|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Der Myers-Briggs-Typindikator (kurz MBTI, von englisch Myers-Briggs type indicator – nach Katharine Briggs und Isabel Myers) ist ein Werkzeug der Psychologie zur Einschätzung der Persönlichkeit. Es stellt eine Form der Persönlichkeitstypologie dar.
| ISTJ | ISFJ | INFJ | INTJ |
| ISTP | ISFP | INFP | INTP |
| ESTP | ESFP | ENFP | ENTP |
| ESTJ | ESFJ | ENFJ | ENTJ |
| Persönlichkeitstypen mit den vier Hauptklassen nach Keirsey | |||
Geschätzte Verbreitung der Typen
in der Bevölkerung der USA [1] | |||
ISTJ
11–14 % |
ISFJ
9–14 % |
INFJ
1–3 % |
INTJ
2–4 % |
ISTP
4–6 % |
ISFP
5–9 % |
INFP
4–5 % |
INTP
3–5 % |
ESTP
4–5 % |
ESFP
4–9 % |
ENFP
6–8 % |
ENTP
2–5 % |
ESTJ
8–12 % |
ESFJ
9–13 % |
ENFJ
2–5 % |
ENTJ
2–5 % |
Inhaltsverzeichnis |
Der MBTI ist eine Weiterentwicklung der Typologie von Carl Gustav Jung, der seine Beobachtungen in „Psychologische Typen“ niederschrieb. Katherine Cook Briggs und ihre Tochter Isabel Myers griffen diese auf und führten Messreihen durch. Sie nutzten die Ergebnisse, um das Center for Applications of Psychological Type zu gründen, das Persönlichkeitseinschätzung kommerziell anbietet. Der Begriff MBTI ist eine Schutzmarke des amerikanischen Unternehmens CPP Inc. und blieb in Europa weitestgehend unbekannt.
Durch die Publikationen von David Keirsey gewann die jungsche bzw. myers-briggsche Typologie eine größere Bekanntheit. Sie wird gern im Personalwesen eingesetzt, da es charakteristische Korrelationen von MBTI-Typus und beruflicher Eignung gibt.
In den USA sind im Laufe der Zeit mehrere Dutzend Bücher über den MBTI und das damit verbundene Persönlichkeitsmodell erschienen. Dort besitzt er eine hohe Verbreitung und Popularität, während es in Deutschland nur einige wenige und relativ unbekannte Bücher darüber gibt und die Anwendungen sich weitestgehend auf den Coaching-Bereich in Unternehmen beschränken.
Der Original-MBTI-Fragebogen ist nur gegen Gebühr über lizenzierte Trainer erhältlich, in der Regel verbunden mit einem anschließenden Beratungsgespräch. Es gibt zahlreiche ähnlich aufgebaute, frei erhältliche Tests und Fragebögen, die auf dem gleichen Prinzip wie der MBTI basieren, jedoch nicht dessen Qualitätskriterien entsprechen. Der bekannteste davon ist der Keirsey Temperament Sorter.
Die Reliabilität des MBTI ist umstritten, denn es kommt sehr häufig vor, dass jemand sich nicht mit dem Typ identifizieren kann, den der Test ergeben hat. Auch wenn man sich dann für einen Typ entschieden hat, dem die eigene Persönlichkeit am ehesten entspricht, kann man leicht Übereinstimmungen mit einigen anderen der 16 Typen finden und so je nach Tagesform und Situation über mehrere Typen wechseln. Es ist jedoch offenbar so, dass Menschen nicht in allen vier Dimensionen der MBTI-Einschätzung variabel sind, so dass die Zuordnung eng beschränkt bleibt.
