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Luciano Pavarotti (* 12. Oktober 1935 in Modena; â 6. September 2007 ebenda) war ein italienischer Tenor und gilt ĂŒber die Grenzen der Oper und Klassik hinaus als einer der bedeutendsten Tenöre seiner Zeit. Als Mitglied der Drei Tenöre und als Duettpartner vieler Pop-KĂŒnstler wurde Pavarotti zu einem medialen Superstar. Seinen Ruhm nutzte er auch mit Benefizkonzerten fĂŒr FlĂŒchtlinge, das Rote Kreuz und zur Rettung des Regenwaldes.
Inhaltsverzeichnis |
Luciano Pavarotti war der Sohn des BĂ€ckers Fernando Pavarotti (1913 â 24. Mai 2002) und dessen Frau Adele Venturi (1916 â 10. Januar 2002),[1] die in einer Tabakfabrik arbeitete. Er wuchs in sehr beengten VerhĂ€ltnissen mit seinen Eltern und seiner Schwester in einer 2-Zimmer-Wohnung auf. Die spĂ€tere Sopranistin Mirella Freni, seine Jugendfreundin und hĂ€ufige Gesangspartnerin, und er wurden von derselben Amme versorgt, ihre MĂŒtter waren Arbeitskolleginnen.[2] ZunĂ€chst wollte er Lehrer werden, daher studierte er an der âScuola delle Magistraleâ PĂ€dagogik und unterrichtete auch zwei Jahre lang als Volksschullehrer in Modena. AuĂer in seiner BĂ€ckerei war sein Vater auch als Tenor im Chor der Stadt Modena tĂ€tig, schlug aber wegen zu hoher NervositĂ€t den SĂ€ngerberuf aus. Im Chor machte auch sein Sohn Luciano seine ersten Gesangserfahrungen. 1956 beschloss Luciano Pavarotti, den Gesang zum Beruf zu machen, und begann, zunĂ€chst bei Arrigo Pola in Modena sowie spĂ€ter bei Ettore Campogalliani in Mantua klassischen Gesang zu studieren. Nebenher arbeitete er als Versicherungsvertreter, um sich das Studium, das ĂŒber sechs Jahre dauerte, finanzieren zu können.
Pavarotti debĂŒtierte 1961 am Opernhaus von Reggio nellâEmilia als Rodolfo in Puccinis âLa BohĂšmeâ, seiner spĂ€teren Paraderolle, und gewann einen internationalen Gesangswettbewerb. Teil des Preises war das DebĂŒt als Rodolfo in Puccinis La BohĂšme im Opernhaus von Modena. Dirigent der AuffĂŒhrung war Leone Magiera, sein damaliger Jugendfreund; spĂ€ter war er jahrzehntelang sein Pianist bei Liederabenden. AuĂerdem war er der damalige Ehemann von Mirella Freni. Die AuffĂŒhrung wurde von der RAI live ĂŒbertragen.[3] Es folgten Einladungen verschiedener italienischer und internationaler OpernhĂ€user, wie Amsterdam, Covent Garden, die Wiener Staatsoper (DebĂŒt als Rodolfo in La BohĂšme am 24. Februar 1963), ZĂŒrich und Glyndebourne.
1965 trat er mit Joan Sutherland und ihrem Ehemann Richard Bonynge zusammen auf einer Tournee in den USA und Australien auf, ein Jahr spĂ€ter debĂŒtierte er an der MailĂ€nder Scala. Auf Vermittlung des Decca-Managers Terry McEwen engagierte Pavarotti ab 1967[4] den frĂŒheren Redenschreiber[5] Herbert Breslin (* 1926) als seinen Agenten. âLuciano, you're a nice guy. So you need a real bastard [Breslin] to do your publicity.â[6]
Breslin organisierte fĂŒr ihn sein DebĂŒt an der Met 1968. Weitere Auftritte erfolgten in Barcelona, Paris, London sowie bei den Salzburger Festspielen (1978 als italienischer SĂ€nger in Der Rosenkavalier, 1983 in der Titelpartie von Mozarts Idomeneo).
