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| Litas | |
|---|---|
| Staat: | Litauen |
| Unterteilung: | 100 Centas |
| ISO-4217-Code: | LTL |
| Abkürzung: | Lt |
| Wechselkurs: (16. März 2012) |
1 EUR = 3,4528 LTL (fix) 1 EUR = 3,4528 LTL 1 CHF = 2,8606 LTL |
Der Litas ist die litauische Währung.
Auf litauisch lautet sein Name:
Inhaltsverzeichnis |
Im Juni 1922 führte die junge Republik Litauen ihre eigene nationale Währung ein, den litauischen Litas. Er ersetzte die Deutsche Ostmark, die die Deutschen während des Ersten Weltkriegs eingeführt hatten. Der Einführungskurs der neuen litauischen Währung lag bei 10 Litas = 1 US-Dollar. Er war damals zu gut einem Drittel der in Umlauf gebrachten Geldmenge in Gold gedeckt. Diese Goldvorräte wurden von der Litauischen Staatsbank im Ausland (England, Frankreich, Schweden, Schweiz) deponiert. Er entwickelte sich zu einer sehr starken Währung und notierte 1938 bei knapp 6 Litas für 1 US-Dollar. Mit dem Anschluss Litauens an die Sowjetunion im Juni 1940 wurde der Litas im April 1941 durch den Rubel der Sowjetunion ersetzt, wobei ein für die Sowjetunion äußerst vorteilhafter Kurs von 1 Litas = 0,9 Rubel festgesetzt wurde.
Die Goldreserven im Ausland blieben unangetastet. Allerdings verkaufte die Bank of England 1967 die bei ihr lagernden Goldvorräte an die Sowjetunion. Sie wurden der Republik Litauen ab 1992 zurückerstattet/überschrieben.
Bereits vor der Unabhängigkeitserklärung am 11. März 1990 war im Februar 1990 die Litauische Staatsbank wieder gegründet worden und die Einführung einer nationalen Währung eines der vordringlichsten Ziele der jungen Republik. Nach vielen Problemen und Skandalen um die notwendige Absicherung der Währung und die Fälschungssicherheit der Banknoten löste der Litas am 23. Juni 1993 die Übergangswährung Talonas ab, die ein Jahr lang den Russischen Rubel ersetzt hatte. Der Umtauschkurs lag bei 100 Talonas = 1 Litas sowie 4,5 Litas = 1 US-Dollar. Nachdem sich der Kurs in der Folge bei etwa 4 Litas = 1 US-Dollar eingependelt hatte, wurde der Litas am 1. April 1994 zum Kurs von 4:1 fest an den US-Dollar gebunden. Damit wollte man das Vertrauen in die Währung stärken und den US-Dollar aus der Wirtschaft verdrängen. Seit dem 1. August 1993 ist der Litas das einzige legale (Bar-) Zahlungsmittel in Litauen.
Erklärtes Ziel litauischer Politik ist die Aufnahme des Landes in die Euro-Zone. Bereits im Vorfeld des EU-Beitritts am 1. Mai 2004 wurde die Bindung des Litas vom US-Dollar auf den Euro am 2. Februar 2002 umgestellt, zum damaligen Tageskurs von 1 Euro = 3,4528 Litas. Kurz nach dem EU-Beitritt erfolgte am 28. Juni 2004 der Beitritt zum Wechselkursmechanismus II (WKM II) als Vorbedingung zum geplanten Euro-Beitritt. Die erhoffte schnellst mögliche Einführung des Euro nach zweijähriger Mitgliedschaft im WKM II zum 1. Januar 2007 scheiterte allerdings an einem der drei Beitrittskriterien, der Inflation: Nachdem der Litas seit der Rubelkrise 1999 kontinuierlich Inflationsraten von unter 2 % aufgewiesen hatte, erreichte die Inflation aufgrund der boomenden Wirtschaft im Referenzzeitraum (März 2005 bis April 2006) 2,66 %. Das waren 0,06 Prozentpunkte mehr, als das im Maastricht-Vertrag verlangte arithmetische Mittel der drei inflationsärmsten Euro-Mitgliedsländer plus 1,5 Prozentpunkte (2,6 %)[1].
Am 16. Mai 2006 empfahl die Europäische Kommission, Litauen nicht zum 1. Januar 2007 in die Eurozone aufzunehmen. Die endgültige, negative Entscheidung fällte der Ministerrat der Finanzminister der EU in seiner Sitzung am 11. Juli 2006. Praktisch ging es a) politisch darum, ein kleines, zu den anderen Euro-Ländern isoliert gelegenes Land außen vor zu halten, b) die sich abzeichnenden Veränderungen hinsichtlich der Preisentwicklung abzuwarten. In der Tat hat die Inflation seither Jahr für Jahr stark zugenommen und betrug 2009 ca. 11%. Ein Beitrittstermin ist bislang unbekannt.
Kursmünzen gibt es in Stückelungen von 1 Litas, 2 und 5 Litai sowie 1 Centas, 2, 5 Centai, 10, 20 und 50 Centų.
Von der 1-Litas-Münze gibt es auch folgende Gedenkmünzen:
10. Jahrestag des Baltischen Weges
425. Jahrestag der Vilniusser Universität
Banknoten gibt es zu 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Litų. Die 100- und 500-Litų-Scheine gibt es seit 2000, die 200-Litų-Scheine seit 1997. Nur noch selten findet man 1-Litas-, 2- oder 5-Litai-Scheine. Diese sind keine gültigen Zahlungsmittel mehr und können ausschließlich bei der Bank von Litauen getauscht werden.
Die Scheine stellen folgende litauische Persönlichkeiten dar:
Albanischer Lek | Bosnisch-Herzegowinische Konvertible Mark | Britisches Pfund | Bulgarischer Lew | Dänische Krone | Euro | Färöische Krone | Gibraltar-Pfund | Guernsey-Pfund | Isländische Krone | Isle-of-Man-Pfund | Jersey-Pfund | Kroatische Kuna | Lettischer Lats | Litauischer Litas | Mazedonischer Denar | Moldauischer Leu | Norwegische Krone | Polnischer Złoty | Rumänischer Leu | Russischer Rubel | Schwedische Krone | Schweizer Franken | Serbischer Dinar | Transnistrischer Rubel | Tschechische Krone | Türkische Lira | Ukrainische Hrywnja | Ungarischer Forint | Weißrussischer Rubel