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Möglichkeit ist die Realisierbarkeit eines Gegenstands, Vorgangs oder Zustandes, im praktischen oder theoretischen Sinne.
Dem Sein werden drei Grundbestimmungen zugeschrieben, das Wirkliche, das Notwendige und das Mögliche. Diese Frage beschäftigt die Philosophie seit der Antike und in allen Kulturen.
„Etwas ist möglich“, wenn es nicht ausgeschlossen werden kann. „Es ist möglich, dass Du recht hast“ bedeutet z. B.: „Ich kann nicht ausschließen, dass Du recht hast.“
Der Ausschlussgrund kann verschiedener Art sein:
Man kann weiterhin unterscheiden zwischen möglichen Ereignissen und möglichen Handlungen:
Aussagen über Handlungsmöglichkeiten beziehen sich immer auf bestimmte Subjekte unter bestimmten Bedingungen (wem ist es unter welchen Bedingungen möglich, diese Handlung auszuführen?)
Handlungsmöglichkeiten, die nicht gleichzeitig realisiert werden können, weil sie einander ausschließen, werden als "alternative Handlungsmöglichkeiten" oder nur kurz als "Alternativen" bezeichnet. Zwischen Alternativen muss man sich deshalb entscheiden. ("Es ist mir möglich, am kommenden Sonntag entweder ans Meer oder in die Berge zu fahren. Wie soll ich mich entscheiden?")
Möglichkeit, auch Option ist im Konstrukt „Eine Möglichkeit (unter mehreren) ist...“ ein Hinweis, dass es zu der dargestellten Variante oder Version eine Alternative gibt. Die Möglichkeit ist die Idee oder Vorstellung, deren Realisierbarkeit erkannt wurde. In diesem Umfeld ist auch die Chance anzusiedeln, bei der das Eintreten einer Möglichkeit intentional gefördert wird. Die Möglichkeit liegt in der Gegenwart und eröffnet ein variables Feld für verschiedene mögliche Handlungen in der Zukunft, wie z.B. beim Schachspiel sich mit jedem Zug hunderte neue Möglichkeiten an zukünftigen Zügen auftun. Ihr Ergebnis ist unbestimmt. Die Möglichkeit ist nichts Zwingendes und Unausweichliches wie etwa das Schicksal. Sie verlangt nach einer Entscheidung.
„Jemand (oder etwas) hat die Möglichkeit“ ist eine andere Formulierung für Fähigkeiten oder Eigenschaften. "Die Grenze des Möglichen" ist synonym mit "die Grenze des Machbaren (Erfahrbaren, Vorstellbaren)"
Diese Verwendung des Möglichkeitsbegriffes entspricht einer nicht-modalen, d.h. einer prädikativen Verwendung. Man drückt somit mittels des Möglichkeitsbegriffes ein Vermögen bzw. eine Fähigkeit eines Dinges aus.
Die Möglichkeit unterliegt dabei bestimmten Bedingungen oder Voraussetzungen, so etwa bei Kant: „Was sind die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis?“ (siehe Kritik der reinen Vernunft).
In der Philosophie bezeichnet man das als Potenz.
Möglichkeit („etwas ist möglich“) bezeichnet umgangssprachlich recht vage eine niedrige Eintrittswahrscheinlichkeit für ein Ereignis, die im Rang einer persönlichen Meinung anzusiedeln ist. In diesem Umfeld kann auch die 'Möglichkeit als Variante der Wirklichkeit angesehen werden.
Die Wahrscheinlichkeitstheorie kennt eine genaue Quantifizierung zwischen null und eins bzw. null Prozent und 100 Prozent der Wahrscheinlichkeit für das Eintreten mathematisch erfassbarer zufälliger Ereignisse. Die alltägliche Sprache begnügt sich jedoch mit einer groben und nicht klar umrissenen Unterteilung, die auch auf nicht exakt bestimmbare Eintrittswahrscheinlichkeiten angewendet werden.
Folgende Begrifflichkeit ist üblich:
Die vage Eintrittswahrscheinlichkeit möglich ist normalerweise irgendwo unterhalb der 50-Prozent-Schwelle anzusiedeln. Abhängig vom verwendeten sprachlichen Kontext liegt die Wahrscheinlichkeit sowohl im extrem unwahrscheinlichen Bereich („Es ist möglich, im Lotto zu gewinnen.“) als auch im mittleren Bereich („Es ist möglich, dass das Wetter morgen genau so ist, wie heute.“)
Die Möglichkeit i.s.d. Logik (logische Möglichkeit) ist die formallogische Widerspruchslosigkeit einer Aussage. Sie ist neben der Notwendigkeit und (traditionell) der Wirklichkeit eine der Modalitäten, die Gegenstand Modallogik sind.
In der Fuzzylogik spricht man von Möglichkeitsverteilung, analog zur Wahrscheinlichkeitsverteilung der Wahrscheinlichkeitstheorie.
Ernst Bloch sah in der Materie ein Synonym für Möglichkeit. Allerdings unterschied er – unter Berufung auf Aristoteles – zwei Formen der Möglichkeit:
Darüber hinaus differenzierte Bloch vier Schichten der Kategorie Möglichkeit.
Die Sprachwissenschaft kennt etliche grammatisch-semantische Konstruktionen der Möglichkeitsform, etwa als Modus oder Hilfskonstruktion, die die oben erläuterten Bedeutungsaspekte ausdrücken: