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Menschheitsgeschichte

Die Menschheitsgeschichte umfasst die Entwicklung der gesamten Menschheit. In diesem Artikel geht es um die historische Entwicklung in den einzelnen Weltregionen, die zwar schon frĂŒh stark von Interdependenzen bestimmt waren, aber erst seit Ende des 19. Jahrhunderts zu einem einheitlichen Geschichtsraum zusammenwuchsen. Oft werden Menschheitsgeschichte und Weltgeschichte im selben Sinne gebraucht. Im engeren Sinne bezieht sich Weltgeschichte aber auf die Geschichtsschreibung zur Menschheitsgeschichte.

Inhaltsverzeichnis

Periodisierung

FĂŒr die Gliederung der Menschheitsgeschichte erweist sich die traditionelle eurozentrierte[1] Periodisierung in Altsteinzeit, Mittelsteinzeit, Jungsteinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit, Altertum, Mittelalter und Neuzeit als fragwĂŒrdig. Der hier unternommene Periodisierungsversuch teilt einerseits in ein gröberes Raster ein (Entwicklung des Menschen, Urgeschichte â€“ Steinzeit, Hochkulturen, Aufbruch und KontinuitĂ€t, Globalisierung), andererseits nimmt er die innerhalb der Neuzeit feststellbaren UmbrĂŒche Revolutionszeit (Industrielle und bĂŒrgerliche Revolutionen in Europa) und Weltkriegszeit (1. und 2. Weltkrieg sowie kommunistische und sozialistische Revolutionen) auf. Weshalb diese UmbrĂŒche hervorgehoben zu werden verdienen, wird im weiteren Text angesprochen werden und ist unter Periodisierung thematisiert.

KurzĂŒberblick

Im Verlauf der Menschheitsgeschichte haben sich die Herausforderungen, denen sich die Menschen gegenĂŒber sahen, wesentlich verĂ€ndert.

ZunĂ€chst mussten sie sich gegen die MĂ€chte der Natur behaupten (Entwicklung von Technik, Arbeitsteilung, Gemeinschaft). DafĂŒr organisierten die Menschen ihr Zusammenleben (Gesellschaft, Staat, Entwicklung eines Gewaltmonopols zur Sicherung des Lebens der einzelnen vor gewalttĂ€tigen Auseinandersetzungen wie Blutrache und Fehde).

Dann verbesserten sie ihr Zusammenleben in Richtung Schutz und Mitwirkung des Einzelnen (Rechtsstaat als Schutz, Demokratie als Sicherung der Mitwirkung).

MilitĂ€rische und wirtschaftliche Ungleichgewichte zwischen Gesellschaften und Staaten fĂŒhrten immer wieder zu Krieg und Ausbeutung (Kolonialzeitalter und Imperialismus). Zur Friedenssicherung dienten regional die Reichsbildung, internationale VertrĂ€ge, Gleichgewichtssysteme wie Heilige Allianz/System Metternich oder das „Konzert“ der GroßmĂ€chte. Da diese immer nur kurz- und mittelfristig Auseinandersetzungen verhindern konnten, wurden aufgrund der Weltkriegserfahrung weltumspannende Organisationen entwickelt wie Völkerbund und danach die Vereinten Nationen. Diese können Kriege aber nicht verhindern. Vor einem Krieg zwischen den SupermĂ€chten schĂŒtzt nur das System gegenseitiger Abschreckung. Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks wird versucht, es durch internationale Kooperation zu ergĂ€nzen (vgl. G 20, Klimagipfel).

Entwicklung des Menschen

Vor etwa acht bis fĂŒnf Millionen Jahren haben sich in Afrika die zum Schimpansen und zum Menschen fĂŒhrenden Entwicklungslinien voneinander getrennt. Dies kann als Beginn der stammesgeschichtlichen Entwicklung des Menschen bezeichnet werden. Die Gattung Homo hat sich nach dem gegenwĂ€rtigen Forschungsstand – ebenfalls in Afrika – vor etwa zwei Millionen Jahren entwickelt. In mehreren, lang andauernden Wanderungen haben sich zunĂ€chst Homo erectus und danach Homo sapiens unabhĂ€ngig voneinander ĂŒber die Kontinente ausgebreitet.

Ältere Urgeschichte

→ Hauptartikel: Urgeschichte

Steinzeit

→ Hauptartikel: Altsteinzeit, Mittelsteinzeit und Jungsteinzeit

Als Steinzeit bezeichnet man den lÀngsten Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte, bevor die Herstellung und technische Nutzung von Metallen bekannt war. TrÀger der steinzeitlichen Kulturen waren dem heutigen Forschungsstand zufolge zunÀchst Homo habilis und Homo rudolfensis, spÀter insbesondere Homo erectus und die Neandertaler[2] sowie Homo sapiens.

Die Steinzeit ist die Ă€lteste Stufe des von dem dĂ€nischen Altertumsforscher Christian JĂŒrgensen Thomsen und anderen seit 1836 propagierten Dreiperiodensystems, welches die Ur- oder Vorgeschichte in die Steinzeit, die Bronzezeit und die Eisenzeit unterteilt. Die Dreiteilung nach dem verwendeten Werkstoff ist weitgehend auf Europa und Teile Westasiens und Nordafrikas beschrĂ€nkt. In Amerika hat sich die Idee einer Periodisierung der Urgeschichte nach dem jeweils wichtigsten Werkstoff nie durchgesetzt.

Die Altsteinzeit (PalĂ€olithikum) Europas wird wiederum unterteilt in AltpalĂ€olithikum, MittelpalĂ€olithikum und JungpalĂ€olithikum und endet um 10.000 v. Chr. Nach einer kurzen Übergangszeit, der Mittelsteinzeit (Mesolithikum), folgt die Jungsteinzeit (Neolithikum). FĂŒr die Urgeschichte des subsaharischen Afrika gibt es eine eigene Terminologie in Early, Middle und Late Stone Age, was chronologisch in etwa der europĂ€ischen Einteilung Alt-, Mittel- und JungpalĂ€olithikum entspricht, inhaltlich aber nur zum Teil.

Eine Mittelsteinzeit gibt es nur im nordalpinen Europa, wĂ€hrend im Mittelmeerraum und im Vorderen Orient von EpipalĂ€olithikum gesprochen wird. Kennzeichnend fĂŒr die Neolithisierung und damit beginnende Jungsteinzeit sind tiefgreifende VerĂ€nderungen in der Wirtschaftsweise, die wegen der Verbreitung von Anatolien aus auch als „neolithisches BĂŒndel“ (engl.: „neolithic package“) bezeichnet werden. Hauptmerkmale sind domestizierte Tiere und Pflanzen sowie die durch den Ackerbau bedingte Sesshaftigkeit. Im Vorderen Orient gab es vom 10.–8. Jahrtausend v. Chr. eine Phase des Akeramischen Neolithikums mit Sesshaftigkeit und SteingefĂ€ĂŸen, aber noch ohne TongefĂ€ĂŸe. Die Ă€lteste Keramik ist von JĂ€gern und Sammlern der Jomon-Kultur in Japan und in SĂŒdsibirien hergestellt worden und verbreitete sich von dort aus ĂŒber den asiatischen Kontinent. Die VerĂ€nderung der Lebensweise durch Ackerbau und Viehzucht wurde von Vere Gordon Childe als Neolithische Revolution bezeichnet. Die schnelle Neolithisierung (Landwirtschaft, domestizierte Tiere, Hausbau, Keramik, geschliffene Steinbeile) in SĂŒdeuropa um 6000 v. Chr. und in Mitteleuropa um 5500 v. Chr. ist allerdings global gesehen eine Ausnahme. In anderen Teilen der Welt, zum Beispiel im subsaharischen Afrika, liegen zwischen dem Auftreten einzelner Merkmale der Neolithisierung zum Teil mehrere Jahrtausende.

Die jĂŒngere Phase des Neolithikums wird in manchen Regionen wegen der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung des Kupfers als Kupfersteinzeit bezeichnet. In manchen Weltgegenden folgen Bronze- und Eisenzeit auf die Steinzeit.

Hochkulturen

Fruchtbarer Halbmond um 7500 v. Chr.

Der Beginn der Hochkulturen, der eine Schriftkultur voraussetzt, ist im fruchtbaren Halbmond, der Region von Mesopotamien, Syrien und PalÀstina, zu finden. Andere Hochkulturen wurden von dort beeinflusst. Weitere Hochkulturen entwickelten sich in Indien, China, Mesoamerika und Peru.

Um 2500 v. Chr. lebten im unteren Mesopotamien die Sumerer in Stadtstaaten mit Zehntausenden von Einwohnern. Sie schrieben Keilschrift auf Tontafeln, zunĂ€chst in Bilderschrift, dann in einer daraus entwickelten Silbenschrift. Eine Ă€hnliche Entwicklung nahm die Hieroglyphenschrift der Ägypter, die ihrerseits aufgrund ihrer Konzentration auf das Niltal eine recht einheitliche Kultur entwickelten, die durch einen umfangreichen Totenkult mit Pyramiden, Mumien, Kleinplastiken und mehr gekennzeichnet war.

Der Raum von Syrien und PalĂ€stina bot keine vergleichbaren Flusslandschaften, kannte aber Ă€hnlich große Siedlungen und wurde schon frĂŒh von Zweistromland und Ägypten zugleich beeinflusst. Einen charakteristischen Beitrag lieferte dieser Raum spĂ€ter durch die Entwicklung der Buchstabenschrift und die weit ausgreifenden Entdeckungsfahrten der Phönizier sowie fĂŒr die Entwicklung der abrahamitischen Religionen mit der Entstehung des Judentums und die Ausbreitung des Christentums durch die AnhĂ€nger des Jesus von Nazaret.

Zu den Ă€ltesten Kulturen gehört ebenfalls die Induskultur, deren StĂ€dte mehrstöckige HĂ€user und Kanalisation kannten, sowie in SĂŒdamerika die Kultur von Caral, die zwar schriftlos war, aber große architektonische Leistungen hervorbrachte, die erhebliche Kenntnisse in Geometrie voraussetzen.

Die erste europĂ€ische Hochkultur war die minoische, die durch Palastbauten wie den von Knossos um 2000 v. Chr. gekennzeichnet war.

Das afrikanische Reich von Kerma (im Raum von Nubien) das um 2000 v. Chr. entstand, entwickelte sich im Austausch mit Ägypten.

Nach 1750 v. Chr. drangen Truppen von Kerma auf Ă€gyptisches Gebiet vor, doch gelang es Ägypten nach der Bildung des Neuen Reiches um 1500 v. Chr. das Reich von Kerma zu unterwerfen.

Weitgehend unabhĂ€ngig von den westasiatischen und nordafrikanischen Hochkulturen entwickelte sich die chinesische, die um 1500 v. Chr. die Bronzeherstellung kannte. Ob die Kenntnisse von Streitwagen und Schrift vielleicht doch auf Ă€ußere EinflĂŒsse schließen lassen, ist noch unklar. Die Schrift entwickelte sich jedenfalls nicht zur Silbenschrift weiter.

Naher Osten und Afrika

Sumerer

Die Geschichte Sumers begann mit der so genannten Uruk-Zeit, ab etwa 4000 bis 3000 v. Chr. Die Sumerer siedelten am Euphrat. Aus Dörfern entstanden StĂ€dte. Uruk war damals die bedeutendste unter ihnen mit dem weit ausstrahlenden Inanna-Tempel.

FĂŒr etwa 3100 v. Chr. ist ein deutliches Bevölkerungswachstum festzustellen. Der BewĂ€sserungsbau wurde intensiviert, und die Zentren der StĂ€dte werden zu heiligen Bezirken. Diese Periode endete um 2900 v. Chr.

