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| Marseille | ||
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| Region | Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur (PrĂ€fektur) | |
| Département | Bouches-du-RhÎne | |
| Arrondissement | Marseille | |
| Kanton | Chef-lieu von 25 Kantonen | |
| Gemeindeverband | Communauté urbaine Marseille Provence Métropole | |
| Koordinaten | 43° 18âČ N, 5° 23âČ O43.29666666675.376388888897Koordinaten: 43° 18âČ N, 5° 23âČ O | |
| Höhe | 7 m (0â640 m) | |
| FlĂ€che | 240,62 kmÂČ | |
| Einwohner â UnitĂ© urbaine |
850.602 (1. Jan. 2009) 1.349.772 | |
| Bevölkerungsdichte | 3.535 Einw./kmÂČ | |
| Postleitzahl | 13001â13016 (Die letzten beiden Ziffern stehen fĂŒr die Nummer des stĂ€dtischen Arrondissements) | |
| INSEE-Code | 13055 | |
| Website | http://www.mairie-marseille.fr/ | |
Marseille [maÊËsÉj] (deutsch veraltet: Massilien, okzitanisch: Marselha) ist die wichtigste französische und eine bedeutende europĂ€ische Hafenstadt. Sie liegt am Golfe du Lion, einer Mittelmeerbucht. Die Stadt, deren Einwohner sich Marseillais nennen, ist Hauptstadt des DĂ©partements Bouches-du-RhĂŽne in der Region Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur. Marseille ist mit 850.602 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) nach Paris die zweitgröĂte Stadt Frankreichs. Das Ballungsgebiet Marseille hat, wenn man die unmittelbar angrenzenden StĂ€dte wie Allauch, Aubagne und Penne-sur-Huveaune hinzuzĂ€hlt, ungefĂ€hr 1,35 Millionen Einwohner und ist damit nach Paris und Lyon die drittgröĂte Agglomeration Frankreichs. Marseille ist Sitz eines GroĂmuftis und das Zentrum des Islam in Frankreich.
Inhaltsverzeichnis |
Marseille liegt zwischen 0 und 646 m (12 m am offiziellen Zentrum Noailles) hoch. Das Hinterland ist gebirgig und findet seine höchste Erhebung im 710 m hohen Croix de Garlaban. Im Nordwesten grenzt die Stadt an die ChaĂźne de lâEstaque, eine aus Kalkfelsen bestehende Bergkette hinter lâEstaque, die den Ătang de Berre, ein groĂes salzhaltiges BinnengewĂ€sser, in dem Muschelzucht betrieben wird, vom Meer abgetrennt. SĂŒdwestlich des Ătang de Berre befindet sich der fĂŒr SĂŒdfrankreich bedeutende, da zentral gelegene Flughafen Marignane. Durch die Lage herrscht in Marseille ein mediterranes Klima.
| Marseille | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm (ErklÀrung) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Marseille
Quelle: Météo-France
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Griechische SeehĂ€ndler aus PhokĂ€a in Kleinasien besuchten im 7. Jahrhundert v. Chr. die SĂŒdkĂŒste Frankreichs nahe der MĂŒndung der RhĂŽne, um mit den ligurischen StĂ€mmen Handel zu treiben. Vor allem Zinn, als Bestandteil der Bronze bei den Griechen begehrt, im Gegenzug fanden feine Töpferwaren und Schmuck den Weg in die HĂ€user der lokalen FĂŒrsten. An der schroffen und felsigen KĂŒste waren geschĂŒtzte LandeplĂ€tze rar, und so steuerte man mit der Zeit immer wieder den natĂŒrlichen Hafen des heutigen Marseille an, wo die Galeeren vor Wind und Wellen geschĂŒtzt waren.
Um 620â600 v. Chr. grĂŒndeten die Griechen dank einer Landschenkung des ligurischen FĂŒrsten an diesem Hafen eine dauerhaft bewohnte HandelsprĂ€senz und nannten sie ÎαÏÏαλία Massalia (auch Massilia genannt), das heutige Marseille. Der Legende nach hatte sich eine Tochter des FĂŒrsten bei einem groĂen Fest in einen der EhrengĂ€ste, den AnfĂŒhrer der griechischen HĂ€ndler, Protis, verliebt. Die beiden wurden vermĂ€hlt, und sie brachte als Mitgift das Land um den heutigen Alten Hafen mit in die Ehe ein.
