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Liechtenstein Museum

Liechtenstein-Museum im Gartenpalais Liechtenstein
Die sala terrena ist der Eingangsbereich mit Fresken von Johann Michael Rottmayr und einer Statue der Madonna von Franz Xaver Messerschmidt.

Die bis 2011 als Liechtenstein Museum bezeichnete Kunstsammlung im 9. Wiener Gemeindebezirk, Alsergrund, wird seit 2012 nicht mehr als Museum geführt, der Ausstellungsort daher schlicht Palais Liechtenstein genannt. Das Gartenpalais Liechtenstein bleibt aber nach wie vor Heimat der privaten Kunstsammlung des Fürstenhauses Liechtenstein, einer der größten Privatsammlungen der Welt.

Von 2004 bis 2011 wurde die Sammlung als zu fixen Öffnungszeiten zugängliches Kunstmuseum präsentiert. Seit Jänner 2012 ist der Museumsbetrieb eingestellt. Der Fokus wurde nunmehr auf Veranstaltungen und gebuchte Gruppenführungen durch die Fürstlichen Sammlungen gelegt.

Das Stadtpalais Liechtenstein im 1. Bezirk, das seit 2009 zum zweiten Standbein des Museums ausgebaut wird und ursprünglich im Herbst 2011 eröffnet werden sollte, wird vom Frühjahr 2013 an ebenfalls Kunstwerke der Fürstlichen Sammlungen beherbergen, aber, wie im November 2011 bekanntgegeben wurde, wie das Gartenpalais nicht mehr als Museum bezeichnet werden und keinen regulären Museumsbetrieb bieten.

Inhaltsverzeichnis

Gebäude

Das Gartenpalais wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Fürst Johann Adam Andreas von Liechtenstein in Auftrag gegeben. Architekt und Baumeister war Domenico Egidio Rossi, um 1700 war der Rohbau vollendet. Die malerische Ausgestaltung stammt unter anderem von Marcantonio Franceschini, Antonio Belucci, Andrea Pozzo und Johann Michael Rottmayr. Die plastische Ausstattung besorgte Giovanni Giuliani, die Stuckatur Santino Bussi.

Sammlung

Im Palais war bereits von 1805 bis 1938 die Privatsammlung des Hauses Liechtenstein zu besichtigen, die dann nach Liechtenstein gebracht wurde. Am 29. März 2004 wurde hier das Liechtenstein-Museum eröffnet. Die Sammlung umfasst Gemälde und Plastiken aus vier Jahrhunderten, wobei der Schwerpunkt – dem Ambiente des Gebäudes entsprechend – auf dem Barockzeitalter liegt, vor allem auf dem Werk von Peter Paul Rubens. Der zeitliche Rahmen geht aber von der Renaissance bis zum Biedermeier. Im Erdgeschoß ist auch der Prunkwagen des Fürsten Johann Adam Andreas ausgestellt, mit dem er in diplomatischer Mission nach Paris reiste.

Bei der Sammlung handelt es sich um eine der größten und wertvollsten privaten Kunstsammlungen der Welt, deren Hauptstützpunkt in Vaduz (Liechtenstein) ist. Wie das Palais, so ist auch die Sammlung im Besitz der Stiftung Fürst Liechtenstein.

Netzwerk

Die Liechtenstein-Sammlungen werden neuerdings unter dem Begriff „The Princely Collection“ publiziert. Ihr Leiter ist Johann Kräftner.

Durch die Zusammenarbeit der „Private Art Collections“ wird ein Netzwerk der aristokratischen Sammlungen gebaut. Zu den Partnern gehören 2009 die Graf Harrach'sche Familiensammlung, Esterházy-Privatstiftung, Sammlung Schönborn-Buchheim, Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste (die auf der Sammlung des Grafen Lamberg-Sprinzenstein beruht), Residenzgalerie Salzburg, Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein in Vaduz, Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz», Rockoxhuis, Museo Poldi Pezzoli und La Collezione dei Principe Borromeo.[1]

Ende des Museumsbetriebes

Am 15. November 2011 wurde bekanntgegeben, dass der reguläre Museumsbetrieb wegen der hinter den ursprünglichen Erwartungen sehr stark zurückgebliebenen Besuchszahlen (bis zu 300.000 pro Jahr erwartet, tatsächlich etwa 45.000) mit Jänner 2012 beendet wird und ausgestellte Kunstwerke dann nur mehr für angemeldete Gruppen und während (eingemieteter) Veranstaltungen zu besichtigen sein werden. Um solche Gruppen auch aus Einzelpersonen zusammenstellen zu können, werde auf der Website eine entsprechende Funktion eingerichtet. Der Name Liechtenstein-Museum werde für das Gartenpalais Liechtenstein dann nicht mehr verwendet werden.

