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| Daten des Dramas | |
|---|---|
| Titel: | Macbeth |
| Originaltitel: | The Tragedy of Macbeth |
| Gattung: | Tragödie |
| Originalsprache: | Englisch |
| Autor: | William Shakespeare |
| Erscheinungsjahr: | 1623 |
| Uraufführung: | April 1611 |
| Ort der Uraufführung: | Globe Theatre |
| Ort und Zeit der Handlung: | Schottland und England im 11. Jahrhundert |
| Personen | |
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Macbeth (engl. The Tragedy of Macbeth) ist eine um 1606 von William Shakespeare verfasste Tragödie und eines seiner bekanntesten Werke. Sie beschreibt den Aufstieg des königlichen Heerführers Macbeth zum König von Schottland, seinen Wandel zum Tyrannen und seinen Fall.
Shakespeare verwob in diesem Drama geschichtliche Fakten über den historischen König Macbeth und den zeitgenössischen Jakob I. mit Aberglauben, Mythologie und Fiktion.
Inhaltsverzeichnis |
Macbeth, in Unkenntnis der letzten Ereignisse, ist von dieser Weissagung verwirrt. Als sich jedoch der erste Teil der Prophezeiung, die Ernennung zum Thane of Cawdor, erfüllt, und ihn Rosse über die Entscheidung des Königs in Kenntnis setzt, kommt er ins Grübeln.
Lady Macbeth, von ihrem Gemahl über die seltsame Begegnung in der Heide informiert und voller Ehrgeiz, drängt ihren Mann zum Handeln. Da sie die Möglichkeit ausschließt, dass ihr Mann auf natürlichem Wege den Thron besteigen könne, fasst sie den Mord an König Duncan ins Auge. Macbeth schreckt zunächst davor zurück, gibt dann aber nach und willigt ein, Duncan bei dessen Besuch auf Macbeths Burg Inverness zu töten. Die Eheleute beginnen mit den Vorbereitungen der Untat, während Duncan, seine Söhne, sowie die Thanes und deren Gefolge in Inverness eintreffen.
Dieser Akt wird durch die Begegnung von Banquo und Fleance mit Macbeth und einem Diener eröffnet. Auf Banquos Frage, was ihn so spät in der Nacht noch auf den Beinen halte, antwortet Macbeth, es sei die Sorge um seinen Gast. Nachdem sich Banquo und Fleance auf ihre Zimmer begeben haben, und Macbeth seinen Diener fortgeschickt hat, erscheint ihm plötzlich ein schwebender, blutbefleckter Dolch. Er deutet dies als böses Omen, schreitet aber dennoch zur Tat, als Lady Macbeth eine als Signal vereinbarte Glocke läutet.
Als Lady Macbeth wenig später an den Ort des Geschehens gelangt, findet sie einen verstörten Macbeth vor. Zum Entsetzen seiner Frau trägt er die Mordwaffen noch bei sich, statt diese, wie vereinbart, den betäubten Wachen in die Hand zu legen. Da er sich weigert, die Kammer mit der blutüberströmten Leiche des Königs noch einmal zu betreten und die Dolche zurückzubringen, nimmt Lady Macbeth sich selbst der Sache an. Plötzlich ist vom Tor der Burg her Pochen zu vernehmen.
Macbeth eilt zur Pforte, um den eintretenden Macduff willkommen zu heißen. Dieser erkundigt sich nach dem Wohlbefinden Duncans, woraufhin Macbeth ihm den Weg zu den Gemächern des Königs weist. Als Macduff den Mord entdeckt, ist die Gesellschaft in heller Aufregung. In der allgemeinen Verwirrung erschlägt Macbeth die zwei Kammerdiener Duncans als die vermutlichen Mörder. Während Macduff durch diese Tat Misstrauen schöpft, beschließen die Söhne des Königs, Donalbain und Malcolm, nach Irland und England zu fliehen, weil sie Angst haben, selbst zu Opfern zu werden und zudem verdächtigt zu werden, ihren Vater getötet zu haben.
Nach Duncans Tod und der Flucht seiner Söhne wird Macbeth als in der Thronfolge Dritter zum König gekrönt. Er fürchtet aber um seine Position, zum einen, weil Banquo von den Hexen weiß, und zum anderen, weil deren Prophezeiung besagt, dass Macbeth nicht Stammvater der königlichen Linie sein werde. Er schickt drei Mörder aus, um Banquo und dessen Sohn Fleance ermorden zu lassen. Zwar gelingt es ihnen, Banquo zu töten, Fleance jedoch kann entkommen.