Altsumerisches Reich

Am Anfang der FrĂŒhdynastischen Periode standen eine Reihe von Stadtstaaten (Adab, Eridu, Isin, Kisch, Kullab, Lagasch, Larsa, Nippur, Ur und Uruk), die etwa 2800 v. Chr. das Altsumerische Reich unter wechselnden Stadtherrschern bildeten:

Erster bekannter Herrscher von Sumer war Etana, der um 2800 v. Chr. lebte und König von Kisch war. Sein Nachfolger Mes-ki-agga-scher, König von Uruk (dem biblischen Erech), grĂŒndete weit sĂŒdlich von Kisch eine rivalisierende Dynastie und erlangte die Herrschaft ĂŒber die ganze Region zwischen dem Mittelmeer und dem Zagros-Gebirge. Nach dessen Sohn En-mer-kar (um 2750 v. Chr.) folgte sein Feldherr Lugalbanda auf den Thron. Darauf wurde En-me-bar-agesi um 2700 v. Chr., ein König der Etana-Dynastie in Kisch, zum fĂŒhrenden Herrscher von Sumer.

Die Akkader aus dem Norden unter Sargon vereinten Sumer unter einer Dynastie (2371 bis 2191 v. Chr.). Akkadisch wurde Verwaltungssprache. Befördert durch Uneinigkeit zwischen Akkad und dem restlichen Sumer, endete diese Dynastie mit der Eroberung durch die GutĂ€er.

Zikkurat
Neusumerisches Reich und Nachfolgereiche

Das Neusumerische Reich (2112–2004 v. Chr.) wurde von der 3. Dynastie von Ur regiert. Damals war Sumerisch Verwaltungssprache, und es entstanden erste Zikkurate. Es endete unter dem Druck Elams aus dem Osten.

Eine lĂ€nger andauernde Reichsbildung in Mesopotamien folgte nach 1900 v. Chr. durch die Babylonier.

Ägypten

→ Hauptartikel: Geschichte des Alten Ägypten
Die Pyramiden von Gizeh

Die Ă€gyptische Hochkultur begann mit der PrĂ€dynastischen Zeit. In dieser Zeit wuchsen OberĂ€gypten und das heutige UnterĂ€gypten zusammen und entwickelten die Ă€gyptischen Hieroglyphen. In der frĂŒhdynastischen Epoche stieß der Thinitenkönig Aha von Ober- nach UnterĂ€gypten vor und leitete die Reichseinigung ein. Er ließ eine zentrale Verwaltung in der neuen Hauptstadt Memphis errichten. Am Ende der ersten Dynastie 2780 v. Chr. hatten sich Abydos, Hierakonpolis, Buto und Sais als geistige Zentren Ägyptens entwickelt.

Im Alten Reich ab 2707 v. Chr. begann der Bau der Pyramiden. Die grĂ¶ĂŸten errichteten die Könige Cheops und Chephren bei Giseh. Das Alte Reich zerfiel möglicherweise ausgelöst durch einen asiatischen Einfall im Delta oder durch eine Hungersnot.

Im Mittleren Reich förderte Amenemhet I. den Kult um Amun, stieß bis nach Nubien vor und entwickelte Handelsbeziehungen zu Phönizien. Mit dem Eindringen der Hyksos 1648 v. Chr. zerfiel das Mittlere Reich.

Im neuen Reich (1550 bis 1070 v. Chr.) erreichte Ägypten seine grĂ¶ĂŸte Machtstellung. Es dehnte seinen Einflussbereich auf die Inseln Kreta, Zypern, und die Kykladen aus und erreichte die politische Kontrolle von Napata in Nubien bis zum Euphrat.

Amenophis IV. (Echnaton) (etwa 1397 bis 1380 v. Chr.) wĂ€hlte die von ihm neu erbaute Stadt Achet-Aton als Regierungssitz und fĂŒhrte die Verehrung Atons als einzigen Gott ein.

Unter Tutanchamun wurde der Atonkult wieder durch die Verehrung der traditionellen Götter ersetzt. Sein Grab enthielt die spektakulĂ€rsten Grabfunde Ägyptens. Ramses II. bekĂ€mpfte erfolgreich die Hethiter. Doch unter der 19. Dynastie zerfiel um 1186 v. Chr. auch das neue Reich.

Assyrer und Perser sowie makedonische Griechen besetzten das Land. In der 25. Dynastie herrschen sogar die verachteten Nubier oder Kuschiter ĂŒber den Nilstaat. Alexander der Große begrĂŒndete dann die griechische Herrschaft. Nach seinem Tode machte Ptolemaios I. Alexandria zur neuen Hauptstadt. Nach der Schlacht bei Actium, 31 v. Chr., wurde Aegyptus eine römische Provinz.

Asien

China

→ Hauptartikel: Geschichte Chinas
Ausdehnung der Shang-Dynastie

WĂ€hrend fĂŒr die Xia-Dynastie (ć€æœ) (um 2000 v. Chr.) nur archĂ€ologische Funde existieren, liegen fĂŒr die Shang-Dynastie (ć•†æœ) (ca. 1570 bis 1066 v. Chr.) bereits Schriftzeugnisse (Handschriften auf Muschelschalen) vor. Bronze wurde verarbeitet, MĂŒnzen geprĂ€gt, WĂ€lle gebaut und es gab Pferde-Streitwagen.

Ausdehnung der Zhou-Dynastie

FĂŒr die Zhou-Dynastie (ć‘šæœ) (1045 bis 221 v. Chr.) liegen bereits viele zeitgenössische Dokumente vor. Anfangs gab es etwa 170 kleine Königreiche, die sich allerdings schon als ein Volk betrachteten. Durch Kriege, Heirat und Diplomatie schlossen sich die Königreiche immer weiter zusammen, so dass es zur Zeit der Streitenden Reiche nur noch sieben Königreiche gab. Es wurden schon Waffen aus Eisen benutzt und zur Zhou-Zeit war die BlĂŒtezeit der großen Philosophen Chinas (Konfuzius, Lao-Tse).

Ausdehnung Chinas wÀhrend der Qin-Dynastie

Das Reich der Qin war eines der sieben Königreiche am Ende der Zhou-Dynastie. Es verfĂŒgte ĂŒber eine effektive Verwaltung und eine Ă€ußerst restriktive Gesetzgebung. König Zhao Zheng unterwarf die anderen Reiche und fĂŒhrte dadurch 221 v. Chr. die Reichseinigung herbei. Er ließ sich zum Kaiser krönen und nannte sich von da ab Qin Shihuangdi („Erster Gottkaiser von Qin“). Ganz China erhielt das effektive Verwaltungssystem des Reiches Qin. Außerdem wurden Maße, Gewichte und Schrift standardisiert. Unter Qin Shihuangdi wurde zur Verteidigung gegen die NomadenstĂ€mme durch die Verbindung bereits bestehender Mauern der sieben Reiche die Chinesische Mauer geschaffen. Qin Shihuangdi wurde 210 v. Chr. mit der bekannten Terrakottaarmee als Grabbeigabe beigesetzt. Kurz nach seinem Tod kam es unter seinem Sohn zu BauernaufstĂ€nden, die in einem BĂŒrgerkrieg zur GrĂŒndung der Han-Dynastie fĂŒhrten.

Gebiet der Han-Dynastie
Pferdeskulptur der Han-Zeit

Sie vergrĂ¶ĂŸerte das Reich und war auch wirtschaftlich so erfolgreich, dass man das chinesische Volk von da an auch als Han-Chinesen bezeichnete. Mit der Unterwerfung der Kleinstaaten entlang der Seidenstraße entstand eine indirekte Handelsbeziehung mit dem Römischen Reich. Gleichzeitig erreichte der Buddhismus auf diesem Weg China. Zur Staatsphilosophie erhoben die Han-Kaiser jedoch den Konfuzianismus.

Die Drei Reiche

Als 220 der letzte Han-Kaiser abgesetzt wurde, hatten sich drei Reiche gebildet, die durch den sehr populĂ€ren Roman Die Geschichte der Drei Reiche so bekannt geblieben sind wie Adam und Eva in der westlichen Welt. Sima Yan, ein Minister des Wei-Reiches, setzte den letzten Wei-Kaiser Cao Huan ab und begrĂŒndete 265 die Jin-Dynastie. Dieser gelang es, das Reich wieder zu einen, doch konnten die Xiongnu, Nomaden aus dem Norden, den westlichen Teil des Reiches zerstören. Im Osten wurde Nanjing die neue Hauptstadt.

Indien

→ Hauptartikel: Geschichte Indiens

Etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entwickelte sich im Nordwesten des indischen Subkontinents (heute Pakistan) die Indus-Kultur. Sie erstreckte sich ĂŒber ca. 1.250.000 kmÂČ und war damit flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸer als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie kannte bereits StĂ€dteplanung, Schrift und Architektur. Doch erst etwa zehn Prozent ihrer Siedlungen wurden ausgegraben, die Schrift ist noch nicht entschlĂŒsselt.[3]

Die vedische Kultur hatte ihre AnfĂ€nge etwa ab 1500 v. Chr. und wurde von den (vom Norden her) einwandernden Ariern wesentlich geprĂ€gt, als sie sich mit den einheimischen StĂ€mmen vermischten. Diese Wanderungsbewegungen gingen sehr langsam vonstatten. In der spĂ€tvedischen Zeit (etwa 900–600 v. Chr.) begann eine Phase der Urbanisierung und Reichsbildung und die mythologische Legitimation fĂŒr das Kastenwesen. An der Spitze der gesellschaftlichen Hierarchie standen die Brahmanen (Schriftgelehrte, Priester), gefolgt von den Kriegern Kshatriyas und den HĂ€ndlern, Handwerkern und Bauern Vaishyas. Am unteren Ende der Gesellschaft befanden sich die Angehörigen der ursprĂŒnglichen Bevölkerung, die als Diener Shudras lebten. Allerdings haben sich die Kasten in dieser Form in der vedischen Zeit noch nicht voll ausgeprĂ€gt.

Alexander der Große

Zum Ende der vedischen Zeit (6. und 5. Jh. v. Chr.) traten in Magadha zwei Religionsstifter auf. Mahavira begrĂŒndete den Jainismus, und Siddhartha Gautama lehrte als Buddha 45 Jahre lang den Buddhismus.

Das Maurya-Reich zur Zeit Ashokas
SilbermĂŒnzen des Maurya-Reiches

Kurz nach dem Eindringen von Alexander dem Großen (326 v. Chr.) legte Chandragupta Maurya um 321 v. Chr. die Grundlagen fĂŒr das erste indische Großreich, das Maurya-Reich. Unter König Ashoka (268–233 v. Chr.) reichte der Einfluss bis nach SĂŒdindien. Die zentrale Verwaltung mit ihrem Beamtenapparat umfasste jedoch nur das Kerngebiet des Reiches in der Gangesebene. Ashoka, der sich zum Buddhismus bekannte, begrĂŒndete u. a. mit der Eroberung Kalingas das erste Großreich auf indischem Boden und zugleich den ersten, auf friedfertiger Toleranz beruhenden sozialen Wohlfahrtsstaat der Antike. Ashoka hinterließ zahlreiche Felsenedikte, weshalb diese geschichtliche Periode relativ gut dokumentiert ist. Das Reich zerfiel um 185 v. Chr. in zahlreiche Einzelstaaten (u. a. Shunga, Shatavahana, Shaka und das wiederaufgestiegene Kalinga).

Um 50 v. Chr. verdrĂ€ngten die iranischen Parther die Shakas, wurden ihrerseits aber von den Kushana (ursp. YĂŒe-tschi) geschlagen, die in Baktrien und Gandhara ein blĂŒhendes Reich errichten. Unter König Kanishka (1./2. Jahrhundert n. Chr.) erreichte es seine grĂ¶ĂŸte Macht. Förderung und Entfaltung des Buddhismus (Kunstschulen von Mathura und Gandhara) gehören zu seinen kulturellen Leistungen.

