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Die Latinisierung von Personennamen war vor allem bei Gelehrten des Mittelalters und bei den Humanisten der Renaissance weit verbreitet. Das Lateinische war die Gelehrtensprache des Abendlandes und hatte gegenüber den Volkssprachen ein höheres Prestige. Vor allem im 16. Jahrhundert legte sich darum fast jeder abendländische Gelehrte einen Namen zu, der in der Regel die direkte lateinische Entsprechung des Geburtsnamens darstellte; seltener waren Gräzisierungen, gelegentlich kommt aber beides beim gleichen Mann vor. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen dann die latinisierten Namen etwa in dem Maße außer Gebrauch, wie die Volkssprachen das Latein in Studium und Lehre ablösten.
Latinisierungen von Namen hat es darüber hinaus auch in der Antike gegeben, wo die Römer die Namen von Personen nichtrömischer Völker ihrem Sprachgebrauch anpassten. Eine solche Anpassung hat es dann auch im Mittelalter in Bezug auf arabische Gelehrte gegeben, deren eigentliche Namen für Europäer schwer zu behalten waren. Diese Praxis wurde auch auf chinesische Philosophen angewandt – Konfuzius etwa ist in Europa fast ausschließlich unter seinem latinisierten Namen bekannt.
Es folgt eine Liste latinisierter Namen: