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Marija Jurjewna Scharapowa

Marija Scharapowa Tennisspieler
Marija Scharapowa
Spitzname: Masha
Nationalität: RusslandRussland Russland
Geburtstag: 19. April 1987
Größe: 188 cm
Gewicht: 59 kg
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Thomas Hogstedt
Preisgeld: 17.874.677 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 420:106
Karrieretitel: 24 WTA, 4 ITF
Höchste Platzierung: 1 (22. August 2005)
Aktuelle Platzierung: 2
Wochen als Nr. 1: 17 Wochen
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 23:17
Karrieretitel: 3 WTA, 0 ITF
Höchste Platzierung: 41 (14. Juni 2004)
Grand-Slam-Bilanz
Mixed
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 13. Februar 2012

Marija Jurjewna Scharapowa (russisch Мария Юрьевна Шарапова, wiss. Transliteration Marija Jur'evna Šarapova; deutsch oft Sharapova; * 19. April 1987 in Njagan) ist eine russische Tennisspielerin und ein Fotomodell.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Anfänge im Tennis

Scharapowas Eltern Yuri und Yelena verließen wegen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986 Gomel in Weißrussland und ließen sich im westsibirischen Njagan nieder. 1989 zog die Familie weiter nach Sotschi, wo Yuri den Vater von Jewgeni Kafelnikow, Aleksandr, kennenlernte. Von diesem bekam Marija im Alter von vier Jahren ihren ersten Tennisschläger. Sie übte zunächst mit ihrem Vater in einem Park, später lernte sie bei Yuri Yutkin. Martina Navrátilová entdeckte sie bei einem Sichtungsturnier in Moskau im Alter von sechs Jahren und empfahl den Eltern, Marija im Tenniscamp von Nick Bollettieri in Florida ausbilden zu lassen. Vater Yuri und seine siebenjährige Tochter siedelten 1994 nach Bradenton über, die Mutter kam zwei Jahre später nach. 1995 unterzeichnete der Vater einen Ausbildungsvertrag mit IMG. Marija trat im Alter von neun Jahren in die Tennisakademie ein.

Tenniskarriere

2000 bis 2002

Marija Scharapowa gewann im November 2000 im Alter von 13 Jahren das Eddie Herr International Junior Tennis in der Altersklasse bis 16 Jahren. Sie bestritt 2001 in Sarasota, Florida, ihr erstes ITF-Jugendturnier. Im März 2002 debütierte sie auf der WTA Tour. Sie verlor in Indian Wells in der 2. Runde gegen Monica Seles und stand im selben Jahr fünfmal in Folge im Finale von ITF-Juniorenturnieren, von denen sie die ersten drei gewann. Ende 2002 rangierte sie in der WTA-Weltrangliste auf Platz 186.

2003

2003 schaffte Scharapowa ihren Durchbruch. Mit der Qualifikation für die Australian Open und die French Open nahm sie erstmals an Grand-Slam-Turnieren teil. Bei ihrer ersten Teilnahme in Wimbledon verlor sie im Achtelfinale gegen Svetlana Kuznetsova. Bei den Japan Open in Tokio gewann sie ihren ersten Einzeltitel. Ein weiterer folgte beim Turnier von Québec. Ende 2003 belegte sie in der Weltrangliste Rang 32.

2004

Bei den Australian Open drang sie 2004 bis in die dritte Runde vor, wo sie Anastassija Myskina unterlag. Im Juni gewann sie beim Turnier in Birmingham ihren dritten Einzeltitel und erreichte Platz 15 der Weltrangliste. Im Juli erreichte sie beim Turnier von Wimbledon als gesetzte Nummer 13 überraschend das Finale. Dort besiegte die nervenstark aufspielende 17-Jährige die Titelverteidigerin Serena Williams mit 6:1, 6:4 und gewann als erste Russin und drittjüngste Spielerin in der Turniergeschichte das bedeutendste Grand-Slam-Turnier. Damit qualifizierte sie sich erstmals für die WTA Tour Championships Mitte November in Los Angeles. Erneut setzte sie sich dort im Finale gegen Serena Williams (4:6, 6:2, 6:4) durch und holte sich den Titel der Weltmeisterin. 2004 gewann sie noch zwei weitere Einzeltitel (Seoul, Tokio) und rückte in der Weltrangliste bis auf Rang 4 vor. Gleichwohl konnte sie sich nicht für die Olympischen Spiele in Athen qualifizieren.