1981 grĂŒndete er in Philadelphia einen Wettbewerb fĂŒr junge SĂ€nger und begann, die Anzahl seiner Auftritte auf der BĂŒhne zu reduzieren. Er trat dagegen hĂ€ufiger in Konzerten und im Fernsehen auf. Sein DebĂŒt als Regisseur gab Pavarotti 1988 an der Oper von Venedig (La Favorita von Gaetano Donizetti).
Breslin gelang es, durch einen gemeinsamen Auftritt von Pavarotti mit den beiden Tenören PlĂĄcido Domingo und JosĂ© Carreras in einer weltweit ĂŒbertragenen Sportveranstaltung aus dem Opernstar Pavarotti einen Pop- und Superstar zu machen. Das Konzert der drei Tenöre in den römischen Caracalla-Thermen bei der FuĂball-Weltmeisterschaft 1990 am 7. Juli 1990 erreichte etwa eine Milliarde Fernsehzuschauer in aller Welt. Das Gesangstrio popularisierte Opernarien und konnte mit diesem Programm bei ihren folgenden Tourneen FuĂballstadien und Sportarenen mit Zuhörern fĂŒllen. Die Arie Nessun dorma (VincerĂČ! VincerĂČ!) gehört zu den berĂŒhmtesten und erfolgreichsten Opernarien und hat Pavarotti wahrscheinlich im Vorfeld der FuĂball-Weltmeisterschaft in Italien zum Gipfel seines Ruhmes gefĂŒhrt[7]. Die Musikwelt kritisierte die astronomisch hohen Gagen als Kommerzialisierung sowie eine Banalisierung des Opernrepertoires.
Im Jahr 1999 feierte er sein 40-jĂ€hriges BĂŒhnenjubilĂ€um. Auf Betreiben seiner neuen LebensgefĂ€hrtin Nicoletta Mantovani trennte sich Pavarotti nach 36 Jahren im Jahre 2002 von seinem Manager und Vertrauten Herbert Breslin. Dieser wiederum veröffentlichte zwei Jahre spĂ€ter eine Biografie ĂŒber Pavarotti, die trotz aller Bewunderung Breslins als eine AnhĂ€ufung von Indiskretionen und Ressentiments aufgefasst wurde und Unbehagen bei den Rezensenten auslöste.[4]
Im Jahr 2004 verkĂŒndete Pavarotti nach drei gefeierten AuffĂŒhrungen von Puccinis Tosca an der Metropolitan Opera in New York das Ende seiner BĂŒhnenkarriere. Als KonzertsĂ€nger blieb er weiterhin im Rahmen von Tourneen, die ihn um die ganze Welt fĂŒhrten, in Liederabenden, Arenakonzerten und Open Air-Konzerten aktiv. Im Jahr 2005 entschloss er sich zu einer groĂen Abschiedstournee, die aufgrund einer Krebserkrankung abgebrochen werden musste.
