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| Münchenstein | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Basel-Landschaft |
| Bezirk: | Arlesheim |
| BFS-Nr.: | 2769 |
| Postleitzahl: | 4142 |
| UN/LOCODE: | CH MUS |
| Koordinaten: | 613412 / 26289647.5166697.616678297Koordinaten: 47° 31′ 0″ N, 7° 37′ 0″ O; CH1903: 613412 / 262896 |
| Höhe: | 297 m ü. M. |
| Fläche: | 7.18 km² |
| Einwohner: | 11'867 (31. März 2011)[1] |
| Website: | www.muenchenstein.ch |
| Karte | |
Münchenstein ist eine politische Gemeinde im Bezirk Arlesheim des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gemeinde liegt in einer Höhenlage von 297 m ü. M. und erstreckt sich beidseits der Birs. Sie gliedert sich hauptsächlich in drei Ortsteile: Münchenstein Dorf, Neumünchenstein und Neuewelt/Brüglingen. Im Norden stösst sie direkt an den Stadtkanton Basel. Weitere Nachbargemeinden sind Muttenz, Arlesheim und Reinach. Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 718 Hektar, davon sind 56 % Siedlungsflächen, 24 % Wald, 17 % Landwirtschaftsgebiet und 2 % unproduktive Fläche.
Das Wappen der Gemeinde zeigt einen schwarz bekleideten Mönch mit herabhängender Kapuze. Der Mönch ist barhäuptig, trägt rote Schuhe und schreitet mit zum Gebet erhobenen Händen auf silbernem Grund. Das Wappen entspricht dem Siegel des bischöflichen Geschlechts Münch.
Bei der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1196 hiess Münchenstein noch Kekingen. Im Jahre 1270 tauchte in einer Schenkungsurkunde des Domstifts Basel der Name Geckingen auf. 1259 wurde der Weiler mit Mühle, zwischen der Neuen Welt und St. Jakob urkundlich bereits als Besitz der Basler Dompropstei erwähnt. Der heutige Ortsname Münchenstein erscheint erstmals 1295. Er bedeutet: „Burgfels der Münche“. Das Bestimmungswort Münch nimmt Bezug auf die Erbauer der nach ihnen benannten Burg, die bischöflichen Dienstleute aus dem Geschlecht der Münch. Das Grundwort Stein war früher eine häufige Bezeichnung für Burgen, die auf Felsen standen.
Die Burg Münchenstein war kurz nach ihrer Erbauung der Lehnsgewalt der Grafen von Pfirt unterstellt worden. Mit dem Tod des letzten Grafen von Pfirt, Ulrich III., im März 1324 in Basel, fiel die Lehngewalt erbweise an das Haus Habsburg-Österreich. Erbgräfin Johanna von Pfirt (Jeanne de Ferrette) (1300-1351) war durch Heirat mit Herzog Albrecht II. von Habsburg (1298-1358), Herzogin von Österreich. Danach liessen sich die Münch von Münchenstein ihren Lehnsbesitz in unregelmässigen Abständen urkundlich bestätigen.
1334 wurde in einer vom Domstift Basel ausgestellten Urkunde der Namenswechsel explizit erwähnt: „Geckingen que nunc Munchenstein appellatur“ („Geckingen, das nun Munchenstein genannt wird“). Das Basler Erdbeben 1356 betraf auch Münchenstein. Am Nachmittag des 18. Oktober 1356 erschütterte ein Erdstoss die Stadt Basel. Die Dörfer und Burgen der Umgebung wurden stark beschädigt. Das Epizentrum des Bebens lag etwa 10 km südlich der Stadt am Rand der Jurahöhen zwischen dem Gempen und dem hinteren Leimental. Während des grossen Erdbebens zu Basel wurde auch das 1334 fertig gestellte Schloss in Münchenstein beschädigt, aber bald darauf wieder aufgebaut. 1421 wurde der Umlaut „ö“ verwendet und das Dorf Mönchenstein geschrieben. Dieser Name konnte sich bis 1881 halten. Mit dem Gemeindegesetz von 1881 wurde die Ortsbezeichnung Münchenstein offiziell eingeführt.
Die Münch mussten 1470 das Dorf und die Burg an die Stadt Basel verpfänden. Der Pfandvertrag wurde am 18. Juli abgeschlossen und somit ging leihweise die Herrschaft über Münchenstein erstmals in städtische Hände. Die Pfarrkirche St. Bartholomäus wurde in Ende des 14. Jahrhunderts oder Anfang des 15. Jahrhundert an Stelle eines Vorgängerbaus aus dem 11. oder 12. Jahrhundert erstellt. In 1612 wurde der Kirchenturm errichtet und 1857 wurde das Kirchenschiff verlängert.
Im Zuge der Helvetischen Revolution der Jahre 1797 und 1798 wurde das Schloss abgebrochen.