In Nordindien herrschte von 330–550 n. Chr. die Dynastie der Gupta, wĂ€hrend im Dekkan das Vakatakareich eine herausragende Position einnahm. Im 5. Jahrhundert kam es zur Errichtung der buddhistischen UniversitĂ€t von Nalanda, die mit ĂŒber 10.000 Studenten und angeblich 9 Mio. BĂŒchern die grĂ¶ĂŸte LehrstĂ€tte der antiken Welt war. Die Guptas förderten Buddhismus und Hinduismus. Im 5./6. Jahrhundert erfolgte der Niedergang des Gupta-Reiches bedingt durch Reichsteilung und HunneneinbrĂŒche. Letztere verwĂŒsteten Nordindien und beendeten die Zeit der blĂŒhenden Stadtkultur. (weiter zu Indien 
)

Amerika

Bildrelief aus Palenque
→ Hauptartikel: Geschichte Amerikas

Maya

→ Hauptartikel: Maya

Am Ende der Archaischen Periode entstehen erste dauerhafte Siedlungen und Landwirtschaft im Mayagebiet. Erste den Maya zugerechnete archĂ€ologische Funde aus Cuello (Belize) werden auf etwa 2000 v. Chr. datiert. Von diesem Ursprungsort aus wird eine Aufspaltung und Bewegung nach Norden (Golf von Mexiko) angenommen. Etwa 1100 v. Chr. siedelten JĂ€ger im Bereich von CopĂĄn (Honduras) und Lamanai, das mit einer permanenten Besiedlungszeit von etwa 3000 Jahren zu den am lĂ€ngsten genutzten MayastĂ€dten gehört, wurde gegrĂŒndet. Etwa einhundert Jahre spĂ€ter wurde Cahal Pech besiedelt und blieb es bis ca. 700 n. Chr.

Tempelruinen von Tikal

In der Mittleren Vorklassik (etwa 900–400 v. Chr.) kommt es zur durchgehenden Besiedlung im gesamten Mayagebiet und zur Entwicklung von Handel zwischen den StĂ€dten. Etwa im 7. Jahrhundert v. Chr. finden sich die ersten Siedlungsspuren im Gebiet von Tikal in Guatemala. Am Golf von Mexiko lassen sich etwa 500 v. Chr. erstmals Siedlungsbauten und steinerne Tempel nachweisen. Zu den ersten großen StĂ€dten der Maya gehören El Mirador mit der höchsten bekannten Maya-Pyramide (72 m) und Nakbe im heutigen Guatemala, von denen Letztere seine Glanzzeit zwischen 800 und 400 v. Chr. hatte.

Die klassische Maya-Zivilisation (ca. 300–900 n. Chr.) umfasste eine Reihe von Stadtstaaten, die jeweils einen eigenen Herrscher und ihm untergebene Verwalter hatte.

In Tikal findet sich die erste datierte Maya-Stele von 292 n. Chr. Im Jahr 562 kommt es zu einem großen Krieg zwischen Calakmul und Tikal. ChichĂ©n ItzĂĄ wurde um das Jahr 650 gegrĂŒndet.

Mit der Ausbreitung ĂŒber die ganze YucatĂĄn-Halbinsel erreichte die Hochkultur der Maya ihre BlĂŒtezeit, wĂ€hrend deren auch Uxmal und CobĂĄ gegrĂŒndet wurden. Weitere wichtige StĂ€dte waren Tikal, Calakmul, Bonampak und QuiriguĂĄ. Viele StĂ€dte waren durch Dammstraßen (Sakbe) miteinander verbunden. Die StĂ€dte hatten teilweise mehr als 10.000 Einwohner und waren damit grĂ¶ĂŸer als die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte des damaligen Mitteleuropa.

Zu den Maya-Zentren der Klassik gehören unter anderen Bonampak, Calakmul, Caracol, Xunantunich, Lubaantun, Copån, Dos Pilas, Naranjo, Palenque, Piedras Negras, Tikal, Yaxchilån oder Yaxha.

Bereits im 9. Jahrhundert kam es dann zur Aufgabe einzelner Maya-Zentren im sĂŒdlichen Tiefland und in der Folgezeit zu einem rapiden Bevölkerungsverlust in der gesamten Zentralregion Yukatans. Zahlreiche StĂ€dte wurden verlassen, die BewĂ€sserungssysteme verfielen. Nach der Mitte des 10. Jahrhunderts wurden im gesamten Tiefland keine monumentalen Steinstelen mehr errichtet.[4]

Australien und Ozeanien

Da seit der spĂ€ten Kreidezeit (ca. 70 Millionen Jahre) keine LandbrĂŒcke zu Asien bestand, muss die Besiedlung des Raumes von Australien und Ozeanien ĂŒber die See erfolgt sein. Bis auf Neuguinea und einige benachbarte melanesische Inseln blieb Ozeanien zunĂ€chst unbesiedelt. Die Besiedlung des australischen Festlandes wird gewöhnlich zwischen 60.000 und 32.000 v. Chr. angesetzt.[5] Jedenfalls erfolgte sie lange vor der Überflutung der Torres-Straße (ca. 6000 v. Chr.). Die Gesamtzahl der Ureinwohner Australiens (Aborigines) vor Ankunft der EuropĂ€er wird auf 300.000 bis 1 Million geschĂ€tzt. Vermutlich war sie relativ konstant. Schon frĂŒh entstanden die mĂŒndlich ĂŒberlieferten Traumzeit-Legenden, die von der Erschaffung Australiens berichten.[6] Daneben diente in der schriftlosen Kultur vor allem die Malerei als Mittel der Überlieferung.

In Ozeanien erfolgte ein Einwanderungsschub um 1500 v. Chr.

Eine Hochkultur mit Staatenbildung entwickelte sich in diesem Raum erst sehr spÀt. (weiter zu Australien 
)

Europa

→ Hauptartikel: Geschichte Europas

Die Ă€lteste Hochkultur in Europa ist die minoische, deren BlĂŒtezeit etwa von 1700 bis 1400 v. Chr. dauerte. Es folgte die Mykenische Kultur, die bis etwa 100 v. Chr. von hohem Einfluss war und zum Teil mit der minoischen verschmolz. In Mitteleuropa begann die Eisenzeit etwa um 800 v. Chr., sie wurde von der Hallstatt- und der LatĂšne-Kultur bestimmt. Diese Kulturen werden Illyrern und Kelten zugeschrieben.

Griechenland

→ Hauptartikel: Antikes Griechenland

Die griechische Kultur kann als die erste spezifisch europĂ€ische verstanden werden, insofern sie sich als erste von asiatischen Kulturen abgrenzte.[7] In der archaischen Zeit (ca. 700–500 v. Chr.) kam es zur Entstehung der griechischen Polis[8] und zu ihrer Verbreitung ĂŒber den Mittelmeerraum durch die große Kolonisation. Die GrĂŒnde fĂŒr die Kolonisation waren Überbevölkerung, das BedĂŒrfnis nach Sicherung der Handelswege und innere KĂ€mpfe in Griechenland, die zur Auswanderung der unterlegenen Parteien fĂŒhrten. Im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. erlebte die Regierungsform der Tyrannis eine BlĂŒte, so z. B. in Korinth, wo die Kypseliden um 660 v. Chr. an die Macht kamen. Um 550 v. Chr. grĂŒndete Sparta den Peloponnesischen Bund und zementierte damit seinen Herrschaftsanspruch.

Um 500 v. Chr. fĂŒhrte der Ionische Aufstand zum Konflikt Griechenlands mit dem persischen Großkönig Dareios I. ZunĂ€chst siegte Athen bei Marathon 490 v. Chr.

Zehn Jahre spĂ€ter kam es zu einem erneuten Feldzug unter FĂŒhrung von Dareios Sohn Xerxes I.

Nach der Schlacht an den Thermopylen kam es bei Salamis zur Entscheidungsschlacht. Die Griechen vernichteten die zahlenmĂ€ĂŸig ĂŒberlegene persische Flotte (480 v. Chr.), ein Jahr spĂ€ter auch das persische Landheer in der Schlacht von Plataiai. Athen grĂŒndete 478/477 v. Chr. den Attischen Seebund. Auf den Grundlagen der Reformen Solons und des Kleisthenes von Athen sowie der Seeherrschaft Athens in der ÄgĂ€is entstand Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. die entwickelte Attische Demokratie mit Perikles als leitendem Staatsmann.

Es war außerdem eine BlĂŒtezeit von Kunst, Literatur und Philosophie. So entstanden der Parthenon-Tempel und die Athena Parthenos von Phidias, die großen Tragödien von Aischylos, Sophokles und Euripides sowie die klassische griechische Philosophie von Sokrates, Platon und Aristoteles.

Der Peloponnesische Krieg zwischen Sparta und Athen um die Vorherrschaft in Griechenland endete nach wechselvollem Verlauf mit der Niederlage Athens 404 v. Chr. Sparta konnte aber seine Hegemonie in Griechenland nicht aufrechterhalten und unterlag 371 v. Chr. in der Schlacht von Leuktra vernichtend; es folgte die kurze Zeit der Hegemonie Thebens 371–362 v. Chr. Philipp II. von Makedonien machte sein Land zur fĂŒhrenden MilitĂ€rmacht in Griechenland. Er wurde 336 v. Chr. ermordet.

Philipps Sohn, Alexander der Große, besiegte die persischen Armeen und stieß bis nach Indien vor. Es begann das Zeitalter des Hellenismus. Die griechische Kultur verbreitete sich bis nach Indien (siehe auch Diadochen). Das Ende des Hellenismus ergab sich 146 v. Chr. durch die Eingliederung Griechenlands in das Römische Reich.

Römisches Reich

→ Hauptartikel: Römisches Reich

Rom, ursprĂŒnglich ein Stadtstaat unter etruskischer Königsherrschaft, begann am Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr. mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere RĂŒckschlĂ€ge verkraften. Hier gab es zunĂ€chst den Galliersturm von 387 v. Chr. und mehrere Niederlagen gegen italische VolksstĂ€mme. Es folgten die Samnitenkriege (1. 343 bis 341 v. Chr.; 2. 326 bis 304 v. Chr.; 3. 298 bis 290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340 bis 338 v. Chr.). Rom legte an strategisch wichtigen Orten Kolonien an und schloss BĂŒndnisse mit mehreren italischen StĂ€mmen, die jedoch nicht das römische BĂŒrgerrecht erhielten. Konkurrenten waren die Etrusker nördlich von Rom, die Kelten in der Poebene und die griechischen Kolonien in SĂŒditalien (Magna Graecia).

Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst spĂ€ter annektiert wurde). Um 275 v. Chr. wurden die griechischen Stadtstaaten in SĂŒditalien erobert, nachdem es gelungen war, den Pyrrhus von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesinnten Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen fĂŒhrte.

Punische Kriege und Eroberung des östlichen Mittelmeerraums

Im Ersten Punischen Krieg (264 bis 241 v. Chr.) eroberte Rom Sizilien, spĂ€ter auch Sardinien und Korsika. Daraufhin errichtete die karthagische Familie der Barkiden in Hispanien eine Art Kolonialreich.

Im Zweiten Punischen Krieg (218 bis 201 v. Chr.) marschierte der karthagische Feldherr Hannibal nach der römischen KriegserklĂ€rung ĂŒberraschend ĂŒber die Alpen und vernichtete mehrere römische Armeen. Die Cannae (216 v. Chr.) war die schwerste Niederlage der römischen Geschichte, doch trotz seiner Siege konnte Hannibal Rom nicht erobern. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika ĂŒber und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte.

Die hellenistischen Großreiche um 200 v. Chr.