2005

Das Jahr 2005 verlief trotz dreier gewonnener Titel (Tokio, Doha und Birmingham) nicht ganz so erfolgreich. Bei drei Grand-Slam-Turnieren scheiterte sie im Halbfinale, bei den French Open bereits im Viertelfinale. Bei den Australian Open unterlag sie Serena Williams trotz Matchbällen, bei den French Open musste sie sich Justine Henin geschlagen geben, in Wimbledon unterlag sie Venus Williams und bei den US Open im Halbfinale Kim Clijsters. Im Halbfinale von Indian Wells bekam sie von Lindsay Davenport gar die "Höchststrafe" von 0:6, 0:6. Trotzdem wurde sie am 22. August die erste Weltranglistenerste ihres Landes, zunächst nur für eine Woche. Die Halbfinalteilnahme in New York beförderte sie wieder auf den Spitzenrang, den sie sechs Wochen später an Lindsay Davenport verlor. Bei ihren zweiten WTA Tour Championships kam sie ins Semifinale, das sie gegen die spätere Siegerin Amélie Mauresmo 6:7(1), 3:6 verlor.

2006

Marija Scharapowa nach dem Gewinn der US Open 2006

Das Jahr begann zunächst wenig erfolgreich. Bei den Australian Open scheiterte sie im Halbfinale an Justine Henin, bei den French Open bereits im Achtelfinale. Im Wimbledon stieß sie zum dritten Mal hintereinander ins Halbfinale vor, unterlag jedoch wiederum Mauresmo, der späteren Siegerin. Ihren zweiten Grand-Slam-Sieg feierte Scharapowa am 9. September 2006 bei den US Open mit einem 6:4-, 6:4-Finalerfolg über Justine Henin. Außerdem siegte sie bei den Zurich Open sowie beim WTA-Turnier in Linz. Mit diesen Ergebnissen sicherte sie sich zum dritten Mal das Ticket für die WTA-Championships in Madrid. Dort musste sie sich im Semifinale Henin geschlagen geben.

2007

Bei den Australian Open war Scharapowa aufgrund der Absage von Henin die Nummer Eins der Setzliste. Sie erreichte auch das Endspiel, verlor aber gegen Serena Williams mit 1:6, 2:6 – dennoch war sie wieder Nr.1 der Weltrangliste. In Tokio kam sie bis ins Halbfinale, das sie gegen Ana Ivanović beim Stand von 1:6, 1:0 verletzungsbedingt aufgeben musste. Nach einer längeren Pause nahm sie im März am Turnier in Indian Wells teil, wo sie im Achtelfinale Wera Swonarewa unterlag. Mit dieser Niederlage musste sie Platz 1 wieder an Henin abgeben. Ihr nächstes Turnier bestritt sie dann in Miami, wo sie in der vierten Runde Serena Williams klar mit 1:6, 1:6 unterlag. Nach einer erneuten, langen Verletzungspause nahm sie an dem Turnier in Istanbul teil, wo sie sie überraschend ihre Halbfinalpartie gegen die Französin Aravane Rezaï mit 2:6, 4:6 verlor. Bei den French Open erreichte sie erstmals in ihrer Karriere das Semifinale, unterlag aber Ana Ivanović klar mit 2:6, 1:6.