Mit der Einweihung der Eisenbahnlinie der Jurabahn Basel-Delémont am 23. September 1875 begann die Geschichte der Eisenbahn in Münchenstein. Am Sonntag, dem 14. Juni 1891 brach die von Gustave Eiffel erbaute Eisenbahnbrücke der Jurabahn unter einem von Basel kommenden Zug zusammen. Das Eisenbahnunglück von Münchenstein gilt bis heute als die grösste Eisenbahnkatastrophe der Schweiz. 73 Personen kamen dabei ums Leben, 171 wurden verletzt.[2] Zu dieser Zeit hatte Münchenstein 135 Häuser, 264 Haushaltungen und 1360 Einwohner.[3] 1980 wurde Münchenstein Standortgemeinde der zweiten Schweizerischen Ausstellung für Garten- und Landschaftsbau, der "Grün 80" in der Brüglinger Ebene. 1997 wurde das "Kuspo Bruckfeld", die neue Kultur- und Sporthalle fertig erstellt und in Betrieb genommen. Münchenstein verfügt damit über ein Mehrzweckgebäude mit Infrastruktur für verschiedene Anlässe.
Münchenstein hat etwa 12.000 Einwohner, der Ausländeranteil liegt bei ungefähr 20 %. Stand 31. März 2008 sind 31,2 % der Bevölkerung reformiert, 28,9 % römisch-katholisch und 39,9 % Angehörige anderer Konfessionen oder Konfessionslose. Rund 8 % der Bevölkerung sind Bürger von Münchenstein. Die Bürgergemeinde Münchenstein setzt sich aus der Gesamtheit der das Bürgerrecht vom Münchenstein besitzenden Personen zusammen und ist eine öffentlich-rechtliche Körperschaft des Kantons Basel-Landschaft.
Die Gemeinde unterhält mehrere Kindergärten, fünf Primarschulen, und zwei Sekundarschulen. Dazu kommen das Gymnasium Münchenstein, eine Heilpädagogische Schule, die Musikschule, eine Rudolf Steiner Schule, das TSM-Schulzentrum für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, und die Einrichtungen Volkshochschule Basel Erwachsenenbildung Münchenstein und Erwachsenenbildung Gymnasium Münchenstein, sowie das Bildungszentrum Gesundheit BZG Basel-Stadt.
Münchenstein ist durch den öffentlichen Nahverkehr sehr gut erschlossen. So besitzt die Gemeinde einen Bahnhof an der Jurabahn und wird halbstündlich durch die S-Bahn-Linie 3 bedient, welche zwischen Basel und Pruntrut verkehrt.
Die BLT-Tramlinie 10, ist mit fast 26 km Länge die längste Tramlinie Basels und gehört zu den längsten Tramlinien Europas. Zudem führt sie, was internationale eine Seltenheit darstellt, durch zwei Staaten, ausserdem durch drei Kantone der Schweiz: Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Solothurn. Die Bahn verbindet Rodersdorf, sowie Leymen (Alsace, Frankreich) mit dem Leimental Flüh. Bättwil, Witterswil, Ettingen, Therwil, Oberwil, Bottmingen, Binningen haben durch die Bahn Verbindung mit der Stadt Basel und dem Birseck, Münchenstein, Arlesheim und Dornach.
Die BLT-Tramlinie 11, verkehrt von Aesch, über Reinach, Neu-Münchenstein und dem Bahnhof Basel SBB bis an die St. Louis-Grenze.
Mehrere Buslinien ergänzen den öffentlichen Nahverkehr in Münchenstein.
Mittels der Ausfahrt Muttenz/Münchenstein an der H18 ist das Dorf auch an das schweizerische Schnellstrassennetz (A2) angeschlossen. Diese Hochleistungsstrasse endet zur Zeit bei Aesch, im Bereich von Angenstein, und soll zu einem späteren Zeitpunkt weiter Richtung Duggingen führen.
Das Dreispitzareal im Besitz der Christoph Merian Stiftung ist eine tradierte Industriezone von Münchenstein und Basel, welche im Zuge der Globalisierung und modernen städtebaulichen Entwicklung ausgedient hat. So ist eine sukzessive Umnutzung mit einem Mitwirkungsverfahren mit der Bevölkerung, den Behörden beider Kantone Basel und der Projektplanungsgemeinde Münchenstein durch die Eigentümerin mit Erfolg für einen ersten Richtplan des Quartiers „Kunstfreilager“ in Münchenstein mit Erfolg abgeschlossen worden. Die Bezeichnung Kunstfreilager nimmt Bezug auf den historischen Ursprung des Geländes als Zollfreilager, wie auch auf die künftig vorgesehenen Nutzungen im Bereich Kunst in unmittelbarer Nähe des Schaulagers. Das Kunstfreilager umfasst etwa 10 % der Fläche des gesamten Dreispitz. So können nun eine Hochschule für Kunst- und Gestaltung Nordwestschweiz, sowie Wohnungen für gehobene Ansprüche gebaut werden, ausserdem sollen entsprechende Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe Einzug halten.
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