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Eine Mazewa (auch Matzevah, Matzewa; hebräisch מצבה = „Denkmal“, „Grabstein“) ist ein jüdischer Grabstein. Er wird ein Jahr nach der Bestattung in einer besonderen Zeremonie, Gilui Mazewa, gesetzt bzw. enthüllt und symbolisiert die Verpflichtung, Verstorbene nicht zu vergessen.
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Die Sitte, ein Grab durch ein Kennzeichen zu markieren, wird auf Gen 35,19–20 EU zurückgeführt:
„Rachel starb und wurde auf dem Wege nach Ephrata, d.h. Bethlehem, begraben. Jakob errichtete einen Gedenkstein auf ihrem Grabe. Es ist der Denkstein auf dem Rachelgrabe bis auf den heutigen Tag.“
Die Inschrift auf der Mazewa ist normalerweise hebräisch, wobei häufig, zum Beispiel auf der Rückseite, eine weitere Inschrift in der jeweiligen Landessprache angebracht ist. Oft finden sich auch Symbole, die auf die Bedeutung des Verstorbenen im Leben hinweisen sollen. Auf der Mazewa eines Kohen (Priesters) sind als Symbol für den Priestersegen (Num 6,22–27 EU) ausgebreitete Hände abgebildet. Grabsteine von Leviten zeigen einen Krug oder einen Becher als Symbol für die Aufgabe der Leviten, vor dem Priestersegen Wasser über die Hände des Kohen zu gießen.
Beim Besuch eines Grabes – besonders zur Jahrzeit – ist es üblich, dass Angehörige einen kleinen Stein auf den Grabstein legen und damit andeuten, dass der oder die Verstorbene nicht vergessen ist. Für diesen Brauch werden verschiedene Ursprünge vermutet. Verbreitet ist die Ansicht, dass in historischer Zeit die in der Wüste angelegten Gräber mit Steinen vor Wind und Futter suchenden Tieren gesichert wurden.
Am 9. Januar 1987 wurden im Würzburger Stadtviertel Pleich beim Abriss eines ehemaligen gewerblichen Gebäudes zahlreiche jüdische Grabsteine gefunden. Die wissenschaftliche Erforschung der insgesamt 1455 Grabsteine haben Karlheinz Müller und seine Kollegen Simon Schwarzfuchs, Rami Reiner und Edna Engel im Jahr 2012 mit der Veröffentlichung des dritten Bandes abgeschlossen. Die weltweit einmalige Sammlung befindet sich in Würzburg im Museum Shalom Europa im jüdischen Gemeindezentrum.
Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof bei Obergrombach (Bruchsal)
Bronzerelief auf der Rückseite des Grabsteins für einen Kohen auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee
Mazewa mit Schofar, Jüdischer Friedhof Essingen
Segnende Hände der Kohanim
Grabstein im Ulmer Münster
Grabstein von 2003 in Bad Buchau
Detail in Sonsbeck-Labbeck, Schmetterling als Symbol der unsterblichen Seele, die sich vom Körper trennt