Carl Gustav Jung bemerkte in seinem täglichen Umgang mit Patienten, dass der Umgang mancher Menschen mit der Welt schlicht anders war als sein eigener. Er notierte diese Beobachtungen und deren charakteristische Merkmale, benannte sie und machte sich die Kenntnis der Persönlichkeitseinschätzung wieder für seine Arbeit zunutze. Grundlegend für das Modell ist die Einschätzung der Typen in vier Funktionen (Denken/Fühlen, Sensorik/Intuition), die jeweils mit den Attributen introvertiert oder extravertiert belegt wurden. Der MBTI löste die Attribute von den Funktionen und erstellte daraus Dimensionen (E/I, N/S, F/T - die Orientierung J/P wurde durch Briggs und Myers-Briggs hinzugefügt), die jeweils die dominierende Präferenz bezeichnen. Die Abfolge der Buchstaben entspricht der Signalreaktionsverarbeitung im Gehirn, geteilt in zwei Wahrnehmungsfunktionen und zwei Beurteilungsfunktionen (bei Jung waren es zwei plus eine). Wichtig hierbei ist, dass im MBTI eine bimodale Verteilung mit einer sehr harten Trennung zwischen den jeweiligen Dichotomen verwendet wird. Das führt dazu, dass es keine Ausprägungen gibt, sondern nur eindeutige Präferenzen (Rechts- oder Linkshänder). Alle Funktionen und Orientierungen sind bei allen Menschen vorhanden. Der MBTI gibt Aufschluss darüber, welche Funktion präferiert benutzt wird und auf welche nachrangig zurückgegriffen wird.
Jeder Mensch ist in der Lage, entsprechend den vorliegenden Ereignissen angepasst zu handeln, jedoch bevorzugen die meisten Menschen bestimmte, bevorzugte Herangehensweisen. Dies wird hier als Typen bezeichnet.
Über Gruppenstudien wurden Tests entwickelt, die ohne Einzelgespräch schon eine Einschätzung des MBTI-Typus erlauben. Wenn ein solcher Test I(3) S(5) T(6) J(5) ergibt, dann schreibt man kurz ISTJ als Kurzbezeichnung. Jedes Viererkürzel hat dabei auch einen Eigennamen, der jedoch je nach Autor und Sprachversion verschieden sein kann. Der ISTJ heißt so z.B. auch „Inspektor“ und beschreibt besonders verlässliche Zeitgenossen - eine solche Kategorisierung ist aber umstritten, da sie Klischeebilder fördert.
Die Funktionen mit den Attributen introvertiert und extravertiert bilden den Kern des MBTI-Modells. Sie sollen erklären wie die Persönlichkeit eines Typen aufgebaut ist. Jedoch gibt es berechtigte Zweifel an ihrer Validität (siehe Kritik) und einige Autoren, z.B. David Keirsey, haben sich komplett von ihnen abgewandt. In der restlichen Literatur über den MBTI tauchen sie oft gar nicht auf und werden durch die vier Dimensionen (siehe oben) ersetzt. Auch wenn die Funktionen an denen von Jung angelehnt sind, werden sie etwas anders aufgefasst.
Beschreibung der Funktionen:
| Funktionen | ISFJ | ISTJ | ESFJ | ESTJ |
| dominant (erste) | introvertierte Sensorik | introvertierte Sensorik | extravertiertes Fühlen | extravertiertes Denken |
| auxiliar (zweite) | extravertiertes Fühlen | extravertiertes Denken | introvertierte Sensorik | introvertierte Sensorik |
| tertiär (dritte) | introvertiertes Denken | introvertiertes Fühlen | extravertierte Intuition | extravertierte Intuition |
| inferior (vierte) | extravertierte Intuition | extravertierte Intuition | introvertiertes Denken | introvertiertes Fühlen |
| Funktionen | ISFP | ISTP | ESFP | ESTP |
| dominant | introvertiertes Fühlen | introvertiertes Denken | extravertierte Sensorik | extravertierte Sensorik |
| auxiliar | extravertierte Sensorik | extravertierte Sensorik | introvertiertes Fühlen | introvertiertes Denken |
| tertiär | introvertierte Intuition | introvertierte Intuition | extravertiertes Denken | extravertiertes Fühlen |
| inferior | extravertiertes Denken | extravertiertes Fühlen | introvertierte Intuition | introvertierte Intuition |
| Funktionen | INFJ | INFP | ENFJ | ENFP |