Bei ihrem ersten Rasenturnier des Jahres in Birmingham erreichte sie mit Siegen über Lilia Osterloh, Tamira Paszek, Jelena Lichowzewa und Marion Bartoli das Finale, das sie gegen Jelena Janković mit 6:4, 3:6 und 5:7 verlor. In Wimbledon scheiterte Scharapowa bereits im Achtelfinale mit 1:6, 3:6 an Venus Williams. Anfang August gewann sie in San Diego ihr erstes Turnier in diesem Jahr - im Finale bezwang sie Patty Schnyder in drei Sätzen. In Los Angeles kam sie bis ins Halbfinale, wo sie aufgrund einer Verletzung nicht antreten konnte. Bei den US Open überstand sie die ersten beiden Runden ohne Probleme. In der dritten Runde verlor sie gegen die Polin Agnieszka Radwańska mit 4:6, 6:1 und 2:6. In Moskau verlor sie bereits ihr Auftaktmatch in zwei Sätzen. Nachdem Venus Williams verletzungsbedingt für Madrid abgesagt hatte, rückte Scharapowa nach und erreichte ohne Matchverlust das Finale. In einer Marathonpartie gegen die Weltranglistenerste Justine Henin zog sie schließlich mit 7:5, 5:7 und 3:6 den Kürzeren.

2008

In Melbourne als Fünfte der Weltrangliste wieder verletzungsfrei angereist, überzeugte sie bei den Australian Open mit variantenreichem Angriffstennis. Dabei besiegte sie drei in der Weltrangliste besser platzierte Spielerinnen und zog nach sechs Siegen ohne Satzverlust über unter anderem Lindsay Davenport (6:1, 6:3), Jelena Dementjewa (6:2, 6:0), Justine Henin (6:4, 6:0) und Jelena Jankovic (6:4, 6:1) ins Finale ein. Mit dem Sieg (7:5, 6:3) über Ivanović sicherte sie sich ihren ersten Australian-Open- und insgesamt dritten Grand-Slam-Titel.

Danach spielte sie im Fed Cup für Russland gegen Israel, wo sie beiden Einzel gewann und maßgeblich zum 4:1-Erfolg beitrug. Im Februar gewann sie in Doha ihr zweites Turnier der Saison. Im Finale bezwang sie ihre Landsfrau Wera Swonarewa mit 6:1, 2:6 und 6:0. Das Turnier in Dubai musste sie aufgrund einer Viruserkrankung absagen. Bei den Pacific Life Open in Indian Wells erreichte sie das Halbfinale, das sie in drei Sätzen gegen Swetlana Kusnezowa verlor. Vor dieser Niederlage stand ihre Saisonbilanz bei 18:0 Siegen. Die Sony Ericsson Open in Miami musste sie aufgrund einer Schulterverletzung absagen. In Rom rückte sie bis ins Halbfinale vor, wo sie wegen einer Wadenzerrung nicht antreten konnte. Am 19. Mai war sie schließlich wieder die Nr. 1 der Welt, nachdem die bisherige Weltranglistenerste Henin in der Woche zuvor ihren Rücktritt erklärt hatte. Am 9. Juni gab Scharapowa die Spitzenposition erneut ab, diesmal an Ana Ivanović. In Wimbledon verlor sie Ende Juni in Runde 2 gegen Alla Kudrjawtsewa mit 2:6 und 4:6. Beim Rogers Cup von Montreal stieß sie mit einem Sieg über Marta Domachowska ins Achtelfinale vor, das sie aufgrund einer angerissenen Sehne in der Schulter nicht bestreiten konnte. Wenig später gab sie bekannt, dass sie auch bei den Olympischen Spielen in Peking nicht antreten würde. Einen Tag später sagte sie auch ihre Teilnahme an den US Open ab (seit den Australian Open 2003 hatte sie kein Grand-Slam-Turnier mehr verpasst), sie trat 2008 bei keinem Turnier mehr an.