Seinen letzten groĂen Auftritt hatte er bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin, wo er die Arie Nessun dorma mit dem Dirigenten Leone Magiera und seinem Orchester vorgetragen hatte. Magiera machte in seinem Buch Pavarotti. Visto da Vicino bekannt, dass Pavarotti wegen seiner fortgeschrittenen Erkrankung nicht mehr gesungen habe, sondern nur noch ein Playback verwenden wollte.[8][9]
1960 heiratete Pavarotti Adua Veroni; das Paar bekam die drei Töchter Lorenza, Cristina und Giuliana. Die Ehe wurde im Jahre 2000 geschieden. Pavarotti wurden viele AffĂ€ren nachgesagt, die seine Frau duldete, bis sie ihn 1993 aufgrund von Urlaubsaufnahmen mit Nicoletta Mantovani (* 1969) in einer Illustrierten aus ihrer gemeinsamen Wohnung warf. Er hatte Mantovani 1993 kennengelernt, sie arbeitete in einer Konzertagentur seit 1992 fĂŒr die alljĂ€hrliche Konzertreihe »Pavarotti & Friends« in Modena. ZunĂ€chst war sie im BĂŒro und dann als seine persönliche SekretĂ€rin tĂ€tig.[10]
Im Januar 2003 brachte Nicoletta Mantovani Zwillinge zur Welt, von denen jedoch der Sohn nach Komplikationen bei der Geburt verstarb. Wegen langwieriger Scheidungsverhandlungen und hoher finanzieller Forderungen von Adua konnte Pavarotti erst im Dezember 2003 Mantovani heiraten. Aufgrund von Behauptungen zweier Freundinnen Pavarottis, er habe sich kurz vor seinem Tode ĂŒber die Geldgier von Mantovani beklagt, verklagte Mantovani die beiden auf eine EntschĂ€digung von 30 Mio. Euro wegen Verleumdung.[11]
Anfang Juli 2006 wurde bei Luciano Pavarotti BauchspeicheldrĂŒsenkrebs diagnostiziert. Wenige Tage nach der Diagnose unterzog er sich in New York einer Duodenopankreatektomie, bei der die BauchspeicheldrĂŒse und der Tumor entfernt wurden. FĂŒr die verbleibenden Monate des Jahres 2006 wurden allerdings alle Auftritte abgesagt.
Pavarotti kĂŒndigte danach an, in seine Heimat Italien zurĂŒckkehren zu wollen, um sich dort zu erholen und anschlieĂend seine Ende Juni 2006 in London wegen Krankheit abgebrochene Abschiedstournee rund um die Welt fortzufĂŒhren.
Im August 2007 wurde Pavarotti wegen einer LungenentzĂŒndung erneut ins Krankenhaus eingeliefert. Anfang September 2007 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rapide. Am 4. September wurde er nach Hause entlassen und sollte dort von Ărzten weitergepflegt werden. Am 6. September um 5:00 Uhr morgens (MEZ) starb er im Alter von 71 Jahren an Nierenversagen.[12]
Vom 6. bis 8. September 2007 nahmen an die 100.000 Menschen Abschied von Pavarotti, der im offenen Sarg im Dom San Geminiano in Modena aufgebahrt war. Die vom Fernsehen weltweit ĂŒbertragene Trauermesse im Dom am 8. September zelebrierte Erzbischof Benito Cocchi, der auch ein Beileidswort von Papst Benedikt XVI. verlas. Musikalisch untermalt wurde die Feier vom Chor der Stadt Modena sowie von der Sopranistin Rajna Kabaiwanska, dem Flötisten Andrea Griminelli und dem Tenor Andrea Bocelli. Zudem wurde ein Videomitschnitt des Panis angelicus von CĂ©sar Franck in der gemeinsamen Interpretation Pavarottis mit seinem Vater gezeigt. Zu Ehren von Pavarotti flog wĂ€hrend seiner Beerdigung eine Formation von zehn Kampfjets der Kunstflugstaffel âFrecce Tricoloriâ und hinterlieĂ einen Kondensstreifen in den Farben der italienischen Flagge, grĂŒn-weiĂ-rot. Dies geschieht in der Regel nur bei StaatsbegrĂ€bnissen.[13] Nach einem Trauerzug durch die Innenstadt von Modena [14] wurde Pavarotti im Grab seiner Eltern im zehn Kilometer entfernten Montale Rangone beigesetzt, einem Ortsteil von Castelnuova Rangone (Provinz Modena).[15]