Der Legende nach ist die Stadt wie folgt entstanden:
Nachdem Protis an Land gegangen war, um sich mit der schönen Ligurerin Gyptis zu vereinen, wird Marseille gegrĂŒndet. Protis war PhĂ€ake, und die PhĂ€aken, dieses Seefahrervolk von der Insel Scheria, hatten nicht nur einen gastfreundlichen König namens Alkinoos, der den schiffbrĂŒchigen Odysseus aufnahm, um ihn dann in seine Heimat Ithaka zu geleiten. Er hatte auch eine schöne Tochter. Nausikaa war es, die den gestrandeten Odysseus fand und ins Haus ihres Vaters fĂŒhrte. Marseille wurde also von der Liebe gegrĂŒndet.
Mit der Zeit wuchs diese Siedlung zu einer groĂen griechischen Kolonie empor. Durch seine gĂŒnstige Lage als Endpunkt der rhĂŽneabwĂ€rts fĂŒhrenden HandelsstraĂe wurde Massalia bald zur reichsten und gröĂten Griechenstadt am westlichen Mittelmeer. Ihr Kultureinfluss erstreckte sich weit in das Hinterland hinein, und wenn sich die Helvetier zu CĂ€sars Zeiten der griechischen Buchstaben bedienten, so steht hinter dieser Schriftrezeption der Massaliotische Einfluss. Auch in einigen sĂŒdfranzösischen Dialekten scheinen sich Spuren der alten phokĂ€ischen GrĂ€zitĂ€t erhalten zu haben.
Auch Malaga, Korsika und Nizza wurden von ZuzĂŒglern aus PhokĂ€a besiedelt, die eine Kolonie nach der anderen grĂŒndeten. Mit der Zeit wurde Massalia so groĂ und bedeutend, dass es selbst Siedler ausschickte, um Handelsposten und Kolonien im Westen bis hin nach Spanien zu grĂŒnden. Fast schien es so, als ob das Westbecken des Mittelmeers ein Binnensee der Phokaier und der Massalioten werden sollte, als die Koalition der Etrusker und Karthager der griechischen Expansion in der Seeschlacht bei Alalia ein Ende setzten.
Stephanos von Byzanz erwĂ€hnt mehrere von Massalia gegrĂŒndete StĂ€dte oder Siedlungen im Umland,[1] die sonst nicht bezeugt sind:
Um das Jahr 545 v. Chr. erfolgte â nach der Flucht aus Phokaia durch Harpagos (einen Meder bzw. Perser, Statthalter des Königs Kyros) â ein erneuter Zuzug aus der Mutterstadt. (Hdt. 1,163,1-1,165,4, Solin. II,77, Liv. V,34,7-8).
Es gab immer wieder Konflikte mit den Gallien beherrschenden keltischen StÀmmen.
125 v. Chr. rief Massalia die Truppen des Römischen Reiches um Hilfe gegen die Angriffe gallischer StĂ€mme (Ligurer, Allobroger, Salluvier, Arverner und Vokontier). Im Laufe der Kriegshandlungen wurde das gesamte Gebiet des sĂŒdlichen Galliens von den Römern als Provinz Gallia Narbonensis annektiert. Die Stadt selbst jedoch konnte ihre UnabhĂ€ngigkeit noch einige Jahrzehnte bewahren. In den Jahren des BĂŒrgerkrieges zwischen Julius CĂ€sar und Gnaeus Pompeius wollte sich Massalia neutral verhalten, doch dies wurde von CĂ€sar nicht geduldet. Im Jahr 49 v. Chr. wurde sie schlieĂlich nach sechsmonatiger Belagerung erobert und in die Provinz Narbonensis integriert.[3] Als solches blieb sie bis zum Ende des Römischen Reiches dessen Bestandteil.
Anfang des 5. Jahrhunderts wurde am SĂŒdufer des Alten Hafens das Kloster Saint-Victor gegrĂŒndet, das von 750 bis 960 die Residenz der Bischöfe von Marseille war. 481 fiel die Stadt an die Westgoten, 508 an die Ostgoten, 536 an die Franken und 879 an Niederburgund. Nachdem die Sarazenen sie zerstört hatten, wurde die Stadt im 10. Jahrhundert wiederaufgebaut und den Vicomtes de Marseille unterstellt. Zwischen 1216 und 1218 wurde Marseille zur selbststĂ€ndigen Republik und schlieĂlich 1481 mit Frankreich vereinigt.
1720 und 1721 wĂŒtete die Pest, an der die HĂ€lfte der Bevölkerung starb (50.000).