2009

Aufgrund ihrer Schulterverletzung musste Scharapowa ihre Teilnahme an der Hong Kong Exhibition und den Australian Open absagen. Am 12. März feierte sie ihr Comeback beim Turnier in Indian Wells. In Wimbledon schied sie bereits in der zweiten Runde gegen Gisela Dulko aus. Beim Vorbereitungsturnier auf die US Open in Stanford erreichte sie das Viertelfinale, das sie gegen Venus Williams verlor. In Los Angeles scheiterte sie nach Siegen über Jarmila Groth, Wiktoryja Asaranka, Aljona Bondarenko und Urszula Radwańska im Halbfinale an der späteren Siegerin Flavia Pennetta. Beim Rogers Cup in Toronto unterlag sie im Finale Jelena Dementjewa. Bei den US Open kam sie nicht über die dritte Runde hinaus. Scharapowa leistete sich in dem knapp drei Stunden dauernden Match gegen die US-Amerikanerin Melanie Oudin 21 Doppelfehler. Sie selbst führte dies darauf zurück, dass sie nicht in der Lage war, den 2. Aufschlag mit weniger als 95 mph zu servieren. Ihr endgültiges Comeback nach der Schulterverletzung hatte sie dann mit dem Sieg bei den Toray Pan Pacific Open 2009 in Tokio. Sie lag im Endspiel gegen Jelena Janković mit 5:2 im ersten Satz vorn, als diese wegen einer Handverletzung aufgeben musste. Durch den Sieg stieß Scharapowa wieder unter die besten 15 der Weltrangliste vor. Beim anschließenden Turnier in Peking schied sie in der dritten Runde gegen Peng Shuai aus, nachdem sie zuvor Asaranka in einem längeren Match hatte bezwingen können.

2010

Das Jahr begann mit einer Niederlage bei den Australien Open bereits in der 1. Runde - das früheste Ausscheiden bei einem Grand-Slam-Turnier seit 2003. Das Turnier in Memphis konnte sie danach ohne Satzverlust gewinnen. Bei den folgenden Turnieren in Indian Wells und Madrid schied sie wiederum früh aus. In Straßburg gewann sie ihren zweiten Titel des Jahres gegen die Deutsche Kristina Barrois. Bei den French Open verlor sie bereits in der 3. Runde gegen Justin Henin in drei Sätzen. Bei dem Turnier in Birmingham verlor sie das Finale gegen Li Na. In Wimbledon verlor sie nach guten Leistungen im Achtelfinale gegen Serena Williams knapp mit 6(9):7, 4:6. Die Turniere vor den US Open verliefen sehr erfolgreich. In Stanford gelang ihr der Einzug ins Finale, das Wiktoria Asarenka aber für sich entscheiden konnte. Auch bei der ersten Turnierteilnahme in Cincinnati erreichte sie das Endspiel. Gegen Kim Clijsters lag sie mit 6:2, 5:3 vorn und hatte Matchbälle, aber wetterbedingt musste das Finale unterbrochen werden; schließlich verlor sie das Match noch mit 6:2, 6(4):7 und 2:6. Beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres unterlag sie in der 4. Runde Caroline Wozniacki. Bei den Turnieren in Tokio und Peking kam das Ausscheiden jeweils sehr früh.

2011

Vor Beginn der Saison wurde die Verpflichtung von Thomas Hogstedt als Co-Trainer bekannt gegeben. Bei ihrem ersten offiziellen Turnier der Saison, den ASB Classic 2011 in Auckland, verlor sie im Viertelfinale gegen die Ungarin Gréta Arn. Nach dem Turnier gab sie bekannt, dass sie die Zusammenarbeit mit Michael Joyce beende, obwohl sie viele Jahren erfolgreich mit ihm zusammengearbeitet habe.

Bei den Australian Open kam sie nach Siegen über Tamarine Tanasugarn (6:1 und 6:3), Virginie Razzano (7:6³ und 6:3) und Julia Görges (4:6, 6:4, 6:4) bis ins Achtelfinale, wo sie der Deutschen Andrea Petković mit 2:6 und 3:6 unterlag. In Indian Wells erreichte Scharapowa das Halbfinale, wo sie der Weltranglistenersten Caroline Wozniacki mit 1:6 und 2:6 unterlag. Damit erreichte sie zum ersten Mal seit Februar 2009 die Top 10 der WTA-Weltrangliste. In Miami schlug sie im Viertelfinale Alexandra Dulgheru in dem bisher längsten Match ihrer Karriere (3 Stunden und 28 Minuten). Das Finale gegen Asaranka verlor sie in zwei Sätzen. Ihr erstes Turnier auf Sand spielte sie in Madrid, wo sie im Achtelfinale Dominika Cibulková unterlag. Beim WTA-Turnier in Rom bestritt sie das Finale und besiegte dort Samantha Stosur.

