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Der Begriff Libertin (veraltet auch Libertiner, von lat. libertinus „zu den Freigelassenen gehörig“) wird für zwei unterschiedliche Bedeutungsinhalte gebraucht:
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In seiner ursprünglicheren antiken Bedeutung ist der Begriff eine Gruppenbezeichnung für Sklaven, denen man die Freiheit geschenkt hat. So sind die „Libertiner“ in der antiken Schrift aus dem 1. Jahrhundert, dem Neuen Testament (Apg 6,9), jüdische freigelassene Kriegsgefangene, die durch römische Eroberung in die Diaspora gingen und später eigene Synagogen in Jerusalem hatten. Der Begriff kommt in der Neuzeit vom spanischen libertino, ursprünglich hijo de liberto und bezeichnete den Sohn eines freigelassenen Sklaven[2].
Der Begriff wurde später als Schmähbegriff für vermeintliche Ketzer und Menschen mit ausschweifendem Lebensstil verwendet. Einschlägig ist die ausführliche Abrechnung von Garasse (1623).
Im Frankreich des 17. Jahrhunderts bezeichnete man Dichter oder Dichter-Philosophen wie Cyrano de Bergerac[2] als Libertiner. Ein Libertin war beispielsweise Cléanthe (aus Der Geizige von Molière): „C'est être libertin, que d'avoir de bons yeux.“ (Libertin sein heißt, gute Augen zu haben.)
Pierre Gassendi, einer der wichtigsten Libertins des Barock, widerlegte mit seinem skeptisch-materialistisch/ -atomistisch geprägten Werk Teile der idealistischen Erkenntnistheorie Descartes', unter anderem seinen Gottesbeweis. Gassendis Lehre kann als Reaktion gesehen werden auf Restauration und den Eifer der Religionskriege, die beide auf einer Auseinandersetzung zwischen dogmatisch verhärteten Fronten basieren. Die Freiheit des Denkens eines jeden Individuums wird stärker fokussiert.
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