Karte der räumlichen Verteilung der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit (Stand: 2005)
Verteilung nach Ländern: grenzübergreifende Meisterwerke wurden in allen beteiligten Ländern mitgezählt (Stand: 2005)
Die UNESCO hat in drei Proklamationen in den Jahren 2001, 2003 und 2005 90 besonders erhaltenswerte immaterielle Kulturgüter aus allen Weltregionen zu „Meisterwerken“ ernannt und 2003 ein Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes getroffen. 2009 kamen 76 weitere Einträge hinzu, bisher haben 116 Staaten (Stand Oktober 2009) die Konvention ratifiziert.[1]
Mit dem Programm Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit wird das Welterbeprogramm ergänzt. Alle zwei Jahre entscheidet eine internationale Jury über die Aufnahme immaterieller Kulturgüter.
Hierunter können Sprachen, mündliche Literaturformen wie Mythen, Epen und Erzählungen, auch Musik, Tanz, Spiele, Bräuche, handwerkliche Fähigkeiten und andere Künste fallen.
Mit der Aufnahme in die UNESCO-Liste verpflichten sich die jeweiligen Staaten zur dauerhaften Erhaltung ihrer traditionellen KulturgĂĽter.
(Die Jahreszahl der Liste gibt das jeweilige Aufnahmejahr an.)
A
- 2003 – Das Epos Al-Sira al-Hilaliya (musikalische Beschreibung der Migration des Hilal-Stammes von der arabischen Halbinsel nach Nordafrika)
- 2005 – Ahellil der Region Gourara (Polyphone Musikgattung mit Poesie, Tanz und Liedern)
- 2005 – Duduk-Musik (Holzoboe)
- 2003 – Traditionelle aserbaidschanische Mugam (Gesangs- und Instrumentalmusik mit hohem Improvisationsanteil)
B
- 2005 – Lieder der Bauls (mystische Musik bengalischer Minnesänger)
- 2001 – Sprache, Tanz und Musik der Garifuna
- 2001 – Die Gelede-Rituale: Maskentänze und Kunsthandwerk des Yoruba-nago-Volkes
- 2005 – Der „Maskentanz der Trommeln“ von Drametse
- 2001 – Der Karneval von Oruro
Llamerada-Tänzer auf dem Karneval von Oruro
- 2003 – Die von der Anden region geprägte kosmische Weltsicht der Kallawaya (Mythen, Rituale, Medizin)
- 2005 – Der Bistritsa Babi (Großmütter von Bistritsa) – altertümlicher polyphoner Gesang, Tänze und rituelle Praktiken aus der Shoplouk-Region
C
China Volksrepublik
China
- 2001 – Die Kunqu-Oper
Darstellerin in einer Kunqu-Oper
- 2003 – Die Kunst der Guqin-Musik (Solo-Aufführung mit Zither)
- 2005 – Die uigurische Musikform Muqam in der chinesischen Region Xinjiang
China Volksrepublik
China und Mongolei
Mongolei
- 2005 – Urtiin Duu – traditionelles mongolisches „Langes Lied“
- 2005 – Die Tradition des Bemalens und Dekorierens von Ochsenkarren
D
- 2001 – Der Kulturraum der Bruderschaft des Heiligen Geistes der Congos aus Villa Mella
- 2005 – Tanzdrama-Tradition der Cocolo
E
- 2001 – Die Sprache und das mündlich überlieferte Erbe des Zápara-Volkes im amazonischen Regenwald
- 2003 – Der Kulturraum von Kihnu (rituelle und zeremonielle Praxis, Kleidung, Musik, Spiele, Handwerk)
F
- 2005 – Prozession der Riesen und Drachen
G
- 2001 – Georgischer Polyphongesang (Chakrulo-Gesang)
- 2005 – Rabinal AchĂ-Ballett (Maskentanz, Theater und Musik)
- 2001 – Der Kulturraum von Sosso-Bala in Nyagassola (ritueller Ort, an dem das heilige Instrument „Sosso-Bala“ bewahrt wird)
I
- 2003 – Die Tradition des vedischen (altindischen) rituellen Gesangs
- 2005 – Ramlila: die traditionelle Bühnenaufführung der Ramayana-Erzählform
- 2003 – Das Marionettentheater Wayang (musikalisch begleitetes Puppenspiel)
- 2005 – Kris-Dolch (asymmetrische Waffe mit spiritueller Bedeutung)
- 2009 - Batik
- 2010 - Angklung
- 2009 - Nouruz, Neujahrs- und FrĂĽhlingsfest
- 2009 - Radif, klassisches Musikrepertoire
- 2003 – Der Maqam (klassische Gesangs- und Instrumentalkunst, entstanden aus arabischen, zentralasiatischen und osmanischen Einflüssen)
J
- 2003 – Das Erbe der Maroons (Nachkommen einer aus Afrika stammenden ethnischen Gruppe) in Moore Town