Ăber die Höhe von Pavarottis Erbschaft liegen sehr widersprĂŒchliche Angaben und SchĂ€tzungen vor. Die britische Tageszeitung Daily Telegraph beziffert diese mit 250 Mio. ÂŁ, was neben seiner Kunstsammlung mit Matisse-GemĂ€lden und Restaurants auch den Grundbesitz und Immobilien in New York City, Barbados, Italien und Monte Carlo umfasst.[16]
1996 wurde er wegen Steuerhinterziehung in den Jahren 1989 bis 1991 angeklagt:[17] Nach vier Jahren vor Gericht ĂŒberreichte er öffentlich im Jahr 2000 dem damaligen Finanzminister Ottaviano Del Turco einen Scheck ĂŒber 25 Mrd. Lire (12,5 Mio. Euro), um seine Steuerschulden abzubezahlen.[18] Bereits im Jahr darauf musste er sich erneut wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Streitpunkt war der wirkliche Wohnsitz von Pavarotti, der wegen seiner vielen Tourneen abstritt, sich hauptsĂ€chlich in seinem Landhaus bei Modena aufzuhalten.[19] [20]
Bei der Testamentseröffnung schien es zunĂ€chst, dass Pavarotti anstelle eines Millionen-Vermögens angeblich 18 Mio. Euro Schulden hinterlieĂe. Testamentsvollstrecker Giorgio Cariani gab jedoch zu bedenken: âWir stehen bei der Inventur noch ganz am Anfang.â[21] Als Haupterbin wurde Mantovani eingesetzt, was jedoch seine erste Frau anfechten will.[22] Umstritten ist vor allem das Zustandekommen zweier Testamente, wonach alles, was Pavarotti in den USA besaĂ, Mantovani allein bekĂ€me und nur den italienischen Teil mit Pavarottis Töchtern teilen mĂŒsse. In den letzten Lebensmonaten Pavarottis habe sie Beteiligungen an anderen Agenturen, an Werbe-, Immobilien- und Reiseunternehmen sowie an Software-Firmen erworben. Seitdem hat Mantovani auch gegen eine schlechte Presse in Italien anzukĂ€mpfen.[22]
Nach einem Interview von Mantovanis RechtsanwĂ€ltin in der Tageszeitung Quotidiano Nazionale soll sich Pavarottis Witwe zehn Monate nach Pavarottis Tod mit den drei Töchtern ĂŒber eine gĂŒtliche Teilung des Erbes geeinigt haben.[23]
Luciano Pavarotti war einer der berĂŒhmtesten Tenöre aller Zeiten, einer der bekanntesten Vertreter der Kunstgattung Oper und zusammen mit Maria Callas der bestverkaufte Klassikstar. In der Zeit seiner HochblĂŒte verkaufte er doppelt so viele TontrĂ€ger wie Carreras und Domingo (die beiden anderen der Drei Tenöre) zusammen. Er war der erste KlassikkĂŒnstler, dessen CD-Aufnahmen die Pop-Hitparaden erreichten und bei den Verkaufszahlen in die des Popbereichs eindrangen.
Zu Beginn seiner Karriere war Pavarotti ein leichter lyrischer Tenor â ideal fĂŒr die Partien von Bellini, Donizetti und des jungen Verdi. Im Laufe der Zeit entwickelte sich seine Stimme jedoch auch in Richtung dramatischerer Partien bis hin zum Verismo, jener Gattung Oper, die von Puccini, Mascagni und Leoncavallo begrĂŒndet wurde, vom tĂ€glichen Leben der Durchschnittsbevölkerung erzĂ€hlt und von sehr dramatischer Musik geprĂ€gt ist.
Laut Herbert von Karajan war Pavarotti ein Jahrhunderttenor, eine Stimme, die es alle 100 Jahre nur einmal gebe. Bei der letzten OpernauffĂŒhrung unter Herbert von Karajans Leitung sang Luciano Pavarotti die Partie des Cavaradossi (Tosca von Giacomo Puccini, Osterfestspiele Salzburg, 1989).
