Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Magnesiumfluorid

Kristallstruktur
Kristallstruktur von Magnesium(II)-fluorid
__ Mg2+      __ F−
Allgemeines
Name Magnesiumfluorid
Andere Namen

Sellait

VerhÀltnisformel MgF2
CAS-Nummer 7783-40-6
Kurzbeschreibung

farblose geruchlose tetragonale Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 62,31 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,13 g·cm–3 [2]

Schmelzpunkt

1256 °C [3]

Siedepunkt

2260 °C [2]

Löslichkeit

schlecht (0,13 g·l−1) in Wasser [2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [4]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-SĂ€tze H: 315-319-335
EUH: keine EUH-SĂ€tze
P: 261-​305+351+338 [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine Gefahrensymbole
R- und S-SĂ€tze R: keine R-SĂ€tze
S: 22-25
MAK

1 mg·m–3 [5]

Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Magnesiumfluorid ist eine chemische Verbindung aus Magnesium und Fluor. Es gehört zu den Salzen und kommt als weißes Pulver oder als farblose Kristalle vor.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen

Magnesiumfluorid wurde als Mineral erstmals 1868 von dem italienischen Bergbauingenieur Quintino Sella (1827–1884) beschrieben. Nach ihm trĂ€gt es den Namen Sellait. Die natĂŒrlichen Vorkommen haben keinerlei wirtschaftliche Bedeutung.

Gewinnung und Darstellung

Im Unterschied zum Magnesiumfluorid ist Magnesiumchlorid gut wasserlöslich. Die einfachste und wirtschaftlichste Art der Herstellung des Fluorids ist daher, es aus einer Lösung von Magnesiumchlorid mit FlusssÀure auszufÀllen.

<math>\mathrm{MgCl_2 + 2 \ HF \longrightarrow MgF_2 + 2 \ HCl}</math>

DarĂŒber hinaus kann Magnesiumfluorid auch durch Auflösen von metallischem Magnesium oder Magnesiumcarbonat in FlusssĂ€ure oder direkt aus den Elementen Magnesium und Fluor gewonnen werden, wobei letztere Reaktion stark exotherm ist.[6]

Eigenschaften

Magnesiumfluorid bildet farb- und geruchlose unbrennbare Kristalle, die tetragonal in der Rutilstruktur kristallisieren. Die Mohssche HĂ€rte betrĂ€gt 6. Die Standardbildungsenthalpie betrĂ€gt -1124 kJ/mol. Chemisch ist MgF2 sehr stabil und wird nur von heißer SchwefelsĂ€ure angegriffen.

Magnesiumfluorid hat einige optische Eigenschaften, die es fĂŒr technische Anwendungen interessant machen. So ist es in einem außergewöhnlich weiten WellenlĂ€ngenbereich transparent. Dieser Bereich reicht von etwa 120 nm (VUV-Strahlung) bis zu etwa 8,0 Â”m (Infrarot). Außerdem hat es im sichtbaren Bereich des Spektrums relativ niedrige Brechzahlen von ca. 1,38. Ferner zeigt MgF2 eine positive Doppelbrechung.

Verwendung

Die optischen Eigenschaften von Magnesiumfluorid machen es zusammen mit seiner chemischen StabilitĂ€t zu einem wichtigen Werkstoff fĂŒr optische Anwendungen. So ist es durch die niedrige Brechzahl gut fĂŒr die Herstellung von Antireflexbeschichtungen geeignet, also um z. B. BrillenglĂ€ser oder Fotooptiken zu entspiegeln. Wegen der bis weit in den UV-Bereich reichenden Transmission wird MgF2 auch zur Versiegelung von mit Aluminium bedampften Spiegeln verwendet, die in diesem Bereich arbeiten. Als Einkristall findet Magnesiumfluorid Einsatz fĂŒr optische Fenster, die einen breiten Transparenzbereich benötigen.

Auch außerhalb der optischen Industrie gibt es eine Reihe von Anwendungen, unter anderem als Zusatz fĂŒr Keramiken und als Katalysator in der chemischen Industrie, in der Metallurgie als Schweissmitteln fĂŒr Leichtmetalle, als TrĂ€ger fĂŒr Katalysatoren und fĂŒr Erhöhung der WiderstandsfĂ€higkeit und Gasdichtigkeit von Formkörpern aus Aluminiumoxid.[5]

Einzelnachweise

  1. ↑ Helmut Sitzmann, in: Römpp Online - Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. ↑ a b c d Datenblatt Magnesiumfluorid bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.
  3. ↑ H. Kojima, S. G. Whiteway, C. R. Masson: Melting points of inorganic fluorides. In: Canadian Journal of Chemistry. 1968, 46, 18, S. 2968–2971, doi:10.1139/v68-494,
  4. ↑ a b Datenblatt Magnesium fluoride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 29. Mai 2011.
  5. ↑ a b Eintrag zu CAS-Nr. 7783-40-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 30. MĂ€rz 2008 (JavaScript erforderlich).
  6. ↑ G. Brauer (Hrsg.), Handbook of Preparative Inorganic Chemistry 2nd ed., vol. 1, Academic Press 1963, S. 232-3.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.