind nur wenige LagerstĂ€tten mit hohen Lithiumanteilen bekannt. Wegen der Nachfragesteigerung und der damit verbundenen Preissteigerung geht man seit einigen Jahren dazu ĂŒber, auch Salzseen mit einem geringen Lithiumgehalt (hĂ€ufig weniger als 0,15 Prozent) fĂŒr die Lithiumgewinnung zu nutzen. Prominentestes Beispiel ist hierfĂŒr die Salar de Uyuni in Bolivien. Lithium, beziehungsweise das hĂ€ufigste Vorprodukt Lithiumcarbonat, wurde frĂŒher meist als Nebenprodukt bei der Gewinnung von Borax und Pottasche gewonnen. Heute wird es meist als Hauptprodukt und nur noch bei der Tantalförderung als Nebenprodukt gewonnen. Der Marktpreis[33] fĂŒr Lithiumcarbonat liegt derzeit bei etwa 4,50 US-Dollar pro Kilogramm (Stand: 2008).
Die Kosten fĂŒr die Lithiummineralien spielen fĂŒr die Kosten der Lithium-Akkus nur eine sehr untergeordnete Rolle. FĂŒr die Produktion von Lithium-Akkus wird metallisches Lithium benötigt, dessen Preis je nach Marktlage sehr stark schwankt (ca. 60 USD/kg im Jahr 1998 und ca. 550 USD/kg im Jahr 2008). Metallisches Lithium wird in einem relativ energieaufwendigen Prozess aus Lithiumcarbonat oder anderen Lithiumverbindungen gewonnen, vergleichbar mit der Gewinnung von reinem Silizium aus Sand. Die hohen Kosten des Lithiums beruhen also vor allem auf dem aufwĂ€ndigen Produktionsprozess selbst.
In einer Studie[34] aus dem Jahr 1975 werden die Kosten fĂŒr die Extrahierung von Lithium aus Seewasser auf 22 bis 32 US-Dollar pro Kilogramm geschĂ€tzt. Selbst wenn man diese Kosten fĂŒr heute um den Faktor 10 multiplizieren mĂŒsste, wird der Preis fĂŒr metallisches Lithium dadurch sehr viel weniger beeinflusst als durch die wechselnde Nachfrage. Die Menge des in den Ozeanen gelösten Lithiums ĂŒbersteigt den Bedarf, der durch die vollstĂ€ndige Elektrifizierung des weltweiten Verkehrs entstĂŒnde, um viele GröĂenordnungen. Selbst fĂŒr die Pufferung von Wind- und Solarstrom aller Stromnetze weltweit wĂ€ren die LithiumvorrĂ€te weit mehr als ausreichend.
Im April 2006 schrieb eine Gruppe von Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology, einen Prozess entwickelt zu haben, der fĂŒr die Herstellung von Nanometer-groĂen DrĂ€hten Viren verwendet. Damit können ultradĂŒnne Lithium-Ionen-Akkus mit der dreifachen der bisher möglichen Energiedichte hergestellt werden.[35]
Im Juni 2006 stellten Forscher aus Frankreich Akku-Elektroden in Nanometer-GröĂe her, die ein Mehrfaches der Energiedichte im Vergleich zu gewöhnlichen Elektroden besaĂen.[36]
Im September 2006 berichteten Forscher der UniversitÀt Waterloo in Kanada in der Zeitschrift Nature von einem neuen Kathodenmaterial, bei dem die Hydroxid-Gruppe der Eisenphosphat-Kathode durch Fluorid ersetzt wurde. Dies hat einen doppelten Vorteil: Erstens ergibt sich wÀhrend eines Ladungszyklus eine geringere VolumenÀnderung in der Kathode, was eine lÀngere Lebensdauer erwarten lÀsst. Zweitens erlaubt es den Ersatz des Lithiums durch Natrium beziehungsweise eine Natrium-Lithium-Mischung, weswegen er auch als Alkali-Ionen-Akku bezeichnet wird.[37]
Im Dezember 2007 berichteten Forscher der Stanford University von einem neuen Anodenmaterial fĂŒr Lithium-Ionen-Akkus mit dem zehnfachen der bisher erreichten Energiedichte. Sie verwendeten dazu Silizium-NanodrĂ€hte auf rostfreiem Stahl.[38] Es wird die Tatsache genutzt, dass Silizium als TrĂ€germaterial gröĂere Mengen Lithium einlagern kann als Graphit; die geringe GröĂe der DrĂ€hte löst das Problem des Aufbrechens der Anode. Allerdings ist die Anode nur ein Teil des Akkus; bei unverĂ€nderter Kathode, Separator und Elektrolyt ist entsprechend nur eine deutlich geringere Gesamtsteigerung der Energiedichte zu erwarten. Der Leiter des Forschungsteams, Yi Cui, erwartet, dass diese Technologie in etwa fĂŒnf Jahren kommerziell erhĂ€ltlich sein wird.[39] Einen Ă€hnlichen Ansatz mit nanoporösem Silicium[40] verfolgt das Team von Jaephil Cho von der Hanyang University in Ansan, SĂŒdkorea.
