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| Seriendaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | Liebling Kreuzberg |
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Produktionsjahr(e) | 1986–1998 |
| Länge | 50 Minuten |
| Episoden | 58 in 5 Staffeln |
| Genre | Anwaltserie |
| Produktion | Novafilm Fernsehproduktion im Auftrag von SFB, NDR und WDR |
| Idee | Jurek Becker |
| Musik | 1. Staffel: Hans-Martin Majewski 2.-5. Staffel: Klaus Doldinger |
| Erstausstrahlung | 17. Februar 1986 auf Das Erste |
| Besetzung | |
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Liebling Kreuzberg war eine Fernsehserie der ARD, die in fünf Staffeln mit insgesamt 58 Folgen erstmals von 1986 bis 1998 gesendet wurde.
Die Drehbücher der Staffeln eins bis drei und fünf stammten von Jurek Becker, der seinem Freund Manfred Krug die Rolle des eigenwilligen Berliner Anwalts Robert Liebling auf den Leib schrieb, die vierte Staffel wurde von Ulrich Plenzdorf geschrieben. Regie führten Heinz Schirk (erste Staffel), Werner Masten (zweite bis vierte Staffel) und Vera Loebner (fünfte Staffel). Produzierende Sender der Serie waren der SFB, der NDR und der WDR Die Musik der ersten Staffel war von Hans-Martin Majewski, in den späteren Staffeln von Klaus Doldinger.
Liebling Kreuzberg wurde unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis in Gold und Silber, dem Bayerischen Fernsehpreis 1990 und dem Telestar 1988 ausgezeichnet. Überdies wurde die Filmmusik in der Begründung des Adolf-Grimme-Preises 2005 für Klaus Doldinger explizit gewürdigt.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Die namensgebende Hauptfigur Robert Liebling (* 12. Juni 1939) ist Rechtsanwalt und Notar, der seine Kanzlei im Berliner Bezirk Kreuzberg hat. Er trägt in den ersten vier Staffeln einen Dreitagebart, trägt Schlapphut, fährt erst Motorrad (zuerst eine Honda, dann eine BMW) und Cabrios (4. Staffel ein Mercedes-Benz Baureihe 124, 5. Staffel ein Mercedes-Benz W 111), raucht Zigarre und konsumiert in großen Mengen Götterspeise, die ihm seine Sekretärinnen Paula (gespielt von Corinna Genest) und Senta (Anja Franke) stets auf Vorrat bereithalten müssen. Mitunter hat Liebling mehrere Freundinnen gleichzeitig, was nicht selten zu Schwierigkeiten führt. Während er selbst solche Dinge ziemlich locker nimmt, reagiert er mit Eifersucht, wenn eine seiner Liebschaften in die Nähe der Untreue rückt.
Liebling nimmt prinzipiell nur Fälle an, die ihn interessieren. In der 1. Folge der 1. Staffel erklärt er, dass er ein von seinem Vater ererbtes Immobiliengeschäft verkauft hat und nun in seiner Eigenschaft als Notar alle daraus entstehenden Kaufverträge beurkundet. Dies sichert ihm eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit, so dass er es sich leisten kann, Arbeit möglichst zu umgehen. Viel lieber geht er tagsüber an der Spree spazieren oder schläft in seinem Büro. Von der dennoch anfallenden Arbeit delegiert Liebling möglichst viel an seine Sozii. In den ersten drei Staffeln ist dies Michael Kausch in der Rolle des Dr. Giselmund Arnold, der sich immer ganz akkurat "G. Arnold" nennt, aber nach der ersten Folge den Doktortitel nicht mehr anspricht, später Jenny Gröllmann als Isolde Isenthal "Issi" und zuletzt Stefan Reck als Dr. Bruno Pelzer. Sie sind zumeist idealistischer, gleichzeitig auch konventioneller und insofern als Antagonisten des pragmatischen, aber eigenwilligen Liebling angelegt. Nicht zuletzt aus diesem Gegensatz resultiert ein Großteil des Dialogwitzes dieser Serie. Der Widerspruch ist indes häufig nur ein scheinbarer, weil Liebling – obwohl Zyniker – auch selbst idealistische Züge hat.