Ab 200 v. Chr. mischte sich Rom in die Politik der hellenistischen Großreiche ein. Rom kĂ€mpfte 200–197 v. Chr. in Griechenland gegen Philipp V. und im Römisch-Syrischen Krieg (192–188 v. Chr.) gegen das hellenistische Seleukidenreich unter Antiochos III. So wurde es auch zur Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. 146 v. Chr. wurden Griechenland und nach dem Dritten Punischen Krieg (150–146 v. Chr.) Karthago römische Provinz. Schließlich war 63 v. Chr. nur noch Ägypten der PtolemĂ€er unabhĂ€ngig, wurde aber zu einem römischen Protektorat. An der Grenze des Partherreiches fand die römische Expansion aber ihr Ende.

Revolutionszeit und BĂŒrgerkrieg
Gaius Iulius Caesar

Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die in die Epoche der BĂŒrgerkriege mĂŒndete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform endete. Die BrĂŒder Tiberius Sempronius Gracchus und Gaius Sempronius Gracchus hatten mit der Grachischen Reform die Benachteiligung der Bauern aufheben wollen, scheiterten aber dabei.

Stattdessen unternahm Marius eine Heeresreform, die den Feldherren mehr Macht gab. Dabei setzte sich Gaius Iulius Caesar, der im Gallischen Krieg ein ihm ergebenes Heer aufgebaut hatte, gegen Gnaeus Pompeius Magnus durch (Pharsalos). Im Februar 45 v. Chr. wurde er zum Diktator auf Lebenszeit erhoben, doch an den Iden des MĂ€rz um 44 v. Chr. durch eine Verschwörergruppe unter Brutus und Cassius ermordet.

Augustus, der erste römische Kaiser

In dem BĂŒrgerkrieg, der nun ausbrach, setzte sich Augustus gegen die Verschwörer und danach gegen seinen Rivalen Marcus Antonius durch.

Prinzipat
TrajanssÀule mit Darstellungen aus den Dakerkriegen

Anders als CĂ€sar respektierte Augustus nach außen hin die Macht des senatorischen Adels und konnte so eine indirekte Art der Herrschaft begrĂŒnden, das Prinzipat. Schon bald aber hatte er so viel Macht, dass er seine Position an den von ihm ausgewĂ€hlten Nachfolger Tiberius vererben konnte. Trotz großer SchwĂ€chen seiner Nachfolger (CĂ€sarenwahn, Nero) blieb diese Herrschaftsform erhalten und fĂŒhrte unter den Kaisern Trajan und Hadrian zu einer Glanzzeit des Reiches.

Beginnenden Krisenerscheinungen begegnete Caracalla, indem er das römische BĂŒrgerrecht an alle freien Untertanen verlieh (Constitutio Antoniniana). Doch kam es unter seinen Nachfolgern zur Reichskrise, in der nur noch militĂ€risch legitimierte Soldatenkaiser dem Ansturm der Germanen an Rhein und Donau (besonders der Alamannen und der Goten) und der neupersischen Sassaniden standhielten (Römisch-Persische Kriege). Dabei kam es zeitweise zur Abspaltung einzelner Provinzen (Gallisches Sonderreich), die aber unter Aurelian wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden konnten.

SpÀtantike
→ Hauptartikel: SpĂ€tantike
Kopf der Kolossalstatue Konstantins in den Kapitolinischen Museen in Rom

Mit Diokletian vollzog sich 284 der Übergang in die SpĂ€tantike, die von einer – im Gegensatz zur vorherigen Zeit – stĂ€rkeren Zentralisierung und BĂŒrokratisierung sowie dem spĂ€teren Sieg des Christentums geprĂ€gt war. Diokletian reformierte die Verwaltung und schuf die Tetrarchie, wo es zwei Senior-Kaiser (Augusti) mit jeweils einem Junior-Kaiser (Caesar) gab. Denn ein Kaiser allein konnte das Imperium wegen des Drucks auf die Grenzen nicht regieren, wenn er zu stark in FeldzĂŒgen engagiert war.

Die Idee der Teilung des Herrschaftsraumes war nicht völlig neu, doch wurde sie nun konsequenter umgesetzt. Allerdings wurde der Gedanke der Reichseinheit nicht aufgegeben. Rom blieb der ideelle Mittelpunkt des Reiches, auch wenn die Kaiser ihre Residenzen nun in die NÀhe der Grenzen, so etwa nach Trier, verlegten.

Konstantin der Große verlegte die Hauptstadt dann nach Konstantinopel und bevorzugte das Christentum (konstantinische Wende). 361 kam es unter seinem Neffen Julian zu einer kurzen Wiederbelebung des Heidentums. Doch war sie nicht von Dauer, weil Julian schon 363 bei einem Persienfeldzug ums Leben kam.

Unter Valentinian I. wurde das Reich aus VerwaltungsgrĂŒnden vorlĂ€ufig und nach dem Tod Kaiser Theodosius’ I. endgĂŒltig geteilt. Doch galten die Gesetze des einen Kaisers normalerweise auch im Machtbereich des jeweils anderen. In seine Zeit fĂ€llt auch die EinfĂŒhrung des Christentums als Staatsreligion.

Aufbruch und KontinuitÀt

Asien

→ Hauptartikel: Geschichte Asiens

Naher Osten – Aufstieg des Islam und Niedergang des Byzantinischen Reiches

Der spĂ€tere Prophet Mohammed wurde um 570 in Mekka geboren. Im Alter von vierzig Jahren hatte er Visionen, die er als Wort Gottes (Allahs) verkĂŒndete; diese bildeten spĂ€ter den Koran. Im September 622 zog er mit seinen AnhĂ€ngern von Mekka nach Yathrib (Medina). Die Hedschra stellt den Beginn der islamischen Zeitrechnung dar. In Medina formte sich der Islam gesellschaftlich aus. Er nahm immer stĂ€rker Bezug auf konkrete Regelungen des Lebens und der Organisation der islamischen Gemeinschaft. Noch zu Mohammeds Lebzeiten weitete sich der Einfluss des Islams auf die ganze arabische Halbinsel aus.

Als Mohammed am 8. Juni 632 in Medina starb, hinterließ er keinen mĂ€nnlichen Erben. Seine Nachfolger, die „Rechtgeleitete Kalifen“, Abdallah Abu Bakr, Umar ibn al-Chattab, Uthman ibn Affan, Ali ibn Abi Talib (632–661) weiteten das Reich aus.

Die Umayyaden stießen dann sogar bis Spanien vor (Al-Andalus). Die unter den Abbasiden (749–1258) entwickelte Hochkultur in den arabisch beherrschten Gebieten wird als BlĂŒtezeit des Islam bezeichnet.

Ein Zentrum fĂŒr Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung wurde unter anderem Bagdad, das um 800 mehr als 100.000 Einwohner hatte. Der oft angestellte Vergleich mit Orten in Nordwesteuropa, zum Beispiel der Pfalz Karls des Großen in Aachen, die zu dieser Zeit nur wenige hundert Seelen umfasste, ist beeindruckend, aber nicht wirklich zulĂ€ssig, denn die eigentlichen kulturellen Zentren und Kontrahenten Bagdads in der damals bekannten Welt waren Xi'an im Osten und Konstantinopel im Nordwesten. Gegen die Hauptstadt der Tang-Dynastie mit 1–2 Millionen und die des Byzantinischen Reiches mit 500.000 bis einer Million Einwohnern nahm sich Bagdad vergleichsweise bescheiden aus. Ebenfalls zu einem Zentrum des Wissens und der Literatur entwickelte sich die ostpersische Provinz Chorasan. Sie bildete spĂ€ter den Kern der Iranischen Renaissance.

Auch das von den Mauren beherrschte Al-Andalus, insbesondere das Emirat von CĂłrdoba/Kalifat von CĂłrdoba und das spĂ€tere Emirat von Granada, im SĂŒden der Iberischen Halbinsel erreichten im Mittelalter eine BlĂŒte an Kultur und Wissenschaft.

Das Byzantinische Reich widerstand lange dem islamischen Ansturm – teils mit UnterstĂŒtzung europĂ€ischer Ritter in den KreuzzĂŒgen[9]- brach dann aber mit der Eroberung Konstantinopels 1453 zusammen.

China

Nach der Jin-Dynastie ging die politische Einheit wieder verloren, doch der Buddhismus erlebte eine BlĂŒtezeit. Unter den Sui wurde der Kaiserkanal angefangen und 606 das PrĂŒfungssystem fĂŒr Beamte eingefĂŒhrt. Die darauf folgende Tang-Dynastie bedeutete nach den Han einen zweiten Höhepunkt der chinesischen Geschichte.[10] Unter ihnen wurde Chang'an zur grĂ¶ĂŸten Stadt der Welt. Außerdem gab es in vielen Bereichen einen kulturellen Höhepunkt: Dichtkunst (Li Bai, Du Fu), Malerei, Musik (Pipa), keramische Produktion erreichten ein hohes Niveau, auf technischem Gebiet entwickelte sich der Buchdruck, und die Herstellung von Schießpulver gelang. Außerdem sind folgende Entdeckungen und Erfindungen zu nennen: die Entdeckung von Diabetes mellitus um 640, die Erfindung des Hartporzellans 700, der Streichhölzer 577 und nicht zuletzt auch die Zeitung.

Indien

→ Hauptartikel: Geschichte Indiens

Zwischen 606 und 647 regierte Harshavardhana in Nordindien. Er gilt als einer der letzten großen Förderer des Buddhismus, seine Zeit markiert den Übergang zum indischen Mittelalter. Sein Versuch zur Unterwerfung Zentralindiens scheiterte aber: hier wechselten sich die Chalukya- und Pallava-Könige ab.

Vom 8. bis zum 10. Jahrhundert teilten sich die Rashtrakuta in Zentralindien (um 752–973), die Pala in Bengalen (um 750–1161) und die Pratihara (um 730–1036) im Nordosten Indiens die Macht. Die Pratihara-Könige sind die VorgĂ€nger der Rajputen-FĂŒrsten, und ĂŒbernahmen wie diese auch die Verteidigung gegen die muslimischen Eindringlinge (wie z. B. Mahmud von Ghazni).

Die Macht der Könige basierte auf den Vasallen, die Zentralverwaltungen waren schwach. Nicht nur Vasallenkönige, sondern auch Provinzgouverneure hatten ein eigenes Heer. Da ihr Amt oft weitervererbt wurde, entstanden aus ihnen neue Dynastien.

Im 10. und 11. Jahrhundert nahmen Landschenkungen an Brahmanen zu, da die Könige damit eine SchwĂ€chung der Provinzgouverneure und einen starken RĂŒckhalt fĂŒr sich selbst anstrebten. Der Buddhismus wurde zurĂŒckgedrĂ€ngt. Teile seiner Lehren und Ausdrucksformen wurden in den Hinduismus integriert.

Vom 9. bis zum 13. Jahrhundert beherrschte das Chola-Reich große Teile SĂŒdindiens. Seine wichtigsten Rivalen waren die Chalukya (ca. 550–750 und 973–1190) und Pallava (250/575–897). Im Norden begann zur BlĂŒtezeit der Chola im 11. Jahrhundert die Invasion der Moslems unter Mahmud von Ghazna, welche die Rajputen-Könige besiegten und bis Kannauj vordrangen. (weiter zu Indien 
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Japan

→ Hauptartikel: Geschichte Japans

Das Zeitalter des Feudalismus dauerte in Japan von 1185 bis etwa 1600.