| dominant | introvertierte Intuition | introvertiertes Fühlen | extravertiertes Fühlen | extravertierte Intuition |
| auxiliar | extravertiertes Fühlen | extravertierte Intuition | introvertierte Intuition | introvertiertes Fühlen |
| tertiär | introvertiertes Denken | introvertierte Sensorik | extravertierte Sensorik | extravertiertes Denken |
| inferior | extravertierte Sensorik | extravertiertes Denken | introvertiertes Denken | introvertierte Sensorik |
| Funktionen | INTJ | INTP | ENTJ | ENTP |
| dominant | introvertierte Intuition | introvertiertes Denken | extravertiertes Denken | extravertierte Intutition |
| auxiliar | extravertiertes Denken | extravertierte Intuition | introvertierte Intuition | introvertiertes Denken |
| tertiär | introvertiertes Fühlen | introvertierte Sensorik | extravertierte Sensorik | extravertiertes Fühlen |
| inferior | extravertierte Sensorik | extravertiertes Fühlen | introvertiertes Fühlen | introvertierte Sensorik |
Die Funktionen zu den einzelnen Typen werden wie folgt interpretiert: Intro- und extravertierte Funktionen wechseln sich stets ab. In der ersten und zweiten sowie in der dritten und vierten Funktion ergänzen sich rationale und irrationale Funktionen. Perceiving oder Judging richtet sich nach der ersten extravertierten Funktion (bei extravertierten die erste, bei introvertierten die zweite Funktion), da die MBTI-Erfinderinnen davon ausgingen, dass man nur über seine extravertierte Funktion mit der Umwelt kommunizieren kann. Auffällig ist dadurch bei den introvertierten, dass diejenigen vom irrationalen Typus (perceiver) eine dominierende rationale Funktion haben und umgekehrt. Die unbewussten, also letzten vier Funktionen, entsprechen den bewussten in gleicher Reihenfolge, aber vertauschter Intro- bzw. Extraversion.
Der Test zur Abschätzung des MBTI erfolgt in der Regel zweistufig, indem zuerst ein Fragebogen ausgefüllt und das Ergebnis anschließend mit dem Probanden diskutiert wird. Der Fragebogen selbst enthält eine lange Serie dichotomer Fragen (mit je zwei Antwortmöglichkeiten), deren Beantwortung auch ausbleiben kann. Abstufungen wie z. B. „eher ja“, „eher nein“ und „weiß nicht“ sind nicht möglich.
Von den möglichen Fragestellungen werden für den Fragebogen jene mit möglichst diskriminierendem Wert verwendet, deren Antwort häufig von einem erwarteten Mittelwert abweicht. Es darf so verschiedene Fragebögen geben, sinnvoll sind diese jedoch nur, wenn sie mittels eines Gruppentests geeicht wurden. Neben den offiziellen MBTI-Testbögen der Firma CPP ist weithin noch der „Keirsey Temperament Sorter“ bekannt, der geeicht wurde und kostenlos zur Verfügung steht. Es gibt verschiedene Webseiten, die den Keirsey-Test in vielen Sprachen online stellen.
Die Diskussion des Testergebnisses sollte immer erfolgen, da die Zusammenstellung und Wertung der Teilfragen letztlich willkürlich ist. Die Jung’sche Beobachtung verschiedener Typen bleibt jedoch bestehen, bei denen sich Charakteristika der Herangehensweisen an Aufgaben gruppieren und zuordnen lassen, also letztlich typisch sind. Ohne Einzelgespräch erfolgt dies, indem man die Beschreibungen der 16 Typen nachliest und der Proband selbst den passendsten wählt. Das Ergebnis des Testbogens gibt dabei einen Hinweis, welcher Typ am wahrscheinlichsten ist. Nur selten wählt man einen anderen Typus als passendsten, als den im Test ermittelten.
Die Einfachheit dieser Testmethode ist zugleich vorteilhaft wie kritikwürdig. Durch die Einfachheit ist sie auch Laien gut vermittelbar, lässt aber andererseits viel Spielraum für Interpretationen und Missbrauch. Eine Mittelantwort ("weder noch") oder eine Abstufung der Antwort ("trifft teilweise zu") ist nicht möglich. Es muss sich immer für eine Seite entschieden oder die Frage ausgelassen werden.