Die Opern-Gesamtaufnahmen Pavarottis werden als herausragende Werke der Vokalkunst angesehen. Gerade der groĂe Erfolg im Bereich der PlattenverkĂ€ufe und der Aufstieg zu einem Superstar, der die Grenzen vom Klassik- zum Popstar ĂŒberschritt, brachte ihm jedoch auch Kritik von Puristen und Kritikern ein. Auch wurde immer wieder behauptet, Pavarotti habe selbst gesagt, er könne keine Noten lesen.[24] Sein Publikum aber hatte eine eindeutige Haltung, und Pavarotti hĂ€lt den Rekord fĂŒr den am lĂ€ngsten anhaltenden Applaus: Am 24. Februar 1988 wurden an der Deutschen Oper in Berlin nach seinem Auftritt als Nemorino in Donizettis âLiebestrankâ 115 VorhĂ€nge[25] registriert, bei 67 Minuten[26] ununterbrochenem Applaus.
Neben seiner BĂŒhnenkarriere verfolgte er eine genauso erfolgreiche Konzertkarriere, die in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. Bereits vor den Konzerten der 3 Tenöre gab Pavarotti ein Open Air Konzert im Londoner Hyde Park im Jahr 1992 vor 250 000 Menschen und im Jahr 1993 sein gröĂtes im New Yorker Central Park vor 500 000 Zuhörern, was das bestbesuchte Klassikkonzert eines SolokĂŒnstlers bisher darstellt.
Nebenbei verfolgte er auch konsequent die Sparte des Crossovers mit den sogenannten âPavarotti-and-Friendsâ-Konzerten, in denen er mit vielen aktuellen Popstars Duette aufnahm, die insgesamt ĂŒber 10 Millionen Mal verkauft wurden. Die Single Miss Sarajevo mit Bono von U2 erreichte Platz 6 in den britischen Popcharts und Platz 1 in Lettland.
In seiner Karriere hat Pavarotti an allen groĂen internationalen BĂŒhnen der Welt gesungen und mit nahezu allen groĂen Dirigenten seiner Zeit zusammengearbeitet. Zu seinen Gesangspartnerinnen zĂ€hlten neben Joan Sutherland und Mirella Freni vor allem Montserrat CaballĂ©, Maria Chiara, Ileana CotrubaÈ und Kiri Te Kanawa.
Luciano Pavarottis Stimmfach war zu Beginn seines SĂ€ngerlebens ein heller lyrischer Tenor (Tenore lirico), der ohne MĂŒhe die Höhen erreichte. Die Leichtigkeit seiner StimmfĂŒhrung und der strahlende, silberne Klang seiner Stimme erweckten die Aufmerksamkeit der Sopranistin Joan Sutherland und ihres Ehemanns, dem Dirigenten und Belcanto-Spezialisten Richard Bonynge. Mitte der 1960er Jahre suchten sie fĂŒr Sutherland eine passende Tenorstimme, um das damals vernachlĂ€ssigte Belcanto-Repertoire von Bellini und Gaetano Donizetti wiederzubeleben. Pavarotti nahm 1965 ihre Einladung zu einer USA- und Australien-Tournee an und legte damit den Beginn zu einer langjĂ€hrigen Zusammenarbeit und Ausbildung bei Sutherland. Seine KoloraturfĂ€higkeit und Atemtechnik war bis dahin nur mangelhaft ausgebildet.[27] 1967 sang er in der Arie âAh, mes amisâ die neun hohen C in Donizettis âLa Fille du RĂ©gimentâ (Die Regimentstochter) mit beeindruckender Sicherheit und begrĂŒndete damit seinen Ruhm.[28]
Am 25. Februar 1976, als er gerade ĂŒber 40 Jahre alt war, sang er den Arturo in Vincenzo Bellinis âI Puritaniâ, und wechselte damit auf Anraten seines Managers Herbert Breslin vom Belcanto zu den dramatischen und heroischen Partien des Tenore lirico spinto. Unmittelbar darauf feierte ihn das US-Magazin Newsweek in einer Titelgeschichte als âThe Great Pavarottiâ, eine Anspielung auf âThe Great Carusoâ.[29] Er konzentrierte sich nun auf Verdi- und Puccini-Opern als Manrico in âIl Trovatoreâ, RadamĂšs in âAidaâ, Cavaradossi in âToscaâ und Calaf in âTurandotâ.[29] Hier entwickelte er reichere Klangfarben und Schattierungen und perfektionierte seine Phrasierung.