Die Bevölkerung von Marseille war seit jeher stolz und unabhĂ€ngig und im ganzen Land bekannt, sich gerne gegen die Obrigkeit und den König aufzulehnen. So schickte die Stadt im Jahr 1792 500 freiwillige KĂ€mpfer, um die neue Regierung der AufstĂ€ndischen wĂ€hrend der Französischen Revolution zu unterstĂŒtzen. Das von den KĂ€mpfern aus Marseille in den StraĂen von Paris gesungene Lied wurde als die Marseillaise bekannt. Am 14. Juli 1795 wurde die Marseillaise zur französischen Nationalhymne erklĂ€rt.
Im 19. Jahrhundert wuchs Marseille zum bedeutendsten Hafen des französischen Kaiserreiches, vor allem auch dank der französischen Kolonialisierung in Afrika und Indochina. Die Entwicklung und Bedeutung des Hafens verstÀrkte sich noch mit dem Beginn der Industrialisierung und erst recht mit der Eröffnung des Sueskanals 1869.
Am 9. Oktober 1934 fielen der jugoslawische König Alexander I. und der französische AuĂenminister Louis Barthou vor der Börse einem Mordanschlag zum Opfer.
Nach der Kapitulation Frankreichs vor der Wehrmacht gehörte Marseille zunĂ€chst zur Zone libre, die unter Verwaltung des Vichy-Regimes stand. Im Januar und Februar 1943 wurde nach Himmlers Anweisung ein GroĂteil der historischen Altstadt (Vieux Port) von deutschen Truppen und der SS unter Beteiligung von Rolf MĂŒhler und GĂŒnter Hellwing (spĂ€ter SPD-Parteivorstand) gesprengt. 27.000 Einwohner wurden aus der Altstadt, die den Nazis als eine BrutstĂ€tte der RĂ©sistance galt, zwangsumgesiedelt (Himmler hatte 100.000 Deportierte verlangt). 1.640 Bewohner der Stadt, darunter etwa 800 Juden, wurden als âunerwĂŒnschte und antisoziale Elementeâ festgesetzt und spĂ€ter ins Reichsgebiet bzw. nach Polen deportiert.[4]
Zerstört wurden bei der Sprengung der Altstadt 1924 GebĂ€ude. Ein Teil der TĂ€ter wurde 1954 in den Prozessen gegen MĂŒhler u. a. sowie gegen Carl Oberg u. a. wegen dieser Kriegsverbrechen angeklagt, etliche wurden in Abwesenheit zum Tod verurteilt, ohne dass die französische Justiz ihrer habhaft werden konnte: Die Bundesrepublik lieferte sie nicht aus und klagte sie selbser nicht an. So wurde das Kriegsverbrechen der Altstadtvernichtung nie gesĂŒhnt.
Hitler ernannte im Januar 1944 alle wichtigen HafenstĂ€dte im Westen â so auch Marseille â zu "Festungen".
Am 27. Mai 1944 griffen amerikanische Bomber die deutschen MilitĂ€ranlagen in Marseille an. Am 28. August kapitulierten nach einwöchigem Kampf die deutschen Besatzer gegenĂŒber den Truppen des Freien Frankreich.[5]
Die Verteidiger kÀmpften nicht so fanatisch wie zum Beispiel in OKW-Befehlen von Februar 1944 zur Verteidigung von Festungen gefordert. Darin war befohlen, 'bis zum letzten Mann' zu kÀmpfen und keinesfalls zu kapitulieren.[6]
In der Nachkriegszeit, auch in Frankreich Zeit eines starken wirtschaftlichen Aufschwungs (trentes glorieuses) wuchs die Stadt unaufhörlich weiter, bis es dann Ende der 1970er Jahre zu erheblichen Problemen mit zunehmender KriminalitĂ€t, Verschmutzung und wachsendem Verkehr kam. Marseille verlor innerhalb von zehn Jahren 10 % seiner Bevölkerung durch Abwanderung, u. a. in die VorstĂ€dte. Die BĂŒrgermeister unternahmen in dieser Zeit groĂe Anstrengungen, um der KriminalitĂ€t sowie der groĂen Zahl der illegalen Zuwanderer aus Nordafrika sowie dem Verfall der Stadt Herr zu werden.
Seit den 90er Jahren wandelt sich das Bild der Stadt langsam, die Wirtschaft wĂ€chst wieder, neue Industrien siedeln sich an und die Stadt unternimmt groĂe Anstrengungen, um das Stadtbild zu verschönern.
