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Max Wolf

Max Wolf
Grabstein von Max Wolf

Maximilian Franz Joseph Cornelius Wolf (* 21. Juni 1863 in Heidelberg; † 3. Oktober 1932 in Heidelberg) war ein deutscher Astronom und bekannter Entdecker vieler Asteroiden (Kleinplaneten). Er gilt auch als Pionier der galaktischen Astrofotografie.

Leben

Er studierte in Straßburg und Heidelberg, wo er 1888 promoviert wurde. Zu weiter gehenden Studien ging er nach Stockholm, kam aber 1890 nach Heidelberg zurück, um dort zu lehren. 1896 übernahm er den Lehrstuhl für Astronomie.

Wolf wurde durch seine Eltern in hohem Maße gefördert. Er errichtete bereits ab 1880, noch als Schüler des Gymnasiums, eine Privatsternwarte in seinem Elternhaus in der Heidelberger Märzgasse, die später eine 5-Meter-Kuppel und einen 6-zölligen Doppelastrografen erhielt. Er setzte konsequent auf die Astrofotografie als Beobachtungsmethode und entdeckte so bereits 1884 einen Kometen und einige Jahre darauf den Nordamerikanebel im Schwan. Am 22. Dezember 1891 fand Max Wolf als erster Astronom einen Kleinplaneten mit fotografischen Methoden, den er "(323) Brucia" zu Ehren der amerikanischen Wissenschaftsmäzenin Catherine Wolfe Bruce nannte.

Auf dem Königstuhl bei Heidelberg wurde 1898 die neue großherzogliche Bergsternwarte eingeweiht, die heutige Landessternwarte Heidelberg-Königstuhl. Wolf gelang es, private Stifter zur Anschaffung von Teleskopen zu bewegen (u. a. Catherine Wolfe Bruce), nach denen die Teleskope heute benannt sind. Das Institut bestand zunächst aus zwei konkurrierenden Abteilungen, der astrophysikalischen unter Wolf und der astrometrischen unter Wilhelm Valentiner, wurde aber nach Valentiners Emeritierung 1909 unter Max Wolf vereint. Im selben Jahr gelang Wolf die Wiederentdeckung des Halleyschen Kometen zu dessen Periheldurchgang 1909/1910.

Wichtige Arbeitsgebiete und Ehrungen

Hauptarbeitsgebiet in dieser Zeit war die Katalogisierung astronomischer Nebel (vor allem in den Sternbildern Orion und Schwan), die sich durch ihr Spektrum als Gasmassen erwiesen. 1913 bemerkte Wolf als erster systematische Linienverschiebungen in den Spektren der Spiralnebel.

Das heute bekannteste Arbeitsgebiet Max Wolfs war die Suche nach Kleinplaneten, von denen er selbst 235 entdeckte, darunter u. a. 1906 den ersten Trojaner, Achilles. Am Institut entdeckte er mit seinen Mitarbeitern sowie seine Nachfolger bis in die 1950er-Jahre über 800 Kleinplaneten, ein Rekord, der erst kürzlich in großflächigen Durchmusterungsprogrammen gebrochen wurde.

Zusammen mit Johann Palisa in Wien entstand der erste Sternatlas für die Suche und Identifikation neu entdeckter Himmelskörper. Später publizierten die beiden als ursprüngliche Konkurrenten (Palisa hatte schon über 100 Asteroiden visuell entdeckt) die fotografischen Wolf-Palisa-Sternkarten in 210 Blättern.

Max Wolf erhielt 1914 die Goldmedaille der Royal Astronomical Society und 1930 die Bruce Medal, ferner die Goldmedaillen der Weltausstellungen 1900 in Paris und 1904 in St. Louis sowie 1928 die Ehrenbürgerschaft Heidelbergs. Nach ihm wurden außerdem der Mondkrater Wolf sowie die Kleinplaneten (827) Wolfiana und (1217) Maximiliana benannt. Er selbst benannte den 1902 von ihm entdeckten Asteroiden (495) Eulalie nach dem Vornamen seiner Großmutter.

Max Wolf blieb bis zu seinem Tode in der Astronomie aktiv. Er starb auf dem Königstuhl und wurde auf dem Heidelberger Bergfriedhof begraben. Auf seinem Grabstein steht die Inschrift:

Die Himmel rühmen des Ewigen Ehren durch der Gestirne
Kraftvoll geordneten Lauf nach des Erhabenen Gesetz.
Mir dem Forschenden öffneten sie ihre Tiefe und schaudernd
Spürt ich die göttliche Hand die sie mit Liebe erschuf.

In einem Nachruf hieß es: "So blieb es ihm erspart, von seiner Arbeitsstätte als Lebender zu scheiden."

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