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Max Schuldt

Max Schuldt (* 3. Mai 1903 in Neuenkirchen; † 1. Juli 1934 in Chemnitz oder Dresden) war ein deutscher SA-Führer. Er wurde bekannt als eines der Opfer des so genannten Röhm-Putsches.

Leben und Wirken

Schuldt, ein gelernter Elektriker, trat am 1. Juni 1929 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 135.244). Seit den frühen 1930er Jahren betätigte er sich in der Sturmabteilung (SA), der Parteiarmee der NSDAP.

1933 war Schuldt Führer des SA-Sturmes 2/104 in Chemnitz. Als berüchtigter Schläger war er maßgeblich an den Terrormaßnahmen der SA gegen politische Gegner und unliebsame Minderheiten in Chemnitz im Jahr 1933 beteiligt. Während dieser Zeit beging er mindestens einen politischen Mord: am 9. März 1933 führte Schuldt ein SA-Kommando an, dass die Redaktion der sozialdemokratischen Zeitung Volksstimme besetzte. Als der Geschäftsführer der Zeitung Georg Landgraf sich Schuldts Kommando entgegenstellte, erschoss dieser ihn. In einem zeitgenössischen Artikel in der Chemnitzer Tageszeitung hieß es damals:

„Donnerstag Mittag sollte das Betriebsgebäude der Volksstimme von einer Abteilung SA durchsucht werden. Dabei stellte sich dieser der Inhaber der Druckerei Landgraf mit mehreren Angestellten entgegen. Er wurde von dem Führer der Abteilung aufgefordert, der Durchsuchung keinen Widerstand entgegenzusetzen. Landgraf drohte aber dem Führer der Abteilung, ihn die Treppe hinunter zu werfen und machte dabei eine Handbewegung, aus der der Führer offenbar auf einen ernstlichen Angriff schloss. Darauf gab der Führer der Abteilung auf Landgraf zwei Schüsse ab, die diesen tödlich verletzten.[1]

Am 30. Juni 1934 wurde Schuldt, damals im Rang eines SA-Standartenführers, im Zuge der als Röhm-Putsch bekannt gewordenen politischen Säuberungswelle der Nationalsozialisten vom Frühsommer 1934 nach der Auflösung eines Aufzuges, mit dem die Chemnitzer SA den Beginn des für den Monat Juli geplanten Urlaubes der SA einleiten wollte, von der SS auf dem Johannisplatz in Chemnitz verhaftet. In der Nacht zum 1. Juli wurde Schuldt entweder noch in Chemnitz oder in Dresden von der SS erschossen.

Max Schuldt, der mit Gertrud Weise verheiratet war, lebte zuletzt in der Fritz-Reuter-Straße 7 in Chemnitz.

Literatur

  • Jürgen Nitsche: Juden in Chemnitz. Die Geschichte der Gemeinde und ihrer Mitglieder, 2002.

Einzelnachweise

  1. ↑ Als Faksimile ohne genaues Erscheinungsdatum abgedruckt in Beiträge zur Stadtgeschichte von Chemnitz, Heft 3, S. 108.
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