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1750 bis 1910
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1920 bis 1962
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1968 bis 2006
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Marseille ist als Frankreichs âTor zum Mittelmeerâ wie kaum eine andere Stadt neben Paris durch Einwanderer geprĂ€gt. In der Zeit um 1900 waren dies v. a. Italiener, nach dem Zweiten Weltkrieg kamen europĂ€ischstĂ€mmige Algerienfranzosen (pieds-noirs) sowie Bewohner der ehemaligen französischen Kolonien aus dem Maghreb und Schwarzafrika hinzu.
Die Stadt Marseille teilt sich in 16 Arrondissements (Stadtbezirke) mit insgesamt 111 Stadtvierteln.
Beschreibung: In WeiĂ ein blaues durchgehendes gemeines Kreuz.
BĂŒrgermeister von Marseille sind oder waren seit der Befreiung der Stadt 1944:
Derzeit gibt es 13 PartnerstÀdte von Marseille:[7]
Das MusĂ©e des Beaux-Arts mit seinen Malereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert und das MusĂ©e dâHistoire Naturelle mit seinen zoologischen und geologischen Ausstellungen befindet sich in den SeitenflĂŒgeln des Palais Longchamp (siehe Bauwerke). Das MusĂ©e dâArchĂ©ologie MĂ©diterrannĂ©enne und MusĂ©e dâarts Africains, OcĂ©aniens et AmĂ©rindiens befinden sich in der Vieille CharitĂ©, dem ehemaligen Krankenhaus der Armen. Die bildende Kunst der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts ist mit einer beachtenswerten Sammlung im MusĂ©e Cantini vertreten, gelegen im bĂŒrgerlichen 6. Arrondissement, wo auch die PrĂ€fektur ihren Sitz hat. Auch finden dort kontinuierlich Wechselausstellungen zur zeitgenössischen Kunst statt. Im 1852 bis 1860 am unteren Teil der CanebiĂšre, nahe dem Alten Hafen von Pascal Coste erbauten Palais de la Bourse (Börse) befindet sich heute das MusĂ©e de la Marine et de lâEconomie de Marseille, eine kommunale Institution zur Förderung der Wirtschaft. Dort finden auch Ausstellungen zu Handel, Wirtschaft und Verkehr statt.
Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Marseille
SĂŒdlich des Stadtkerns befindet sich die von Henri-Jacques EspĂ©randieu im neobyzantinischen Stil entworfene Notre-Dame de la Garde, an der Stelle einer mittelalterlichen Wallfahrtskapelle in den Jahren 1853 bis 1864 erbaut. Sie befindet sich auf einem 147 m hohen Kalkfelsen und ist neben dem vor dem Hafen liegenden ChĂąteau dâIf das Wahrzeichen von Marseille. âLa Bonne MĂšreâ, wie sie im Volksmund genannt wird, birgt eine monumentale Sammlung an Votivbildern. Von den Aussichtsplattformen hat man einen spektakulĂ€ren Blick ĂŒber die Stadt.
Der im Zentrum gelegene Alte Hafen Vieux Port bzw. am Quai des Belges gelegene Fischmarkt ist entgegen Berichten von ReisebĂŒros und Journalisten nicht der zentrale Treffpunkt der Stadt; es sei denn, man bewertet die Tatsache als entscheidend, dass von dort aus die (kleinen, also alltĂ€glich versorgenden oder AusflĂŒgler transportierenden) Schiffe zu den Inseln, den Ăles dâFrioul hinausfahren, also nach ChĂąteau dâIf oder die durch einen Deich (Digue Berry) miteinander verbundenen, zwischen einem kleinen Hafen gelegenen Ăle Ratonneau und Ăle PomĂšgues sowie vorbei an den Calanques ins etwa fĂŒnfzehn Kilometer entfernte Cassis (Bouches-du-RhĂŽne) mit Europas höchster Klippe. Hier findet zwar tatsĂ€chlich und tĂ€glich ein Treffen zwischen Hausfrauen und Fischern bzw. deren Fisch verkaufenden Frauen insofern statt, als die einen einkaufen und die anderen verkaufen (vor allem an Samstagen, da an Wochenenden in der Familie gegessen wird). Die Marseillais kaufen ihren Fisch sonst lieber im Supermarkt (frisch aus dem Atlantik oder sonst woher), möglicherweise am Markt, an dem lĂ€ngst nicht mehr nur die örtlichen Maghrebiner einkaufen, in der Rue Longue des Capucins, wo es nahezu alles und höchst preiswert gibt) oder aber die MeeresfrĂŒchte (Muscheln, Schnecken usw.) bei Toinou am Cours Saint-Louis. Unweit des Vieux Port, etwa zur Mitte der Strecke zum Cours Saint-Louis hin, leicht schrĂ€g gegenĂŒber der Place du GĂ©nĂ©ral de Gaulle (ein paar Meter von der Stadtinformation Office du Tourisme) befindet sich auch die Börse (Palais de la Bourse), wo das MusĂ©e de la Marine et de lâĂconomie de Marseille untergebracht ist. Beim MusĂ©e des Docks Romains ist die Stelle, wo sich die Hafenanlagen aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung befanden, und das MusĂ©e dâHistoire de Marseille wurde um einige Ăberreste des antiken Hafens herum angelegt.