Schlacht von Nagashino

In der Kamakura-Zeit von 1185 bis 1333 spielte der Konflikt zwischen den Familien Taira und Minamoto eine zentrale Rolle. Er ist als Gempei-Krieg in Japans Literatur eingegangen. Minamoto no Yoritomo errichtete in Kamakura das erste Shogunat. Seine Regierung (Bakufu) war ganz militĂ€risch ausgerichtet. Unter den Hƍjƍ unternahmen die Mongolen 1274 und 1279 zwei erfolglose Invasionen. Doch die Abwehr kostete einen hohen Aufwand, ohne dass Land zur Belohnung der Krieger erobert worden wĂ€re. In der folgenden Muromachi-Zeit (1333–1568) kam es unter Ashikaga Yoshimitsu zu einer kurzen Hochphase, doch bald darauf zerfiel das Shƍgunat im Ìnin-Krieg (1467–1477). (weiter zu Japan 
)

Mongolisches Reich

Die Mongolen-Reiche unter Dschingis Khan (1206–1227) und seinen Erben:
  • Mongolisches Reich</li> Ab 1260:
  • Gebiet der Goldenen Horde (SĂŒd-Russland)</li>
  • Tschagatai-Khanat (Zentralasien)</li>
  • Bereich der Ilchane (Persien)</li>
  • Reich der Yuan-Dynastie (China)</li>
  • → Hauptartikel: Mongolisches Reich

    Das Reich der Mongolen entstand bereits um 1130 unter Kabul Khan geeint, nach einem Zusammenbruch stieg es erst unter der FĂŒhrung Dschingis Khans (1155/1162–1227) zum grĂ¶ĂŸten Landreich der Geschichte (29.000.500 kmÂČ und ĂŒber 100 Millionen Untertanen) auf.

    Auf dem Höhepunkt gehörten die grĂ¶ĂŸten Teile des Kaiserreiches China, Koreas, Khorassans (heute zu Afghanistan und Iran), Georgiens, Armeniens, Russlands, Ungarns, Persiens und die dazwischen liegenden LĂ€nder dazu. Dabei hatte Dschingis Khan ursprĂŒnglich nicht die Absicht, ein Weltreich zu errichten.[11]

    EuropÀisches Mittelalter

    → Hauptartikel: Mittelalter

    In der Zeit von 500 bis 1500 wurde die politische und kulturelle Dominanz des griechisch-römisch geprĂ€gten Mittelmeerraums abgelöst durch eine neue, fast ganz Europa umfassende Welt christlicher Feudalstaaten romanischer, germanischer, slawischer und keltischer Völkerschaften. GrundzĂŒge des europĂ€ischen Mittelalters waren eine nach StĂ€nden geordnete Gesellschaft, eine glĂ€ubig christliche Geisteshaltung in Literatur, Kunst und Wissenschaft und Latein als gemeinsame Kultur- und Bildungssprache. Daneben waren die Idee der Einheit der christlichen Kirche (die aber faktisch nach dem großen Schisma mit der Ostkirche nicht mehr bestand) sowie ein recht einheitliches Weltbild kennzeichnend fĂŒr diese Epoche. Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Mittelalters war der Feudalismus. Vieles vom alten Wissen der antiken Hochkulturen ging in der Folgezeit im Westen verloren, der Handel verkĂŒmmerte teilweise und die Menschen kehrten zu lĂ€ndlichen Gemeinschaften zurĂŒck.

    Nach der Krönung Karls des Großen durch Papst Leo III. zum römischen Kaiser im Jahre 800 wurde die neue Hauptresidenz des Kaisers Aachen zu einem Zentrum der Kunst und der Wissenschaften und gab damit den Anstoß zur karolingischen Renaissance, der Neubelebung der Kultur unter RĂŒckbesinnung auf die Antike. Karl eroberte große Teile von Italien und anderen umliegenden LĂ€ndern und vergrĂ¶ĂŸerte damit sein Reich. Er bekam dabei Hilfe durch den Papst, der nicht lĂ€nger auf den Schutz des Byzantinischen Reiches vertrauen konnte. Auf diese Art wurde der Papst zunĂ€chst ein Lehnsmann des Kaisers, der Rom vor der Gefahr von Langobarden und Sarazenen schĂŒtzte, spĂ€ter aber wurden die GĂŒter des Papstes zum unabhĂ€ngigen Kirchenstaat in Mittelitalien. Die Aufteilungen des Reiches unter seinen Nachkommen fĂŒhrte nach langwierigen Erbfolgekonflikten 962 zur GrĂŒndung des Heiligen Römischen Reiches durch Otto I., und zur GrĂŒndung des WestfrĂ€nkischen Reiches.

    Die normannische Eroberung Englands und SĂŒditaliens waren Meilensteine in der europĂ€ischen Geschichte.

    Ein weiteres Anzeichen der Wiedergeburt einer westeuropĂ€ischen Zivilisation nach der karolingischen Renaissance kann im 11. Jahrhundert beobachtet werden, als die ersten UniversitĂ€ten in Italien gegrĂŒndet wurden und der Handel bedeutender wurde, wodurch wirtschaftliches und kulturelles Wachstum der unabhĂ€ngigen Stadtstaaten wie Venedig und Florenz begannen. Gleichzeitig formten sich neben dem Heiligen Römischen Reich, Frankreich und dem Kirchenstaat Königreiche wie England, Spanien (siehe Reconquista), Königreich Ungarn, Königreich Polen und die Kiewer Rus. Im Gegensatz dazu blieben Deutschland und Italien noch in eine Vielzahl kleiner Feudalstaaten und unabhĂ€ngiger StĂ€dte zersplittert, die dem Kaiser nur formell unterstanden.

    Eine der grĂ¶ĂŸten Katastrophen, die Europa heimgesucht haben, war die Pest. Es gab eine Reihe von Epidemien, aber die schwerste von allen war der „Schwarze Tod“ von 1346 bis 1352, die vermutlich ein Drittel der Bevölkerung Europas dahinraffte.

    Das Ende des Mittelalters wird normalerweise mit dem Fall von Konstantinopel 1453 und der endgĂŒltigen Eroberung des Byzantinischen Reichs durch die Osmanen verbunden. Die Osmanen machten Konstantinopel zur neuen Hauptstadt des Osmanischen Reichs, das bis 1919 Bestand hatte und in seiner grĂ¶ĂŸten Ausdehnung den Nahen Osten, Nordafrika, die Krim, den Kaukasus und den Balkan umfasste.

    Renaissance

    → Hauptartikel: Renaissance

    Ab dem 14. Jahrhundert, verstĂ€rkt aber nach dem Fall Konstantinopels, als viele griechische Wissenschaftler nach Italien kamen, begann man sich wieder fĂŒr die Überlieferung aus der Antike zu interessieren. Wissenschaftler wie Gianfrancesco Poggio Bracciolini oder Niccolo Niccoli durchsuchten die Bibliotheken nach Werken klassischer Autoren wie Platon, Cicero und Vitruv.[12] Außerdem fanden wĂ€hrend der Reconquista auf der Iberischen Halbinsel die christlichen Eroberer viele Werke griechischer und arabischer Autoren, die antike Vorstellungen ĂŒberliefert hatten.[13] Die Werke von KĂŒnstlern wie Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael waren weltzugewandter als die religiöse Kunst des Mittelalters und fĂŒhrten perspektivische Malerei und PortrĂ€tkunst auf einen neuen Höhepunkt. Die Naturwissenschaften erlebten einen Aufschwung (Galileo Galilei, Francis Bacon). Johannes Gutenberg erfand den Druck mit beweglichen Lettern und in der Literatur wurden von Dante Alighieri und William Shakespeare unĂŒbertreffliche Werke der Weltliteratur geschaffen.

    Amerika

    → Hauptartikel: Geschichte Amerikas

    Maya

    → Hauptartikel: Maya

    WĂ€hrend der Postklassik bildete eine Zeit lang die Liga von MayapĂĄn ein Machtzentrum auf der Halbinsel YucatĂĄn, doch verlagerte sich der Machtschwerpunkt allmĂ€hlich in Richtung Zentralmexiko. Dort herrschten vom 11. bis zum 13. Jahrhundert die Tolteken; danach zerfiel ihr Reich unter dem Ansturm einiger StĂ€mme aus dem Norden Mexikos. Ab dem frĂŒhen 14. Jahrhundert bis zur Eroberung durch die Spanier entwickelte sich dann das Reich der Azteken. Kulturelle Mittelpunkte waren in dieser Zeit CobĂĄ, ChichĂ©n ItzĂĄ, Ek Balam, MayapĂĄn, TulĂșm und Uxmal.

    Azteken

    Das heutige Wappen Mexikos, Adler auf einer Schlange, greift den GrĂŒndungsmythos von TenochtitlĂĄn auf.
    → Hauptartikel: Azteken

    Die Azteken kamen wohl zwischen 1320 und 1350 nach im Gebiet von TenochtitlĂĄn, das heutige Mexiko.[14] Nach anfĂ€nglicher AbhĂ€ngigkeit von den Tepaneken gelang es dem aztekischen Dreibund sich im Tal von Mexiko und darĂŒber hinaus durchzusetzen.[15]

    Moctezuma I. fĂŒhrte[16] so genannte Blumenkriege zur Beschaffung von Sklaven ein, die als Menschenopfer zur BesĂ€nftigung der Götter dienen sollten.[17] Unter AuĂ­tzotl dehnte sich das Herrschaftsgebiet der Azteken auf seinen grĂ¶ĂŸten Stand aus. Dass es HernĂĄn CortĂ©s 1519 rasch gelang, Mexiko zu erobern, erklĂ€rt sich aus der außenpolitischen Isolation der Azteken und der passiven Haltung Moctezumas II. Doch dass CortĂ©s sich trotz eines erfolgreichen Aufstandes der Azteken von 1520 endgĂŒltig durchsetzen konnte, erklĂ€rt sich wohl nur durch eine Pockenepidemie in der Hauptstadt TenochtitlĂĄn.

    1535 wurde das Vizekönigreich Neuspanien errichtet und die einheimische Bevölkerung weitgehend christianisiert.[18] Doch die alte Sprache Nahuatl hat sich bis heute bei den Nahua erhalten (vgl. die Wikipedia in Nāhuatl).

    Inka

    Die Ausdehnung des Inkareiches und des ChimĂșreiches
    → Hauptartikel: Inka

    Historisch[19] lassen sich fĂŒnf Herrscher der Inka fassen. PachacĂștecs (1438–1471) herrschte in seiner Hauptstadt Cuzco vom Titicacasee bis nach JunĂ­n, Arequipa und zur KĂŒste. TĂșpac Yupanqui erreichte die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung des Reiches (bis Quito im heutigen Ecuador und Santiago im heutigen Chile). Nach seinem Tod kam es zum BĂŒrgerkrieg, bei dem sich Huayna CĂĄpac durchsetzte.[20] Er verlegte seinen Hauptsitz nach Tomibamba, (Cuenca (Ecuador)),[21][22][23] wo er insgesamt ĂŒber 200 Söhne und Töchter zeugte, und errichtete Höhenfestungen mit steinernen SchutzwĂ€llen.[24] In seinen letzten Jahren erreichte ihn noch die Meldung von bĂ€rtigen, weißen MĂ€nnern an Bord von Schiffen.[22]

    Nach seinem Tod kam es zwischen seinen Söhnen Atahualpa (in der nördlichen Region[25] mit der Hauptstadt Cajamarca) und HuĂĄscar (im SĂŒden mit der Hauptstadt Cuzco) zum BĂŒrgerkrieg. HuĂĄscar wurde geschlagen und die Leichen seiner engsten Verwandten an PfĂ€hlen auf den Straßen zur Schau gestellt.[26]

    Afrika

    Aus Berichten von Herodot geht hervor, dass es schon in der Antike Verbindungen zwischen Nord- und Schwarzafrika gab. Diese wurden seit dem 5. Jahrhundert nach Chr. wegen des Reiches von Ghana ausgebaut.[27] Über die Bornustraße zwischen dem Tschadsee und Tripolis wurden Pferde, Stoffe und Waffen in den SĂŒden geliefert. Dort waren Sklaven das Hauptexportprodukt. Von diesem Handel profitierte das Reich von Kanem-Bornu. Ab 1450 stieg im Songhaireich Timbuktu am Niger zum bedeutendsten Handelszentrum in der Sahelzone auf.