Die Anwendung des MBTI im Personalbereich ist insbesondere im angloamerikanischen Raum gebräuchlich. Der Einsatz bei Einstellungsverfahren basiert auf statistischen Erhebungen, in denen deutliche Korrelationen zwischen dem Arbeitsfeld, dem Persönlichkeitstyp und der Zufriedenheit der Arbeitenden mit dem Arbeitsfeld gefunden wurden. Hier ergibt sich die Vermutung, dass eine zum Job passende Persönlichkeit langfristig bessere Arbeitsleistungen liefert, z. B. seltener krank wird. Dies ist naheliegend - daraus ergeben sich aber keine Begründungen für oder gegen einen Einsatz des MBTI.
In Deutschland wird er dazu auch eingesetzt, allerdings überwiegt der Einsatz als Entwicklungsinstrument. Der MBTI Step I darf (entsprechend der deutschen Lizenzierungsausbildung) nicht zur Personalselektion eingesetzt werden - von der Verwendung des MBTI Step II wird aufgrund der Verfügbarkeit geeigneterer Instrumente abgeraten. Hintergrund ist hauptsächlich das theoretische Konstrukt: Der MBTI ist kein Test, sondern ein Indikator (Myers-Briggs Type Indicator). Er misst Präferenzen, keine Eigenschaften(Traits) mit Ausprägungen. Daher gibt es auch kein Richtig/Falsch, sondern nur Präferenzen wie Rechts- oder Linkshänder, die keinerlei Aussagekraft über die Qualität der Leistung haben. Der MBTI berücksichtigt ausdrücklich Lernverhalten, so dass ein Rechtshänder erlernen kann, bestimmte Tätigkeiten mit links auszuführen, sogar besser als ein Linkshänder, aber dennoch Rechtshänder bleibt. Daraus ergibt sich, dass der MBTI nicht vorhersagt, wie sich jemand verhalten wird, er ermöglicht lediglich in der Retrospektive eine Reflexion der Situation und Modifikation für zukünftiges Verhalten. Dies war durch Briggs und Myers-Briggs gewollt, da sie aufgrund der Erfahrung zweier Weltkriege ein Tool schaffen wollten, das die Verständigung der Menschen erleichtert. Ausdrücklich soll kein Mensch in seinen Möglichkeiten beschnitten werden. Somit ist die Anwendung des MBTI auf die Reflexion eigenen Verhaltens und persönlicher Entwicklung beschränkt, da ein Einsatz als Test zur Selektion bedenklich und moralisch fragwürdig ist.
Die freie Verfügbarkeit MBTI-artiger Fragebögen von Drittanbietern wie z.B. Keirsey hat auch die Anwendung von MBTI-artigen Systemen außerhalb der beruflichen Eignung hervorgebracht. So werden im angloamerikanischen Raum auch in der Eheberatung diese Tests eingesetzt, um den Partnern Hinweise geben zu können, auf welche Persönlichkeitsunterschiede Rücksicht genommen werden muss. Die Erfolge haben jedoch teils auch zu einer Überbewertung des MBTI geführt.
Demgegenüber existieren im MBTI-Umfeld jahrzehntelange Erfahrungen einschließlich fundierter Studien zu Korrelationen der Typen mit vielen anderen Feldern der Psychologie bzw. Soziologie. Der Grad der Anwendbarkeit des MBTI kann so fallweise belegt oder auch widerlegt werden.
Gunter Dueck greift in einigen seiner Werke auf das MBTI-Modell zurück (wobei er die Ausführungen von David Keirsey benutzt) und entwirft darauf basierend sein eigenes Charaktermodell.
Das Ehepaar Paul D. Tieger und Barbara Barron-Tieger hat einige Bücher herausgebracht, um Menschen in Beruf, Erziehung und Partnerschaft zu helfen, und nutzt den MBTI als zentrales Werkzeug. Auch hier wird u.a. auf Keirseys Ausführungen zurückgegriffen und durch jahrzehntelange Beobachtungen ergänzt.
Die weitgehende Anwendung der MBTI-ähnlichen Modelle hat dazu geführt, dass andere Modelle zu Persönlichkeit und Charakter sich damit vergleichen. Nicht das MBTI-Modell an sich, aber die Ableitungen von Keirsey greifen die klassische Vier-Elemente-Lehre der abendländischen Welt auf, die auf die hippokratische Temperamentenlehre zurückgeht. Diese hatten schon eine Verbindung von Temperament und Gesundheit eines Menschen gesehen (daraus folgend die Viersäftelehre).