Vom Alten Hafen aus zieht sich die etwa ein Kilometer lange CanebiĂšre (von provenzal. Canabiero, Cannabis sativa; Hanf wurde hier gehandelt) â eine ehemalige PrachtstraĂe des 19. und anfĂ€nglichen 20. Jahrhunderts, endgĂŒltig verblichen wĂ€hrend der sechziger und siebziger Jahre - zur Kirche St-Vincent-de-Paul, der Kirche der Reformierten, hin. An ihrem Ende, leicht nordwestlich der Kirche wird sie mit dem Boulevard Longchamp (zunĂ€chst Cours Joseph Thierry) fortgesetzt, die zum GelĂ€nde mit dem Palais Longchamp und seiner Brunnenanlage sowie dem dahinter liegenden Park (ehemaligen Zoologischen Garten) fĂŒhrt. Die CanebiĂšre wurde von GeschĂ€ftshĂ€usern und CafĂ©s gesĂ€umt und frĂŒher oft mit der Pariser Avenue des Champs-ĂlysĂ©es verglichen. Die einstige PrachtstraĂe hat sich seit den 1970er-Jahren im Zuge der Zunahme des StraĂenverkehrs in eine stark befahrene StraĂe gewandelt. Zwischen Cours Belsunce beziehungsweise Cours Saint-Louis und Boulevard Dugommier/Boulevard Garibaldi ĂŒberwiegen bereits verfallende oder vernachlĂ€ssigte Fassaden.
Die Erneuerung der alten StraĂenbahnstrecke mitsamt neuen Wagen der âTramway 68â von der an der CanebiĂšre gelegenen Metro-Station Noailles nach St-Pierre soll unter anderem dazu beitragen, die StraĂe wieder lebenswerter zu gestalten. Das wird fĂŒr die Alteingesessenen und EinkommensschwĂ€cheren allerdings immer problematischer, da die ganze Stadt seit den 1990er Jahren recht rigide âsaniertâ bzw. erneuert wird. Dazu beigetragen hat auch der TGV, mit dem die Stadt seit Beginn des 21. Jahrhunderts von Paris aus in drei Stunden zu erreichen ist. So wurde beispielsweise das unweit des Bahnhofs St-Charles gelegene Belsunce-Viertel stark saniert: Ăber ein nicht unumstrittenes Sanierungsprogramm wurden die in den â allerdings tatsĂ€chlich verkommenen, damit jedoch extrem mietpreisgĂŒnstigen â dort gelegenen HĂ€usern lebenden, ĂŒberwiegend aus den nordafrikanischen LĂ€ndern stammenden Anwohner vertrieben. So heiĂt es im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union (Stand September 2006):
Das nördlich, oberhalb des Alten Hafens gelegene Quartier du Panier, von den Einheimischen knapp âPanierâ genannte, im 2. Arrondissement gelegene Viertel, ist der Ort der ersten Besiedelung Marseilles. Im Zweiten Weltkrieg zum Teil gesprengt, am nördlichen Ufer des alten Hafens in den 1950ern mit Neubauten wiederaufgebaut, beginnt der restliche, einigermaĂen unberĂŒhrte alte Kern unweit hinter dem barocken HĂŽtel de ville (Rathaus), in dem die Mairie, das BĂŒrgermeisteramt, untergebracht ist. Die Bevölkerung dort stammt historisch aus dem gesamten Mittelmeerraum, vor allem jedoch aus nordafrikanischen LĂ€ndern. Hinter den Neubauten liegt das alte Panier. Auf der Place des Moulins, einer der beiden HĂŒgel des antiken Marseille, standen seit der FrĂŒhzeit die WindmĂŒhlen der Stadt. Die Umrisse der StraĂen und Treppen sind zum groĂen Teil seit der Zeit der Griechen gleich geblieben, neue HĂ€user wurden auf den GrundstĂŒcken und Mauern der alten HĂ€user erbaut. Auf dem anderen hohen HĂŒgel der antiken Stadt erbauten die Griechen eine Agora; heute sĂ€umen alte Bistros den an der Rue Saint-Pons gelegenen Platz.
