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Mannschaften

Mit Mannschaften (immer Plural) werden in den deutschen Armeen die Angehörigen der rangniedrigsten Laufbahn- und Dienstgradgruppe bezeichnet. Im Zusammenhang hierzu stehen die Begriffe „Chargen“ beim österreichischem Bundesheer und „Mannschaft“ (Singular) bei der Schweizer Armee.

Inhaltsverzeichnis

Dienstgrade der Bundeswehr

Mannschaftsdienstgrade in der Bundeswehr sind:

Soldat ist hier allgemein als unterster Dienstgrad und nicht als Berufsbezeichnung Soldat zu verstehen. Die Dienstgradbezeichnung beim Heer ergibt sich dabei aus der Zugehörigkeit zu einer Truppengattung (zum Beispiel Schütze, Funker, Jäger, Panzerkanonier, Panzergrenadier, Pionier). Die Teilstreitkräfte Luftwaffe und Marine verwenden für die niedrigsten Dienstgrade die Bezeichnungen Flieger/Kanonier (nur im Flugabwehrraketendienst) beziehungsweise Matrose.

Die Soldaten dieser Dienstgradgruppe haben generell keine Befehlsbefugnis, es sei denn, sie sind in einem besonderen Aufgabenbereich (im Wachdienst oder als UvD) eingesetzt oder als Ausbilder oder Hilfsausbilder - aufgrund besonderer Anordnung - zum Vorgesetzten bestimmt worden. Solche Vorgesetzteneigenschaften sind nach der Vorgesetztenverordnung (VorgV) jedoch zeitlich auf die Dauer und den Zweck des jeweiligen Auftrages beschränkt und enden mit dessen abgeschlossener Ausführung.

Grundwehrdienstleistende (GWDL) werden bei guter Führung innerhalb von neun Monaten bis zum Obergefreiten befördert (Freiwillig länger Dienende können den Dienstgrad Hauptgefreiter erreichen). Sie übernehmen häufig einfache Aufgaben im Stabsdienst (zum Beispiel Geschäftszimmer, Poststelle, Betreuungsbüro), arbeiten als Ordonnanz im Unteroffizierheim oder Offizierskasino oder werden als Kraftfahrer eingesetzt.

Soldaten auf Zeit in der Mannschaftslaufbahn, die sich für vier Jahre verpflichten, können den Dienstgrad Stabsgefreiter erreichen und übernehmen ähnliche Aufgaben wie Unteroffiziere, zum Beispiel als Nachschub<b/>spezialist oder Kraftfahrer für Lastkraftwagen und Sonderfahrzeuge.

Dienstgradabzeichen

Kennzeichnend für das Aussehen der Dienstgradabzeichen der Mannschaftsdienstgrade der Bundeswehr ist der Schrägbalken (umgangssprachlich aufgrund der Form auch Pommes genannt). Das Dienstgradabzeichen wird so angelegt, dass die Schrägbalken nach unten außen verlaufen. Die Schrägbalken auf den Dienstgradabzeichen der Uniformträger der Marine sind goldfarben, die aller anderen Teilstreitkräfte sind schwarz oder silberfarben.

Der Gefreite trägt auf beiden Schulterklappen/Schulterschlaufen einen Schrägbalken. Die Anzahl der parallel dazu verlaufenden Schrägbalken nimmt mit jedem weiteren Dienstgrad um jeweils einen zu, bis im Dienstgrad Oberstabsgefreiter fünf Schrägbalken erreicht sind.

Der im Dienstgrad unter dem Gefreiten stehende Soldat (hier wieder als Dienstgrad) trägt keine Rangabzeichen, sondern allenfalls Abzeichen zur Kenntlichmachungen der Teilstreitkraft (zum Beispiel Marine: goldfarbener Anker; Luftwaffe: Doppelschwinge) oder ein Laufbahnabzeichen (siehe unten). Als Gruppe werden diese Soldaten oft als Rekruten, umgangssprachlich auch als Seemänner, Flieger, Jäger usw. bezeichnet.

Laufbahnen

Die Voraussetzungen zur Einstellung als Mannschaftsdienstgrad sind in der Soldatenlaufbahnverordnung (SLV) festgelegt.

Ist für den Inhaber eines Mannschaftsdienstgrades der Wechsel in eine höhere militärische Laufbahn vorgesehen, so trägt er im Schriftverkehr den Dienstgradzusatz UA/MA (Unteroffizieranwärter / Maatanwärter), FA/BA (Feldwebelanwärter / Bootsmannanwärter) oder OA (Offizieranwärter). Ausgeschiedene ehemalige Soldaten dieser Dienstgradgruppe tragen nur im Schriftverkehr den Dienstgradzusatz d. R. (der Reserve). Dieser Zusatz entfällt, solange der Soldat im Rahmen einer Wehrübung Wehrdienst leistet. Anwärter für die Reservelaufbahnen tragen den Zusatz RUA (Reserveunteroffizieranwärter), RMA (Reservemaatanwärter), RFA (Reservefeldwebelanwärter), RBA (Reservebootsmannanwärter) oder ROA (Reserveoffizieranwärter). Mithin kann es vorkommen, dass sich ein ehemaliger Oberstabsgefreiter, der sich nicht im Dienst, aber in der Ausbildung zum Reserveunteroffizier befindet, im Schriftverkehr OStGefr (RUA) d. R. abkürzt.

Laufbahnabzeichen

  • Unteroffizieranwärter tragen bis zur Beförderung zum Unteroffizier/Maat auf Schulterklappe/Schulterschlaufe über dem Dienstgradabzeichen einen Querbalken (silberfarben bei Heer/Luftwaffe, goldfarben bei der Marine).
  • Feldwebelanwärter kennzeichnet eine quer über das untere Ende der Dienstgradabzeichen (ärmelwärts) getragene altgoldfarbene Kordel (Dienstanzug Heer/Luftwaffe). Bei der Marine werden zwei goldfarbene Querbalken über dem Dienstgradabzeichen der Bootsmannanwärter (Dienstanzug) getragen. Im Jargon werden UA- und BA-Kennzeichen als „Stressbalken“ bezeichnet, weil sie die Aufmerksamkeit der Ausbilder und Vorgesetzten auf sich zieht.
  • Offizieranwärter bei Heer und Luftwaffe tragen bis zur Beförderung zum Leutnant eine silberfarbene Kordel an den Dienstgradabzeichen, bei der Marine bis zur Beförderung zum Leutnant zur See einen goldfarbenen, fünfzackigen Stern (Marine).

Dienstgrade in früheren deutschen Armeen

Jäger, Reiter, Kanonier, Pionier, Funker, Fahrer, Kraftfahrer, Sanitätssoldat
Oberschütze, Ober…
Gefreiter
Obergefreiter
Stabsgefreiter ab 1927
Beschlagschmiedpersonal und Musiker erhielten den Vorsatz „Beschlagschmied-“ und „Musiker-“.
in der württembergischen Armee ab 1818: Rottenmeister, Oberkanonier, Trompeter zweiter Klasse, Musiker zweiter Klasse, Fahnenschmied, Fahnensattler, Regiments-Büchsenmacher
  • Mannschaftsdienstgrade in früheren Deutschen Heeren bis ins 18. Jahrhundert
Knecht, Spiesser, Reiter, Schütze
gefreyter Knecht (Gefreiter), Rottenmeister

Siehe auch

Literatur

  • Uniforms-Vorschrift für das Königlich Württembergische Militär, Königliche Hof- und Kanzlei-Buchdrucker Gebrüder Mäntler, Stuttgart, 1818

Quellen

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