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Lorenz Caffier (* 24. Dezember 1954 in Weixdorf, DDR, heute Stadtteil von Dresden) ist ein deutscher Politiker (CDU) und seit 2006 Innenminister des Landes Mecklenburg-Vorpommern sowie seit 2011 Stellvertreter des Ministerpräsidenten.
Inhaltsverzeichnis |
Lorenz Caffier wurde als dritter Sohn des evangelischen Pfarrers Wolfgang Caffier und seiner Frau Ingetraut in Weixdorf bei Dresden geboren. Nach dem Besuch der Polytechnischen Oberschule (POS) absolvierte Caffier eine Berufsausbildung mit Abitur zum Forstfacharbeiter. Anschließend leistete er den 18-monatigen Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee ab und begann 1976 ein Studium an der Ingenieur-Hochschule Berlin-Wartenberg, welches er 1980 als Diplom-Ingenieur für Land- und Forsttechnik beendete. Danach war er von 1980 bis 1983 Kundendienstingenieur beim VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen in Neubrandenburg tätig. Anschließend übernahm er die technische Leitung der LPG (P) Lichtenberg. Von 1989 bis 1990 war er deren Vorsitzender.
Lorenz Caffier ist verheiratet und hat vier Kinder.
Nach der Landtagswahl 2006 kam es zur Bildung einer Großen Koalition. Am 7. November 2006 wurde Caffier durch den damaligen Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) zum Innenminister ernannt. Nach der Regierungsumbildung am 6. Oktober 2008, bedingt durch das Ausscheiden von Ringstorff aus seinem Amt als Ministerpräsident, blieb das Innenressort weiter in seiner Verantwortung. In Caffiers Zuständigkeit als Innenminister fällt auch der Sport. Er ist seit 2006 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Bundesrats.
Als Innenminister war Lorenz Caffier Verantwortlicher für die Sicherheit des Weltwirtschaftsgipfels 2007 in Heiligendamm, in dessen Zusammenhang stiftete er durch Realakt eine Einsatzmedaille des Landes. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Kampf gegen den Rechtsextremismus. Ein Erlass von Lorenz Caffier in der Tradition des Radikalenerlasses soll durch die Anwendung eines „Gesinnungstests“ verhindern, dass Rechtsradikale in öffentliche Ehrenämter wie z. B. ehrenamtliche Bürgermeister berufen werden.[1] Während aus den Reihen von SPD und Linkspartei Unterstützung kommt, wird das Vorhaben vom Städte- und Gemeindetag zwar unterstützt, jedoch eine andere Lösung angestrebt (Stellungnahme des Städte- und Gemeindetags LT-Drs.5/2161: Es sei zu kritisieren, dass der Wahlausschuss und nicht die Rechtsaufsichtsbehörde über die beamtenrechtliche Qualifikation entscheide.), während Bündnis 90/Die Grünen und andere Verbände es ablehnen.[2]
Lorenz Caffier ist auch Fachminister für eine umfassende Verwaltungsreform in Mecklenburg-Vorpommern, wie Kreisgebietsreform, Funktionalreform und kommunaler Finanzausgleich.[3] Seine Politik zielt auf eine Stärkung der inneren Sicherheit durch die Neuorganisation der Landespolizei und verstärkte Anstrengungen zur Haushaltskonsolidierung der kommunalen Haushalte.[4]
Seit 2007 ist er Vorsitzender des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Zum Jahresanfang 2012 übernahm Caffier turnusgemäß den Vorsitz der Innenministerkonferenz.
Von März bis Oktober 1990 gehörte Caffier der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR an.
Seit dem 26. Oktober 1990 ist er Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. Hier war er von 1990 bis 2006 Parlamentarischer Geschäftsführer und Sprecher für Sportpolitik der CDU-Landtagsfraktion. Außerdem war er in dieser Zeit Präsidiumsmitglied des Landessportbundes.
Von 1994 bis 2006 war Caffier Mitglied des Kreistages Mecklenburg-Strelitz und hatte dort unter anderem die Funktion des stellvertretenden Kreistagspräsidenten bzw. Fraktionsvorsitzenden inne.
Caffier trat bereits 1979 in die CDU der DDR ein. Seinen Eintritt umschreibt er so: „Ich bin das, was man nach der Wiedervereinigung eine Blockflöte genannt hat.“[5] Er war von 1990 bis 2005 Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Mecklenburg-Strelitz und von 1993 bis 2005 Landesschatzmeister der CDU in Mecklenburg-Vorpommern. Von 2005 bis 2009 war Caffier Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern. Seit November 2009 ist er Landesvorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommern. Er folgt damit Jürgen Seidel in diesem Amt.
Reinhold Gall (Baden-Württemberg) | Joachim Herrmann (Bayern) | Frank Henkel (Berlin) | Dietmar Woidke (Brandenburg) | Ulrich Mäurer (Bremen) | Michael Neumann (Hamburg) | Boris Rhein (Hessen) | Lorenz Caffier (Mecklenburg-Vorpommern) | Uwe Schünemann (Niedersachsen) | Ralf Jäger (Nordrhein-Westfalen) | Roger Lewentz (Rheinland-Pfalz) | Stephan Toscani (Saarland) | Markus Ulbig (Sachsen) | Holger Stahlknecht (Sachsen-Anhalt) | Klaus Schlie (Schleswig-Holstein) | Jörg Geibert (Thüringen)
DDR: Johannes Warnke | Wilhelm Bick
Bundesrepublik Deutschland: Georg Diederich | Lothar Kupfer | Herbert Helmrich (komm.) | Rudi Geil | Armin Jäger | Gottfried Timm | Lorenz Caffier
Baden-Württemberg: Thomas Strobl | Berlin: Frank Henkel | Brandenburg: Saskia Ludwig | Bremen: Rita Mohr-Lüllmann (kommissarisch) | Hamburg: Marcus Weinberg | Hessen: Volker Bouffier | Mecklenburg-Vorpommern: Lorenz Caffier | Niedersachsen: David McAllister | Nordrhein-Westfalen: Norbert Röttgen | Rheinland-Pfalz: Julia Klöckner | Saarland: Annegret Kramp-Karrenbauer | Sachsen: Stanislaw Tillich | Sachsen-Anhalt: Thomas Webel | Schleswig-Holstein: Jost de Jager | Thüringen: Christine Lieberknecht
Reinhold Lobedanz (1945–1952) | Günther Krause (1990–1993) | Angela Merkel (1993–2000) | Steffie Schnoor (2000–2001) | Eckhardt Rehberg (2001–2005) | Jürgen Seidel (2005–2009) | Lorenz Caffier (seit 2009)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Caffier, Lorenz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdV, MdL |
| GEBURTSDATUM | 24. Dezember 1954 |
| GEBURTSORT | Weixdorf |