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Linderhausen ist eine ehemalige Gemeinde im Ennepe-Ruhr-Kreis und heutiger Ortsteil der Stadt Schwelm in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde Linderhausen wurde am 1. Januar 1970 aufgelöst. Das Gemeindegebiet wurde auf die Städte Schwelm (zum größten Teil), Gevelsberg, Sprockhövel und Wuppertal aufgeteilt.[1]
Inhaltsverzeichnis |
Linderhausen wurde vermutlich, aber nicht mit letzter Gewissheit, im 11. Jahrhundert als Linniriahuson erstmals urkundlich erwähnt. 1302 erfolgte die erste gesicherte urkundliche Erwähnung als Lynderhusen. Um 1400 ist die Rede von der Linderhuser marke, ein genossenschaftlich genutzter Markwald der Linderhausener Bauernschaft, die im Jahr 1486 erstmalig genannt wird.
Durch die Folgen des Dreißigjährigen Krieges werden in Linderhausen mehr als die Hälfte der Hofgüter verwüstet. Um 1730 ist der erste Lehrer nachweisbar, ein Johann Peter Busch (†1732). Der Schwelmer Johann Caspar Hellmann legt im Bischofsbrucher Wald 1738 eine Ziegelbrennerei an. 1824 wird das erste Linderhauser Schulgebäude auf dem Lindenberg (Ecke Scharlicker Straße/Kastanienstraße) erbaut, das am 6. Dezember 1911 abgebrannte. Die Schule Korthausen wird 1864 eröffnet, die „neue“ Linderhauser Schule wurde am 8. Juli 1904 eingeweiht.
1910 erfolgte der Baubeginn für den Eisenbahntunnel durch den Lindenberg, den Linderhauser Tunnel. Der Tunnel wurde jedoch erst im Mai 1935 und anfangs nur eingleisig fertig gestellt. Im Ersten Weltkrieg verliert die Gemeinde Linderhausen etwa 40 Einwohner, im Zweiten Weltkrieg fallen weitere 70 Bürger. 1967 erfolgte die Einweihung eines weiteren neuen Schulgebäudes durch den Bürgermeister Dommasch.
Am 1. Januar 1970 verliert die Gemeinde Linderhausen durch die kommunale Neugliederung ihre Eigenständigkeit und wird größtenteils nach Schwelm eingemeindet. Mit dem Beginn der Sommerferien wurde am 2. Juli 2009 die Grundschule Linderhausen aufgrund Schülermangels geschlossen. An ihrer Stelle entsteht eine Schule für Rettungsassistenten des Bildungsinstituts des Deutschen Roten Kreuzes im Ennepe-Ruhr-Kreis.[2]
Linderhausen bestand neben dem Hauptort aus mehreren Außenortschaften, die heute zumeist Ortsteile von Schwelm sind. Zu diesen zählen die Höfe, Weiler und Ortslagen Am Bleke, Am Eversbusch, Am Klothe, Am Kuckuck, Auf dem Graben, Auf der Kirchbreite, Auf der Worth, Auf'm Schliepers, Berghausen, Blumenroth (heute zu Wuppertal-Nächstebreck), Doninghaus, Erlen, Erlenbecke, Erlenrode (heute zu Wuppertal-Nächstebreck), Flasdiek, Gangelshausen, Heberge, Heibruch, Heide, Hellmannsbruch, Hemterberg, Hensbusch, Hoppenbruch, Hoppenhaide, Im Bruche, Im Kistchen, Im Listen-Hohl, Im Winkel, Kamp, Kämperbusch, Korthausen, Kronendahl, Lindenberg, Oberberge, Püttecke, Scharlicke oder auch Scharlücke, Schliepersbruch, Schloß, Siebeneiker, Sonntag, Uellendahl, Uhlenbruch (heute zu Wuppertal-Nächstebreck), Voßberg und Wiensiepen.
Diese Aufzählung ist möglicherweise unvollständig.
In Linderhausen sind folgende Vereine aktiv:
Auf dem Hagen | Berghausen | Börkede | Brambecke | Brille | Brunnenhof | Busch | Delle | Dahlhausen | Döinghausen | Ehrenberg | Erlen | Feld | Flasdiek | Friedrichsbad | Gooshaiken | Graafweg | Gut Oberberge | Harzeck | Haus Martfeld | Heberge | Heide | Heide | Hemte | Heusiepen | Hoppenheide | Hütte | Im Winkel | Kamp | Köttchen | Kornborn | Korthausen | Kronendahl | Ländchen | Löhken | Loh (Schwelm) | Linderberg | Linderhausen | Möllenkotten | Obernhagen | Postheide | Püttecke | Schaarwacht | Scharlicke | Schwelmer Brunnen | Siepmannsnummer | Tannenbaum | Vesterberg | Vörfken | Voßhövel | Waldlust | Weberstal | Weißenfeld | Westerholt | Weuste | Wildeborn | Wildpark | Winterberg | Wolfsegge
51.30722222227.29361111111Koordinaten: 51° 18′ N, 7° 18′ O