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| ȚȚšȚȚŹȚȚšȚȚ§ȚȚ°ȚȚȚȚŹ ȚȚȘȚȚȘȚȚ«ȚȚšȚȚ°ȚȚ§ Raajjeyge Jumhooriyyaa | |||||
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| Amtssprache | Dhivehi | ||||
| Hauptstadt | Malé | ||||
| Staatsform | PrÀsidialrepublik mit betrÀchtlichem Einfluss des PrÀsidenten | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | PrÀsident Mohammed Waheed Hassan | ||||
| FlĂ€che | 298[1] kmÂČ | ||||
| Einwohnerzahl | 328.536 (Stand Januar 2012)[2] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 1.102,5 Einwohner pro kmÂČ | ||||
| Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[3] | 1.674 Mio. US-Dollar (187.) | ||||
| Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner | 4.200 US$ (153.) | ||||
| Human Development Index | 0,771(95.) [4] | ||||
| WĂ€hrung | 1 Rufiyaa = 100 Laari | ||||
| UnabhÀngigkeit | am 26. Juli 1965 | ||||
| Nationalhymne | Gavmii mi ekuverikan matii tibegen kuriime salaam | ||||
| Zeitzone | UTC +5h | ||||
| Kfz-Kennzeichen | MV | ||||
| Internet-TLD | .mv | ||||
| Telefonvorwahl | +960 | ||||
Die Malediven (amtlich: Republik Malediven, (Dhivehi: ȚȚšȚȚŹȚȚšȚȚ§ȚȚ°ȚȚȚȚŹ ȚȚȘȚȚȘȚȚ«ȚȚšȚȚ°ȚȚ§, Rajjeyge Jumhuriyya) sind ein Inselstaat im Indischen Ozean nahe der SĂŒdspitze Indiens und bestehen aus mehreren Atollen und 1.196 Inseln, von denen 220 von Einheimischen bewohnt und 87 weitere fĂŒr touristische Zwecke genutzt werden. Zudem ist das Land GrĂŒndungsmitglied der SAARC (SĂŒdasiatische Vereinigung fĂŒr regionale Kooperation).
Inhaltsverzeichnis |
Die Malediven sind eine Kette (der Name âMaledivenâ bedeutet âInselketteâ, vgl. Mala) von 19 Inselgruppen im Indischen Ozean, sĂŒdwestlich von Indien und Sri Lanka. Sie erstrecken sich ĂŒber 871 Kilometer in Nord-SĂŒd-Richtung bis kurz sĂŒdlich des Ăquators. Die Inseln sind verteilt auf 26 Atolle mit Korallenriffen.[2] Sie liegen, wie die Lakkadiven, auf dem maledivischen RĂŒcken. Dieser wird als abgekippte und gesunkene Randscholle der indischen Landmasse angesehen. Die Malediven sind nicht, wie beispielsweise Hawaii, vulkanischen Ursprungs. Insgesamt sind von den 1.196 Inseln nur 220 Inseln bewohnt. Die Inseln liegen alle rund 1 Meter (m) ĂŒber dem Meeresspiegel, was sie besonders anfĂ€llig fĂŒr den stetig ansteigenden Meeresspiegel macht. Die höchste Erhebung ist auf der Insel Vilingili im Addu-Atoll mit 2,4 m.[2]
Die nahe gelegenen Riffe bieten den einzigen Schutz vor den manchmal heftigen MonsunstĂŒrmen. Die Inseln sind mit Palmen und BrotfruchtbĂ€umen bewachsen und von SandstrĂ€nden und klaren Lagunen umgeben.
Die Malediven lassen sich in Inseln fĂŒr Einheimische (âlocal islandsâ) und Inseln fĂŒr Touristen unterscheiden (wie Kuramathi, Bandos, Vabbinfaru oder Meerufenfushi). Malediver sind auf den Touristeninseln nur als Personal zugelassen. Touristen wiederum haben nur bedingt Zutritt auf Einheimischen-Inseln; in der Regel ist dies nur im Rahmen gefĂŒhrter Touren (âIsland-Hoppingâ) möglich. DarĂŒber hinaus kann man eine staatliche Erlaubnis beantragen. Derartige Genehmigungen werden nur selten und unter strengen Auflagen erteilt.
