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Mehmed VI. Vahideddin, محمد وحید الدین / Meḥemmed Vaḥīd ed-Dīn (* 4. Januar 1861 in Istanbul; † 16. Mai 1926 in San Remo) war von 1918 bis 1922 letzter Sultan des Osmanischen Reiches.
Mehmed Vahideddin wurde am 4. Januar 1861[1][2] als jüngster Sohn Sultan Abdülmecids I. im Dolmabahçe-Palast geboren. Am 4. Juli 1918 folgte er seinem am Vortag verstorbenen Bruder Mehmed V. auf den Thron.
Sultan Mehmed VI. wurde in seiner Jugend durch seinen älteren Bruder Sultan Abdülhamid II. in der Erziehung gefördert. Mehmed VI. galt als intelligent, elegant und politisch interessiert. Er besuchte während des Ersten Weltkrieges Deutschland sowie Wien. Er galt als sehr belesen, so gab er sich der islamischen Literatur hin.
Weniger als vier Monate nach seinem Thronantritt brach das Osmanische Reich zusammen. Die Fronten in Mesopotamien und Palästina waren von den britischen Truppen überrannt worden, am 30. Oktober 1918 wurde in Moudros auf der Insel Lemnos die Kapitulation unterzeichnet. Den größten Teil des Reiches hatten die Siegermächte England und Frankreich bereits im Sykes-Picot-Abkommen untereinander aufgeteilt, nach der Kapitulation wurde der größte Teil des verbleibenden Staatsgebietes in Anatolien in Interessengebiete der Siegermächte sowie Griechenlands aufgeteilt.
In der besetzten Hauptstadt war der Sultan lediglich ein Ausführungsorgan für die Siegermächte, die im Vertrag von Sèvres ihre Position verbrieft hatten. Obwohl er gegen diese Situation nichts unternehmen konnte, ließ der Sultan im Mai 1919 die Entsendung von Mustafa Kemal Pascha (Atatürk) nach Anatolien zur „Entwaffnung der Aufständischen“ zu.
Als die von diesem geführte nationale Regierung den Befreiungskrieg gegen die Griechen und gegen die Besatzungsmächte erfolgreich beendete, erklärte die Nationalregierung in Ankara am 1. November 1922 das Sultanat für abgeschafft und beendete somit das Osmanische Reich nach 622 Jahren. Die Regierung von Ankara sowie die britischen Besatzer schlossen ein Abkommen, indem Sultan Mehmed VI. samt seiner Familie mit einem britischen Kriegsschiff nach San Remo gebracht werde, um dort im Exil zu leben. Der vormalige Sultan Mehmed VI. ließ sich in San Remo nieder, wo er vier Jahre später starb. Er wurde in der Sultan-Selim-Moschee in Damaskus beigesetzt.
Sein Nachfolger als Kalif, dessen Amt bis zu seiner Absetzung mit dem des Sultans verbunden war, wurde Abdülmecid II.
Sultan Mehmed VI. war mit der abchasischen Prinzessin Emine Nazikeda Marschania von Tzebeldam verheiratet. Aus dieser Ehe gingen drei Töchter hervor. Seine Enkeltochter Prinzessin Neslisah heiratete 1940 den ägyptischen Kronprinzen Abd-el Moneim.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Mehmed V. | Sultan des Osmanischen Reichs 1918–1922 |
— |
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Mehmed V. | Kalif 1918–1922 |
Abdülmecit II. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mehmed VI. |
| ALTERNATIVNAMEN | Mehmed Vahideddin; Mehmed Vahdeddin |
| KURZBESCHREIBUNG | Sultan des Osmanischen Reiches (1918–1922) |
| GEBURTSDATUM | 4. Januar 1861 |
| GEBURTSORT | Istanbul, Osmanisches Reich |
| STERBEDATUM | 16. Mai 1926 |
| STERBEORT | San Remo, Italien |