Eine kurze Beschreibung des Abrisses und der neuen Bebauung eines Teils des Quartier du Panier:
Es entstanden an der nördlichen Seite des Alten Hafens, am Quai du Port, gegenĂŒber von Notre-Dame de la Garde, in den sechziger/siebziger Jahren fĂŒnfstöckige Neubauten. Dahinter befindet sich eine weitere Reihe WohnhĂ€user: Werkbund-NachlĂ€ufer, eine Art in die LĂ€nge und die Höhe gezogener Kleinteiligkeit, die sich in erkerförmigen Backsteinapplikationen ausdrĂŒckt. Vorher befand sich dort das eigentliche Hafenviertel, ein verzweigtes Netz aus WohnhĂ€usern aus dem 17. Jahrhundert, vielen kleinen Gassen und Treppen. Die im November 1942 in Marseille einmarschierten Deutschen sahen darin einen Unsicherheitsfaktor sowie einen âHortâ der RĂ©sistance. Im Januar 1943 begannen deutsche Truppen nach der sogenannten âĂvacuationâ von fast 27.000 Einwohnern in ein Gefangenenlager bei FrĂ©jus unter Befehl des Generalfeldmarschalls von Rundstedt mit der Sprengung des Hafenviertels (1924 GebĂ€ude).
Hinter den Neubaublöcken liegt das Panier mit HĂ€usern, ĂŒberwiegend aus dem 18. Jahrhundert, einige der HĂ€user stammen sogar aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dieses Viertel ist der alte Kern von Marseille. Noch im Panier, ebenfalls westlich des Alten Hafens befindet sich die wie Notre-Dame de la Garde im neobyzantinischen Stil erbaute CathĂ©drale de la Major. Sie entstand zwischen 1852 und 1893 und besitzt zwei kuppelgekrönte TĂŒrme sowie eine 16 Meter hohe Vierungskuppel. Etwas weiter westlich, hinter der Place la Joliette erstreckt sich der Neue Hafen (Port Moderne). Die hier gelegenen GebĂ€ude sind oder werden zu groĂen Teilen aufwendig zu BĂŒros, Wohnungen oder VeranstaltungsstĂ€tten (z. B. ein neues Museum) umgewandelt â les docks: Teil des neuen Marseille.
Von der ab 1844 angelegten Anlage legen heute die meisten FĂ€hren ab, darunter auch die Passagierschiffe nach Korsika. Die fĂŒr den GĂŒterverkehr wesentlich bedeutenderen Hafenanlagen des âport autonome de Marseilleâ, â der örtlichen Hafenbetreibergesellschaft â liegen in dem ca. 50 Kilometer westlich gelegenen Fos-sur-Mer.
Die KĂŒche von Marseille ist zwar in erster Linie provenzalisch beeinflusst, da die Stadt das Zentrum der Provence ist, jedoch auch vom gesamten Mittelmeerraum. Dazu zĂ€hlen auch levantinische und maghrebinische EinflĂŒsse, da ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung von dort eingewandert ist. Weiterhin wird auch griechisch, italienisch, korsisch, spanisch, jĂŒdisch-sephardisch oder armenisch gekocht.
ErwĂ€hnenswert ist die Bouillabaisse, ein aus Marseille stammendes Gericht, das in ganz Frankreich und ĂŒber das Land hinaus bekannt ist. In den Restaurants von Marseille gehört diese ursprĂŒnglich von Fischern aus nicht verkauften Fischen, Crevetten und Muscheln gekochte Suppe zum Standard.
In der traditionellen Marseiller KĂŒche wird (wie ĂŒberall in Frankreich) frisch und mit Zutaten aus der Region gekocht. Fisch und MeeresfrĂŒchte werden bevorzugt, allerdings auch Fleisch und GeflĂŒgel oft zubereitet.
In Marseille findet alljĂ€hrlich mit der âMondial La Marseillaise Ă PĂ©tanqueâ das gröĂte PĂ©tanque-Turnier der Welt statt. 2006 waren zum Beispiel 4.112 Mannschaften mit 12.336 Spielern am Start.
Seit 1979 ist Marseille am letzten Oktobersonntag Startort von Marseille â Cassis, einem der populĂ€rsten StraĂenlĂ€ufe Frankreichs.