Ein Drittel der maledivischen Bevölkerung lebt auf der Hauptinsel MalĂ©, die zugleich einzige richtige Stadt der Malediven ist. MalĂ© ist eine der am dichtesten besiedelten StĂ€dte der Welt: Auf gerade einmal 5,7 Quadratkilometern drĂ€ngt sich Hochhaus an Hochhaus, um ĂŒber 134.000 Menschen zu beherbergen. Aus diesem Grund wurde 1997 eine Planung begonnen, um rund 3 Kilometer entfernt von MalĂ© durch Landgewinnung eine neue Insel zum Wohnen und Arbeiten zu schaffen. Die Insel HulhumalĂ© soll mit Abschluss der Phase 1 von rund 60.000 Menschen bevölkert sein.
Die Malediven haben im meist ruhigen Indischen Ozean ein sehr konstant heiĂes, tropisches Klima. Die Temperaturen fallen selbst nachts selten unter 25 Grad.
PrĂ€gend fĂŒr das Klima sind der SĂŒdwest-Monsun von Mai bis Oktober und der Nordost-Monsun von November bis April. Der SĂŒdwest-Monsun bringt normalerweise im Juni und Juli Wind und intensivere NiederschlĂ€ge. Als beste Reisezeit gelten die Monate November bis April.
| Malé | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm (ErklÀrung) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr MalĂ©
Quelle: WMO
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Die maledivische Sprache, Dhivehi, leitet sich vom mittelalterlichen Singhalesisch ab, ist aber inzwischen vollkommen eigenstÀndig.
In der Hauptstadt MalĂ© sind zwei KrankenhĂ€user vorhanden, ein privates (ADK) und ein öffentliches (IGMH). Beide KrankenhĂ€user sind verhĂ€ltnismĂ€Ăig gut ausgestattet. Kompliziertere chirurgische Behandlungen können dort jedoch nicht durchgefĂŒhrt werden. Hier wird von vielen Maledivern eine Behandlung in Indien bevorzugt, sofern die finanziellen Mittel vorhanden sind.
Die medizinische Versorgung und Betreuung der Bevölkerung auf den kleineren Inseln basiert weitgehend auf traditionellen Behandlungsmethoden und ist aufgrund der stark zentralistisch ausgebauten Infrastruktur nur unzureichend. Einige Inseln besitzen Apotheken und âMedical Centersâ, die aber in den wenigsten FĂ€llen mit Ărzten besetzt sind. Die Insel Bandos im Nord-MalĂ©-Atoll jedoch hat gleich zwei Ărzte stĂ€ndig im Dienst: Einen GP (General Practitioner) und einen DMO (Diving Medical Officer, Taucharzt). Letzterer ist verantwortlich fĂŒr die auf Bandos vorhandene Dekompressionskammer, in der TauchunfĂ€lle behandelt werden können. In der Regel werden beide Dienstposten mit Ărzten aus dem deutschsprachigen Raum besetzt.
Die Alphabetisierungsrate liegt bei 99 %. Auf jeder kleinen Insel gibt es Schulen, in denen die Kinder ab dem Alter von sechs Jahren Englisch und Dhivehi lesen und schreiben lernen sowie darĂŒber hinaus das arabische Alphabet, um den Koran rezitieren zu können. Die einzigen Schulen, in denen man die Hochschulreife erlangen kann, befinden sich in MalĂ©. Zunehmend orientiert sich das Bildungssystem an der arabischen Welt, Hauptfach ist Islam.
Ăber die Erstbesiedlung der Malediven sind in der wissenschaftlichen Literatur bis heute nur widersprĂŒchliche Informationen zu finden. Eine Theorie besagt, dass die Besiedlung der Malediven ihren Anfang im 5. Jahrhundert v. Chr. nahm, als sich buddhistische Fischer aus Indien und von der Insel Ceylon auf den Inseln niederlieĂen. Den archĂ€ologischen Untersuchungen von Thor Heyerdahl aus dem Jahr 1985 zufolge sind neben buddhistischen Tempeln auch Hinweise auf hinduistischen Glauben und auf Sonnenanbetungskulte zu finden. Heyerdahl glaubt, dass diese Religionen einen gewissen Zeitraum lang parallel existiert haben.[5]
Durch einen arabischen Reisenden wurden die Malediven 1153 zum Islam bekehrt. Die Malediven wurden sowohl von Sultanen als auch von einer Vielzahl von Sultaninnen regiert. Die bekannteste von ihnen war die Sultanin Khadeeja Rehendi Kabaidhi Kilege, die das Land im 14. Jahrhundert 35 Jahre lang regierte. Auch heute spielen Frauen eine groĂe Rolle im öffentlichen Leben der Malediven. So sind die HĂ€lfte der Studierenden, viele GeschĂ€ftsleute, Beamten und Minister Frauen.[6][7] Allerdings ist der matriarchale Einfluss bei weitem nicht so ausgeprĂ€gt wie bei den muslimischen Minangkabau auf Sumatra.
