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Louis Audouin-Dubreuil

Louis Audouin-Dubreuil

Louis Audouin-Dubreuil (* 2. August 1887 in Saint-Jean-d’Angély; † 1960) war ein französischer Offizier, der überregional bekannt wurde als stellvertretender Leiter Georges-Marie Haardts, die gemeinsam die ersten automobilen Saharaexpeditionen, insbesondere der Croisière Noire organisierten und durchführten.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Audouin-Dubreuils Vater war ein auf Cognac spezialisierter Spirituosenhändler und Leiter der unter Ludwig XV. begründeten Firma Enterprises Audouin-Frères. Seine Mutter entstammte einer alteingesessenen Familie aus der Saintonge. Sie war Blumenmalerin.

Soldatenlaufbahn

Als 20-Jähriger leistete Audouin-Dubreuil seinen Militärdienst im 10. Husarenregiment der Kavallerie ab und verdiente sich später in der Eigenschaft als Verbindungsoffizier in der Schlacht an der Marne (1914) das Verdienstkreuz. Anschließend nahm er am Wettlauf zum Meer teil und kämpfte während des Ersten Weltkriegs in den nahe der Front liegenden Schützengräben von Arras. Weitere kriegerische Schlachten fanden seine Beteiligung, so 1915 an der Argonne, einem Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Deutschen und Franzosen, später auch Amerikanern (Herbst/Winter 1914, Sommer 1915) und 1916 am linken Flügel von Verdun. Die Kavallerie wurde dabei ausgelöscht, weshalb sich Audouin-Dubreuil nach Belgien absetzte.

1917 erwarb er in Chartres seine Fliegerlizenz. Daraufhin ging er nach Tunesien und unterstellte sich dort der Befehlsherrschaft des Sahara-Kämpfers La Fargue. Er begründete den Fliegerhorst Zarzis und beteiligte sich an den Kämpfen gegen die Senussi an der libysch-tunesischen Grenze. Eine Pioniersleistung liegt darin, dass er dabei eine Geschützwagen-Abteilung (STAM) aufbaute, die die Befähigung hatte, in jedem Gelände zu operieren.

1919 leitete er den Wagenpark der Expedition Saoura-Tidikelt, einer reinen Militärexpedition in die Sahara.

Croisière Noire

1920 kam es zu einer Zusammenkunft mit André Citroën, dem Automobilkonstrukteur und Begründer der französischen Marke Citroën sowie dessen Generaldirektor Georges-Marie Haardt. Zu dritt bereiteten sie die erste Durchquerung Afrikas mit dem Automobil vor. Zunächst wurde die erste Sahara-Tour im Dezember 1922 geplant und durchgeführt. Von Touggourt in Algerien Mitte Dezember des Jahres ausgehend, erreichte man nach der ersten Januarwoche 1923 - innerhalb von lediglich drei Wochen, Timbuktu in Mali. Eingesetzt wurden fünf Halbkettenfahrzeuge der Marke Citroën. Man befand sich in einem Pionierswettlauf mit dem Konkurrenten Peugeot, der seinerseits wüstentaugliche Fahrzeuge ins Rennen geschickt hatte, um Bekanntheit und Weltgeltung zu erlangen.

In den Jahren 1924 bis 1925 kam es zur großen Expedition Croisière Noire, die als Transafrikaexpedition konzipiert war und mittels acht Halbkettenfahrzeugen von Colomb-Béchar in Algerien über Timbuktu nach Antananarivo (Tananarive) auf Madagaskar führte.

Literatur

  • Ariane Audouin-Dubreuil, Expedition Afrika, Frederking Thaler, ISBN 3-89405-485-9
  • Georges-Marie Haardt, Louis Audouin-Dubreuil, Die erste Durchquerung der Sahara im Automobil, K. Vowinckel, 1924
  • Dirk Sasse, Franzosen, Briten und Deutsche im Rifkrieg 1921–1926, ISBN 3-486-57983-5
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