Zur gleichen Zeit erscheint Macbeth während des Banketts zu seiner Krönungsfeier mehrfach der Geist Banquos, was den König sehr verwirrt, verängstigt und verdächtige Reden führen lässt. Da aber nur er Banquo wahrnimmt, ist die Gesellschaft durch das merkwürdige Verhalten des Königs höchst beunruhigt. Lady Macbeth versucht, die verräterische Situation zu retten, indem sie sich für die Halluzinationen ihres Gatten entschuldigt und die Gäste nach Hause schickt.
Angesichts dieser Ereignisse beschließt Macbeth, die drei Hexen ein zweites Mal aufzusuchen, um sich Gewissheit über seine Zukunft zu verschaffen.
In einer Grotte brauen die Hexen einen Zaubertrank, als mit den Worten der zweiten Hexe „Something wicked this way comes“ (Etwas Übles kommt des Weges)[1] Macbeth hereintritt. Er bittet die Hexen, ihm sein weiteres Schicksal zu weissagen. Daraufhin beschwören diese drei Erscheinungen herauf: Die erste, ein bewaffnetes Haupt, weist ihn an, sich vor Macduff in Acht zu nehmen. Die zweite, ein blutiges Kind, verkündet ihm, dass kein Mensch, der von einer Frau geboren wurde, ihm je Schaden zufügen könne. Die dritte Vision, ein gekröntes Kind mit einem Baum in der Hand, verspricht Macbeth, er habe nichts zu fürchten, solange nicht der Wald von Birnam nach Dunsinane komme. Der König ist erfreut über diese neuen Prophezeiungen, bittet jedoch die Hexen, ihm noch zu sagen, ob Banquos Nachkommen wirklich Könige sein werden. Daraufhin konfrontieren die drei Schwestern Macbeth mit weiteren Erscheinungen: acht Figuren, gekleidet wie Könige und augenscheinlich Nachfahren Banquos, und schließlich auch Banquo, als letzter der Reihe. Mit dieser Vision verschwinden die Hexen und lassen Macbeth allein zurück. Lennox tritt auf und berichtet dem König, dass Macduff nach England geflohen sei, um mit Malcolm ein Rebellionsheer gegen Macbeth anzuführen. Aus Rache befiehlt dieser, Macduffs Frau und Kinder zu ermorden.
Macduff, der in England mit Malcolm und König Edward ein Bündnis gegen Macbeth schmiedet, stürzt in tiefe Verzweiflung, als er von der Tat erfährt. Zusammen mit Malcolm und Siward, dem Earl of Northumberland und englischen Heerführer, zieht Macduff in den Krieg gegen Macbeth.
Auf Burg Dunsinane wandelt sich Macbeth inzwischen immer mehr zum verbitterten Tyrannen, während seine Frau, vom schlechten Gewissen wegen ihrer Schuld an Duncans Tod geplagt, den Verstand verliert und sich schließlich das Leben nimmt. Damit sind alle früheren Vertrauten und Freunde des Königs entweder geflohen oder tot. Die herannahenden Truppen verbergen sich hinter Ästen und Zweigen aus dem Wald von Birnam, um unbemerkt bis Dunsinane vordringen zu können. Als Macbeth den „wandelnden Wald“ erblickt, erkennt er, dass sich dieser Teil der Prophezeiung erfüllt hat. Zunächst vermag aber niemand, den König zu töten. Schließlich stellt sich Macduff Macbeth zum Zweikampf. Auf die höhnische Äußerung des Tyrannen, kein Mensch, der von einer Frau geboren wurde, sei imstande, ihn zu töten, erwidert Macduff, er sei seiner Mutter per Kaiserschnitt aus dem Bauch geschnitten worden. Macbeth weigert sich dennoch, sich zu ergeben, und wird von Macduff getötet.
Anschließend wird Malcolm zum König von Schottland ausgerufen und die Thanes werden zu Earls geschlagen.
Die wichtigsten Handlungsträger sind:
Macbeth, zunächst Thane of Glamis und später auch von Cawdor, ist zu Beginn treuer Vasall des Königs Duncan von Schottland. Nachdem ihm prophezeit wird, als König über Schottland zu herrschen, beschließen er und Lady Macbeth, den König zu ermorden. Nach dem Mord an Duncan lässt sich Macbeth zum König krönen und errichtet nach und nach eine Tyrannenherrschaft. Sowohl die Lady als auch Macbeth sind von großem Ehrgeiz und Machtbewusstsein geprägt, verlieren aber über ihre Verbrechen ihren Verstand und ihre Menschlichkeit.
