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Mit der Enzyklika Mediator Dei (Kurzform: Der Mittler Gottes), die am 20. November 1947 von Papst Pius XII. veröffentlicht wurde, kam das Wesen der Heiligen Liturgie als amtlichem Gottesdienst der Kirche (im Unterschied zur persönlichen Frömmigkeit) erstmals zur Sprache.
Inhaltsverzeichnis |
Nach dem Ersten Weltkrieg kam – vor allem in Deutschland – die Liturgische Bewegung auf. Sie wollte zu einem besseren Verständnis der Liturgie und zur „tätigen Teilnahme“ (participatio actuosa) am Gottesdienst hinführen (Mystagogie). Inmitten des Zweiten Weltkrieges leitete Pius XII. mit der Enzyklika Mystici Corporis (1943) eine neue Phase im liturgischen Umgang ein, da er den überrechtlichen, geistlichen Charakter der kirchlichen Gemeinschaft betonte.
Mit den vollen Einleitungsworten beginnt sie mit: Mediator Dei et hominum, das heißt: Der Mittler zwischen Gott und dem Menschen (= Jesus Christus). Christus selbst ist es, der in jeder liturgischen Handlung zugleich mit der Kirche (als) ihr göttlicher Stifter zugegen (ist). Zugegen ist Christus im hochheiligen Opfer des Altares, in der Person des seine Stelle vertretenden Priesters und vor allem unter den eucharistischen Gestalten. Zugegen ist er in den Sakramenten durch die Kraft, die er ihnen zuströmen läßt als den Werkzeugen der Heiligung. Zugegen ist er endlich im Lob Gottes und im Bittgebet (MD, Nr. 227). Durch diese Enzyklika bekam Pius XII. eine große Bedeutung für die liturgische und spirituelle Erneuerung der Kirche bzw. der Gläubigen. MD war die erste Enzyklika über die Liturgie überhaupt; ihr folgte 1955 die Enzyklika Musicae sacrae zur Kirchenmusik.
Im Einzelnen behandelt die Enzyklika Mediator Dei folgende Themenbereiche:
Es folgen dann
sowie die Warnung vor Irrtümern und Übertreibungen.
Die pastoralen Weisungen von Mediator Dei befassen sich mit den außerliturgischen Andachten und mit der Liturgischen Bewegung. Hier äußert sich die Enzyklika u. a. über sakrale Kunst und Kirchenarchitektur im Abschnitt „Liturgischer Geist und Liturgisches Apostolat“. Im Kirchenraum sei auch die zeitgenössische Kunst zu berücksichtigen: „Die modernen Bilder und Gestaltungen, die dem Gegenstand, aus dem sie hergestellt werden, angepaßter sind, dürfen nicht in Bausch und Bogen und aus vorgefaßter Meinung verachtet und verworfen werden. Vermeiden sie vielmehr in weisem Ausgleich sowohl eine bloße Nachahmung der Natur als auch überspitzten »Symbolismus« und tragen sie mehr den Anliegen der christlichen Gemeinschaft als der besonderen Auffassung und persönlichen Einstellung der Künstler Rechnung – dann muß solch moderner Kunst unbedingt die Bahn offenstehen zu gebührend ehrfürchtigem Dienst am Gotteshaus und bei den heiligen Handlungen“ (MD, Nr. 193).[1]
Die Enzyklika über die Liturgie, die (trotz aller Mahnung vor Übertreibung) sehr konstruktiv und ermutigend gehalten ist, dabei auch die Situation der "einfachen Gläubigen" beachtet, wurde die theologische und praktische Leitlinie der Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium” des II. Vatikanischen Konzils und setzte eine Reihe von liturgischen Reformen in Gang.
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