Beim zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres, den French Open, stieß sie durch einen 6:0-, 6:3-Sieg über Andrea Petković zum zweiten Mal in ihrer Karriere in das Halbfinale vor, wo sie der späteren Siegerin Li Na 4:6 und 5:7 unterlag. Dieses Turnier markierte zugleich das Ende von Scharapowas bislang erfolgreichsten Sandplatzsaison (zwölf Siege bei nur zwei Niederlagen). Sie stand dank dieser Resultate wieder auf Weltranglistenposition 6.

Ihr erstes Turnier auf Rasen spielte Scharapowa dann in Wimbledon, wo sie mit Zweisatzsiegen über Anna Tschakwetadse, Laura Robson, Klára Zakopalová, Shuai Peng, Dominika Cibulkova und Sabine Lisicki das Finale erreichte, das sie gegen die Tschechin Petra Kvitova mit 3:6 und 4:6 verlor. Dadurch verbesserte sie sich auf Platz 5 der Weltrangliste – ihre bislang höchste Platzierung seit dem Comeback nach ihrer Schulterverletzung. Ihr erstes Vorbereitungsturnier für die US Open war das Turnier in Stanford, wo sie das Viertelfinale gegen Serena Williams verlor. In Toronto verlor sie überraschend in der 3. Runde gegen Galina Voskoboeva. Eine Woche später in Cincinnati gewann sie den Titel mit einem Endspielsieg über Jelena Jankovic. Bei den US Open selbst verlor sie überraschend in der 3. Runde gegen Flavia Pennetta. Trotz des frühen Ausscheidens konnte sie sich in der Weltrangliste auf Position 2 verbessern. Im Turnier in Tokio musste sie im Viertelfinale gegen die Tschechin Petra Kvitova aufgrund einer Knöchelverletzung aufgeben und auch das Turnier in Peking absagen. Aufgrund der guten Ergebnisse konnte sie sich zum ersten Mal seit 2007 für die WTA Tour Championships qualifizieren. Bei dem nun in Istanbul ausgetragenen Turnier kam Scharapowa aber nach Niederlagen gegen Li Na und Samantha Stosur nicht über die Vorrunde hinaus. Das Jahr 2011 beendete sie auf Platz 4 der Weltrangliste.

Bei den Australian Open 2012

2012

Zur Vorbereitung auf die Australian Open war das Turnier in Brisbane eingeplant, das sie aber aufgrund ihrer Knöchelverletzung absagte. Bei den Australian Open selbst überstand Scharapowa, an Nummer 4 gesetzt, die ersten Runden ohne Probleme. Sie schlug unter anderem Gisela Dulko, die Deutsche Angelique Kerber und in Runde vier mit Sabine Lisicki eine weitere Deutsche, die ihr den ersten Satzverlust bei diesem Turnier einbrachte. Das Finale gegen Wiktoryja Asaranka verlor Scharapowa glatt mit 3:6, 0:6.

Spielweise

Scharapowa verfügt über äußerst kraftvolle Grundschläge, die vor allem durch ihre beidhändige Rückhand und einen harten Aufschlag gekennzeichnet sind. Zudem gilt sie als überaus nervenstark. Kritiker bemängeln häufig, ihr würde es an einer echten Alternative zu ihrem „Hau-Drauf“-Spiel mangeln, etwa strategisch Ballwechsel aufzubauen. Schwach sei auch ihr Netzspiel, wobei auffällt, dass sie Lobs oftmals nicht als klassische Schmetterbälle (über Kopf) schlägt, sondern eher eine schwingende Vorhand (gleich dem Topspin-Volley) bevorzugt.