    Globalisierung

    Vom Kolonialismus zum Imperialismus

    Der Aufstieg Europas

    → Hauptartikel: Geschichte Europas

    Im 15. Jahrhundert waren in Europa mĂ€chtige Nationalstaaten, wie Frankreich, England und Polen-Litauen, entstanden. Die Kirche dagegen hatte durch Korruption, innere Meinungsverschiedenheiten und die sĂ€kularisierenden EinflĂŒsse der Renaissance viel von ihrer Macht verloren.

    Kolonialismus
    → Hauptartikel: Kolonialismus

    Die neuen Staaten trieben die Erforschung und Eroberung großer Teile der Welt voran, besonders im neu entdeckten Amerika. Im frĂŒhen 16. Jahrhundert waren Spanien und Portugal, die bei der Erforschung fĂŒhrend waren, die ersten Staaten, die Kolonien in SĂŒdamerika (vgl. Konquistadoren) sowie Handelsposten an den KĂŒsten Afrikas und Asiens grĂŒndeten, aber Frankreich, England und die Niederlande taten es ihnen bald nach.

    Spanien hatte die Kontrolle ĂŒber große Teile SĂŒdamerikas und die Philippinen, Großbritannien hatte ganz Australien, Neuseeland, Indien und große Teile von Afrika und Nordamerika, Frankreich hatte Kanada und Teile von Indien (beide verlor es 1763 an Großbritannien), Teile SĂŒdostasiens (Französisch-Indochina) und große Teile Afrikas unter Kontrolle. Die Niederlande bekamen Indonesien und einige Inseln in der Karibik, Portugal gehörten Brasilien und mehrere Gebiete in Afrika und Asien.[28] SpĂ€ter erwarben auch andere MĂ€chte wie Russland, Deutschland, Belgien, Italien, außerhalb Europas die USA und Japan einige Kolonien.

    Der amerikanische UnabhĂ€ngigkeitskrieg, der 1776 zur UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung der Vereinigten Staaten fĂŒhrte, sowie die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rungen der sĂŒdamerikanischen Staaten setzten der europĂ€ischen Kolonialisierung Grenzen.

    Reformation und Gegenreformation
    → Hauptartikel: Reformation und Gegenreformation

    Mit Martin Luthers Verbreitung der Thesen zum Ablass 1517 gewannen reformatorische Tendenzen allgemein europĂ€ischen Einfluss. Dieser Bruch zwischen dem Katholizismus und dem Protestantismus fĂŒhrte ĂŒberall in Europa zu religiös-politischen Auseinandersetzungen, die in Frankreich in den Hugenottenkriegen, in England mit BegrĂŒndung der anglikanischen Kirche durch Heinrich VIII. eine weitgehende konfessionelle Einheit des Staates zum Ergebnis hatten, in Deutschland aber ĂŒber den DreißigjĂ€hrigen Krieg die zentrale AutoritĂ€t entscheidend schwĂ€chten und mit der SouverĂ€nitĂ€t der Landesherren endeten.

    In den sich herausbildenden Nationalstaaten und den Territorien des Heiligen Römischen Reiches bildete sich der Absolutismus heraus, der in Frankreich unter der Herrschaft Ludwigs XIV. seine deutlichste AusprĂ€gung erfuhr. Eine Anpassung des Absolutismus an Ideen der AufklĂ€rung wurde im aufgeklĂ€rten Absolutismus versucht. (vgl. Friedrich II. von Preußen, Joseph II. von Österreich und Katharina II. von Russland)

    Im Kampf um das Recht auf religiöse Selbstbestimmung (vgl. Religionsfreiheit) wie etwa im Freiheitskampf der Niederlande gegen den katholischen König Philipp II. von Spanien bildete sich die Vorstellung vom Widerstandsrecht heraus, das man mit Naturrecht zu begrĂŒnden suchte. Die Vorstellung vom Naturrecht war auch die Basis fĂŒr das im Zeitalter der AufklĂ€rung entwickelte Konzept der Menschenrechte[29], das zur Rechtfertigung von Glorious Revolution (1689), UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung der Vereinigten Staaten (1776) und Französischer Revolution (1789) diente.

    Revolutionszeit
    Industrielle Revolution
    → Hauptartikel: Industrielle Revolution

    Allgemein ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts eine starke Zunahme von Erfindungen festzustellen[30]; diese waren insbesondere bei der neuartigen Nutzung nicht-menschlicher Energie und im Textilgewerbe auszumachen. Die Zahl der gĂŒltigen Patente wuchs in England von 102 im Jahr 1750 auf 6155 im Jahr 1850.

    Die Textilindustrie ist die SchlĂŒsselindustrie der Industriellen Revolution[31] in England. Der britische Historiker Eric Hobsbawm sagte: „Wer Industrielle Revolution sagt, meint Baumwolle.“[32] Technische Erfindungen wie die Spinning Jenny und der mechanische Webstuhl erlaubten ihre maschinelle Verarbeitung und schufen die Grundlage fĂŒr das entstehende Fabriksystem, eine auf innerbetrieblicher Arbeitsteilung und Maschinennutzung beruhende neue Produktionsform (Industriekapitalismus). Die Textilindustrie gab Anstoß zur Entstehung und Entwicklung weiterer Industriezweige.

    Mit nachhaltigen Folgen verbesserte James Watt 1769 die von Thomas Newcomen erfundene Dampfmaschine, deren EffektivitĂ€t die neuen industriellen Unternehmer zu nutzen verstanden. Ihre EinfĂŒhrung und Verbreitung fĂŒhrte zu einer noch stĂ€rkeren Intensivierung der Industrieproduktion. So wurde zum Beispiel die Textilindustrie von den vorher heimischen KleinproduktionsstĂ€tten in große Fabriken umgelagert, wo dampfgetriebene Spinnmaschinen und WebstĂŒhle schnell und produktiv die auf dem europĂ€ischen Kontinent begehrten Stoffe herstellten.

    Als Folge mechanisierter Produktion stieg die Nachfrage nach Brennstoffen, wodurch Kohleabbau lukrativ und durch weitere Erfindungen immer produktiver wurde. Weiterhin wichtige technische Grundlage war die Erfindung des Kokshochofens zur EisenverhĂŒttung durch Abraham Darby. Mit RĂ€dern versehen und auf Schienen gestellt, wurde die Dampfmaschine als Eisenbahn (Robert Stephensons‘ „Rocket“) erfunden, die eine enorme ProduktivitĂ€tssteigerung im Transportwesen ermöglichte. Durch fortschreitende Spezialisierung[33] trieb die Industrialisierung im Kontext der kapitalistischen Kommerzialisierung in einem bis heute anhaltenden Prozess immer neue Gewerbe hervor.

    BĂŒrgerliche Revolutionen

    Die Industrielle Revolution brachte im Lauf des 19. Jahrhunderts tief greifende wirtschaftliche und soziale VerĂ€nderungen mit sich. Diese fĂŒhrten in Europa nach amerikanischem Vorbild in Frankreich zur ersten bĂŒrgerlichen Revolution, der Französischen Revolution. Die Ideen der Menschenrechte wurden auch im ĂŒbrigen Europa aufgegriffen. In den Revolutionskriegen, insbesondere durch Napoleon und im Zusammenhang mit Widerstand und Befreiungskriegen gegen die napoleonische Herrschaft, wurden dann weitere Errungenschaften der französischen Revolution im kontinentalen Europa verbreitet. Als die Monarchen in der Restaurationszeit diese Entwicklungen zurĂŒckzudrĂ€ngen versuchten, kam es ab 1830 von Frankreich ausgehend zu einer Reihe von Revolutionen (Julirevolution 1830, Februarrevolution 1848, MĂ€rzrevolution 1848/1849).

    Vom Nationalismus zum Imperialismus
    → Hauptartikel: Nationalismus und Imperialismus
    Europa im Jahr 1890

    Auch wenn die RevolutionĂ€re oft besiegt wurden, waren um 1860 die meisten Staaten nicht mehr absolutistisch, sondern hatten eine Verfassung erhalten. Nach dem Scheitern der demokratisch und liberal gesinnten Revolutionen und UnabhĂ€ngigkeitsbewegungen in den italienischen FĂŒrstentĂŒmern wurde der italienische Nationalstaat von oben als Königreich Italien unter sardinischer FĂŒhrung nach mehreren Kriegen vor allem gegen Österreich durchgesetzt (siehe auch Risorgimento). 1861 wurde der sardinische König Viktor Emanuel II. zum italienischen König proklamiert. Sein MinisterprĂ€sident Camillo Benso Graf von Cavour spielte fĂŒr Sardinien und Italien eine Ă€hnliche Rolle wie Bismarck fĂŒr Preußen und das Deutsche Reich. Deutschland wurde 1871 nach den drei deutschen Einigungskriegen (1864 Deutsch-DĂ€nischer Krieg, 1866 Deutscher Krieg gegen Österreich und 1870/1871 Deutsch-Französischer Krieg) im Schloss Versailles zum deutschen Kaiserreich unter Kaiser Wilhelm I. ausgerufen. Dessen Politik wurde bis 1890 wesentlich von Reichskanzler Otto von Bismarck bestimmt. In Frankreich kam es nach dem Sturz von Kaiser NapolĂ©on III. in Folge der französischen Niederlage im Krieg gegen Preußen und den Norddeutschen Bund zur Ausrufung der 3. französischen Republik.

    WÀhrend in den Revolutionen ab 1830 Handwerker und Arbeiter zwar mitgekÀmpft, aber die Ziele nur unwesentlich mitbestimmt hatten, kam es 1871 im besetzten Frankreich zur ersten Erhebung, in der Arbeiter sozialistische, marxistische (von Karl Marx im Kommunistischen Manifest 1848 formulierte Vorstellungen) und anarchistische Ideen kurzfristig verwirklichen konnten, zur Pariser Kommune.

    Die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts wurden durch eine zunehmende wirtschaftliche und machtpolitische Konkurrenz der GroßmĂ€chte Zentraleuropas, insbesondere des Deutschen Reiches, Frankreichs und Englands bestimmt. Diese Konkurrenz fĂŒhrte unter anderem zu einer verstĂ€rkten Militarisierung der jeweiligen Gesellschaften, einem RĂŒstungswettlauf, dem Kampf um Kolonien vor allem in Afrika und Asien (Imperialismus) und zu einer Überhöhung des Nationalismus. Diese Entwicklungen fĂŒhrten langfristig, insbesondere nach der Auflösung des Bismarckschen BĂŒndnissystems, das bis 1890 fĂŒr eine gewisse zwischenstaatliche StabilitĂ€t gesorgt hatte, unter Kaiser Wilhelm II. zum Ersten Weltkrieg.

    Asien

    → Hauptartikel: Geschichte Asiens

    Die Verbreitung von Schießpulver und damit Musketieren und Kanonen Ende des fĂŒnfzehnten Jahrhunderts fĂŒhrte zur Entstehung der drei großen islamischen Reiche der Osmanen, Safawiden und Großmoguln. In dieser Zeit setzten sich in China die Ming durch. Alle diese Reiche litten unter der Kleinen Eiszeit im 17. Jahrhundert und sahen sich mit eindringenden EuropĂ€ern konfrontiert.

    Naher Osten
    Osmanisches Reich bis 1683

    Mit dem Regierungsantritt Mehmets II. 1451 wandelte sich das seit dem 14. Jahrhundert in Anatolien und auf dem Balkan expandierende Osmanische Emirat zum Osmanischen Reich. 1453 wurde Konstantinopel erobert und darauf zur Hauptstadt des neuen Imperiums. Dieses drang bis Mitte des 16. Jahrhunderts nach Persien, Ägypten und bis nach Wien vor (Belagerung von 1529). Die StĂ€rke des Reiches beruhte auf den an Soldaten ausgegebenen PfrĂŒnden (Timar-System) und den nur dem Sultan unterstellten Elitetruppen der Janitscharen. Als die Expansion endete, kam es zu einer Landknappheit, die das Timar-System schwĂ€chte. So stĂŒrzten die teuren Kriege das Reich in eine innere Krise. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts fĂŒhrten fĂ€hige Großwesire Reformen durch, die den Osmanen eine zweite Phase versuchter Expansion gegen Habsburger, Perser und Russen ermöglichten. Doch im 18. Jahrhundert wurde das Reich endgĂŒltig außenpolitisch defensiv (Tulpenzeit).

