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Loukas Papadimos

Papadimos, 2007

Loukas Papadimos (griechisch Î›ÎżÏ…ÎșÎŹÏ‚ Î Î±Ï€Î±ÎŽÎźÎŒÎżÏ‚ [luˈkas papaˈðimɔs], englische Transkription Lucas Papademos; * 11. Oktober 1947 in Athen, Griechenland) ist ein griechischer Ökonom und ehemaliger VizeprĂ€sident der EuropĂ€ischen Zentralbank. Er ist seit dem 10. November 2011 griechischer Premierminister und Chef der griechischen Übergangsregierung.[1]

Inhaltsverzeichnis

Studium und Familie

Nach seinem Abitur am Athens College 1966 ging er zum Studium in die USA. Sein Studium am Massachusetts Institute of Technology (MIT) schloss er mit einem Bachelor in Physik (1970), einem Master in Elektrotechnik (1972) und einem Doktor in Ökonomie (1977) ab.[2]

Seine Ehefrau Jeanne H.M.[2] Ingram, als deren Vorname oft auch Sana[3] genannt wird, ist eine in Indonesien geborene niederlÀndische Malerin. Die beiden sind seit 1977 verheiratet und haben keine Kinder.[3]

Biografie

Von 1973 bis 1975 war Papadimos Forschungsassistent und Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT), von 1975 bis 1984 war er Professor fĂŒr Ökonomie an der Columbia University. 1980 wurde er leitender Volkswirt der Federal Reserve Bank in Boston. Ab 1988 hatte er verschiedene Posten bei der Bank von Griechenland inne und war gleichzeitig Professor an der UniversitĂ€t Athen.[2] Papadimos ist Mitglied der Akademie von Athen.[4] Bereits seit 1985 war er fĂŒr die Bank von Griechenland tĂ€tig, wurde 1993 deren Vizegouverneur und ĂŒbernahm ein Jahr spĂ€ter deren Leitung. In seine Amtszeit als Gouverneur der griechischen Notenbank fiel der Übergang von der Griechischen Drachme zum Euro.[5]

Von 1994 bis 1998 war Papadimos Mitglied des Rates des EuropÀischen WÀhrungsinstituts, ab 1999 Mitglied des Erweiterten Rates der EuropÀischen Zentralbank. Von 2002 bis 2010 war er VizeprÀsident der EuropÀischen Zentralbank, wo er von Vítor Constùncio abgelöst wurde. 2005 beschrieb er das Risiko des amerikanischen Immobilienmarktes, eine Prognose, die 2007 dann eintraf.[6] Bis zu seiner Vereidigung als MinisterprÀsident 2011 hatte er eine Gastprofessur an der Harvard Kennedy School inne. Sein dortiger Kurs hatte den Titel Die globale Finanzkrise: Politische Antworten und Herausforderungen.[7]

Er beriet die sozialistische Regierung gelegentlich in Wirtschaftsfragen und genießt auch in Deutschland hohes Ansehen.[8] Im Juni 2010 bot Premier Papandreou ihm das Amt des Finanzministers an, was er jedoch ablehnte.[7] Nach der RĂŒcktrittsankĂŒndigung von Papandreou im Rahmen der griechischen Finanzkrise am 6. November 2011[8][9][10][11] wurde der parteilose Papadimos am 11. November 2011 als Regierungschef Griechenlands vereidigt.[12][13]

Im MĂ€rz 2012 recherchierte die Tageszeitung Ta Nea, dass Papadimos aufgrund der finanzielle Lage des Landes auf Gehalt verzichtet. Um nicht in den Verdacht des Populismus zu geraten, wurde dies selbst vor engsten Mitarbeitern geheim gehalten.[14]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • „Targets for Monetary Policy in the Coming Year” (mit Franco Modigliani), Brookings Papers on Economic Activity, Band 1, 1975, S. 141–165.
  • „Optimal Aggregate Employment Policy”, Doktorarbeit, Massachusetts Institute of Technology, 1977.
  • „Monetary and Credit Targets in an Open Economy” (mit Franek Rozwadowski) in D.R. Hodgman (Herausgeber), The Political Economy of Monetary Policy: National and International Aspects, Konferenzmaterialien Nr. 26, Federal Reserve Bank of Boston. 1983, S. 275–306.
  • Efficiency, Stability and Equity: A Strategy for the Evolution of the Economic System of the European Community (mit Tommaso Padoa-Schioppa et al.), Oxford und New York: Oxford University Press, 1987.
  • The European Monetary System in the 1990s (mit Paul De Grauwe), London und New York: Longman, 1990.
  • External Constraints on Macroeconomic Policy: The European Experience (mit G. Alogoskoufis und R. Portes), Cambridge: Cambridge University Press, 1991.
  • „Why price stability?” in A.G. Herrero et al (Herausgeber), Why price stability?, Materialien zur ersten Zentralbankenkonferenz der EZB, EuropĂ€ische Zentralbank, Frankfurt am Main, November 2000.

Weblinks

 Commons: Loukas Papadimos â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Top-Banker Papademos soll Griechenland aus der Krise fĂŒhren, Spiegel Online 10. November 2011
  2. ↑ a b c Lebenslauf auf der Seite des europĂ€ischen Parlaments
  3. ↑ a b Sana Ingram – the Dutch artist behind the success of Lucas Papademos, www.grreporter.info 11. November 2011 (englisch)
  4. ↑ Harvard Kennedy School. Harvard University, abgerufen am 8. November 2011 (english).
  5. ↑ Lucas Papademos: profile. The Telegraph, 3. November 2011, abgerufen am 8. November 2011 (english).
  6. ↑ Athens nĂŒchterner Rechner, Spiegel online 10. November 2011
  7. ↑ a b Fast-Finanzminister, Tagesschau online 10. November 2011
  8. ↑ a b Alles, nur nicht links taz 7. November 2011
  9. ↑ Regierungswechsel in Griechenland: Papandreou opfert sein Amt Spiegel online 7. November 2011
  10. ↑ Ein Banker soll Griechenland fĂŒhren Zeit online 7. November 2011
  11. ↑ Countdown zum Wachwechsel Spiegel online 8. November 2011
  12. ↑ Habemus Papademos sueddeutsche.de 10. November 2011
  13. ↑ Papadimos sieht Griechenland am Scheideweg nzz online 10. November 2011
  14. ↑ Papademos spart sich sein Gehalt Berliner Morgenpost 3. MĂ€rz 2012


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Giorgos Andrea Papandreou Premierminister von Griechenland
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