Bekannt ist sie auch für ihre kräftigen Lautäußerungen bei harten Schlägen. Viele Tennisspielerinnen - wie die russische Spielerin Jelena Dementjewa - beschwerten sich über ihr lautes „Stöhnen“. Kritiker behaupten sogar, sie setze es bewusst zur Störung ihrer Gegnerinnen ein. Auch ihr Vater, Juri Scharapow, der sie auf den Turnieren begleitet, wird für seine unerlaubten Coachings während der Begegnungen kritisiert.

Rekorde und Statistik

  • Maria Scharapowa ist die zweite Russin, die ein Grand-Slam-Turnier gewinnen konnte. Die erste war Anastassija Myskina, die am 3. Juni 2004 die French Open gewann. Am 4. Juli 2004, also nur 32 Tage später, gewann Scharapowa in Wimbledon. Sie gewann als erste Russin den Einzeltitel beim bedeutendsten Grand-Slam-Turnier und war damit die drittjüngste Siegerin in der Geschichte des Turniers.
  • Am 22. August 2005 wurde sie die Nummer 1 der WTA und damit die erste Weltranglistenerste ihres Landes.
  • Durch die 0:6-, 0:6-Niederlage im Halbfinale von Indian Wells gegen die damalige Weltranglistenerste Lindsay Davenport ging Scharapowa 2005 in die Geschichtsbücher ein als erste Spielerin der Top-3 der Weltrangliste, die ein Match verloren hat, ohne ein Spiel gewinnen zu können.
  • Im Jahr 2008 gelang Scharapowa nach 2005 erneut der Sprung an die Spitze der Weltrangliste.
  • Mit den Titeln in Australien und Doha, den zwei Siegen im Fed Cup und der Halbfinalteilnahme in Indian Wells gelang Scharapowa mit 18 Siegen in Folge die bisher längste Siegesserie ihrer Karriere.

Erfolge

Einzel

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Finalgegnerin Ergebnis
1. 5. Oktober 2003 JapanJapan Tokio WTA Tier III Hart UngarnUngarn Anikó Kapros 2:6, 6:2, 7:6
2. 2. November 2003 KanadaKanada Québec WTA Tier III Hart Venezuela 1930Venezuela Milagros Sequera 6:2, 0:0, Aufgabe
3. 13. Juni 2004 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Birmingham WTA Tier III Rasen FrankreichFrankreich Tatiana Golovin 4:6, 6:2, 6:1
4. 3. Juli 2004 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich London Grand Slam Rasen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Serena Williams 6:1, 6:4
5. 3. Oktober 2004 Korea SudSüdkorea Seoul WTA Tier IV Hart PolenPolen Marta Domachowska 6:1, 6:1
6. 10. Oktober 2004 JapanJapan Tokio WTA Tier III Hart Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mashona Washington 6:0, 6:1
7. 13. November 2004 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles WTA Tour Championships Hart Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Serena Williams 4:6, 6:2, 6:4
8. 6. Februar 2005 JapanJapan Tokio WTA Tier I Teppich Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lindsay Davenport 6:1, 3:6, 7:65
9. 26. Februar 2005 KatarKatar Doha WTA Tier II Hart AustralienAustralien Alicia Molik 4:6, 6:1, 6:4
10. 12. Juni 2005 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Birmingham WTA Tier III Rasen SerbienSerbien Jelena Janković 6:2, 4:6, 6:1
11. 19. März 2006 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Indian Wells WTA Tier I Hart RusslandRussland Jelena Dementjewa 6:1, 6:2
12. 6. August 2006 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San Diego WTA Tier I Hart BelgienBelgien Kim Clijsters 7:5, 7:5
13. 9. September 2006 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten New York Grand Slam Hart BelgienBelgien Justine Henin-Hardenne 6:4, 6:4
14. 22. Oktober 2006 SchweizSchweiz Zürich WTA Tier I Hart SlowakeiSlowakei Daniela Hantuchová 6:1, 4:6, 6:3
15. 29. Oktober 2006 OsterreichÖsterreich Linz WTA Tier II Hart RusslandRussland Nadja Petrowa 7:5, 6:2
16. 5. August 2007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten San Diego WTA Tier I Hart SchweizSchweiz Patty Schnyder 6:2, 3:6, 6:0
17. 26. Januar 2008 AustralienAustralien Melbourne Grand Slam Hart SerbienSerbien Ana Ivanović 7:6, 6:3
18. 24. Februar 2008 KatarKatar Doha WTA Tier I Hart RusslandRussland Wera Swonarjowa 6:1, 2:6, 6:0
19. 13. April 2008 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Amelia Island WTA Tier II Sand SlowakeiSlowakei Dominika Cibulková 7:6, 6:3
20. 2. Oktober 2009 JapanJapan Tokio WTA Premier 5 Hart SerbienSerbien Jelena Janković 5:2 Aufgabe
21. 21. Februar 2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis WTA International Hart SchwedenSchweden Sofia Arvidsson 6:2, 6:1
22. 22. Mai 2010 FrankreichFrankreich Straßburg WTA International Sand DeutschlandDeutschland Kristina Barrois 7:5, 6:1
23. 15. Mai 2011 ItalienItalien Rom WTA Premier 5 Sand AustralienAustralien Samantha Stosur 6:2, 6:4
24. 21. August 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cincinnati WTA Premier 5 Hart SerbienSerbien Jelena Janković 4:6, 7:6, 6:3

