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| Marianen | |
|---|---|
| Karte der Marianen (ohne Guam) | |
| Gewässer | Pazifischer Ozean |
| Geographische Lage | 16° 8′ N, 145° 45′ O16.1333333333145.75Koordinaten: 16° 8′ N, 145° 45′ O |
| Anzahl der Inseln | 17 |
| Hauptinsel | Guam |
| Gesamtfläche | 1.026 km² |
| Einwohner | 251.023 |
Die Marianen sind eine Inselgruppe im Pazifik, welche geographisch der Inselregion Mikronesien zuzuordnen sind. Sie sind geopolitisch in die beiden US-amerikanischen Außengebiete Guam und Nördliche Marianen aufgeteilt.
Inhaltsverzeichnis |
Der Inselbogen der Marianen erstreckt sich über eine Strecke von etwa 800 km von der nördlichsten Insel Farallon de Pajaros bis zur südlichsten Insel Cocos Island bei Guam. Die meisten Inseln sind vulkanischen Ursprungs, es gibt jedoch auch Inseln korallinen Ursprungs. Der Marianengraben östlich der Inseln enthält mit einer Maximaltiefe von 11.034 m die tiefste Stelle des Weltmeeres. Gemeinsam mit den Ogasawara- und Izu-Inseln im Norden bilden sie das System des Izu-Bonin-Marianen-Inselbogens.
Die bedeutendsten Insel der Marianen sind:
Am 6. März 1521 entdeckte Ferdinand Magellan als erster Europäer die Inselgruppe und nannte sie Islas de Ladrones, „Ladronen“ oder „Diebesinseln“.
Die spanische Kolonialherrschaft der Philippinen ruhte auf der Verbindung von und nach Osten, konkret der Galeonen-Route von Acapulco in Neuspanien (Mexiko) nach Manila. Auf dieser Route sind die ca. 2000 Kilometer vom philippinischen Archipel entfernt gelegenen Inseln in Richtung Osten die nächstgelegene Landmasse und waren bald eine natürliche und übliche Zwischenstation auf dem langen Weg über den Pazifik, um frisches Wasser und Lebensmittel aufzunehmen.
Magellan hatte aber wenig Gutes über die Inseln zu berichten, die Einwohner erlebte er als diebisch, sogar ein Beiboot wurde ihm gestohlen, das er in einer blutigen Strafexpedition wieder zurückgewann; kurzum er hatte dort nichts als Ärger und konnte nicht einmal frische Vorräte aufnehmen. Angewidert verließ er die Inseln wieder nach einem kurzen Aufenthalt. Sein Chronist Antonio Pigafetta schrieb: „Da die Bewohner dieser Inseln sehr geschickte Diebe waren, gaben wir dieses Inseln den Namen „Ladronen“, Diebesinseln“ (zitiert aus. „Fernão de Magalhães. Die erste Weltumseglung“ nach zeitgenössischen Quellen bearbeitet von Dr. Hans Plischke, F.A. Brockhaus, Leipzig 1936).
Aus den oben angeführten geographischen Gründen lag es für Madrid aber langfristig auf der Hand, die Inselgruppe der spanischen Herrschaft einzuverleiben, um die Seeverbindung von Manila nach Mexiko organisatorisch besser handhaben zu können. Im Jahr 1667, fast 150 Jahre nach der „Entdeckung“ der Philippinen durch Magellan, wurden deshalb die „Islas de los Ladrones“ offiziell der spanischen Krone unterstellt und auf der Insel Guam die notwendige Infrastruktur für die Versorgung der Galeonen ausgebaut.
Nur die Bezeichnung „Diebesinseln“ war nun nicht mehr so recht geeignet für ein spanisches Territorium und zur näheren Beschreibung der nunmehrigen Untertanen der Krone; ein neuer Name musste her. In Spanien regierte inzwischen König Philipp IV., nach ihm konnte man die Inseln nicht benennen, die Philippinen gab es ja schon. Seine Gattin war Maria Anna, Erzherzogin zu Österreich, die Tochter von Kaiser Ferdinand III., spanisch wird sie „Mariana de Austria“ genannt. Ihr zu Ehren wurde die Inselgruppe von den Spaniern nun in „Islas Marianas“ umgetauft, der Name hat sich bis heute gehalten.
Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg trat Spanien Guam an die USA ab und verkaufte später mit dem Deutsch-Spanischen Vertrag am 12. Februar 1899 den Rest der Marianen, zusammen mit weiteren Inseln in der Südsee an das Deutsche Reich.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Marianen durch den Völkerbund unter japanische Kontrolle gestellt. Im Zweiten Weltkrieg eroberten die USA die Inseln in der Schlacht um die Marianen-Inseln. Nach dem Krieg wurde das Gebiet durch die UNO unter Kontrolle der USA gestellt, die ihnen 1978 den Status eines mit den USA assoziierten Staates zubilligten (Nördliche Marianen) außer Guam, das als „dependent territory“ unter direkter Kontrolle der USA steht und nur eine gewisse innere Autonomie besitzt, da es als wichtiger militärischer Stützpunkt der USA dient.
Die Inseln im Norden der Marianen, von Farallon de Pajaros bis Anatahan, sind allesamt teils aktive Schichtvulkane. Die Zealandia Bank ist ein aktiver, aufsteigender Vulkan, dessen Gipfel sich etwa auf Meereshöhe befinden. Der Ahyi ist ein untermeerischer Vulkan im nördlichen Gebiet der Inselgruppe, etwa 18 km südöstlich der Insel Farallon de Pajaros.
Die vier großen Inseln im Süden − Guam, Rota, Saipan sowie Tinian sind bewohnt, die Eilande im Norden des Inselbogens sind, zumeist wegen des aktiven Vulkanismus, hingegen unbewohnt (bis auf sieben verbliebene Bewohner der Insel Alamagan).
Da die am weitesten verbreitete Sprache der Marianen, das Chamorro, nicht zu den mikronesischen Sprachen gehört, wird die Kultur der Marianen in älterer Literatur mitunter unter dem Sammelbegriff „melanesischer Kulturkreis“ geführt.