Pavarottis Stimme war gekennzeichnet durch ein ungewöhnliches Mass an Kopfresonanzen, was im Laufe seiner Karriere noch ausgeprÀgter wurde. Sie erhielt dadurch einen hellen, vibrierenden Klang, die sie unverwechselbar machte. Gegen Ende seiner Karriere hatte jedoch Pavarotti bei den hohen Tönen immer wieder Aussetzer.
Da Pavarotti nur in italienischer Sprache sang, wies sein Repertoire lediglich 18 Opernpartien auf, das französische Repertoire fehlte fast ganz. Lediglich die Decca-Aufnahme der âRegimentstochterâ ist in der französischen Originalsprache aufgezeichnet. In der 1969 unter Georg Solti entstandenen Einspielung des [deutschsprachigen] Rosenkavaliers trat Pavarotti mit der italienischen Arie âDi rigori armatoâ auf. Seine Interpretationen auf der BĂŒhne und auf TontrĂ€gern zĂ€hlen zu den brillantesten Darbietungen der Operngeschichte.[30] Hervorgehoben werden die Klarheit der Intonation, die Genauigkeit seiner Diktion und besonders die eruptiven, euphorischen und auftrumpfenden Arien, die er kraftvoll und brillant wie kein Anderer zu gestalten verstand.
âPavarotti war [...] ein Tenor wie kein anderer in seiner Zeit. In ihrer silbernen Brillanz, ihrer offenen Tongebung und ihrem lyrischen Schmelz war seine gleichwohl metallisch durchschlagende und vergleichsweise voluminöse Stimme unverkennbar, einzigartig.â
âBrillanz und Schönheit des Materials sind schon in den frĂŒhen sechziger Jahren aufgefallen; hinzu kam eine Technik, die es ihm gestattete, mit unerhörter ElastizitĂ€t Spitzentöne anzuspringen, auch weitrĂ€umig distinkt-elegant zu phrasieren, mit rhythmischer Verve Stimme und Musik voranzutreiben. Zudem hat er das GlĂŒck gehabt, mit Dirigenten zusammenzuarbeiten, die ihre Aufgabe ernst nahmen, denen daran gelegen war, das phĂ€nomenale Talent weiterzuentwickeln.â
â FAZ, 12. Oktober 1995 [33]
| Titel | Medium | Jahr | Musikverlag | Bestellnummer |
|---|---|---|---|---|
| Primo Tenore | CD | 1971 | Decca | CD002894177132 |
| Luciano Pavarotti â O Sole Mio â Favourite Neapolitan Songs | CD | 1979 | Decca | CD002894100152 |
| Galakonzert in der Royal-Albert-Hall | CD | 1982 | Decca | CD002894307162 |
| Mattinata | CD | 1983 | Decca | CD002894177962 |
| Passione; Neapolitanische Lieder | CD | 1985 | Decca | CD002894171172 |
| Mancini, Henry: Volare | CD | 1987 | Decca | CD002894210522 |
| Pavarotti at Carnegie Hall | CD | 1988 | Decca | CD002894215262 |
| Tutto Pavarotti â Songs and Arias | CD | 1989 | Decca | CD002894256812 |
| Pavarotti in Hyde Park | CD | 1991 | Decca | CD002894363202 |
| Mamma | CD | 1991 | Decca | CD002894119592 |
| Opern-Duette | CD | 1991 | Decca | CD002894000582 |
| Arien | CD | 1991 | Decca | CD002894000532 |
| Pavarotti in Concert | CD | 1991 | Decca | CD002894250372 |
| The Essential Pavarotti â A Selection Of His Greatest Recordings | CD | 1991 | Decca | CD002894302102 |
| A Night In Central Park | CD | 1994 | Decca | CD002894444502 |
| Dein ist mein ganzes Herz | CD | 1994 | Decca | CD002894432602 |