1558 besetzten die Portugiesen die Inseln, sie wurden aber in einem acht Jahre andauernden Guerillakrieg durch Muhammad Thakurufaan 1573 wieder vertrieben. Erst im 17. Jahrhundert gelang es einem europÀischen Land, die Inseln zu unterwerfen: Die Niederlande machten aus dem maledivischen Sultanat ein Protektorat, nachdem sie auch Ceylon besetzt hatten. Als die Niederlande Ceylon an die Briten 1796 verloren, gerieten auch die Malediven unter britischen Einfluss, sodass sie von 1887 bis 1965 britisches Protektorat waren.
1932 erhielten die Malediven ihre erste Verfassung von Sultan Mohammed Shamsudeen III. 1942 baute das Vereinigte Königreich einen MilitĂ€rflugplatz auf der Insel Gan, der erst in den spĂ€ten 1970er-Jahren von der Royal Air Force gerĂ€umt wurde. 1953 wurde die Republik ausgerufen. Daraufhin ĂŒbernahm ein Verwandter des Sultans das PrĂ€sidentenamt. Nach einer Volksabstimmung wurde jedoch wieder das Sultanat eingefĂŒhrt und Mohammed Farid Didi wurde erneut Sultan. Drei Jahre spĂ€ter, 1956, erhielten die Malediven innere Autonomie, jedoch errichteten die Briten weitere MilitĂ€rflugplĂ€tze. 1963 gab GroĂbritannien die Inseln auf, behielt aber das Nutzungsrecht an den MilitĂ€rflugplĂ€tzen. Die Malediven traten dem Colombo-Plan bei und wurden dann zwei Jahre spĂ€ter unabhĂ€ngig.
Per VerfassungsĂ€nderung wurde 1968 das Sultanat in eine Republik umgewandelt und die ĂŒber 250 Jahre lange Herrschaft der Didi beendet. Ibrahim Nasir wurde Staats- und Regierungschef. Ein Jahr spĂ€ter wurde die Republik unter dem Namen Malediven erneut ausgerufen. 1972 wurden die Ămter des Staatsoberhauptes und des Regierungschefs getrennt. Drei Jahre spĂ€ter wurde das Amt des Regierungschefs wieder abgeschafft und der PrĂ€sident ĂŒbernahm dieses Amt. 1976 verlieĂen die Briten das Land endgĂŒltig, da die 30-jĂ€hrige Nutzungszeit der MilitĂ€rflugplĂ€tzen abgelaufen war. 1982 traten die Malediven dem Commonwealth of Nations bei. In der Hauptstadt MalĂ© fand 1989 eine internationale Konferenz wegen der Bedrohung der Inseln durch den steigenden Meeresspiegel statt.
1972 öffnete sich das Land â zunĂ€chst langsam â fĂŒr den Tourismus. Am 26. Dezember 2004 wurden zahlreiche Siedlungen und Touristenresorts auf den Inseln durch eine Flutwelle in Folge des Seebebens im Indischen Ozean stark beschĂ€digt oder zerstört. Anders als die an flachen Meeresbereichen gelegenen KĂŒsten Sri Lankas oder Indiens, wo Tsunamis ihre Kraft entwickeln können, blieben die meisten Atolle von gröĂeren Zerstörungen verschont.