Am 12. MĂ€rz 2009 wurde eine Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Akkus durch die beiden MIT-Forscher Byoungwoo Kang und Gerbrand Ceder veröffentlicht, die sowohl die Lade- als auch die Entladegeschwindigkeit drastisch (10 Sekunden statt 6 Minuten fĂŒr einen kleinen Test-Akku) erhöht.[41] Die Entwickler erwarten, dass diese Akkus in relativ kurzer Zeit kommerziell verfĂŒgbar sein werden, da keine neuen Materialien fĂŒr die neue Technologie gebraucht werden.
Etwa im Juni 2011 berichteten Forscher der japanischen Firma Sumitomo Electric Industries, dass fĂŒr den Fall, dass der Ableiter der Kathode, welcher ĂŒblicherweise aus Aluminiumfolie besteht, durch den Werkstoff Aluminium-Celmet ersetzt werden wĂŒrde, dies eine Erhöhung der Akkumulator-Energiedichte um einen Faktor von 1,5 bis 3 ermöglicht.[42]
Der Lithiumtitanat-Akkumulator ist eine Weiterentwicklung des Lithium-Ionen-Akkumulators, bei der die herkömmliche Graphitanode durch eine nanostrukturierte Lithiumtitanat-Anode ersetzt wird. Die wesentlich stĂ€rkere chemische Bindung des Lithiums im Titanat verhindert die Bildung einer OberflĂ€chenschicht auf der Elektrode, die eine der HauptgrĂŒnde fĂŒr die schnelle Alterung vieler herkömmlicher Li-Ion-Akkus ist. Dadurch wird die Zahl der möglichen Zyklen drastisch erhöht. Dadurch, dass das Titanat nicht mehr mit Oxiden aus der Kathode reagieren kann, wird auch das thermische Durchgehen des Akkus verhindert, selbst bei mechanischen SchĂ€den. AuĂerdem kann der Akku aufgrund der Lithiumtitanat-Anode im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus auch bei tiefen Temperaturen in einem Temperaturbereich von -40 °C bis +55 °C betrieben werden.
Die Lithiumtitanat-Anode besitzt darĂŒber hinaus eine effektiv wirksame OberflĂ€che von 100 m2 pro Gramm im Vergleich zu 3 m2 pro Gramm einer Graphitelektrode.[43] Dadurch werden sehr kurze Ladezeiten und eine sehr hohe Leistungsdichte von etwa 4 kW/kg erreicht. Die Energiedichte liegt mit 70â90 Wh/kg hingegen vergleichsweise niedrig.
Wie beim Lithium-Ionen-Akku besteht die negative Elektrode aus Graphit, die Positive aus Lithium-Metalloxid. Jedoch enthalten Lithium-Polymer-Akkus keinen flĂŒssigen Elektrolyten, sondern einen auf Polymerbasis, der als feste bis gelartige Folie vorliegt. Die Bauform der Lithium-Polymer-Akkus unterliegt praktisch keinen BeschrĂ€nkungen.
Der Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator (LiFePO4-Akkumulator) ist eine Version des Lithium-Ionen-Akkumulators, bei dem die herkömmliche Lithium-Cobaltoxid-Kathode durch eine Lithium-Eisenphosphat-Kathode ersetzt wurde. Dieser Akku zeichnet sich durch hohe Lade- und Entladeströme, eine sehr gute TemperaturstabilitĂ€t und eine lange Lebensdauer aus. Die Nominalspannung betrĂ€gt 3,2 V beziehungsweise 3,3 V, die Energiedichte betrĂ€gt 100â120 Wh/kg, die Leistungsdichte etwa 1,8 kW/kg.
Weiterentwicklungen zur Verbesserung der technischen Eigenschaften sind Dotierungen mit Ytrium- (LiFeYPO4) und Schwefelatomen.
Der Lithium-Luft-Akkumulator[44][45] ist eine neue Entwicklung durch das IBM Almaden Research Center, in der die Kathode durch Luft ersetzt wird. Als Anode dient metallisches Lithium, das vollstĂ€ndig an der Reaktion teilhaben kann. Da der fĂŒr die Reaktion benötigte Sauerstoff aus der Umgebungsluft entnommen werden kann, wird die KapazitĂ€t einer Lithium-Luft-Zelle alleine durch die GröĂe der Lithium-Anode bestimmt. Die theoretisch erreichbare Energiedichte liegt, wenn man die Masse des Sauerstoffs nicht berĂŒcksichtigt, bei rund 11.000 Wh/kg bei einer Nominalspannung von 2,96 V. IBM geht von einer kommerziell erreichbaren Energiedichte von etwa 1000 Wh/kg aus, nahezu dem zehnfachen der Energiedichte der heute kĂ€uflichen Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Am Massachusetts Institute of Technology wurden mit einer Lithium-Luft-Akkumlator mit einer Kohlenstoff Elektrode bereits Energiedichten von bis zu 2500 Wh/kg erreicht.[46] In einer fĂŒr den maritimen Einsatz gedachten Variante des Lithium-Luft-Akkumulators wird der Sauerstoff aus Meerwasser bereitgestellt.