Die einzelnen Episoden behandeln meist kleinere Rechtsstreitigkeiten, die den Laien häufig mit unerwarteten Rechtstatbeständen konfrontieren. Im parallelen Handlungsstrang sind Lieblings Freundinnen ein tragendes Thema. In den frühen Folgen wechseln die Beziehungen meist rasch, während in späteren Episoden die Spannung durch den beruflichen oder privaten Hintergrund der Frauen entsteht. In der 2. und 3. Staffel ist dies die Staatsanwältin Rosemarie Monk (gespielt von Diana Körner), in der 4. Staffel Lena Lewandowsky (Isa Jank), in der 5. Staffel lange Zeit die verheiratete Lola Kornhaus (Monika Woytowicz) und zum Schluss Miriam Breslauer (Johanna Liebeneiner). Eine weitere wichtige Rolle in der privaten Rahmenhandlung spielt seine chaotische und chronisch geldknappe Tochter Sarah Liebling (Roswitha Schreiner), die in der letzten Staffel – zunächst im Geheimen – die Freundin von Lieblings Sozius Dr. Bruno Pelzer wird.
Liebling Kreuzberg ist nicht zuletzt auch ein Zeitdokument der geteilten und später wiedervereinigten Stadt Berlin. In den Staffeln 1–3 (1985–1989) wird die Berliner Mauer zwar nicht eigentlich thematisiert, ist jedoch häufig im Bildhintergrund präsent. In der 4. Staffel (1994), deren Drehbücher von Ulrich Plenzdorf geschrieben wurden, wird der Schauplatz der Handlung in den Berliner Osten, insbesondere in die Stadtteile Berlin-Mitte (Filmkanzlei am Monbijouplatz 12; das Haus existiert nicht mehr) und Prenzlauer Berg verlegt, womit sich auch die Sujets der Rechtsfälle verändern. In der 5. Staffel (1997, Filmkanzlei Bevernstraße, Ecke Köpenicker Straße) schließlich tritt die Stadt als Thema zunehmend in den Hintergrund und spiegelt damit wider, wie die Charakteristika, die das geteilte Berlin prägten, zunehmend verschwinden. In dieser Hinsicht besitzt Liebling Kreuzberg als Dokument der Berliner Alltags- und Zeitgeschichte eine ähnliche Bedeutung wie die in Machart und Produktionsaufwand vergleichbaren Serien Monaco Franze und Kir Royal von Helmut Dietl für München.
Die juristische Genauigkeit der Episoden ist teilweise mangelhaft: So plädiert Liebling in Teilerfolg mit nicht existierenden Mordmerkmalen wie Arglist, planendem Handeln oder Vorsatz. In Alles auf Bewährung spricht er von der Straffreiheit wegen Rücktritts von der Tat statt Rücktritt vom Versuch. Die – vor dem Jawort abgebrochene – kirchliche Trauung von Sarah Liebling mit Dr. Pelzer in Der einzige Ehrliche fand offensichtlich unter Missachtung des zum Zeitpunkt der Ausstrahlung geltenden Verbots der religiösen Voraustrauung statt.
Demgegenüber war die Folge Taschenpfändung 1989 dem Deutschen Anwaltverein der DAV-Pressepreis Fernsehen im gleichen Jahr für Jurek Becker wert.[2][3][4]
Die ersten drei Staffeln wurden montags erstausgestrahlt, die vierte und fünfte dienstags, jeweils um 20:15 Uhr im ersten Programm der ARD. Über 20 Mal wurde mindestens eine Staffel in den Programmen, die zur ARD gehören, wiederholt.[5]
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1. Staffel (Erstausstrahlung 17. Februar – 24. März 1986)
2. Staffel (Erstausstrahlung 22. Februar – 16. Mai 1988)
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3. Staffel (Erstausstrahlung 5. März – 23. April 1990)
4. Staffel (Erstausstrahlung 4. Januar – 5. April 1994)
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5. Staffel (Erstausstrahlung 7. Oktober 1997 – 17. März 1998)
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1. Staffel
2. Staffel
3. Staffel
4. Staffel
5. Staffel
Zu den Staffeln eins bis drei erschienen von Alexander Rentsch bei Droemer Knaur begleitende Bücher in Romanform. Bei der fünften Staffel liegen episodenweise begleitende Romane aus dem Ullstein-Verlag von Horst Friedrichs und Jurek Becker vor.