Duncan ist zu Beginn des Stücks rechtmäßiger König von Schottland, seine Söhne sind der ältere Malcolm und der jüngere Donalbain. Nach der Niederschlagung der Rebellion ernennt Duncan Malcolm zu seinem Nachfolger. Später wird Duncan von Macbeth und dessen Frau ermordet; Duncans Söhne werden der Tat beschuldigt, während Malcolm und Donalbain außer Landes fliehen. Malcolm kehrt später zurück und wird nach Macbeths Tod neuer König.
Die Thanes (Fürsten) nehmen im Stück unterschiedliche Rollen ein.
Banquo ist anfangs königlicher Heerführer und Freund Macbeths. Ihm wird prophezeit, Stammvater von Königen zu sein. Nach Macbeths Machtergreifung wendet sich Banquo zunehmend von diesem ab. Um die Erfüllung der Prophezeiung zu verhindern, lässt Macbeth Banquo ermorden. Dem Sohn Fleance gelingt jedoch die Flucht.
Macduff, der Thane of Fife, ist Macbeths stärkster Widersacher. Er missbilligt dessen Machtergreifung und bezweifelt seine Behauptung, Duncan sei von seinen eigenen Söhnen ermordet worden. Als er nach England flieht, um dort ein Bündnis gegen den Tyrannen zu schmieden, lässt Macbeth seine Familie ermorden.
Die Thanes Lennox, Rosse, Menteith, Angus und Caithness nehmen zunächst eine wohlwollende oder zumindest neutrale Haltung gegenüber dem neuen König ein. Erst, als sich Macbeths Wahn immer mehr steigert und immer zahlreichere Opfer fordert, wechseln sie einer nach dem anderen zur Gegenseite über.
Die drei Hexen (auch die „unheimlichen Schwestern“ genannt) fassen zu Beginn den Plan, mit Macbeth zusammenzutreffen und prophezeien ihm, dass er König von Schottland und Banquo Stammvater eines Königsgeschlechts sein werde. Nach seiner Machtergreifung sucht Macbeth die Hexen abermals auf, um sich sein weiteres Schicksal weissagen zu lassen, und wähnt sich durch die zweideutigen Prophezeiungen der Hexen in Sicherheit. Hecate, Göttin der Hexerei, bestärkt die Schwestern in ihrem Vorgehen und treibt sie zusätzlich an. Zusammen mit den Hexen verkörpert sie die übernatürlichen und widernatürlichen Seiten des Schicksals.
Hauptartikel: Macbeth (Schottland)
Als historisches Vorbild für die Figur des Macbeth diente Mac Bethad mac Findlàich aus dem Haus Alpin, der von 1040 bis zu seinem Tod 1057 als König über Schottland herrschte.[2]
Der schottische Staat des 11. Jahrhunderts kannte kein Erbkönigtum, sondern lediglich die Thanwahl. Vor diesem Hintergrund kam es immer wieder zu Machtkämpfen zwischen den rivalisierenden Clans. Der historische Macbeth stammte aus einer Seitenlinie der Familie des regierenden Duncan I. und tötete diesen 1040 in der Schlacht von Elgin, anschließend ließ er sich zum König ausrufen. Im Jahr 1057 wurde Macbeth im Kampf gegen die Truppen Eduards des Bekenners von Duncans Sohn Malcolm III. getötet. Dieses Ereignis markiert einen Wendepunkt der schottischen Geschichte; von der Selbstbestimmung hin zur Fremdherrschaft Englands.
Anders als bei Shakespeare war der historische Macbeth als König durchaus anerkannt und geachtet. Im Gegensatz zu seinem relativ schwachen Vorgänger sorgte er während seiner Regierungszeit für Stabilität und Frieden in Schottland.
Der genaue Zeitpunkt der Entstehung und der Veröffentlichung des Stücks sind unbekannt. Als gesichert gilt jedoch, dass das Werk in der Regierungszeit Jakobs I. entstand. Shakespeare bezog sich dabei, wie auch schon in früheren Stücken, auf die 1587 erschienenen Cronicles of England, Scotland and Ireland,[3] in denen Raphael Holinshed die Geschichte des historischen Macbeth erzählt. Shakespeare beschränkte sich bei Macbeth aber nicht auf die Darstellung Holinsheds. Er fügte Figuren hinzu, schmückte die Handlung auf den dramatischen Effekt hin aus.