Neben den typischen französischen Chansons ist Marseille vor allem eine feste GröĂe im französischen Hip Hop. Mitte der 80er Jahre begannen Gruppen wie IAM vor allem die Jugendlichen aus Migrantenfamilien fĂŒr den neuen Musikstil zu begeistern. Heute ist der französische Hip-Hop-Markt, vor allem auch dank der KĂŒnstler aus Marseille, nach dem der USA der zweitgröĂte der Welt.
Sehenswert sind die bis zu 400 m hohen Klippen des Massif des Calanques.
Die auf dem Rand der Klippen bis zu 20 Meter ĂŒber dem Meer erbaute Corniche President J. F. Kennedy ist ein toller Startpunkt fĂŒr eine Fahrt ins GrĂŒne. Die herrliche HöhenstraĂe am Meeresufer beginnt bei der kleinen Bucht âAnse des Catalansâ (Strandbad). Sie fĂŒhrt durch das malerische kleine Tal âVallon des Auffesâ, lĂ€sst mit einer AbkĂŒrzung die Landzunge âPointe dâEndoumeââ auf der das Aquarium liegt, auĂerhalb ihres Bereichs und gelangt dann zu dem weitlĂ€ufigen âParc Borelyâ. Nach dem âPradoâ geht sie in eine StraĂe ĂŒber, die um das âCap Croisetteâ lĂ€uft und nach 12,5 km in Callelongue endet.
In Marseille ist der 1899 gegrĂŒndete und national und international sehr erfolgreiche FuĂballclub Olympique de Marseille beheimatet.
Die Heimspiele werden im 60.000 Zuschauer fassenden Stade Vélodrome ausgetragen.
Vereinsfarben sind weiĂ und azurblau.
Bisherige Erfolge:
In Marseille findet alljĂ€hrlich mit der âMondial la Marseillaise Ă pĂ©tanqueâ das gröĂte PĂ©tanque-Turnier der Welt statt. Es ist ein fĂŒr alle PĂ©tanque-Spieler offenes Turnier. Eine Lizenz ist zur Teilnahme nicht erforderlich. 2006 waren zum Beispiel 4.112 Ăquipes (Mannschaften) mit 12.336 Spielern am Start. Es wird im unweit des Strandes gelegenen Parc BorĂ©ly und den angrenzenden GelĂ€nden ausgetragen, das Finale immer am Alten Hafen. Vor diesem Turnier finden im Parc Borely auch die ebenfalls jĂ€hrlich stattfindenden Meisterschaften des Jeu Provençal statt. Dabei handelt es sich um die alte, historische Version des Boule (PĂ©tanque)-Spiels, das seinen Ursprung in der Provence hat. Auch hier nehmen tausende von Spielern teil, die jedoch naturgemÀà aus den sĂŒdlichen Region (Frankreich) kommen.
Bedeutende Industriezweige sind die Fahrzeug-, Maschinen-, Metall- und Nahrungsmittelindustrie. In Marseille befindet sich das GefĂ€ngnis Les Baumettes. Marseille ist auch ein Schwerpunkt in der kunsthandwerklichen Herstellung von Santons. 35 Hersteller (von 200 der Provence) leben in Marseille.[8] In der Weihnachtszeit findet ein fast ausschlieĂlich diesem Thema gewidmeter Markt auf der CanebiĂšre statt.
Marseille ist seit den 1950er Jahren durch Einwanderung aus dem Maghreb geprĂ€gt; bei gleichzeitiger Deindustrialisierung, hoher Jugendarbeitslosigkeit und Armut spielt Drogenhandel in der Hafenstadt eine Rolle. Preise fĂŒr Waffen sinken, RaubĂŒberfĂ€lle werden hĂ€ufig auch mit falschen Waffen verĂŒbt. Seit 2007 wurden zugleich 350 Stellen bei der Polizei gestrichen. Nun soll durch 1000 neue Videokameras im öffentlichen Raum das GefĂŒhl der Sicherheit gesteigert werden.[9]
Wichtigste Zeitung ist La Provence.
Marseille verfĂŒgt ĂŒber einen umfangreichen industriellen Ballungsraum sowie den gröĂten Hafen im Mittelmeer. FĂŒr den dadurch aufkommenden EisenbahngĂŒterverkehr dient der Bahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof in der zwischen Marseille und Avignon gelegenen Kleinstadt Miramas. Unter der sĂŒdlichen Altstadt hindurch fĂŒhrt der mautpflichtige StraĂentunnel St-Laurent. Mitte 2008 soll die UmgehungsstraĂe im Osten Marseilles fertiggestellt sein. Die Autobahnen Marseille-Lyon und Marseille-Toulon werden durch einen Tunnel verbunden.