| Pavarotti Plus | CD | 1995 | Decca | CD002894487002 |
| The Classic Christmas Album | CD | 1996 | Deutsche Grammophon | CD002894499652 |
| Pavarotti Hits And More | CD | 1997 | Decca | CD002894588082 |
| The Greatest Tenors of the Century | CD | 1998 | Deutsche Grammophon | CD002894593622 |
| The Essential Romantic Collection | CD | 2001 | Decca | CD002894685002 |
| Live Recital | CD | 2001 | Decca | CD002894663502 |
| Italian Popular Songs | CD | 2001 | Decca | CD002894700102 |
| The Pavarotti Edition | CD | 2001 | Decca | CD002894700002 |
| O Holy Night 2005 | Decca | CD002894756896 | ||
| Pavarotti, Luciano â The Best 2005 | Decca | CD002894756816 |
| Titel | Medium | Jahr | Musikverlag | Bestellnummer |
|---|---|---|---|---|
| Strauss, Richard: Der Rosenkavalier | CD | 1969 | Decca | CD002894174932 |
| Rossini, Gioacchino: Stabat Mater | CD | 1971 | Decca | CD002894177662 |
| Verdi, Giuseppe: Rigoletto | CD | 1971 | Decca | CD002894142692 |
| Puccini, Giacomo: La BohĂšme | CD | 1973 | Decca | CD002894210492 |
| Puccini, Giacomo: Madama Butterfly | CD | 1974 | Decca | CD002894212472 |
| Mascagni, Pietro: Cavalleria Rusticana | CD | 1978 | Decca | CD002894443912 |
| Donizetti, Gaetano: La Favorita | CD | 1978 | Decca | CD002894300382 |
| Donizetti, Gaetano: Requiem | CD | 1980 | Decca | CD002894250432 |
| Rossini, Gioacchino: Gugliemo Tell | CD | 1980 | Decca | CD002894171542 |
| Verdi, Giuseppe: La Traviata | CD | 1981 | Decca | CD002894304912 |
| Boito, Arrigo: Mefistofele | CD | 1985 | Decca | CD002894101752 |
| Bellini, Vincenzo: Norma | CD | 1988 | Decca | CD002894144762 |
| Verdi, Giuseppe: Aida | CD | 1989 | Decca | CD002894174392 |
| Donizetti, Gaetano: Maria Stuarda | CD | 1990 | Decca | CD002894254102 |
| Donizetti, Gaetano: Lâelisir dâamore | CD | 1990 | Deutsche Grammophon | CD002894297442 |
| Verdi, Giuseppe: Luisa Miller | CD | 1991 | Decca | CD002894174202 |
| Verdi, Giuseppe: Otello | CD | 1991 | Decca | CD002894336692 |
| Verdi, Giuseppe: Un Ballo in Maschera | CD | 1991 | Decca | CD002894102102 |
| Bellini, Vincenzo: La Sonnambula | CD | 1991 | Decca | CD002894174242 |
| Giordano, Umberto: Andrea Chénier | CD | 1991 | Decca | CD002894101172 |
| Bellini, Vincenzo: I Puritani | CD | 1991 | Decca | CD002894175882 |
| Donizetti, Gaetano: La Fille du Régiment | CD | 1991 | Decca | CD002894145202 |
| Mascagni, Pietro; Leoncavallo, Ruggiero: Cavalleria Rusticana/Pagliacci | CD | 1991 | Decca | CD002894145902 |
| Puccini, Giacomo: Madama Butterfly | CD | 1991 | Decca | CD002894175772 |
| Puccini, Giacomo: Tosca | CD | 1991 | Decca | CD002894140362 |
| Puccini, Giacomo: Turandot | CD | 1991 | Decca | CD002894142742 |
| Donizetti, Gaetano: Lucia di Lammermoor | CD | 1991 | Decca | CD002894101932 |
| Strauss, Richard: Der Rosenkavalier | CD | 1991 | Decca | CD002894174932 |
| Bellini, Vincenzo: Beatrice di Tenda | CD | 1992 | Decca | CD002894337062 |