Die Werke des römischen Dramatikers Seneca inspirierten die Arbeit Shakespeares ebenfalls. Die zur damaligen Zeit populären Tragödien Senecas handeln vielfach von Verrat, Mord und Übernatürlichem, so wie auch Macbeth. So kann man Lady Macbeth mit Senecas Klytaimnestra mit all ihren Rachemotiven aus dessen Tragödie Agamemno vergleichen.[4]
Auch Jakob I. nahm indirekt Einfluss auf die Gestaltung des Dramas: Shakespeare war als Hofdichter auch daran gelegen, seinen königlichen Gönner zufriedenzustellen. Die positive Darstellung Duncans, des rechtmäßigen Königs, die Darstellung Macbeths als feigen Mörder und Tyrannen, sowie die Erwähnung von Jakobs vermeintlichem Vorfahren Banquo sind − obgleich historisch nicht korrekt − diesem Umstand mit geschuldet. Im vierten Akt, als in einer prophetischen Vision vor den Augen des entsetzten Macbeth die Reihe der Nachkommen erscheint, die sein Opfer gezeugt hat, tritt als letzter und achter König Jakob selbst auf. Darüber hinaus greift der Dichter das Motiv des wundertätigen Königs auf.[5]
Auch zeitgenössische Ereignisse, wie beispielsweise das Gunpowder Plot, beeinflussten Shakespeare bei seiner Arbeit an Macbeth und fanden als Verschwörungen einen Weg in das Stück.[6]
Macbeth ist ein Drama in fünf Akten. Akt I gliedert sich in sieben Szenen, Akt II in vier und Akt III in sechs Szenen. Der vierte Akt umfasst drei, der fünfte sieben Szenen.
Wie auch für seine anderen Werke ist Shakespeares Sprache mit ihrem Wortreichtum und ihren zahlreichen Stilmitteln für Macbeth charakteristisch. Auffällig in Macbeth sind die vielen Monologe, von denen Shakespeare in keinem seiner anderen Stücke so zahlreichen Gebrauch macht. Die Dialoge der Figuren sind fast durchgängig in Blankvers gehalten, mit einem fünfhebigen Jambus als Versmaß. Eine Ausnahme bilden die Hexen und Hecate, die in der Regel im Tetrameter sprechen. Dies ist ein für Zaubersprüche und Beschwörungsformeln übliches Versmaß und hebt die Hexen von den „irdischen“ Figuren ab.
Das Sprechen in Versen wurde zu Shakespeares Zeit als einzig angemessene Umgangsform in Dramen angesehen. Prosa war Figuren niederen Standes vorbehalten oder für komödiantische Szenen reserviert, für die wichtigen Rollen verbot sie sich aber in der Regel wegen der Ständeklausel. Shakespeare befolgte dieses Muster in Macbeth zwar über große Strecken, löste sich aber auch stellenweise von den strikten Vorgaben. So spricht Macbeth mit den Mördern Banquos zunächst in Prosa, diese hingegen antworten später in Versform.
Shakespeares Geschichte lässt mehrere, voneinander verschiedene Interpretationen zu: Von der Parabel über die Machtgier der Menschen über die Frage nach Vorherbestimmung des Schicksals bis hin zu Sünde und Schuld als ewiges Menschheitsthema.
Ein zentrales Thema des Dramas ist das Divine Right, das göttliche Recht, eine Idee, in der der König als gerechter Herrscher von Gottes Gnaden im Mittelpunkt des Staates steht. Jakob I. beschrieb diese Vorstellung in seinem Werk Basilikon Doron.
Macbeth verstößt durch seine gewaltsame Machtergreifung gegen diese Ordnung, was nicht nur Chaos und Schreckensherrschaft in Schottland, sondern schließlich auch Macbeths gewaltsamen Tod zur Folge hat.
