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Maubeuge

Maubeuge
Wappen von Maubeuge
Maubeuge (Frankreich)
Maubeuge
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Nord
Arrondissement Avesnes-sur-Helpe
Kanton Hauptort von 2 Kantonen
Koordinaten 50° 17′ N, 3° 58′ O50.27694444443.9725130Koordinaten: 50° 17′ N, 3° 58′ O
Höhe 130 m (122–167 m)
Fläche 18,85 km²
Einwohner 31.970 (1. Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte 1.696 Einw./km²
Postleitzahl 59600
INSEE-Code
Website www.ville-maubeuge.fr
.

Maubeuge (niederländisch Mabuse) ist eine Stadt und eine Kommune mit 31.970 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) in Nordfrankreich, sie liegt im Département du Nord (Region Nord-Pas-de-Calais), und liegt auf beiden Seiten des Flusses Sambre, der hier kanalisiert ist.

Als eine Stadtfeste [1] ist Maubeuge eine alte Bastionsbefestigung, die als Zentrum eines umfassten Lagers mit ca. 25 Kilometer Durchmesser dient. Sie wurde zum größten Teil nach dem Krieg von 1870 erbaut, ist jedoch danach modernisiert und verstärkt worden.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Sieger von Wattignies

Maubeuge (Malbodium) verdankt seinen Ursprung einem Doppelkloster für Mönche und Nonnen, das im 7. Jahrhundert von der Heiligen Adelgunde, einer Merowingerin, gegründet wurde, deren Reliquien in der Kirche verwahrt werden. Die Stadt gehörte in der Folge zur Grafschaft Hainaut. Sie wurde niedergebrannt von Ludwig XI., von Franz I. und von Heinrich II. von Frankreich. Schließlich wurde sie im Frieden von Nimwegen Frankreich zugesprochen.

Unter der Herrschaft von Ludwig XIV. wurde die Stadt von Vauban zur Festung ausgebaut. Im Ersten Koalitionskrieg wurde sie 1793 vom österreichischen Prinzen Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld belagert. Diese Blockade endete dank des Sieges der Franzosen in der Schlacht bei Wattignies[2] vom 15. und 16. Oktober 1793. An diese Ereignisse erinnert ein Denkmal in der Stadt. 1814 wurde Maubeuge erfolglos belagert, musste jedoch nach heftigem Widerstand während der Herrschaft der Hundert Tage kapitulieren.

Deutsche Soldaten während der Besetzung im Ersten Weltkrieg, 1914

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von Juli 1870 bis Mai 1871 entstanden nach Plänen des Generals und Militäringenieurs Séré de Rivières der Festungsring von Maubeuge: das Fort von Leveau in Feignies und fünf weiteren Festungen und sechs Zwischenbauten. Sie wurde um die von Vauban erbaute Zitadelle angelegt und galt als große Stütze der Grenzverteidigung.[3]

Erster Weltkrieg

Dem Schlieffen-Plan folgend marschierte die deutsche Armee am 4. August 1914 in Belgien ein. Sie wollte das neutrale Belgien mit Infanterie, Kavallerie und Artillerie durchqueren, um danach Paris einzunehmen. Davon erhoffte man sich einen raschen Sieg über Frankreich. Obwohl die Alliierten versuchten, die deutschen Truppen bei Lüttich und Namur aufzuhalten (siehe Grenzschlachten#Erster_Weltkrieg), ging der deutsche Vormarsch in Richtung französisch-belgischer Grenze weiter.

Vom 28. August bis 8. September 1914 wurde die Festung Maubeuge von der Armee des Deutschen Kaiserreichs belagert (Belagerung von Maubeuge). Diese erste Belagerung im Ersten Weltkrieg auf dem Territorium Frankreichs endete durch Kapitulation der Festung.[4]

Am 28. August 1914 stießen 60.000 deutsche Soldaten auf den Festungsring von Maubeuge und begannen sofort mit dessen Belagerung. Die Artillerie beschoss und zerschoss die Verteidigungsanlagen nach und nach mit ihren Granaten. Mit ihrem veralteten Material konnte die französische Verteidigung sich nicht adäquat wehren. Am 7. September gab der Festungsgouverneur General Joseph Fournier die Kapitulation bekannt; diese wurde am 8. September wirksam.[5] Die Belagerung von Maubeuge dauerte mehr als zwei Wochen und war somit die längste im gesamten Ersten Weltkrieg. Die Deutschen machten dabei 45.000 Gefangene.[5]

Ein Museum im Fort de Leveau in Feignies informiert heute über die Geschichte der Festungsanlage.[5]

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs schoss die deutsche Wehrmacht das historische Zentrum in Brand; danach waren 90% der Gebäude zerstört. Am 2. September 1944 wurde die Stadt von amerikanischen Truppen unter General Maurice Rose befreit.

Wirtschaft

Es gibt bedeutende Gießereien, Schmiedebetriebe und Hochofenbetriebe, sowie Hersteller von Werkzeugmaschinen und Porzellan. Von 1902 bis 1951 war die Stadt durch eine elektrische Straßenbahn mit der Nachbarstadt Hautmont verbunden, die ebenfalls ein Zentrum der Metallindustrie darstellt. Nahe Maubeuge findet sich ein Renault-Werk (Maubeuge Construction Automobile), wo unter anderem der Renault Kangoo hergestellt wird. Vor 1959 wurden hier Autobusse der Marke Chausson gebaut.

Institutionen und Schulen

Die Stadt hat ein Handels-Schiedsgericht sowie ein städtisches College, eine Handelsschule und eine Berufsschule.

Söhne und Töchter

Städtepartnerschaften

Maubeuge unterhält Partnerschaften mit

Weblinks

 Commons: Maubeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Historische Karte als Digitalisat der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  2. Bataille de Wattignies.; Wattignies 1793.
  3. Die Belagerung von Maubeuge (25. August bis 8. September 1914)
  4. Fort Cerfontaine Postkarte.
  5. a b c www.wegedererinnerung-nordfrankreich.com
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