| Verdi, Giuseppe: La Traviata (AuszĂŒge) | CD | 1992 | Deutsche Grammophon | CD002894377262 |
| Leoncavallo, Ruggiero: I Pagliacci | CD | 1993 | Philips | CD002894341312 |
| Puccini, Giacomo: Manon Lescaut | CD | 1993 | Decca | CD002894402002 |
| Verdi, Giuseppe: Macbeth | CD | 1994 | Decca | CD002894400482 |
| Verdi, Giuseppe: Il Trovatore | CD | 1995 | Decca | CD002894306942 |
| Verdi, Giuseppe: I Lombardi | CD | 1997 | Decca | CD002894552872 |
| Rossini, Gioacchino: Petite messe solennelle; Stabat Mater | CD | 1998 | Decca | CD002894550232 |
| Verdi, Giuseppe: Il Trovatore | CD | 1998 | Decca | CD002894607352 |
| Verdi, Giuseppe: Un Ballo in Maschera | CD | 1998 | Decca | CD002894607622 |
| Ponchielli, Amilcare: La Gioconda 2005 | CD | 2005 | Decca | CD002894756670 |
| Verdi, Giuseppe: Ernani 2005 | CD | 2005 | Decca | CD002894757008 |
| Boito, Arrigo: Mefistofele 2005 | CD | 2005 | Decca | CD002894756666 |
| Mozart, Wolfgang Amadeus: Idomeneo re di Creta | CD | 2006 | Decca | CD002894757041 |
| Rossini, Gioacchino: Guglielmo Tell | CD | 2006 | Decca | CD002894757723 |
| Donizetti, Gaetano: LâElisir dâamore | CD | 2006 | Decca | CD002894757514 |
| Verdi, Giuseppe: Il Trovatore | CD | 2007 | Decca | CD002894758281 |
| Titel | Medium | Jahr | Musikverlag | Bestellnummer |
|---|---|---|---|---|
| The Three Tenors â In Concert â Rome 1990 | CD | 1990 | Decca | CD002894304332 |
| The Three Tenors â Paris 1998 | CD | 1998 | Decca | CD002894605002 |
| The Best of the 3 Tenors | CD | 2002 | Decca | CD002894669992 |
| The Very Best Of The Three Tenors | CD | 2004 | Decca | CD002894756300 |
| Pavarotti & Friends | CD | 1992 | Decca | CD002894401002 |
| Pavarotti & Friends 2 | CD | 1995 | Decca | CD002894444602 |
| Pavarotti & Friends for War Child | CD | 1996 | Decca | CD002894529002 |
| Pavarotti & Friends Together For The Children Of Bosnia | CD | 1996 | Decca | CD002894521002 |
| Pavarotti & Friends For The Children Of Liberia | CD | 1998 | Decca | CD002894606002 |
| Pavarotti & Friends For The Children Of Guatemala And Kosovo | CD | 1999 | Decca | CD002894666002 |
| Pavarotti & Friends for Cambodia and Tibet | CD | 2000 | Decca | CD002894672002 |
Autobiographien
Biographien und Studien
Konzert- und Opernaufnahmen: Luciano Pavarotti in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
Pavarotti erhielt von seiner Gesangspartnerin und Mentorin Joan Sutherland den Spitznamen »Big P.«.[35]
In seinen letzten Lebensjahren benutzte der an Ăbergewicht leidende Pavarotti einen Elektrowagen hinter der BĂŒhne, der in Anspielung auf den Wagen des Papstes scherzhaft "Pavamobil" genannt wurde.
Um sein Ăbergewicht zu verringern, hatte Pavarotti gleich zwei DiĂ€tĂ€rzte angestellt und wohnte auch bei ihnen.[36]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Pavarotti, Luciano |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Tenor |
| GEBURTSDATUM | 12. Oktober 1935 |
| GEBURTSORT | Modena |
| STERBEDATUM | 6. September 2007 |
| STERBEORT | Modena |