| Regierungszeit | Name | Lebensdaten |
|---|---|---|
| 1903â1933 | Sultan Mohammed Shamsudeen III. | 1879â1935 |
| 1933â1944 | Sultan Hassan Nooraddeen II. | 1887â1967 |
| 1944â1952 | Interregnum | |
| 1953 | PrĂ€sident Mohammed Amin Didi | 1910â1954 |
| 1953â1954 | amtierender PrĂ€sident Ibrahim Mohammed Didi | unbekannt |
| 1954â1968 | Sultan Mohammed Farid Didi | 1901â1969 |
| 1968â1978 | PrĂ€sident Ibrahim Nasir | 1926-2008 |
| 1978â2008 | PrĂ€sident Maumoon Abdul Gayoom | * 1937 |
| 2008-2012 | PrÀsident Mohamed Nasheed | * 1967 |
| 2012- | PrÀsident Mohamed Waheed Hassan | * 1953 |
Im Januar 1998 trat eine neue Verfassung in Kraft. Regierungsform blieb die PrĂ€sidialrepublik. Der StaatsprĂ€sident und Regierungschef hat die uneingeschrĂ€nkte Macht ĂŒber die Exekutive. Er wird von einem Einkammerparlament, der Majilis, auf fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt. Die Majilis besteht aus 50 Mitgliedern, von denen 42 gewĂ€hlt und acht vom PrĂ€sidenten eingesetzt sind. Nach der Wahl muss sich der PrĂ€sident noch einer Volksabstimmung stellen.
Die Malediven sind eine PrĂ€sidialrepublik mit erheblichem Einfluss des PrĂ€sidenten: Er ist Regierungschef und Verteidigungsminister; bis 2006 unterstanden ihm auch die Zentralbank und die Finanzen. Er fĂŒhrt Polizei, Armee, KĂŒstenwache, Feuerwehr und Justiz. Eine Gewaltenteilung gibt es nicht. Die PrĂ€sidentschaftswahlen finden alle fĂŒnf Jahre statt; das Volk wĂ€hlt dabei mit einfacher Mehrheit einen der zwei vom Parlament aufgestellten Kandidaten zum PrĂ€sidenten.
Mohamed Nasheed war seit den Neuwahlen im Oktober 2008 und dem Abschied des bisherigen Amtsinhabers Maumoon Abdul Gayoom am 10. November 2008 Staatsoberhaupt.[8] Gayoom war PrĂ€sident seit 1978 und damit der dienstĂ€lteste Staatschef Asiens. Bei seinen sechs siegreichen PrĂ€sidentschaftswahlen war er mitunter der einzige AnwĂ€rter auf das Amt, 2007 ernannte er sich ohne RĂŒcksprache mit seiner Partei DRP bereits selbst zum PrĂ€sidentschaftskandidaten fĂŒr die kommenden Wahlen. Der ehemalige PrĂ€sident Maumoon Abdul Gayoom ist auch an Ferienresorts beteiligt.[9]
Auf den Malediven existiert eine seit 1998 erlaubte Opposition de facto erst seit dem Jahr 2005.
Im Juni 2005 stimmten die Abgeordneten der Majilis einstimmig fĂŒr einen Antrag, der die Etablierung eines Mehrparteiensystems ermöglichen soll.
Seither hat PrĂ€sident Gayoom fĂŒnf Parteien geduldet: seine eigene, alles dominierende DRP, die islamische AP, die kleinen Parteien MSDP und IDP, sowie die demokratische MDP (Maldivian Democratic Party). Insbesondere die Mitglieder der MDP, allen voran ihr damaliger GeschĂ€ftsfĂŒhrer und bis Februar 2012 als PrĂ€sident amtierende Mohamed Nasheed, sahen sich zum Teil erheblichen Repressionen und EinschrĂ€nkungen ihrer politischen Arbeit ausgesetzt.[10]
Grundrechte wie die Rede- und Meinungsfreiheit sind eingeschrĂ€nkt; im Vorfeld und wĂ€hrend politischer Kundgebungen werden auch friedliche Demonstranten festgenommen. In maledivischen GefĂ€ngnissen sitzen nach wie vor zahlreiche politische HĂ€ftlinge ein.[11] Bis heute wird auf den Malediven auĂer dem Islam keine andere Religion geduldet[12]. Am 7. August 2008 erlieĂ PrĂ€sident Mohammed Abdul Gayoom eine neue Verfassung, die in Artikel 9, Absatz d) Personen, welche nicht muslimisch sind, die Aufnahme als neue StaatsbĂŒrger verwehrt. Dies gilt jedoch nicht fĂŒr Personen, die auf den Malediven geboren wurden und deren Eltern bereits StaatsbĂŒrger sind, unabhĂ€ngig von ihrer Religion.[13]
Im Juli 2003 veröffentlichte Amnesty International einen Bericht ĂŒber die Menschenrechtsverletzungen des Regimes von PrĂ€sident Gayoom, in dem dieses beschuldigt wird, Folter anzuwenden. HĂ€ftlinge wĂŒrden geschlagen und getreten, sie mĂŒssten stundenlang in Handschellen gefesselt in der Sonne ausharren. Vor Gericht wĂŒrden ihnen AnwĂ€lte verwehrt.