- 2003 – Die Lieder von Sanaa (aufgeführt bei Zeremonien und Ritualen)
- 2005 – Der Kulturraum der Beduinen in der Region Petra und Wadi Rum
K
- 2003 – Das königliche Ballet von Kambodscha (klassischer Tanz der Khmer)
- 2005 – Sbek Thom, das Schattentheater der Khmer
- 2003 – Die Kunst der Akyn, Sänger und Erzähler epischer Gedichte (begleitet mit selbst komponierter und improvisierter Musik)
- 2003 – Der Karneval von Barranquilla
- 2005 – Der Kulturraum von „Palenque de San Basilio“
- 2009 - Prozessionen Heilige Woche Popayán
- 2003 – La Tumba Francesa – Musik der Oriente-Bruderschaft (Einwanderer aus Haiti in der Provinz Oriente)
L
- 2001 – Die Kreuzschnitzerei und ihre Symbolik
M
- 2003 – Das Wissen der Zafimaniry über das Holzhandwerk
- 2003 – Die den Toten gewidmete Festivität DĂa de los Muertos der indigenen Bevölkerung
- 2011 - Mariachi, traditionelle Ensemblemusik mit Seiteninstrumenten und Trompeten[4]
- 2003 – Die traditionelle Musik des Morin Khuur (Streichinstrument mit Pferdekopf mit spiritueller Funktion)
Ein mongolischer Musiker spielt auf der Pferdekopfgeige
- 2005 – Chopi Timbila (Orchestermusik der Chopi mit Timbila-Holzxylophonen)
N
- 2005 – Satirisches Drama „El Güegüense“
P
- 2005 – Palästinensische Erzählform „Hikaye“
(Eingereicht von ALECSO, der Arab League Educational, Cultural and Scientific Organization, da die Palästinensischen Gebiete bei den Vereinten Nationen nur Beobachterstatus besitzen.)
- 2005 – Taquile und seine Textilkunst
- 2001 – Die Hudhud-Gesänge der Ifuago
- 2005 – Darangeh-Heldenepos des Maranao-Volkes, Lanao-See
R
- 2005 – Die Calus-Tradition von Spielen, Parodien, Gesang und Tanz
- 2001 – Der Kulturraum und die mündliche Kultur der Semeiskije (Glaubensgemeinschaft im Südosten Sibiriens)
- 2005 – Olonkho-Heldenepos der Jakuten
S
- 2005 – Die Makishi-Maskerade (zelebriert am Ende des Mukanda-Inititationsritus)
- 2005 – Mbende-Jerusarema-Tanz des Volkes der Zezuru Shona (Polyrhythmische Musik mit akrobatischem Tanz)
- 2005 – Die Fujara-Flöte – ein Musikinstrument und seine Musik
- 2001 – Die Riten der königlichen Vorfahren der Choson-Dynastie und die rituelle Musik im Jongmyo-Schrein in Seoul
- 2003 – Der epische rezitative Gesang der Pansori (mimisch und perkussionistisch begleitete Mischform aus höfischer und folkloristischer Musik)
- 2005 – Das Danoje-Festival in Gangneung
T
- 2003 – Die Shashmaqom-Musik (vorwiegend von jüdischen Künstlern vertretene Form der Improvisationsmusik)
- 2005 – Slovácko Verbunk, Tanz der Rekruten
- 2003 – Die Tänze und Sprechgesänge Lakalaka (zeremonielle Tänze, begleitet von polyphonem Gesang)
U
- 2005 – Das traditionelle Handwerk der Kleidungsherstellung aus Baumrinde
- 2001 – Der Kulturraum von Boysun
V
Sandzeichnung aus Vanuatu (2007)
- 2003 – Die vietnamesische Hofmusik Nha Nhac (überregionale, zeremonielle Musik)
- 2005 – Der Kulturraum der Gong-Kultur im Hochgebirge Vietnams
Z
- 2003 – Die mündlichen Traditionen der Aka-Pygmäen (polyphone, experimentelle Gesänge)
Einzelnachweise
- ↑ Bewahrung des immateriellen Kulturerbes. Deutsche UNESCO-Kommission e.V., abgerufen am 6. August 2010.
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00249, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00437, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00575, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00037, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00100, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00282, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00180, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00179, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00385, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00384, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
- ↑ Repräsentative Liste, RL=00386, englisch, abgerufen am 1. Dezember 2011
Weblinks