Einzelnachweise

  1. Almuth Spiegler: Mäzene heute, oder: Noblesse oblige. Die Presse, 20. September 2003, abgerufen am 31. März 2009 (deutsch, Aristokratisches Kunst-Networking: Das Wiener Liechtenstein Museum wird mit fünf weiteren Adels-Sammlungen kooperieren.).

Literatur

  • Johann Kräftner, Gottfried Knapp (Hrsg.): Liechtenstein Museum. Ein Haus für die Künste. Das Gartenpalais in der Rossau. Prestel, Wien 2004, ISBN 978-3791331386. (deutsch, englisch, italienisch)
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Die Sammlungen. Prestel, Wien 2004, ISBN 978-3791331423.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Die Fürstlichen Sammlungen. Prestel, Wien 2004, ISBN 978-3791331393. (deutsch, englisch, italienisch)
  • Isabel Kuhl: Wer lacht da im Barock? Prestel, Wien 2004, ISBN 978-3791331935.
  • Rudolf H. Wackernagel: Der goldene Wagen des Fürsten Joseph Wenzel von Liechtenstein. Ausstellung der Wagenburg in Schönbrunn mit Leihgaben der Sammlungen des Regierenden Fürsten von Liechtenstein. Katalog. Kunsthistorisches Museum, Wien 1977.
Ausstellungskataloge
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Auf goldenem Grund. Brandstätter, Wien 2009, ISBN 978-3850332835.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Der Blick in die Ferne. Landschaftsmalerei aus den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein 15. bis 19. Jahrhundert. Brandstätter, Wien 2008, ISBN 978-3850332507.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Fürstlich kochen. Kulinarisches aus dem Hause Liechtenstein. Prestel, Wien 2008, ISBN 978-3791333403.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Oasen der Stille. Die großen Landschaftsgärten Mitteleuropas. Brandstätter, Wien 2008, ISBN 978-3850332316.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Giovanni Giuliani. 2 Bände. Prestel, Wien 2006, ISBN 978-3791333601.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Pferde, Wagen, Ställe. Reiten, Fahren und die Jagd zu Pferd im Haus Liechtenstein. Prestel, Wien 2006, ISBN 978-3791337395.
  • Stephan Kemperdick: Liechtenstein Museum: Das frühe Porträt. Aus den Sammlungen des Fürsten von und zu Liechtenstein und dem Kunstmuseum Basel. Prestel, Wien 2006, ISBN 978-3791335971
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Das Badminton Cabinet. Commessi di pietre dure in den Sammlungen des Fürsten von und zu Lichtenstein. Prestel, Wien 2005, ISBN 978-3791335032.
  • Johann Kräftner. Veronika Kopecky (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Barocker Luxus Porzellan. Die Manufakturen Du Paquier in Wien und Carlo Ginori in Florenz. Prestel, Wien 2005, ISBN 978-3791335001.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Biedermeier im Haus Lichtenstein. Prestel, Wien 2005, ISBN 978-3791334967.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Unter dem Vesuv. Prestel, Wien 2005, ISBN 978-3791337876.
  • Gustav Wilhelm, Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Der Weg der Liechtenstein-Galerie von Wien nach Vaduz. Der Weg von Wien nach Vaduz im Frühjahr 1945. Prestel, Wien 2005, ISBN 978-3791333397.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Klassizismus und Biedermeier. Prestel, Wien 2004, ISBN 978-3791331454.
  • Johann Kräftner, Veronika Kopecky (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Vorbild Rubens. Prestel, Wien 2004, ISBN 978-3791333427.
  • Johann Kräftner (Hrsg.): Liechtenstein Museum: Die Malerfamilie Alt. Liechtenstein Museum, Wien.
  • Reinhold Baumstark, Johann Kräftner, Herbert W. Rott: Wiener Malerei des Biedermeier aus der Sammlung Liechtenstein. Cantz, Stuttgart 2009, ISBN 978-3775722278.
  • Samuel Wittwer: Raffinesse & Eleganz. Königliche Porzellane des frühen 19. Jahrhunderts aus einer amerikanischen Privatsammlung. Hirmer, München 2007, ISBN 978-3777434650.

Weblinks

 Commons: Liechtenstein Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.222516.3594444444Koordinaten: 48° 13′ 21″ N, 16° 21′ 34″ O

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