Die Herausgeber des unabhĂ€ngigen Internetmagazins âSandhaanâ wurden wegen Hochverrats zu lebenslanger Haft verurteilt, unliebsame Politiker seien ebenso weggesperrt worden wie religiöse FĂŒhrer oder KĂŒnstler. Gleichzeitig baute der ehemalige PrĂ€sident einstige MilitĂ€rgebĂ€ude zu GefĂ€ngnissen aus - auf Inseln weit weg von den Luxushotels der Touristen.
Die 395.650 Einwohner (SchĂ€tzung Juli 2010)[2] der Malediven sind fast alle sunnitische Muslime. Der Islam ist die alleinige Staatsreligion. Bedingung fĂŒr die maledivische StaatsbĂŒrgerschaft ist das muslimische Glaubensbekenntnis. Religionsfreiheit wird ausdrĂŒcklich ausgeschlossen. Auf dem aktuellen christlichen Weltverfolgungsindex der privaten Organisation Open Doors stehen die Malediven auf Platz 6 (Vergleich 2008: Platz 4, 2009: Platz 6, 2010: Platz 5), wobei Open Doors keine Angaben dazu macht, wie diese Einstufung zustandegekommen ist.[14]
Im September 2003 kam es zu ersten Massendemonstrationen, nachdem drei HÀftlinge unter ungeklÀrten UmstÀnden im GefÀngnis starben. PrÀsident Gayoom versprach Reformen, das Rechtssystem sollte verÀndert, die Kompetenzen des Parlamentes erweitert werden. Am 25. September 2003 bestimmte ihn das Parlament einstimmig zum PrÀsidentschaftskandidaten, zwei Monate spÀter wurde er mit 90,3 % der Stimmen zum sechsten Mal ins Amt gewÀhlt.
Mitte August 2004 wurde der Ausnahmezustand auf den Malediven ausgerufen. Seitdem seien Hunderte Menschen nach Demonstrationen gegen das Regime des PrĂ€sidenten in GefĂ€ngnissen verschwunden, sagt die Opposition, die lĂ€ngst ins Ausland geflohen ist. Unter den Gefangenen sind auch ein frĂŒherer Minister und ein Generalstaatsanwalt, was von der Regierung auch bestĂ€tigt wurde. Beide sind landesweit bekannte Reformer, die schon seit Jahren fĂŒr Gewaltenteilung und freie Wahlen auf den Malediven kĂ€mpfen.
Am 28. Oktober 2008 wurde der Reformer Mohamed Nasheed zum ersten demokratisch legitimierten PrÀsidenten gewÀhlt.
Aufgrund der Festnahme des Vorsitzenden Richters des Strafgerichtshofs, Abdulla Mohamed, kam es Anfang 2012 zu Protesten und Forderungen des Obersten Gerichtshof ihn aus der MilitĂ€rhaft freizulassen. Dem Richter wurde Fehlverhalten und die unzulĂ€ssige Bevorzugung von Oppositionsvertretern vorgeworfen, nachdem er angeordnet hatte, einen Regierungskritiker freizulassen.[15] Am 6. Februar 2012 kam es gegen den PrĂ€sidenten zu einem Putschversuch. Meuterer aus Polizei und Demonstranten hatten den staatlichen Rundfunk besetzt. Nasheed gab darauf in einer Fernsehansprache seinen RĂŒcktritt bekannt. Nach einem Regierungssprecher werde sein Stellvertreter Mohammed Waheed Hassan die AmtsgeschĂ€fte vorlĂ€ufig ĂŒbernehmen.[16]
Jede touristisch genutzte Insel betreibt obligatorisch eine eigene MĂŒllverbrennungsanlage und eigene Meerwasserentsalzungsanlagen. Der dazu benötigte Strom wird praktisch ausschlieĂlich mit Dieselgeneratoren erzeugt. Metall- und PlastikabfĂ€lle werden gesammelt und auf der MĂŒllinsel Thilafushi deponiert, die jedoch nur von der Hauptstadt MalĂ© und einigen nahe gelegenen Inseln genutzt werden kann. Die allermeisten Inseln entsorgen ihren MĂŒll im Meer. So gibt es auch keine Einrichtung, um das Altöl der zahlreichen Boote oder Generatoren zu entsorgen. Der Bauschutt von Hotelbauten landet ebenfalls meist im Meer.
