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Liebfrauenkirche (Dortmund)

Kirchturm der Liebfrauenkirche
SĂĽdfassade, Turm
Chor, SĂĽdfassade

Die Liebfrauenkirche war bis Juni 2009 eine katholische Pfarrkirche im Dortmunder Stadtbezirk Innenstadt-West; sie ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Mit der Industrialisierung und dem Zuzug vorwiegend katholischer Arbeitskräfte wuchs die Einwohnerzahl der Stadt Dortmund stark an. Die bis dato einzige katholische Gemeinde St. Johannes Baptist wuchs bis 1867 auf 20.000 Gemeindemitglieder an. Am 14. Januar 1866 beschloss der Gemeinderat der Propsteikirche den Bau einer weiteren Pfarrkirche.

Zum Bau der neuen Pfarrkirche kam es aber aufgrund der Abspaltung der Altkatholiken und durch politische Zwänge erst später. 1874 wurden Pläne zum Neubau der Kirche vorgelegt. Am 21. März 1878 wurde ein GrundstĂĽck auĂźerhalb der historischen Grenzen der Stadt, der Wallanlagen, zum Bau der Kirche erworben. Vorgesehen wurde der Bau einer Kirche, einer Schule und eines Pfarrhauses. Da der Bau in Ziegelbauweise erfolgen sollte, wurde zunächst eine Ziegelei zur Herstellung des Baumaterials errichtet.

Der Grundstein der Kirche, ein Stein aus dem Westportal der Propsteikirche, wurde am 11. Juni 1881 gelegt und die Kirche wurde als dreischiffige, neugotische Stufenhalle nach Plänen des Wiener Architekten Friedrich von Schmidt innerhalb von drei Jahren errichtet.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Liebfrauenkirche weitgehend zerstört. Der Wiederaufbau der Kirche begann 1947.

Bis Juni 2008 gehörte die Liebfrauengemeinde zum Pastoralverbund Dortmund-Zentrum und erfĂĽllte in ihm die Funktion der Gemeindekirche. Veranstaltungen und Gemeindeaktivitäten im Pastoralverbund, fanden zumeist in Liebfrauen statt. Zur Neuwahl des Pfarrgemeinderates und der Kirchenvorstände im November 2009 wird die Liebfrauengemeinde an Propstei zurĂĽckgepfarrt. Am 12. Dezember 2009 wurde zum vorerst letzten Mal die Heilige Messe in Liebfrauen gefeiert.

Das Kirchengebäude wird teilprofaniert und teilumgewidmet. Die neue Nutzung und der Umbau zum Kolumbarium, einer Grabstätte für Urnen, sichert den Erhalt der denkmalgeschützten Kirche. Eine notwendige Sanierung in Millionenhöhe sowie der Rückgang der Kirchenbesucherzahlen zwangen die Gemeinde dazu, sich neue Nutzungsmöglichkeiten für das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1883 zu überlegen.

Geplant ist, im Hauptschiff der neugotischen Backsteinkirche mehrere Stelen aufzustellen, in deren Fächern Urnen mit der Asche Verstorbener beigesetzt werden. Trauergottesdienste, Gedenkfeiern und zunächst noch eine Vorabendmesse am Samstag werden in der Alltagskapelle der Kirche weiterhin gefeiert.

Ausstattung

Die Orgel wurde 1950 von dem Orgelbauer Kemper (LĂĽbeck) erbaut und 1965 um das RĂĽckpositiv erweitert. Das Taschenladen-Instrument hat 42 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch.[2]

I Rückpositiv C–
Quintade 8’
Spitzgedackt 8’
Prinzipal 4’
Rohrflöte 4’
Waldflöte 2’
Quinte 11/3’
Sesquialtera II
Scharff III
Krummhorn 8’
Tremulant
II Hauptwerk C–
Pommer 16’
Prinzipal 8’
Gedackt 8’
Gemshorn 8’
Oktave 4’
Zartflöte 4’
Quinte 22/3’
Oktave 2’
Rauschpfeife III
Mixtur VIII
Trompete 8’
III Brustwerk C–
Rohrflöte 8’
Strichflöte 8’
Prinzipal 4’
Blockflöte 4’
Gemshorn 2’
Flageolett 1’
Nasat 22/3’
Zymbel IV
Dulzian 16’
Schalmei 8’
Tremulant
Pedal C–
Prinzipalbass 16’
Subbass 16’
Quintbass 102/3’
Oktavbass 8’
Gedacktbass 8’
Choralbass 4’
Nachthorn 2’
Mixtur VIII
Rauschpfeife IV
Posaune 16’
Trompete 8’
Schalmei 4’
  • Koppeln: I/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
  • Spielhilfen: Registercrescendo, drei freie Kombinationen, zwei freie Pedalkombinationen, Handregister, Auslöser, Einzelabsteller

Einzelnachweise

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Weblinks

 Commons: Liebfrauenkirche â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

51.51166666677.45583333333Koordinaten: 51° 30′ 42″ N, 7° 27′ 21″ O


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