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Mauerkrone

Die Mauerkrone (auch Mauerkopf) ist ein Begriff, der sich auf Funktion und Optik des oberen Mauerabschlusses bezieht.

Trockenmauer mit Rollschicht als „Krone“

Inhaltsverzeichnis

Technik

Technisch soll die Mauerkrone die darunterliegende Mauer vor eindringender Feuchtigkeit schützen. Dazu werden nach Möglichkeit größere flachere Steinformen benutzt, um die Anzahl der Fugen möglichst gering zu halten. Die Fugen müssen dabei besonders sorgfältig und dicht gearbeitet sein. Als zusätzlicher Schutz steht die Mauerkrone oft einige Zentimeter über und hat einen Traufrand. Eine Mauerkrone kann ganz einfach aus unbearbeiteten Decksteinen oder auch künstlerisch gestaltet sein.

Bei Trockenmauern aus Sedimentgestein wird die Mauerkrone üblicherweise aus hochkant gestellten Steinen hergestellt (sogenannte Rollschicht). Dies erhöht die Haltbarkeit der Mauer ganz erheblich: Aus der Rollschicht selbst können z.B. durch übersteigende Personen oder Tiere nicht so einfach Steine herausgeworfen werden, da sich die Steine ineinander verkeilen. Für die darunter liegenden Steine bildet die Rollschicht eine Auflast und stabilisiert sie damit.

Antike

Römische Stadtgöttin mit Mauerkrone

Stadtgöttinnen (Stadttychen), Aphrodite, Kybele und andere weibliche griechische Heldengestalten wurden mit Mauerkronen abgebildet[1], in der Neuzeit auch Personifikationen von Städten und Ländern. Auch die corona muralis, eine römische militärische Auszeichnung, wird in deutscher Übersetzung als „Mauerkrone“ bezeichnet.

Heraldik

Mauerkrone der Berliner Bezirkswappen

Die Mauerkrone bezieht sich in der Heraldik auf Zeichnung eines Mauerwerks, wie sie in Wappen von freien Städten gerne vorkommt und versinnbildlicht das freie Bürgertum. Wenn nicht als Ausnahme im Wappenschild dargestellt, gehört sie zum Oberwappen. Die Ausführung kann drei-, fünf- und mehrtürmig sein. Letztere Form ist selten. Auf der über dem Wappenschild angebrachten Mauerkrone können Wappentiere laufen, gehen, springen oder emporwachsen. Bekannt dafür sind Bär, Löwe, Greif und Hahn. Oft begnügt sich der Wappenträger mit Fahnen oder anderen natürlichen Elementen.

Die Art, auf Stadtwappen diese Krone aufzusetzen, reicht ins 19. Jahrhundert zurück. Es ist der Napoleonischen Heraldik zuzuschreiben. Eine breite Anwendung ist nicht erfolgt, da Städte bevorzugt ihre verliehene Rangkrone auf den Schild setzen.

Beispiele mit Mauerkronen

Quellen

  1. Virgil Aeneis, IV, 784: Kybele als Trägerin einer Mauerkrone

Weblinks

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