Umweltschutz ist auf den Malediven in der Praxis nicht vorhanden. Gesetze zum Umweltschutz gibt es zwar auf dem Papier, aber ihre Einhaltung wird nicht ĂŒberwacht, VerstöĂe werden nicht geahndet. Beispielsweise darf die bebaute FlĂ€che eines Resorts 20 % der InselflĂ€che nicht ĂŒbersteigen. Die Praxis sieht ganz anders aus, was fĂŒr den Besucher beim An- oder Abflug meist gut sichtbar wird. Die Regierung ĂŒberprĂŒft nicht die Einhaltung der BauplĂ€ne, beziehungsweise es erfolgen keine Sanktionen wegen der allgemein ĂŒblichen Korruption. Das Interesse der Regierung besteht in möglichst vielen ausgelasteten Touristenbetten. Die meisten neuen Hotelinseln sind durch âlandscapingâ in die gewĂŒnschte Form gebracht. Dies geschieht durch âAusbaggernâ und Sandpumpen, was ungeheure SchĂ€den an den Riffen hervorruft. Auch PrivatflughĂ€fen fĂŒr einzelne Resortketten, zum Beispiel Maamingili im SĂŒd-Ari-Atoll, werden durch AufschĂŒtten des Riffdaches gewonnen.
Auch ist es verboten, Haie im Atollinneren zu fangen. Dies wird jedoch nicht ĂŒberwacht, sodass die einst gewaltige Haipopulation der Malediven bis auf einige wenige Reste verschwunden ist. Haie werden nicht gegessen, sondern praktisch ausschlieĂlich fĂŒr den Export der Flossen nach Fernost gefangen und nach Abschneiden der Flossen (das sogenannte âShark Finningâ) wieder ins Meer geworfen, wo sie qualvoll verenden. In zunehmendem MaĂe wird auf Rifffische wie Rote Schnapper und Zackenbarsche fĂŒr die LuxusmĂ€rkte der Welt gefischt. Da es sich um standorttreue Fische handelt, ist deren Population gefĂ€hrdet. Zum RĂŒckgang des Fischbestandes trĂ€gt das auf allen Hotelinseln beliebte âNachtfischenâ bei. Schildkröten sind zwar ebenfalls geschĂŒtzt, nicht aber die Gelege, was zur Folge hat, dass die Malediven kaum noch Nachwuchs an Schildkröten hervorbringen. Insgesamt ist das Umweltbewusstsein auf den Malediven als katastrophal zu bezeichnen.
Ende der 1990er-Jahre richtete die maledivische Regierung groĂe Gebiete als Meeresnationalpark ein. In diesen Gebieten dĂŒrfen keine neuen TouristenunterkĂŒnfte errichtet werden. Da der neue PrĂ€sident Naesheed dem Bau weiterer Resorts zugestimmt hat, erhöht sich weiter der Druck auf die ohnehin schon stark beschĂ€digte Natur. AuĂerhalb der Nationalparks nutzen die Menschen die Blöcke der Korallenriffe jedoch auch weiterhin zum Hausbau.[17] Zudem wird der industrielle Abbau der Riffe zur Landgewinnung (Erweiterung Flughafen, HulumalĂ©) weiterhin betrieben.
UmweltschĂŒtzer aus aller Welt versuchen in der Bevölkerung ein Umweltbewusstsein zu entwickeln und der Zerstörung der Riffe Einhalt zu gebieten. Vor der Malediveninsel Ihuru legten die Wissenschaftler Tom Goreau und Wolf Hilbertz kĂŒnstliche Korallenriffe mit Hilfe der Biorock-Technologie an.[18]
Der Inselstaat, dessen Staatsgebiet zu ĂŒber 90 % aus WasserflĂ€chen besteht und dessen Landgebiete sich ĂŒberwiegend nicht mehr als einen Meter ĂŒber den Meeresspiegel erheben, ist vom Klimawandel und dem damit einhergehenden weltweiten Anstieg des Meeresspiegels stark bedroht. Folgerichtig ist der maledivischen Regierung der Klimaschutz ein wichtiges Anliegen, und MalĂ© entsendet zu praktisch jeder Klimaschutzkonferenz eine Delegation.
