|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Mark Benecke (* 26. August 1970 in Rosenheim) ist ein deutscher Kriminalbiologe und Spezialist fĂĽr forensische Entomologie.[1] Er tritt auch als Kandidat und Landesvorsitzender fĂĽr Die PARTEI an.
Inhaltsverzeichnis |
Nach dem Studium der Biologie, Zoologie und Psychologie an der Universität zu Köln und der abschließenden Promotion[2] über genetische Fingerabdrücke absolvierte Benecke diverse polizeitechnische Ausbildungen im Bereich der Rechtsmedizin in den Vereinigten Staaten, darunter an der FBI-Academy.[3][4]
Benecke wird als öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger herangezogen, um biologische Spuren bei vermuteten Gewaltverbrechen mit Todesfolgen auszuwerten. So hatte er 1997/98 nach Untersuchung von Maden die Leichenliegezeit der getöteten Frau des Pastors Klaus Geyer festgestellt. Da Geyer zum ermittelten Zeitpunkt kein Alibi hatte, wurde er wegen Totschlags an seiner Frau verurteilt.
Im Todesfall einer pflegebedürftigen Frau in Köln ermittelte Benecke anhand von gefundenen toten Stallfliegen (Muscina stabulans), dass die Frau durch ihre Pflegerin vernachlässigt wurde. In Zusammenarbeit mit dem FSB untersuchte Benecke Adolf Hitlers mutmaßliche Schädeldecke und Gebiss.[5][6][7] Er untersuchte zudem als einziger Kriminalist den Fall des kolumbianischen Serienmörders und Vergewaltigers Luis Alfredo Garavito Cubillos.[8] National Geographic Channel und History Channel berichteten bereits über einige seiner Fälle.[9]
Er ist Ausbilder an deutschen Polizeischulen sowie Gastdozent in den Vereinigten Staaten, Vietnam, Kolumbien und auf den Philippinen.[10]
Mark Benecke ist der breiteren Öffentlichkeit durch seine Gastkommentare in den Fernsehserien Medical Detectives (VOX) und Autopsie – Mysteriöse Todesfälle (RTL II) bekannt, welche die Aufklärung realer Kriminalfälle zeigt und die hierbei eingesetzten, meist wissenschaftlichen Methoden in den Mittelpunkt stellt. Benecke erklärt dort allgemeinverständlich wissenschaftliche Hintergründe.
Benecke veröffentlichte mehrere populärwissenschaftliche Bücher, unter anderem über Kriminalfälle, Kriminalbiologie und das Altern aus biomedizinischer Sicht. Darüber hinaus gab er unter anderem für Ravensburger und Oetinger Kinder-Experimentierkästen und -bücher heraus.
Mark Benecke ist Gastherausgeber für die Forensic Science International (Forensic Entomology Special Issue)[11] und Mitglied im Wissenschaftsrat der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften.[12][13] Er veröffentlicht Artikel in deren Zeitschrift Skeptiker zu ausgefallenen Themen wie Spontane Selbstentzündung[14][15][16], Blutwunder (zusammen mit dem ZDF)[17], Vampire[18], magnetische Berge und anderes.
Für die Annals of Improbable Research, die jährlich an der Harvard-Universität die Ig-Nobelpreise verleihen, arbeitet Benecke im Wissenschaftlichen Beirat.[19]
Benecke heiratete 2009 während des Castle-Party-Festivals im polnischen Bolków und adoptierte am selben Tag eine ehemalige Kursteilnehmerin.[20] Seine Frau Lydia ist auch Mitautorin mehrerer seiner Bücher.
Seit 2011 ist Benecke Vorsitzender des Vereins ProTattoo (Information, Schulung und Öffentlichkeitsarbeit für und von Angehörige/n der Tätowierbranche).[21]
Mehrere von Beneckes BĂĽchern erreichten in der Spiegel-Bestsellerliste hohe Platzierungen.[22]
Seit 1999 sind samstags Beiträge von Mark Benecke zu aktuellen wissenschaftlichen Themen auf den öffentlich-rechtlichen Sender Radio Eins zu hören.[23]
Von 2010 bis 2011 war Benecke Kolumnist auf der Meinungsseite der Frankfurter Rundschau[24], und von 2001-2011 hatte er eine monatliche Kolumne in der unter deutschsprachigen BiologInnen sehr weit verbreiteten Zeitschrift Laborjournal. Seit 2012 ist er Kolumnist des Tätowiermagazins.[25]
Bis 2007 (und in regelmäßigen Wiederholungen bis heute) war und ist er als Rechtsmediziner in der Sendung Niedrig und Kuhnt – Kommissare ermitteln zu sehen. Auch in den Galileo-Mystery-Ausgaben über Jack the Ripper (2006), die Päpstin (2006), Piraten (2006), Die Kreuzigung Jesu (2007), Flüche (2007), Zombies und Wiedergänger (2007) und Vampire unter uns? (2011) hatte er Auftritte als Kriminalbiologe und Kriminalist.[26]
Im Jahr 2009 war er als Präsident der Transylvanian Society of Dracula Laudator für den Internationalen Buchpreis Corine für das Hörbuch Der verbotene Ort von Fred Vargas, gelesen von Barbara Nüsse, in dem der sog. Vampir-Fall Plogojowitz zentrales Thema ist.
Benecke ist seit etwa 2000 regelmäßig in Gast in deutschsprachigen Talkshows, wo er zu kriminalistischen Themen Stellung nimmt.
1989 gründete er gemeinsam mit Klaus Fehling in Köln die Schlager-Punk-Band Die Blonden Burschen, der er bis 2000 unter dem Künstlernamen Belcanto Bene angehörte.
Ab dem Jahr 2000 trat Mark Benecke in einem Theaterstück von Klaus Fehling und Posttheater Berlin/New York/Tokyo im Stück The Real Forensic in Berlin, Singapur und anderen Städten als der Schauspieler Murat Belcant auf, ohne dass das Rätsel um die Person des Darstellers gelüftet wurde.[27][28]
2009 sprach Benecke echte, aber bizarr anmutende Baustellen-Unfälle für das Album Baustoff der Elektro-Band Patenbrigade:Wolff auf.[29]
Zum 19. Wave-Gotik-Treffen (WGT) im Mai 2010 wurde eine Coverversion von Nick Caves Where the Wild Roses Grow, ursprünglich vom Album Murder Ballads, gecovered von Benecke mit Sara Noxx veröffentlicht, die von bekannten Elektro-Bands wie Feindflug, Kontrast, The Eternal Afflict und weiteren remixed wurde. Auf dem Amphi-Festival und dem WGT tritt er regelmäßiger als Redner auf.[30] [31] Das 20. WGT eröffnete er als DJ zusammen mit DJ Elvis.[32]
Für die Tierschutzorganisation Peta setzt er sich für den Schutz von wirbellosen Meerestieren und gegen die Haltung von Zirkus-Tieren ein.[33][34] Benecke wurde auch durch seine Arbeit als Kriminalbiologe Vegetarier und vertritt den Vegetarismus auch öffentlich.[35][36]
Benecke ist NRW-Vorsitzender der Partei Die PARTEI. Im Landtagswahlkampf 2010 in NRW trat er als Spitzenkandidat der PARTEI für das Amt des Ministerpräsidenten an.[37][38]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Benecke, Mark |
| ALTERNATIVNAMEN | Belcanto Bene |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kriminalbiologe und Spezialist fĂĽr forensische Entomologie |
| GEBURTSDATUM | 26. August 1970 |
| GEBURTSORT | Rosenheim, Bayern |