Marseille ist ĂŒber die 2001 in Betrieb genommene Schnellfahrstrecke MĂ©diterranĂ©e mit dem TGV in etwa drei Stunden vom 750 km entfernten Paris (Gare de Lyon) zu erreichen. Der Ankunftsbahnhof dieser ZĂŒge ist der auf einer Anhöhe liegende Kopfbahnhof Saint-Charles. Der am 8. Januar 1848 eröffnete, mittlerweile auf 14 Gleise ausgebaute Bahnhof bildet den zentralen Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Neben den TGV-ZĂŒgen fahren dort auch zahlreiche andere FernzĂŒge und RegionalzĂŒge ab, auĂerdem verkehrt in den Sommermonaten ein Thalys-Zugpaar direkt nach Amsterdam.
Die 1977 eröffnete und spĂ€ter mehrmals erweiterte und ausgebaute U-Bahn Marseille verfĂŒgt ĂŒber zwei Linien. Die beiden Linien kreuzen sich zweimal, an der Station Castellane und am Hauptbahnhof Saint Charles. Die StreckenfĂŒhrung ist in der Innenstadt unterirdisch, auĂerhalb der Stadt fahren die Bahnen oberirdisch oder als Hochbahn auf Pfeilern. Die Wagen verfĂŒgen ĂŒber luftgefĂŒllte, schienengefĂŒhrte Reifen mit Stromversorgung mittels dritter Stromschiene. Vorbild war hier die Pariser Metro.
Mitte der 90er Jahre kam es in Marseille aufgrund von stark zunehmenden StraĂenverkehr zu Ăberlegungen, die aus dem Stadtbild verschwundenen StraĂenbahnen wieder einzufĂŒhren. Bis dahin waren StraĂenbahnen verpönt und galten als nicht zeitgemÀà und unbequem, hatte man doch die seit 1876 existierenden und ehemals zahlreichen Strecken ab Mitte des 20. Jahrhunderts bis auf eine Linie eingestellt. Man entschloss sich, die bestehende Linie zu sanieren sowie weitere neu zu bauen. Seit Juli 2007 ist die erste der beiden neuen Trambahnlinien auf dem Abschnitt EuromĂ©diterranĂ©e-Les Caillols in Betrieb. Die Fahrzeuge fĂŒr diese Linien werden seit 2006 in Wien von Bombardier Transportation Ăsterreich produziert. Die Inbetriebnahme der StraĂenbahnen erfolgte auf dem Testgleis der Wiener Linien.
Der Flughafen AĂ©roport Marseille Provence befindet sich 20 km nordwestlich von Marseille bei der Stadt Marignane. Er wird von zahlreichen internationalen Fluglinien bedient. Mehrere deutsche FlughĂ€fen sind mit DirektflĂŒgen an den AĂ©roport Marseille Provence angebunden.
Der FĂ€hrhafen von Marseille ist eine der wichtigsten Verbindungen fĂŒr Reisende in den Maghreb und nach Korsika. Mehrere Linien tĂ€glich verbinden Marseille mit den gröĂten FĂ€hrhĂ€fen Nordafrikas. In Korsika werden Ajaccio und Bastia tĂ€glich, Calvi, Propriano (mit Weiterfahrt nach Porto Torres auf Sardinien und Porto Vecchio) mehrmals wöchentlich angelaufen.
Kulturstadt Europas: 1985: Athen | 1986: Florenz | 1987: Amsterdam | 1988: West-Berlin | 1989: Paris | 1990: Glasgow | 1991: Dublin | 1992: Madrid | 1993: Antwerpen | 1994: Lissabon | 1995: Luxemburg | 1996: Kopenhagen | 1997: Thessaloniki | 1998: Stockholm
Kulturhauptstadt Europas: 1999: Weimar | 2000: Avignon, Bergen, Bologna, BrĂŒssel, Helsinki, Krakau, Prag, ReykjavĂk, Santiago de Compostela | 2001: Porto, Rotterdam | 2002: BrĂŒgge, Salamanca | 2003: Graz | 2004: Genua, Lille | 2005: Cork | 2006: Patras | 2007: Sibiu, Luxemburg zusammen mit der GroĂregion | 2008: Liverpool, Stavanger | 2009: Linz, Vilnius | 2010: Istanbul, PĂ©cs, Essen zusammen mit dem Ruhrgebiet | 2011: Tallinn, Turku | 2012: GuimarĂŁes, Maribor | 2013: KoĆĄice, Marseille | 2014: Riga, UmeĂ„ | 2015: Mons, PlzeĆ | 2016: Breslau, Donostia-San SebastiĂĄn
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