Im Osten, speziell in Russland, ist die auf Jung aufbauende Klassifizierung Sozionik sehr beliebt und stellt sozusagen das russische Gegenstück zum MBTI dar. In der Sozionik geht es nicht ausschließlich um die Typen an sich, sondern der Funktionstheorie nach C.G. Jung wird eine stärkere Bedeutung zugemessen, und die Beziehungen der Typen untereinander werden in einem komplexen Modell erfasst. Zudem versucht die Sozionik eine Korrelation zwischen Typen und körperlichen Merkmalen aufzuzeigen.
Wie für alle selbsteinschätzenden Verfahren gilt auch für den MBTI der Barnum-Effekt. Der Proband erkennt sich in Beschreibungen wieder, obwohl diese eher allgemein gehalten sind und in Wirklichkeit auf die meisten Menschen zutreffen.
Die Beschreibungen der Typen und Ausrichtungen zeigen zudem fast nur positive Züge auf, während negative im Rahmen der politischen Korrektheit in der Regel nicht erwähnt werden.
Der originale MBTI-Test ist stets kostenpflichtig, und von offizieller Seite gibt es nur wenig kostenlose Informationen. Im deutschsprachigen Raum herrscht eine besondere Informationsarmut, da die offiziellen MBTI-Lizenzgeber CPP und die zugehörige CAPT-Organisation (Center for Applications of Psychological Type) keine deutschsprachigen Internetpräsenzen oder andere frei zugängliche Publikationen in deutscher Sprache anbieten. Deutschsprachige Informationen über den MBTI sind daher nur kostenpflichtig über lizenzierte Drittanbieter oder aus nichtlizenzierten inoffiziellen Quellen zu bekommen. In beiden Fällen fällt die Darstellung des MBTI meist subjektiv und sehr positiv aus. Die Informationen und kostenlosen Tests, die man zum MBTI im Internet findet, sind Nachahmungen oder Neuinterpretationen, die meist mit subjektiven Eindrücken oder dem Modell von Keirsey vermischt sind.
Zudem gibt es inhaltliche Kritik am MBTI-Modell, speziell an den von der Arbeit Jungs abgeleiteten Funktionen. Von Seiten der Sozionik kommt der Kritikpunkt, dass der MBTI bei den ersten beiden Funktionen von introvertierten Menschen eine umgekehrte Reihenfolge der Funktionen benützt: im MBTI haben die introvertierten, irrationalen Typen (perceiving) eine dominierende rationale Funktion (judging), obwohl ihr Testergebnis sie als irrational (perceiving) klassifiziert. Gleiches gilt umgekehrt für die introvertierten rationalen (judging) Typen. In der Sozionik ist dies nicht der Fall. Beide Theorien konnten jedoch bisher in keinster Weise wissenschaftlich bestätigt werden. Zwar wurden die Sozionik-Funktionen in den folgenden Studien nicht überprüft. Es ist aber davon auszugehen, dass die meisten Kritikpunkte dafür genauso gelten, da die Funktionen für die extravertierten Typen bei beiden Systemen gleich sind:
Innerhalb von drei umfangreichen Studien wurde die Funktionstheorie des MBTI überprüft. Das eindeutige Ergebnis lautet, dass die Aussagen der Funktionen und vor allem auch ihre festgelegte Reihenfolge von Haupt- und Nebenfunktionen, kaum mit der Realität und dem tatsächlichen Verhalten übereinstimmen. Sie konnten der wissenschaftlichen Überprüfung in keinster Weise standhalten. Es wurden grobe Logikfehler im Aufbau des Funktionssystems aufgezeigt, sowie angezweifelt, ob dieses überhaupt der Jungschen Theorie entspricht.[1]
Insbesondere bei der Prognose von Berufseignung und -erfolg versagt der Test.[2]
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Stagnierung des Modells. Auch wenn der MBTI anfangs stetig weiterentwickelt wurde, gab es seit Ende der 1960er, Anfang der 1970er kaum nennenswerte Änderungen mehr.
Jungs Fundament
Primärliteratur
Sekundärliteratur
Deutschsprachige Literatur
Offiziell
Weiterführend