PrĂ€sident Mohamed Nasheed hat in diesem Zusammenhang ein wohl weltweit einmaliges Programm aufgelegt. Ein gewisser Prozentsatz des Staatshaushalts soll fĂŒr den Erwerb eines neuen Landes verwendet werden. Vor dem Hintergrund der steigenden Meeresspiegel will der Inselstaat rechtzeitig mögliches Ausweichland fĂŒr seine Bevölkerung erwerben. Im GesprĂ€ch sind Teile von Indien, Sri Lanka oder Australien.[19][20] Allerdings musste er kurz darauf zugeben, dass dem Land das dafĂŒr notwendige Geld fehlt.[21]
In medienwirksamen Aktionen versucht PrÀsident Nasheed die Weltöffentlichkeit auf den drohenden Untergang seines Landes aufmerksam zu machen.[22]
Die 26 Atolle der Malediven mit insgesamt 1.196 Inseln sind in 20 Distrikte sowie den der Regierung direkt unterstellten Hauptstadtbezirk unterteilt. Verwaltet werden sie von den Atollchefs, die vom PrÀsidenten ernannt werden. Der Bezirk um die Hauptstadt Malé steht unter direkter Verwaltung der Regierung. Seit 2008 werden die 20 Distrikte zu sieben Provinzen zusammengefasst, die sich an historischen Regionen orientieren.
Nur die Hauptstadt gilt als Stadt, nachfolgend die bevölkerungsreichsten Orte bzw. Inseln (Stand Januar 2010):
Die Malediven gehören zu den Ă€rmsten LĂ€ndern der Welt, obwohl einige Wirtschaftszweige, besonders der Tourismus, sich schnell entwickeln. Das Bruttosozialprodukt (BSP) betrug 2009 1674 Mio. US-Dollar, das BSP pro Einwohner rund 4200 US-Dollar. Nach Angaben der Maldivian Democratic Party leben 42 % der Malediver von weniger als 1,17 US-Dollar am Tag. Der Tourismus hat viele MillionĂ€re geschaffen. Durch die Preissteigerungen ist jedoch das Gros der Bevölkerung verarmt und an den Rand der Verelendung gebracht worden. Es herrscht eine starke Inflation â im Juli 2008 betrug sie 48 %. Tausende Malediver bringen ihre Familien nach Indien, weil sie sich das Heimatland nicht mehr leisten können und die Kinder dort eine geregelte Schulausbildung bekommen.
Zahlreiche Unternehmen, gerade bei den Versorgungsunternehmen oder in SchlĂŒsselindustrien, befinden sich im Besitz des maledivischen Staates. So sind die Versorger State Electric Company Limited und Male' Water & Sewerage Company, ebenso wie die Maldives Industrial Fisheries Company in Staatsbesitz. Gerade durch die hohe Anzahl von Staatsunternehmen, deren FĂŒhrungskrĂ€fte oft innerhalb dieser Unternehmen und der Politik wechseln, sind Vetternwirtschaft und Korruption TĂŒr und Tor geöffnet.
Seit der Ankunft der ersten europĂ€ischen Reisegruppe auf den Malediven im Jahr 1972 wuchs der Tourismussektor des Landes schnell und stetig. Innerhalb weniger Jahre stellten die EinkĂŒnfte aus dem Fremdenverkehr den gröĂten Teil des Bruttoinlandsprodukts dar. Heute bietet der Tourismus 22.000 ArbeitsplĂ€tze und trĂ€gt ĂŒber 30 % zum Bruttoinlandsprodukt der Inselrepublik bei.[23] 2010 besuchten knapp 800.000 Touristen die Malediven (ca. 77.000 aus Deutschland, 28.000 aus der Schweiz und 15.000 aus Ăsterreich)[24]
Die meisten Hotels sind sogenannte Resorts, oftmals auf Privatinseln gelegen und gehören teilweise zu den weltweit besten Hotels.
Hauptanbaukulturen des Agrarsektors sind Hirse, Maniok und SĂŒĂkartoffeln. KokosnĂŒsse werden fĂŒr die Nahrungsmittel- und Kopra-Herstellung gesammelt. Der Fischfang, insbesondere von Thunfisch und Bonito, ist die traditionelle StĂŒtze der Inselwirtschaft. Zu den lebenswichtigen Importen, vor allem aus Indien, gehören Nahrungsmittel (Reis), Bau- und Industriewaren und Brennstoffe zur Energieerzeugung. Viele der fĂŒr die Tourismusbetriebe bestimmten HandelsgĂŒter kommen per Luftfracht aus SĂŒdafrika oder den USA, da die nĂ€her gelegenen Nahrungsmittelerzeuger in Sri Lanka angeblich nicht in konstanter QualitĂ€t liefern können.