Laut Caroline Spurgeon veranschaulicht und kritisiert Shakespeare diese Verletzung der natürlichen Ordnung, indem er Macbeth seiner Heldenhaftigkeit beraubt und mit Hilfe geeigneter Metaphern nicht nur als äußerst blutrünstig darstellt, sondern teilweise auch bewusst lächerlich macht. So erscheint Macbeths Kleidung wiederholt entweder zu groß oder zu klein für ihren Träger, ähnlich wie sein Ehrgeiz zu groß und sein Charakter zu klein für seine neue unrechtmäßige Rolle als König ist. Schon zu Anfang des Stückes beginnt das Spiel mit diesem Motiv: Als Macbeth sich „wie in geliehenen Kleidern“ („dressed in borrowed clothes“) fühlt, nachdem sein neuer, ihm von den Hexen prophezeiter Titel als Thane von Cawdor von Rosse bestätigt wird (I, 3, Z. 108-109), kommentiert Banquo das mit den Worten: „Die neue Würde engt ihn, / Wie fremd Gewand sich auch nur durch Gewohnheit / Dem Körper fügt“ („New honours come upon him, / Like our garments, cleave not to their mould, / But with the aid of use“, I, 3, Z. 145-146).
Gegen Ende der Tragödie, als sich der Tyrann den Wald von Birnam vom Leibe halten will, bezeichnet ihn Caithness als einen Mann, der vergeblich versucht, ein zu großes Gewand mit einem zu kleinen Gürtel zusammenzuhalten: „er kann / Den wild empörten Zustand nicht mehr schnallen / In den Gurt der Ordnung“ („he cannot buckle his distemper’d cause / Within the belt of rule“, V, 2, Z. 14-15). Und Angus fasst in einem weiteren Nimismus zusammen, was alle denken, seit Macbeth die Macht an sich gerissen hat: „Jetzt fühlt er, jene Würde, / Zu weit und lose, wie des Riesen Rock / Hängt um den dieb’schen Zwerg“ („Now does he feel his Title / Hange loose about him, like a giant’s robe / Upon a dwarfish thief“, V, 2, Z. 18-20). [7]
Nachdem Malcolm den Thron als rechtmäßiger König bestiegen hat, gilt die göttliche Ordnung als wiederhergestellt. Es ist jedoch fraglich, ob sie von Dauer sein wird: nicht nur die Thanes, die zuvor auch Macbeth die Treue geschworen hatten, stellen eine mögliche Bedrohung für den jungen König dar, sondern auch sein Bruder Donalbain, der sich immer noch im Exil befindet.
Die erste schriftliche Erwähnung einer Aufführung von Macbeth findet sich bei Simon Forman, der von einer Vorstellung am 20. April 1611 im Globe Theatre berichtet.
„Am Samstag dem 20. April ließ sich im Globe zunächst beobachten, wie Macbeth und Banqo, zwei schottische Fürsten, durch einen Wald ritten und drei Feen oder Nymphen standen vor ihnen, die Macbeth begrüßten und zu ihm sagten 'Heil dir, Macbeth, denn du sollst König sein, doch keine Könige zeugen'. […] Und Macbeth ersann einen Plan, Duncan zu ermorden, und durch die Überzeugungskraft seiner Frau ermordete er den König in seinem eigenen Schloss, wo er zu Gast war, und viel Erstaunliches wurde in dieser Nacht gesehen.“
– Simon Forman[19]
Unklar ist, ob und, wenn ja, wann das Stück bereits vorher aufgeführt worden war. Die erste Druckausgabe von Macbeth erfolgte 1623, sieben Jahre nach dem Tod des Dichters, in Shakespeares Folio; alle späteren Texte und Bearbeitungen bezogen sich auf diese Version. Da den Texten offensichtlich Passagen von fremder Hand hinzugefügt wurden, ist heute die Urheberschaft Shakespeares für einige Szenen umstritten. So werden die vom Rest des Werkes stilistisch recht verschiedenen, für die Handlung des Stückes unerheblichen Szenen III/5 und IV/1 Thomas Middleton zugeschrieben, in dessen Stück The Witch sich zwei Hexenlieder aus Macbeth finden.[20]
Im Lauf des 17. Jahrhunderts erlangte Macbeth große Beliebtheit und wurde 1667 von William Davenant in einer opulenten Version inszeniert, die bis Mitte des nächsten Jahrhunderts maßgeblich blieb.[21] In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bearbeiteten den Stoff unter anderen David Garrick,[22] Charles Macklin[23] und John Philip Kemble, der durch seine besonders unkonventionelle Interpretation auffiel und als derjenige gilt, der Macbeth erstmals im Kilt verkörpert hat, obwohl dies auch Macklin auszeichnete.[24] Im 19. Jahrhundert hatte vor allem Charles Kean mit einer sehr geschichts- und werkgetreuen Inszenierung Erfolg, die auch gefühltsmäßig überzeugend war.[25] [26] 1928 wurde Macbeth erstmals in modernen Kostümen aufgeführt. Orson Welles verlegte 1935 die Handlung ins postkoloniale Haiti, besetzte alle Rollen mit schwarzen Schauspielern und sorgte mit der seinerzeit als Voodoo-Macbeth genannten Inszenierung für großes Aufsehen.[27] [28] Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Figur des Macbeth von so bekannten Namen wie Ralph Richardson (1952), Laurence Olivier (1937 und 1955), Eric Porter (1962), Paul Scofield (1967), Nicol Williamson (1947),[29] Ian McKellen (1976) in der Inszenierung von Trevor Nunn[30] oder Peter O'Toole (1980)[31] verkörpert. Weibliche Stars wie Judith Anderson (1937),[32] Helen Mirren (1974)[33] und Judi Dench (1976)[34] spielten die Rolle der Lady Macbeth.
