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Marcus Licinius Crassus (* 115 oder 114 v. Chr.; â 9. Juni (?)[2] 53 v. Chr. in Synnaka) war ein Politiker der spĂ€ten römischen Republik. Er war fĂŒr seinen Reichtum bekannt. Auf sein Vermögen gestĂŒtzt, versuchte er, zeitweilig im Bund mit Caesar und Pompeius, sich eine fĂŒhrende Stellung zu verschaffen. Nach Ansicht der modernen Forschung entsprachen Crassusâ politische und militĂ€rische FĂ€higkeiten jedoch nicht seinen finanziellen Möglichkeiten und seiner SelbsteinschĂ€tzung.[3]
Inhaltsverzeichnis |
Crassus stammte aus einer Familie, die seit dem Zweiten Punischen Krieg fĂŒhrende politische Ămter in Rom bekleidete und somit zur NobilitĂ€t gehörte. Sein Vater Publius Licinius Crassus war Konsul 97 v. Chr. und Censor 89 v. Chr., wurde aber einige Jahre danach umgebracht, als Gaius Marius und Lucius Cornelius Cinna wĂ€hrend der Auseinandersetzung mit Sulla in Rom die Macht ergriffen. Der junge Crassus konnte sich retten und kĂ€mpfte mit einer von ihm in Spanien rekrutierten Truppe im BĂŒrgerkrieg an der Seite des aus dem Osten zurĂŒckkehrenden Sulla. Als Offizier im Dienste Sullas erwarb sich Crassus einige militĂ€rische Verdienste, so auch in der letzten groĂen Schlacht des BĂŒrgerkriegs, der âSchlacht am Collinischen Torâ. Bei den anschlieĂenden politischen SĂ€uberungen (Proskriptionen) bereicherte sich Crassus so sehr, dass er selbst das Missfallen Sullas erregte. Sein Vermögen mehrte er zielstrebig, u. a. durch Vermietung von zu FachkrĂ€ften weitergebildeten Sklaven und als Grund- und Hausbesitzer (eine bekannte Anekdote berichtet, dass seine Handlanger HĂ€user in Brand steckten, die dann von Crassusâ Privatfeuerwehr gerettet wurden, nachdem sie fĂŒr wenig Geld in seinen Besitz ĂŒbergegangen waren). VerfĂŒgte er, als er 85 v. Chr. nach Spanien flĂŒchtete, ĂŒber ein Vermögen von 300 Talenten, so konnte er am Ende seiner Karriere auf 7.100 Talente zurĂŒckgreifen.
Nachdem er 73 v. Chr. PrĂ€tor gewesen war, lieĂ sich Crassus den Oberbefehl gegen das Sklavenheer des Spartacus ĂŒbertragen, konnte aber erst nach schweren KĂ€mpfen 71 v. Chr. den Sieg erringen. Die gefangenen Sklaven lieĂ er entlang der Via Appia ans Kreuz schlagen. Zusammen mit dem aus Spanien zurĂŒckgekehrten Gnaeus Pompeius Magnus wurde Crassus Konsul fĂŒr das Jahr 70 v. Chr. Trotz der zwischen ihnen herrschenden RivalitĂ€t (auch Pompeius beanspruchte den Sieg ĂŒber die Sklaven fĂŒr sich) erlieĂen die beiden Konsuln gemeinsam mehrere Gesetze, durch die die sullanische Verfassung, deren wesentliche Idee die StĂ€rkung des Senats durch ZurĂŒckdrĂ€ngung potentiell rivalisierender Gewalten war, in einigen Punkten aufgehoben wurde.
Politisch blieb Crassus aber, obwohl 65 v. Chr. Censor, nicht sehr einflussreich, bis er 60 v. Chr. mit Pompeius und dem fĂŒr das folgende Jahr zum Konsul gewĂ€hlten Gaius Iulius Caesar eine informelle Verbindung einging, das spĂ€ter so genannte Erste Triumvirat. Crassus brachte vor allem seinen Reichtum ein und zahlte Caesars riesige Schulden.
In den folgenden Jahren kam es wieder zu Spannungen zwischen Crassus und Pompeius, die der in Gallien Krieg fĂŒhrende Caesar auszugleichen versuchte. Crassus und Pompeius wurden, wie auf Konferenzen der Triumvirn in Ravenna und Lucca vereinbart, im Jahr 55 v. Chr. noch einmal zu Konsuln gewĂ€hlt. Crassus wollte in einem Krieg gegen die Parther den Kriegsruhm und vor allem die Heeresclientel erringen, die ihm im Gegensatz zu seinen Partnern abging. Damit beendete er eine Phase der relativen Ruhe zwischen Rom und dem Partherreich.
Mit einem Heer von ĂŒber 40.000 Mann zog Crassus von der Provinz Syria ĂŒber den Euphrat, erlitt aber im Mai oder Juni 53 v. Chr. in der Schlacht bei Carrhae eine vernichtende Niederlage und wurde in Synnaka in Mygdonien[4] bei Kapitulationsverhandlungen mit dem parthischen Feldherrn Surenas getötet.[5] Der Verlust der römischen Feldzeichen stellte eine schwere Schmach fĂŒr Rom dar und sollte spĂ€ter mehrmals zu Konflikten mit den Parthern fĂŒhren; aber auch die Verluste waren enorm: Nur etwa 10.000 Mann erreichten Syrien wieder. Crassusâ abgeschlagenes Haupt erhielt der Partherkönig Orodes II. ĂŒberreicht. Am Partherhof wurde der Sieg bejubelt: Nach Plutarchs Darstellung soll der abgeschlagene Kopf des Crassus im Rahmen einer Feier von einem griechischen Schauspieler, Jason von Tralles, wĂ€hrend der AuffĂŒhrung von Euripidesâ Die Bakchen prĂ€sentiert worden sein:
<poem></poem>âWir bringen vom Berge Nach Hause getragen Die herrliche Beute, Das blutende Wild.â
â Plutarch: Crassus, 33[6]
Crassusâ Ă€lterer Sohn Marcus war ein QuĂ€stor Caesars. Auch sein jĂŒngerer Sohn Publius war Feldherr unter dem Oberbefehl Caesars, bevor er seinen Vater auf dem Feldzug gegen die Parther begleitete. Publius verlor ebenfalls in der Schlacht bei Carrhae sein Leben.
Einige Forscher[7] geben den vollen Namen mit Marcus Licinius Crassus Dives an und stĂŒtzen sich dabei auf Marcus Tullius Cicero[8], Plinius den Ălteren[9] und Apuleius[10]. Der Althistoriker B. A. Marshall argumentiert dagegen, dass lateinisch dives âreichâ auch einfach als beschreibendes Adjektiv verstanden werden kann, oder es liege eine Verwechslung mit Publius Licinius Crassus Dives Mucianus, dem Konsul des Jahres 131 v. Chr., vor, dessen Zweig der gens Licinia - anders als der des Triumvirn - das Cognomen Dives nachweisbar trug.[11]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Licinius Crassus, Marcus |
| ALTERNATIVNAMEN | Licinius Crassus Dives, Marcus |
| KURZBESCHREIBUNG | römischer Politiker (1. Triumvirat) |
| GEBURTSDATUM | 115 v. Chr. oder 114 v. Chr. |
| STERBEDATUM | Juni 53 v. Chr. |
| STERBEORT | bei Carrhae |