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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Erzgebirgskreis | |
| Höhe: | 609 m ü. NN | |
| Fläche: | 111,32 km² | |
| Einwohner: |
15.239 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 137 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09496 | |
| Vorwahlen: | 03735, 037364 (Kühnhaide, Reitzenhain, Satzung), 037366 (Rübenau) | |
| Kfz-Kennzeichen: | ERZ | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 21 390 | |
| Stadtgliederung: | 9 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 09496 Marienberg | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Thomas Wittig (CDU) | |
| Lage der Stadt Marienberg im Erzgebirgskreis | ||
Marienberg ist eine Große Kreisstadt im Erzgebirgskreis im Süden Sachsens. Mit 111,3 km² ist Marienberg die nach Fläche zweitgrößte Gemeinde im Landkreis.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt im Mittleren Erzgebirge auf einer Hochfläche nördlich des bewaldeten Erzgebirgskammes (höchster Punkt 891 m ü. NN Hirtstein, tiefster Punkt 460 m ü. NN). Der historische Stadtkern ist in Anlehnung an die italienische Renaissance vollkommen rechtwinklig angelegt. Dessen Mitte bildet der ein Hektar große quadratische Marktplatz.
Im Jahr 1323 wurde das Dorf Wüstenschletta als „Sletyn“ erstmals urkundlich erwähnt. Bereits 1481 wurde es als „wüste Schlette“ bezeichnet. Besitzer der gleichnamigen Glashütte war 1486 Barthol Preußler. Am 17. Juli 1519 wurden am Eingang zum Hüttengrund durch Clemens Schiffel die ersten Silberfunde gemacht und am 11. Mai 1520 die erste Fundgrube „St. Fabian Sebastian“ an Schiffel verliehen. Am 27. April 1521 wurde von Herzog Heinrich dem Frommen die Stadt gegründet. Der Stadtgrundriss wurde von Ulrich Rülein von Calw entworfen. Am 19. Dezember 1523 wurde das Stadt- und Bergrecht verliehen, 1525 erhielt die Stadt ein eigenes Bergamt. Eine Lateinschule wird ab 1530 erwähnt. Das Dorf Wüstenschletta wurde 1533 der Gerichtsbarkeit der Stadt unterstellt. Mit der Reformation 1536/1537 wurde Marienberg eigenständige Parochie. Die höchste Blüte erlebte der Bergbau 1540. Von 1541 bis 1566 wurde die Stadtmauer errichtet. 1555 sind über 1000 Zechen im Marienberger Revier nachweisbar. Von 1558 bis 1564 wurde die spätgotische Hallenkirche St. Marien erbaut.
Am 31. August 1610 kam es zu einem verheerenden Stadtbrand, dem fast alle 550 Häuser zum Opfer fielen. Nach dem Ende des Silberbergbaues begann ab 1612 der Kupfer- und Zinnbergbau. Ab 1696 ist die Stadt mit Soldaten belegt und wurde ab 1753 bis 1858 Garnisonsstadt für die Kavallerie. Um 1755 wurde Gelobtland erstmals urkundlich erwähnt (… in dem Gelobten Lande …). Infolge einer Faulfieber-Epidemie wurde 1772 ein Waisenhaus gegründet, das 1805 um eine Freischule erweitert wurde. Zur Verbesserung der Ernährungslage der Bergleute wurde auf Anraten von Friedrich Wilhelm Heinrich von Trebra 1806 bis 1809 ein Bergmagazin erbaut. 1810 wurde in Gebirge eine Schule erbaut. 1813 wurde Marienberg zum Etappenort der gegen Napoleon verbündeten Armeen. 1821 wurde der Ortsteil Gelobtland als Waldarbeitersiedlung angelegt. 1835 wurde die baufällige Stadtmauer bis auf das Zschopauer Tor und den Roten Turm abgetragen. 1842 wurde Marienberg Sitz des Kirchenbezirkes. 1847 wurde das Bergamt aufgelöst, im selben Jahr wurde ein „Kindergarten“ im Beisein Friedrich Wilhelm August Fröbels eröffnet. Von 1858 bis 1873 war Marienberg Garnisonsstadt für die Infanterie.
Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1862 gegründet. Von 1873 bis 1920 befand sich in Marienberg eine Unteroffizierschule und -vorschule, ab 1874 wurde mit dem Bau der Kasernen begonnen. Im gleichen Jahr wurde mit dem Bau eines Gaswerkes und der Installation von Gaslaternen begonnen. 1875 erhielt Marienberg mit dem Bau der Flöhatalbahn Anschluss ans Bahnnetz. 1882 wurden die Freiwilligen Feuerwehren in Gelobtland und Gebirge gegründet. 1889 wurde das Städtische Krankenhaus eröffnet. Ein Wasserwerk wurde 1891/1892 errichtet. Die Zentralschule (heute Gymnasium) wurde 1893 eingeweiht. 1899 wurde mit dem Rudolf-Schacht die letzte Grube geschlossen. 1910 wurde ein Elektrizitätswerk errichtet, 1913 wurde Marienberg an die zentrale Elektrizitätsversorgung angeschlossen. 1914 wurden die Kirche, der Rote Turm und das Zschopauer Tor durch eine Ortssatzung unter Denkmalschutz gestellt. 1917 wurde das Gebäude des Amtsgerichtes eingeweiht. Eine Realschule mit Progymnasium wurde 1918 gegründet und war bis 1940 in Räumen der Kaserne untergebracht. Das „Marienberger Dreieckrennen“ wurde am 15. Juni 1924 veranstaltet. Am Galgenberg wurde 1927 eine Sprungschanze eingeweiht. Mit dem Bau von 12 Doppelhäusern 1933 bis 1937 entstand der Ortsteil Moosheide.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden 154 KZ-Häftlinge des Außenlagers Wille in Tröglitz/Rehmsdorf des KZ Buchenwald auf einem Todesmarsch von SS-Männern ermordet. Sie waren bei Tieffliegerangriffen zwischen dem 15. bis 17. April 1945 aus den Transportzügen auf den Bahnhöfen Gelobtland und Reitzenhain in die umliegenden Wälder geflohen und wieder aufgegriffen worden.
Marienberg war von 1874 bis 1939 Sitz der gleichnamigen Amtshauptmannschaft, aus der 1939 der Kreis Marienberg hervorging. Dieser ging 1994 im Mittleren Erzgebirgskreis und 2008, wobei Marienberg die Funktion der Kreisstadt verlor, im Erzgebirgskreis auf.
Am 1. Januar 1994 wurde Lauta eingegliedert.[2] Niederlauterstein folgte am 1. Januar 1996[3], Lauterbach am 1. Januar 1998[4]. Die Gemeinde Hirtstein, die am 1. Januar 1994 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Kühnhaide, Reitzenhain, Rübenau und Satzung gebildet wurde, wurde am 1. Januar 2003 eingegliedert.[5] Im Oktober 2011 beschloss der Stadtrat einen Beitritt der Gemeinde Pobershau mit seinem Ortsteil Rittersberg zum 1. Januar 2012.[6]
Die Einwohnerzahlen ab 1982 beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres mit Gebietsstand Januar 2007:
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bis 1834
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1982 bis 1988
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1989 bis 1995
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1996 bis 2002
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2003 bis 2009
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Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:
| Partei | CDU | Die Linke | FDP | Freie Wähler | SPD | Grüne | Gesamt |
| Sitze | 11 | 4 | 3 | 2 | 1 | 1 | 22 |
Kühnhaide
Marienberg unterhält Partnerschaften mit dem niedersächsischen Lingen (Ems), dem gleichnamigen rheinland-pfälzischen Bad Marienberg, dem tschechischen Most und dem ungarischen Dorog.
Die historische Altstadt von Marienberg und die Bergbaulandschaft bei Lauta ist eine ausgewählte Stätte für die vorgesehene Kandidatur zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge.
Die Stadt entwickelt den Tourismus, durch sie führt die Silberstraße. In der Bundeswehrliegenschaft „Erzgebirgskaserne“ ist das Panzergrenadierbataillon 371 stationiert; die Kaserne liegt unmittelbar am Rand der Altstadt. 1996 erhielt der Verband durch den Marienberger Stadtrat die Ehrenbezeichnung „Marienberger Jäger“ verliehen.
Bahnverbindung: Flöhatalbahn nach Chemnitz (über Pockau-Lengefeld und Flöha), betrieben von der DB Erzgebirgsbahn.
Durch die Stadt verläuft die Bundesstraße 174 aus Richtung Chemnitz nach Reitzenhain (Grenze Tschechien) und die Bundesstraße 171 aus Richtung Wolkenstein nach Dippoldiswalde. Der Reitzenhainer Pass ist der niedrigste Pass des Erzgebirges und deshalb schon seit dem Mittelalter eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen zwischen Mitteldeutschland und Böhmen.
Mit dem Bau der seit einigen Jahren geplanten Umgehungsstraße, welche die B 174 östlich um Marienberg herumführt ist im Frühjahr 2005 begonnen worden. Die Einweihung fand am 29. November 2007 im Beisein von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee statt.
MEF (Mittel-Erzgebirgs-Fernsehen), das seit 1989 auf Sendung ist und versucht, eine rundfunkliche Plattform für das gesellschaftliche Leben des Mittleren Erzgebirgkreises zu schaffen.
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