Das Drama wird von vielen Schauspielern lieber als Das schottische Stück (The Scottish Play) bezeichnet. Den wirklichen Namen innerhalb eines Theaters auszusprechen, soll die Aufführung des Stückes zum Scheitern verurteilen oder allgemein Unglück bringen.[35] Angeblich jedoch kann dies durch sofortiges Sprechen einer langen Beschwörungsformel (gebildet aus Shakespeare-Zitaten) verhindert werden.
Historiker führen dies auf eine durchaus berechtigte Angst vor dem Stück zurück: Bedingt durch die zahlreichen Kampfszenen, die damals vermutlich ohne besonderes Fechttraining gespielt wurden, barg Macbeth ein besonders hohes Verletzungsrisiko für die Schauspieler. Zum Mythos des Scottish Play trug auch der Astor Place Riot bei, bei dem es während einer Aufführung von Macbeth zu Tumulten und Handgemengen kam.[36]
Macbeth wurde mehrfach ins Deutsche übersetzt,[37] u. a. von Gottfried August Bürger,[38] Friedrich Schiller,[39] Christoph Martin Wieland(Ü1), Dorothea Tieck(Ü2), Thomas Brasch,[40] Frank Günther,[41] Heiner Müller,[42] August Wilhelm Schlegel,[43] Jürgen Gosch[44] [45] und Barbara Rojahn-Deyk.[46]
Schon im 17. Jahrhundert wurde Macbeth erstmals vertont. Bekanntheit erlangte vor allem Giuseppe Verdis Oper über den Stoff. Auch in jüngerer Zeit diente Macbeth vielen Musikern als Inspiration.
Liste der Vertonungen (Auswahl):
Mit dem Aufkommen des Films als neuem Medium wurde Shakespeares Stück Gegenstand zahlreicher Verfilmungen. Von 1905 existiert eine Aufnahme einer Kampfszene, 1908 wurde das Stück erstmals in Gänze verfilmt.[49] Die bekannteste Version ist der Film von Roman Polański aus dem Jahr 1971.
Liste der Verfilmungen (Auswahl):
Anspielungen auf Themen und Motive aus Shakespeares Werken sind überaus zahlreich. Die folgende Liste kann also keinen Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit geben, sondern nennt allenfalls einige wenige Beispiele:
Tragödien: Romeo und Julia | Macbeth | König Lear | Hamlet | Othello | Titus Andronicus | Julius Caesar | Antonius und Cleopatra | Coriolanus | Troilus und Cressida | Timon von Athen
Komödien: Ein Sommernachtstraum | Ende gut, alles gut | Wie es euch gefällt | Cymbeline | Verlorene Liebesmüh | Der Kaufmann von Venedig | Die lustigen Weiber von Windsor | Viel Lärm um nichts | Perikles, Prinz von Tyrus | Der Widerspenstigen Zähmung | Die Komödie der Irrungen | Maß für Maß | Der Sturm | Was ihr wollt | Zwei Herren aus Verona | Ein Wintermärchen
Historiendramen: Richard III. | Richard II. | Heinrich VI. | Heinrich V. | Heinrich IV. | Heinrich VIII. | König Johann
Andere Werke: Sonette | Venus und Adonis | Lucrecia | Der verliebte Pilger | Der Phoenix und die Turteltaube | Der Liebenden Klage