Viele der Angestelltenjobs, von Hotelmanagern und Architekten bis zu Wellnessbetreuern sind mangels eigener qualifizierter ArbeitskrĂ€fte von AuslĂ€ndern besetzt. Barkeeper auf den Touristeninseln kommen meist aus anderen asiatischen Staaten wie Indien, Sri Lanka und Bangladesch. Unter der maledivischen Bevölkerung herrscht groĂe Arbeitslosigkeit, weil auslĂ€ndische KrĂ€fte weitaus billiger sind (im Juli 2008 bekommt ein Bangladeschi etwa 80 USD im Monat, fĂŒr einen Malediver wĂ€re der dreifache Lohn notwendig). Die Zahl der auslĂ€ndischen Arbeiter wird auf 100.000 geschĂ€tzt (etwa 40 % der Bevölkerung), der gröĂte Teil davon illegal. Abschiebungen sind wegen der groĂen Anzahl und der Korruption in den Behörden kaum mehr möglich.
Die Inseln der Malediven werden vom Staatssender Voice of Maledives vor allem ĂŒber relativ leistungsschwache UKW- und Mittelwellensender mit Hörfunkprogrammen versorgt.
Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 873 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 487 Mio. US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 28,4 % des BIP.[25]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 ca. 1,3 Mrd. US-Dollar oder ca. 97 % des BIP.[26]
2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:
Die gröĂten und breitesten StraĂen befinden sich auf der kĂŒnstlichen Insel HulhumalĂ©, die ĂŒber einem Damm mit der Flughafeninsel verbunden ist. Weiter gibt es in der Hauptstadt MalĂ©, auf dem Addu-Atoll und der Insel Fuvamullah StraĂen und Autos. Die StraĂen von MalĂ© sind verstopft von Autos und MotorrĂ€dern, obwohl die gröĂte Ausdehnung der Stadt nur einen Kilometer betrĂ€gt. Der Inter-Atollverkehr wird mit Booten und zunehmend mit Flugzeugen abgewickelt. Auf den Malediven gilt Linksverkehr.
Es gibt zwei internationale FlughĂ€fen, nĂ€mlich den MalĂ© International Airport auf der Insel HulhulĂ© in der NĂ€he der Hauptstadt MalĂ© und den Gan International Airport auf Gan Island im Addu-Atoll. Zudem gibt es mehrere RegionalflughĂ€fen, und zwar auf Hanimaadhoo, Kaadedhdhoo und Kadhdhoo. Die lĂ€ngste StraĂe, die asphaltiert und mit Autos befahrbar ist, geht von Hithadhoo bis Gan im Addu-Atoll. Drei durch DĂ€mme verbundene Inseln werden durchquert.
Antigua und Barbuda | Australien | Bahamas | Bangladesch | Barbados | Belize | Botswana | Brunei | Dominica | Fidschi | Gambia | Ghana | Grenada | Guyana | Indien | Jamaika | Kamerun | Kanada | Kenia | Kiribati | Lesotho | Malawi | Malaysia | Malediven | Malta | Mauritius | Mosambik | Namibia | Nauru | Neuseeland | Nigeria | Pakistan | Papua-Neuguinea | Ruanda | Salomonen | Sambia | Samoa | Seychellen | Sierra Leone | Singapur | Sri Lanka | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | SĂŒdafrika | Swasiland | Tansania | Tonga | Trinidad und Tobago | Tuvalu | Uganda | Vanuatu | Vereinigtes Königreich | Zypern
47 asiatische Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen:
Afghanistan |
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Britisches Territorium im Indischen Ozean (Britisches Ăberseegebiet) |
Hongkong (SVZ der VR China) |
Kokosinseln (Australisches AuĂengebiet) |
Macao (SVZ der VR China) |
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Umstrittene Gebiete:
Abchasien |
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China, Republik (Taiwan) |
PalÀstinensische Autonomiegebiete |
SĂŒdossetien |
TĂŒrkische Republik Nordzypern
1 Liegt gröĂtenteils in Afrika. 2 Liegt zum Teil auch in Ozeanien. 3 Liegt zum Teil auch in Europa.
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3.7833333333372.9666666667Koordinaten: 4° N, 73° O