Bei diesem Akku besteht die Zelle aus vier Lagen, die jeweils eine positive und eine negative Elektrode sowie einen festen Elektrolyten beinhalten. Jede Lage hat 3,6 Volt und ist extra beschichtet, zusammen ergibt sich eine Zellspannung von 14,4 Volt. Die Zellen sind in einem flachen GehĂ€use platziert, welches nur eine GröĂe von 10 x 10 Zentimeter hat. Die Elektroden und Elektrolyte bestehen aus Lithium-Cobalt-Dioxid sowie Graphit und Sulfiden. Ein Vorteil der Lithium-Feststoff-Technologie gegenĂŒber herkömmlichen Lithium-Ionen-Speichern ist ihre Eigenschaft, schnell Energie aufnehmen und hohe Leistungen verarbeiten zu können. Daraus resultiert im Vergleich zu bisherigen Lösungen letztlich eine höhere Ausgangsleistung.
Im Vergleich zu den Lithium-Ionen-Akkus sind die Lithium-Feststoff-Akkus gekennzeichnet durch ihre HitzebestĂ€ndigkeit, so können die Feststoff-Akkus selbst bei Temperaturen um 100 Grad Celsius arbeiten, wĂ€hrend Lithium-Ionen-Speicher anfangen zu brennen oder die flĂŒssigen Bestandteile zu kochen beginnen. Ein weiterer Vorteil des Lithium-Feststoff-Akkus ist, dass er keine aufwĂ€ndige KĂŒhlung erfordert. Daher benötigt man weniger Platz bei gleicher Leistung oder verfĂŒgt ĂŒber mehr Leistung bei gleichem Platzbedarf.
Der weltweite Markt fĂŒr Lithium-Ionen-Akkumulatoren, auch in der Fachpresse oft âBatterienâ genannt, wird sich im Rahmen der ElektromobilitĂ€t rasant entwickeln. Nach einer Marktstudie einer fĂŒhrenden Unternehmensberatung wird das Umsatzvolumen bis 2015 auf knapp 9 Mrd. US-$ steigen, bis 2020 könnten es im gĂŒnstigsten Fall sogar ĂŒber 50 Mrd. US-$ sein.[47] Rund 80 % dieses Marktes werden sich voraussichtlich 5 groĂe Hersteller teilen: AESC,[48] Lucky Goldstar,[49] Panasonic/Sanyo,[50] A123 systems,[51] und Samsung, Bosch.[52]
PrimÀrzellen:
Alkali-Mangan-Batterie |
Lithiumbatterie |
Lithium-Eisensulfid-Batterie |
Lithium-Mangandioxid-Batterie |
Lithium-Thionylchlorid-Batterie |
Lithium-Schwefeldioxid-Batterie |
Lithium-Kohlenstoffmonofluorid-Batterie |
Nickel-Oxyhydroxid-Batterie |
Quecksilberoxid-Zink-Batterie |
Silberoxid-Zink-Batterie |
Zink-Braunstein-Zelle |
Zinkchlorid-Batterie |
Zink-Luft-Batterie
SekundÀrzellen:
Bleiakkumulator |
Natrium-Schwefel-Akkumulator |
Nickel-Cadmium-Akkumulator |
Nickel-Eisen-Akkumulator |
Nickel-Lithium-Akkumulator |
Nickel-Metallhydrid-Akkumulator |
Nickel-Wasserstoff-Akkumulator |
Nickel-Zink-Akkumulator |
Lithium-Eisenphosphat-Akkumulator |
Lithium-Ionen-Akkumulator |
Lithium-Mangan-Akkumulator |
Lithium-Polymer-Akkumulator |
Lithium-Schwefel-Akkumulator |
Silber-Zink-Akkumulator |
STAIR-Zelle |
Vanadium-Redox-Akkumulator |
Zink-Brom-Akkumulator |
Zink-Luft-Akkumulator |
Zebra-Batterie |
Zellulose-Polypyrrol-Zelle |
Zinn-Schwefel-Lithium-Akkumulator
Historische Zellen:
Daniell-Element |
Gravity-Daniell-Element |
Leclanché-Element |
Voltasche SĂ€ule |
Clark-Normalelement |
Weston-Normalelement |
ZambonisÀule
AusfĂŒhrungen:
Akkumulator |
Batterie |
Brennstoffzelle |
Knopfzelle |
Konzentrationselement |
Redox-Flow-Zelle |
Thermalbatterie
| Bestandteile: Halbzelle (Donator- und Akzeptorhalbzelle)