    Persien unter den Safawiden

    1501 grĂŒndete Shah Ismail I. im persischen Reich die Safawiden-Dynastie. Sie erlebte um 1600 eine BlĂŒtezeit. Ein stehendes Heer mit Feldartillerie ermöglichte RĂŒckeroberungen von Gebieten der Osmanen. Die Safawiden waren schiitisch, aber trotzdem religiös tolerant. Mit dem durch die EuropĂ€er verursachten RĂŒckgang des interkontinentalen Handelsvolumens ĂŒber Land allerdings sank die Macht der Safawiden. 1722 kam es zu einem Aufstand afghanischer StĂ€mme, die von Nadir Shah (1736–1747) zurĂŒckgedrĂ€ngt wurden. Doch nach dessen Ermordung entstand ein unabhĂ€ngiges Afghanistan. In Persien folgt nach lang andauernden NachfolgekĂ€mpfen 1796 die Dynastie der Kadscharen.

    China
    Ming-Dynastie 1580
    → Hauptartikel: Geschichte Chinas

    Der Ming-Dynastie gelang es die Mongolen zu vertreiben und eine neue straffe Herrschaft ĂŒber ganz China zu errichten. ZunĂ€chst wurde eine expansive Politik betrieben, die durch Expeditionen nach Zentralasien, Vietnam und See-Expeditionen unter Admiral Zheng He gekennzeichnet war. Doch nachdem 1449 der Ming-Kaiser nach einer Schlacht gegen die Oiraten gefangengenommen worden war, verhielten sich die Ming nur noch defensiv. Die Große Mauer wurde ausgebaut. Nach einem wirtschaftlichen Niedergang zu Beginn des 17. Jahrhunderts gelang es dann den aus den Jurchen hervorgegangenen Mandschu 1644 Beijing zu erobern.

    Deren Qing-Dynastie versuchte eine Sinisierung zu vermeiden. Zwar behielt sie das chinesische Verwaltungssystem bei, es wurde jedoch durchgĂ€ngig mit Manchu besetzt. Im 18. Jahrhundert gelang es ihnen, ihre Herrschaft auch in den entlegenen Provinzen und bis nach Tibet durchzusetzen. Der Kontakt mit den EuropĂ€ern erwies sich zunĂ€chst als fruchtbar, da mit den von ihnen ĂŒbernommenen Kulturen von Mais, SĂŒĂŸkartoffel und ErdnĂŒssen die landwirtschaftlich genutzten FlĂ€chen ausgeweitet werden konnten, so dass die Bevölkerung wieder zunahm. Außerdem wurden herausragende kulturelle Leistungen vollbracht.[34] Fortschritte in Landwirtschaft, Handwerk und Industrie ermöglichten zwischen 1700 und 1800 eine Verdoppelung der Bevölkerung von 160 Millionen auf 300 Millionen. China stellte etwa 50% der Weltproduktion, es erreichte 1759 mit 11,5 Millionen km2 die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung seiner Geschichte und das sinozentrische Weltbild erlebte seine BlĂŒte. Doch eine Folge von Naturkatastrophen und vermehrter Druck der EuropĂ€er fĂŒhrten zum Verlust der fĂŒhrenden Stellung in der Welt. Großbritannien konnte mit zwei Opiumkriegen (1839–1842 , 1856–1860 ) den Opiumexport durchsetzen, der sein gewaltiges Handelsdefizit[35] mit China zu beseitigen half. China musste eine „Politik der offenen TĂŒr“ zulassen und im Vertrag von Nanking 1842 Hongkong an Großbritannien abtreten sowie weitere VertragshĂ€fen öffnen. Daraufhin brachen große Teile der chinesischen Wirtschaft zusammen. Durch die Massenarmut begrĂŒndete AufstĂ€nde (Taiping-Aufstand und Nian-Aufstand) konnten teilweise nur mit auslĂ€ndischer militĂ€rischer Hilfe niedergeschlagen werden. Das Kaisertum verlor an Prestige, alle Modernisierungsbestrebungen (u. a. die Hundert-Tage-Reform) scheiterten. So endete 1912 mit der Ausrufung der Republik China durch Sun Yatsen das ĂŒber zweitausendjĂ€hrige chinesische Kaisertum.

    Japan
    → Hauptartikel: Geschichte Japans

    Trotz einer Phase innerer Zerstrittenheit (Sengoku) gelang es Japan 1592 im Imjin-Krieg das Korea der Joseon-Dynastie zu erobern. Mit UnterstĂŒtzung durch die chinesischen Ming konnten sich die Koreaner aber schon nach sieben Jahren wieder befreien.

    Durch Oda Nobunaga, Toyotomi Hideyoshi und Tokugawa Ieyasu wurde Schritt fĂŒr Schritt die Einheit Japans (1600) wieder hergestellt. Unter den Tokugawa zwischen 1603 und 1868 folgte eine Periode des Friedens, die aber auch durch Abschließung von der Außenwelt charakterisiert war. Diese wurde 1854 durch amerikanisches Eingreifen beendet, das mit der raschen Modernisierung Japans in der Meiji-Restauration beantwortet wurde.

    SĂŒdostasien

    Unter den Thaistaaten gewann im 16. Jahrhundert das Königreich Ayutthaya die Vormachtstellung. Daraus ging das Reich von Siam hervor. Es stand in Konkurrenz mit Birma und dem Vietnam zur Zeit der Le-Dynastie, in der die Familien der Nguyen und Trinh) die Herrscher stellten.

    Indien – Reich der Großmoguln
    Das Mogulreich um 1700
    → Hauptartikel: Mogulreich

    Der erste Großmogul Babur (reg. 1526 bis 1530), ein aus Zentralasien stammender FĂŒrst der Timuriden-Dynastie,[36] eroberte ausgehend vom Gebiet der heutigen Staaten Usbekistan und Afghanistan das Sultanat von Delhi. Als bedeutendster Mogulherrscher gilt Akbar (reg. 1556 bis 1605), der das Reich militĂ€risch, politisch und wirtschaftlich festigte. Unter Aurangzeb (reg. 1658 bis 1707) erfuhr das Mogulreich seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung, wurde aber finanziell und militĂ€risch ĂŒberspannt, so dass es im Laufe des 18. Jahrhunderts zu einer untergeordneten Macht im politischen GefĂŒge Indiens herabsank. 1858 wurde der letzte Großmogul von den Briten abgesetzt, sein Territorium ging in Britisch-Indien auf. Der Nachwelt erhalten geblieben sind reiche Zeugnisse einer von persischen und indischen KĂŒnstlern geprĂ€gten Architektur, Malerei und Dichtung.

    Amerika

    Nordamerika

    Die Kolonisierung Nordamerikas begann bereits Mitte des 16. Jahrhundert durch Spanier und Briten, doch erst am Anfang des 17. Jahrhunderts kam es zu dauerhaften englischen Siedlungen an der OstkĂŒste Amerikas. Dabei kam es zum Zusammenprall dreier Kulturen: indianische Ureinwohner, weiße Siedler und Sklaven aus Afrika. Unter Dezimierung der Indianer um 90% in den ersten 100 Jahren nach der Besiedlung und Preisgabe moralischer wie christlicher Werte kam es zum „Sieg“ der weißen Kultur und zur GrĂŒndung von 13 britischen Kolonien an der amerikanischen OstkĂŒste. Diese Kolonien waren untereinander unabhĂ€ngig, jedoch dem Mutterland, England, untergeordnet. Sie erhielten ihren Verfassungsstatus durch einen sog. Charter. Dieser sprach sie entweder einer Siedlungsgesellschaft (corporate charter), einem PrivateigentĂŒmer (proprietary charter) oder der Krone selbst zu (Kronkolonie). Dieser Status Ă€nderte sich in vielen FĂ€llen wĂ€hrend der Kolonialzeit. Diese Kolonien erkĂ€mpften sich im amerikanische UnabhĂ€ngigkeitskrieg ihre Loslösung von der britischen Krone. Die neugegrĂŒndeten Vereinigten Staaten von Amerika entwickelten sich bald zur Vormacht auf dem Kontinent. Zwei Phasen waren dabei fĂŒr die Entwicklung bestimmend: Die Kolonisierung des Lebensraums der Indianer und der amerikanische BĂŒrgerkrieg, durch den Abraham Lincoln ein Auseinanderfallen des Bundesstaates verhindern konnte (vgl. Gettysburg Address) und die Abschaffung der Sklaverei erreichte[37] . Die wirtschaftliche Erholung und die Industrialisierung wurden durch die erfolgreiche BewĂ€ltigung Einwanderungswelle ab 1880 beschleunigt.

    Mittelamerika
    1860

    In Mittelamerika entstand aus dem Vizekönigreich Neuspanien 1821 das Mexikanische Kaiserreich unter AgustĂ­n I. 1823 bildeten Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua, und Costa Rica die Zentralamerikanische Konföderation, doch sie zerbrach im BĂŒrgerkrieg (1838–1840).

    Mit Ausnahme von Kuba, Puerto Rico und der Dominikanischen Republik gerieten die Staaten der Karibik seit dem 16. Jahrhundert aus der spanischen Herrschaft unter den Einfluss der westeuropĂ€ischen KolonialmĂ€chte England, Frankreich und Niederlande. Die letzten spanischen Kolonialgebiete wurden nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von den USA abhĂ€ngig. Auf allen karibischen Inseln wurde die indianische Bevölkerung weitestgehend ausgerottet und afrikanische Sklaven als Plantagenarbeiter eingesetzt. Im Unterschied zum Festland erlangten die karibischen Staaten (außer Haiti, der Dominikanischen Republik und Kuba) relativ spĂ€t, nĂ€mlich erst in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts ihre UnabhĂ€ngigkeit.

    SĂŒdamerika

    Bereits 1494 wurde SĂŒdamerika im Vertrag von Tordesillas von Papst Alexander VI. zwischen Spanien und Portugal aufgeteilt. Der östliche Teil, große Teile des heutigen Brasilien, wurde Portugal zugesprochen. Panama und der Rest des Kontinents fiel an Spanien. Die spanische Eroberung erfolgte von Mittelamerika und aus der Karibik, auf der Suche nach dem sagenhaften Goldland El Dorado. Die Portugiesen eroberten den Bereich des heutigen Brasilien.

    Entwicklung vom Kolonialismus zum modernen Staatensystem in SĂŒdamerika ab 1700

    Die ersten Siedlungen der spanischen Einwanderer entstanden bereits um 1520 im heutigen Venezuela, Kolumbien und Argentinien. Angetrieben durch die reichen Goldquellen in Mexiko, erkundete Francisco Pizarro von Panama aus die PazifikkĂŒste SĂŒdamerikas fĂŒr die spanische Krone, auf der Suche nach ReichtĂŒmern. Dabei gelangte er im Jahr 1526 ins heutige Ecuador und Peru. In den beiden Jahren 1532/1533 verstand er es die Wirren des Bruderkrieges zwischen den Inka HuĂĄscar und Atahualpa auszunutzen und unterwarf das riesige Inkareich. Zu Hilfe kamen ihm dabei waffentechnologische Überlegenheit (Feuerwaffen) und die von den Einwanderern mitgebrachten Krankheiten, die auf die ursprĂŒngliche Bevölkerung verheerende Folgen hatten.

