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Mathias Zdarsky

Mathias Zdarsky, 1908
Mathias Zdarsky präsentiert seine alpine Skilauftechnik, 1905
Grabstätte von Mathias Zdarsky in Habernreith (Gemeinde Lilienfeld)

Mathias Zdarsky [ˈzdarski] (* 25. Februar 1856 in Kozichowitz bei Trebitsch; † 20. Juni 1940 in St. Pölten) war einer der ersten Skipioniere und gilt als einer der Begründer der alpinen Skilauftechnik. Außerdem war er als Lehrer, Maler und Bildhauer tätig.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Mathias Zdaskywar das zehnte Kind eines Sägemüllers in Kozichowitz. Zdarsky ist als Kind auf einem Auge erblindet. Im Jahr 1878 maturierte er an der Lehrerbildungsanstalt in Brünn und arbeitete bis 1883 als Lehrer. Anschließend studierte er in München und Zürich Malerei, Bildhauerei, aber auch Technik. Während seines Studiums absolvierte er zahlreiche Reisen entlang der Donau, sowie nach Bosnien, Italien und Nordafrika, wo er überall auch zahlreiche Skizzen und Bilder anfertigte.

Der begeisterte Turner interessierte sich unter anderem auch für das Fliegen. Während dieser Zeit des Studiums erwarb er in Lilienfeld eine Landwirtschaft. Angeregt von Fridtjof Nansens Durchquerung Grönlands, adaptierte er die Ski für den Alpenraum. 1890 entwickelte er die Lilienfelder Stahlsohlenbindung, die erstmals das Befahren von Steilhängen und Torläufe ermöglichte. Er patentierte sie 1896. Zdarsky hatte festgestellt, dass die damals übliche Riemenbindung dem Fuß zu wenig Halt gab. Er konstruierte deshalb eine seitenstabile Bindung mit stark gefederter Stahlsohle, die Grundlage moderner Skibindungen. Wie bei den überlieferten norwegischen Skifahrtechniken benutzte er nur einen Skistock. Der von Zdarsky entwickelte „Schlangenschwung“ war die erste alpine Schwungtechnik. Mathias Zdarsky war keiner der Pioniere des Skilaufs in den Alpen, das Skilaufen in den Bergen hatten vor ihm schon viele andere Sportler und Alpinisten versucht. Er ist aber mit der Entwicklung seiner Bindung und dem Entdecken des „Schlangenschwungs“ der Begründer des alpinen Skilaufs.

Auch seine Gegner konnten es daher nicht vermeiden, seine Bindung zu kopieren und aus seiner Fahrtechnik einzelne Elemente herauszugreifen, um ihre „Pflugtechnik“ zu verbessern.

Im Jännerr 1905 erfolgte durch Mathias Zdarsky die erste Steilabfahrt. Um die Überlegenheit seiner Skitechnik zu beweisen, befuhr er die Breite Ries am Schneeberg. Am 19. März 1905 organisierte er am Muckenkogel bei Lilienfeld unter der Bezeichnung Wettfahrt den ersten Torlauf der Skigeschichte, an welchem sich 24 Teilnehmer beteiligten. Der Kurs ähnelte einem modernen Riesenslalom. Es wurden sowohl Schnelligkeit, als auch sturzfreies Fahren gewertet. Der von Mathias Zdarsky im Jahre 1900 gegründete „Internationale Alpen Ski-Verein“ (später umbenannt in „Alpen Ski-Verein“ war mit seinen 1889 Mitgliedern vor dem Ersten Weltkrieg der größte Skiverein Mitteleuropas. Im Ersten Weltkrieg bildete Zdarsky Gebirgstruppen im Skilauf aus und war als Lawinenexperte tätig. Er wurde von einer Lawine verschüttet und überlebte mit zahlreichen Knochenbrüchen. Mehr als 20 Jahre litt er an den gesundheitlichen Folgen dieses Unglücks. Die von ihm entwickelte Skifahrtechnik beschrieb er im Buch „Die Lilienfelder Skilauf-Technik“, das 1897 erschien und in gekürzter und veränderter Form bis 1925 in 17 Auflagen veröffentlicht wurde. Er gilt außerdem als Erfinder des Biwaksacks.

1931 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.[1] 1951 wurde der Zdarskyweg in Wien-Hietzing und 1977 die Zdarskystraße in St. Pölten-Spratzern nach ihm benannt.

Nostalgie-Skigruppe Traisen

Anlässlich des 80. Jahrestages des ersten Torlaufes im Jahr 1985 wurde eine Skigruppe gegründet, die die Tradition des ursprünglichen Skilaufes aufrecht erhalten möchte. Dabei werden nicht nur Eschenskis ohne Stahlkanten verwendet, sondern auch die übrige Kleidung und Ausrüstung ist der Zeit Zdarskys nachempfunden. Die Gruppe, die jährlich ein Skirennen in der Lilienfelder Skifahrtechnik am Muckenkogel durchführt, waren auch schon auswärts unterwegs. So hatten sie Gelegenheit in Nagano im Rahmen der olympischen Winterspiele, bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft im Jahr 2001 in St. Anton und 2003 in St. Moritz die Nostalgiefahrten vorzuführen.[2]

Literatur

  • Mathias Zdarsky: "Lilienfelder Skilauf-Technik", Hamburg 1897.
  • Mathias Zdarsky: "Methodische Skilaufübungen ". In: Alpen-Skiverein (Hrsg.): "Skisport - Gesammelte Aufsätze von Mathias Zdarsky", Wien 1915, und in:; "Der Schnee", Wien 1907.
  • Heinz Polednik: "Weltwunder Skisport - 6000 Jahre Geschichte und Entwicklung des Ski-Sports, Wels 1969.
  • Erich Bazalka: "Skigeschichte Niederösterreichs", Waidhofen/Ybbs 1977.
  • Horst Tiwald: "Auf den Spuren von Mathias Zdarsky", Hamburg 2004, ISBN 3-936212-13-9.

Weblinks

 Commons: Mathias Zdarsky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Staatliche Auszeichnung für Matthias Zdarsky. In: Neue Freie Presse, 25. Februar 1931, S. 11 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp
  2. Nostalgie-Skigruppe Traisen abgerufen am 17. März 2012
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