Doppel

Nr. Datum Turnier Kategorie Belag Partnerin Finalgegnerinnen Ergebnis
1. Oktober 2003 JapanJapan Tokio WTA Tier III Hart ThailandThailand Tamarine Tanasugarn Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ansely Cargill
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ashley Harkleroad
7:6, 6:0
2. Oktober 2003 LuxemburgLuxemburg Luxemburg WTA Tier III Teppich ThailandThailand Tamarine Tanasugarn UkraineUkraine Elena Tatarkova
DeutschlandDeutschland Marlene Weingärtner
6:1, 6:4
3. Juni 2004 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Birmingham WTA Tier III Rasen RusslandRussland Marija Kirilenko AustralienAustralien Lisa McShea
Venezuela 1930Venezuela Milagros Sequera
6:2, 6:1

Grand-Slam- und WTA Tour Championships-Ergebnisse

Angegeben ist immer die erreichte Runde

Turnier 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 Bilanz Titel
Australian Open F AF 1 S F HF HF 3 1 34:8 1
French Open HF 3 VF AF HF AF VF VF 1 30:9 0
Wimbledon F AF 2 2 AF HF HF S AF 34:8 1
US Open 3 AF 3 3 S HF 3 2 24:7 1
WTA Tour Championships RR F HF HF S 1
Grand-Slam-Bilanz 6:1 16:4 8:4 7:3 11:2 16:4 20:3 19:4 15:3 4:4 122:32

Karriere als Fotomodell

Die Russin wurde bald nach ihren ersten Auftritten von der Presse mit Anna Kurnikowa verglichen. Dagegen hat sich Marija Scharapowa verwahrt und auf ihre sportlichen Erfolge verwiesen. Unabhängig davon unterschrieb sie im November 2003 einen Modelvertrag bei der weltgrößten Modelagentur IMG Models. Im November 2006 warb sie für das US-amerikanische Hochglanzmagazin Sports Illustrated. Im Januar 2007 erschien sie auf dem Cover der US-amerikanischen Zeitschrift Teenvogue. Die Sport Bild gab an, dass Scharapowa allein 2007 an Werbeverträgen 20 Millionen US-Dollar verdiente und somit die derzeit bestbezahlte Sportlerin der Welt ist. Im Januar 2010 schloss sie einen mit 70 Mio. US-Dollar dotierten Werbevertrag (Laufzeit: 8 Jahre) mit Nike ab.

Auszeichnungen

  • 2006 Maxim-Woman of the Year (Sport)

Persönliches

Seit Oktober 2010 ist Scharapowa mit dem Basketballspieler Sasha Vujačić (Anadolu Efes SK) verlobt.[1]

Weblinks

 Commons: Marija Scharapowa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Buntes - Scharapowa heiratet: „Sie hat ‚Ja‘ gesagt“ auf eurosport.yahoo.com, abgerufen am 23. Oktober 2010
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