    Die indianische Bevölkerung wurde innerhalb kurzer Zeit weitgehend ausgelöscht (allerdings nicht so stark wie in der Karibik). BartolomĂ© de Las Casas erreichte als „Generalverteidiger der Indios“ zwar die „Neuen Gesetze“ von 1542, doch blieben diese weitgehend unwirksam und wurden zum Teil wieder zurĂŒckgenommen.

    Vor allem die Zwangsarbeit zur Ausbeutung der Silberminen (z. B. PotosĂ­), kostete im Lauf der Kolonialzeit ĂŒber eine Million das Leben. Doch auch Arbeit im Rahmen der Encomienda fĂŒhrte zu sozialer ZerrĂŒttung mit Vernichtung der indigenen Kultur im Namen der Religion und Zivilisation.[38]

    In den sĂŒdamerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskriegen wurden die spanischen Vizekönigreiche (Vizekönigreich Neugranada, Vizekönigreich Peru und Vizekönigreich des RĂ­o de la Plata) beseitigt und die UnabhĂ€ngigkeit beinahe aller Staaten SĂŒdamerikas, nĂ€mlich Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela erreicht. 1822 erlangte auch die portugiesische Kolonie Brasilien eine zwar friedliche, aber auch nur scheinbare UnabhĂ€ngigkeit. Nach 1825 blieben nur Britisch Guyana, NiederlĂ€ndisch-Guayana und Französisch-Guayana als europĂ€ische Kolonien bestehen.

    Afrika

    → Hauptartikel: Geschichte Afrikas

    Unter der FĂŒhrung Heinrichs des Seefahrers wurde eine Reihe von Entdeckungsreisen unternommen, die andere Seefahrer zu weiteren Expeditionen anregte. 1432 erreichten portugiesische Schiffe das Kap Bojador und 1445 Kap Verde, 1482 erreichte Diogo CĂŁo die MĂŒndung des Kongo, sechs Jahre spĂ€ter gelangte Bartolomeu Diaz zum Kap der Guten Hoffnung, und 1498 erreichte Vasco da Gama auf dem Seeweg den indischen Subkontinent, wobei er die afrikanische OstkĂŒste entdeckte. Mit diesen Entdeckungen war der Grundstein fĂŒr eine erste Kolonisierung Afrikas durch die Portugiesen gelegt.

    An der GuineakĂŒste wurde 1482 SĂŁo Jorge da Mina, der erste portugiesische StĂŒtzpunkt, errichtet. Die HaupthandelsgĂŒter waren Sklaven, Gold, Elfenbein und GewĂŒrze. Aufgrund der Entdeckung und Kolonisierung Amerikas wurde der Sklavenhandel, der zunĂ€chst weitgehend von Arabern betrieben worden war, von den EuropĂ€ern erheblich ausgeweitet. Die koloniale Vormachtstellung verlagerte sich von den Portugiesen zunĂ€chst auf die NiederlĂ€nder, spĂ€ter auf die Franzosen und Briten. Doch bis ins spĂ€te 19. Jahrhundert beschrĂ€nkten sich die KolonialmĂ€chte auf die Besetzung von kleinen Handelsposten entlang der KĂŒste, das Hinterland blieb lange Zeit unerforscht und (zumindest politisch) unabhĂ€ngig.

    An der ostafrikanischen KĂŒste eroberten die Portugiesen bis 1520 alle muslimischen Sultanate zwischen Sofala und dem Kap Guardafui. Hier versuchten sie schon frĂŒh, in das Landesinnere vorzudringen, da sie hofften, große Mengen Gold zu finden. Doch konnten sie diese Gebiete nicht dauerhaft kontrollieren.

    SĂŒdafrika wurde bis ins 17. Jahrhundert keine große Bedeutung zugemessen, und das Kap der Guten Hoffnung diente lediglich als Rastplatz auf dem Weg nach Indien. Als erste grĂŒndeten die NiederlĂ€nder 1652 die erste dauerhafte weiße Siedlung in SĂŒdafrika.[39] Unter den ersten Siedlern befanden sich auch Hugenotten, die in den Niederlanden Asyl gefunden hatten. ZunĂ€chst sah man die Kapkolonie nur als westlichsten Vorposten von Ost-Indien, doch nach und nach dehnten die NiederlĂ€nder ihren Einfluss- und Siedlungsbereich nach Norden hin aus. Der Kampf gegen Napoleon veranlasste die Briten, die niederlĂ€ndische Kapkolonie zu besetzen. Nach langen KĂ€mpfen befanden sich schließlich die Siedlungen in SĂŒdafrika 1814 in britischem Besitz.

    1830 besetzten die Franzosen Algier und beendeten damit die – freilich nur noch nominelle – Herrschaft des Osmanischen Reiches. Durch FeldzĂŒge in das Atlas-Gebirge kamen die Berber unter französische Herrschaft. Bis 1855 waren auch große Teile der nördlichen Sahara unterworfen. Der AnfĂŒhrer der muslimischen Völker dieser Region, Abd el-Kader, hatte sich bereits 1837 dem französischen Oberbefehlshaber General Bugeaud, unterwerfen und ins Exil in den Libanon gehen mĂŒssen.

    Australien

    Hollandia Nova, Karte von 1659, erstellt von Joan Blaeu basiert auf Reisen von Abel Tasman und Willem Jansz, hier eine französische Ausgabe von 1663
    Australiens Bundesstaaten und Territorien im Laufe der Zeit

    Die australische KĂŒste wurde schon im 16. Jahrhundert erreicht[40] Doch erst 1642 wurde Australien im Auftrag der NiederlĂ€ndischen Ostindien-Kompanie erforscht. Dabei entdeckte Abel Tasman das heutige Tasmanien.

    Zu einer Kolonisierung Australiens kam es aber erst, nachdem James Cook 1770 die OstkĂŒste Australiens formell als New South Wales fĂŒr die britische Krone in Besitz genommen hatte.[41] Da die USA von Großbritannien unabhĂ€ngig geworden waren, nutzte die britische Regierung diese Kolonie zur Deportation von StrĂ€flingen. Insgesamt wurden von 1788 bis 1868 etwa 160.000 StrĂ€flinge nach Australien gebracht.

    1835 handelten tasmanische GeschĂ€ftsleute den Aborigines 2.400 kmÂČ in der Gegend des heutigen Melbourne ab und grĂŒndeten Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal galt, gab die KoloniefĂŒhrung dem Druck der wachsenden Bevölkerung nach und gab das Land offiziell zur Besiedlung frei.

    Ozeanien

    Ozeanien wurde schon ab 1512 kolonisiert. Die Portugiesen errichteten ihren ersten StĂŒtzpunkt auf den Molukken. 1526 wurde Neuguinea entdeckt und noch im 16. Jahrhundert ein Großteil der im Pazifik gelegenen Inselgruppen.[42] Im 17. und 18. Jahrhundert waren verstĂ€rkt NiederlĂ€nder, Briten und Franzosen an den Entdeckungen beteiligt. Da nun, vor allem von James Cook, recht sorgfĂ€ltig kartografiert wurde, konnten einmal entdeckte Inseln erfolgreich wieder angesteuert werden.[43] Im 19. Jahrhundert versuchten im Zuge des Imperialismus auch Deutschland und die USA sich festzusetzen, doch sicherte sich zunĂ€chst Großbritannien die meisten StĂŒtzpunkte. Nach dem Spanisch-Amerikanischen Krieg etablierten sich daneben die USA als Vormacht. (weiter zu Australien und Ozeanien 
)

    Von Weltkriegen zur Weltpolitik

    Weltkriegszeit

    Erster Weltkrieg: beteiligte Staaten
  • Entente und Alliierte</li>
  • MittelmĂ€chte</li>
  • Neutrale*</li>
    *Abessinien, Darfur (nicht eingezeichnet), der Senussi-Staat (nicht eingezeichnet) und Persien kÀmpften teilweise auf Seiten der MittelmÀchte. Zentralarabien und der Hedschas (nicht eingezeichnet) standen auf Seiten der Entente
  • Erster Weltkrieg
    → Hauptartikel: Erster Weltkrieg

    Der Erste Weltkrieg (1914 bis 1918) wurde in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Ostasien gefĂŒhrt und kostete ĂŒber neun Millionen Menschenleben. Er wurde zunĂ€chst zwischen den MittelmĂ€chten, dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn, auf der einen Seite und den Entente-MĂ€chten, Frankreich, Großbritannien und Russland sowie Serbien auf der anderen Seite ausgetragen. Anlass war ein Attentat auf den österreichischen Thronfolger, Ursache waren die machtpolitischen GegensĂ€tze der europĂ€ischen GroßmĂ€chte, die zu einer enormen AufrĂŒstung gefĂŒhrt hatten. Zum Ende des Krieges befanden sich 25 Staaten und deren Kolonien, in denen insgesamt 1,35 Milliarden Menschen lebten, also etwa drei Viertel der damaligen Erdbevölkerung, im Kriegszustand. Wegen seiner schwerwiegenden Folgen gilt er vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.

    Es war der erste Krieg, der mit massivem Materialeinsatz (Panzer, Flugzeuge, Luftschiffe) und mit Massenvernichtungswaffen (Giftgas) gefĂŒhrt wurde. Insbesondere auf den Schlachtfeldern vor Verdun und in Flandern fielen im Stellungskrieg auf beiden Seiten Hunderttausende von Soldaten.

    Noch wÀhrend des Krieges kam es in Russland 1917 zur Februar- und zur Oktoberrevolution. Diese wurde von Lenin organisiert, der dazu von der deutschen obersten Heeresleitung nach Russland gebracht worden war. Die von Lenin geplante Weltrevolution kam allerdings nicht zustande, sondern es blieb zunÀchst beim Aufbau des Kommunismus in einem Land durch Stalin.

    Zwischenkriegszeit

    Die internationale Ordnung, die durch den Friedensvertrag von Versailles und die Errichtung des Völkerbundes angestrebt wurde, erwies sich allerdings als unstabil. Nachkriegsschwierigkeiten wie z. B. die deutsche Inflation, die Angst vor dem Kommunismus und schließlich die Weltwirtschaftskrise fĂŒhrten zu Erfolgen autoritĂ€rer und totalitĂ€rer Gruppierungen in vielen europĂ€ischen LĂ€ndern und in einigen FĂ€llen, dazu, dass sie die Regierung stellten: Die Faschisten unter Benito Mussolini in Italien (1922), die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler in Deutschland (1933), die Franquisten in Spanien (nach Ende des BĂŒrgerkriegs 1939) und auch in anderen LĂ€ndern wie in Japan[44] und in Ungarn (1920).

    Nachdem diese MĂ€chte ĂŒber den Antikominternpakt zusammengefunden hatten[45], löste Adolf Hitler, ermutigt durch das MĂŒnchner Abkommen und gestĂŒtzt auf einen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion, am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus.

    Zweiter Weltkrieg
    → Hauptartikel: Zweiter Weltkrieg

    Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) stellt den bislang grĂ¶ĂŸten und verlustreichsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Er ist der einzige Krieg, in dem sowohl atomare â€“ von den USA gegen Japan â€“ als auch biologische und chemische Waffen â€“ hauptsĂ€chlich durch Japan gegen China â€“ eingesetzt wurden (ABC-Waffen).

    In Asien begann der Zweite Weltkrieg bereits mit dem Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges am 7. Juli 1937.

    In Europa begann er mit dem Angriff des Deutschen Reiches auf Polen, nachdem der Deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt fĂŒr beide Staaten den Weg fĂŒr militĂ€rische Expansionen (Polen beziehungsweise Finnland) freigemacht hatte. Die im DreimĂ€chtepakt verbĂŒndeten Staaten Deutschland und Italien begannen zunĂ€chst EroberungsfeldzĂŒge gegen angrenzende Staaten, die sie ihren Interessen unterordnen wollten. Ihre militĂ€rischen Hauptgegner waren dabei Frankreich und Großbritannien.

    Am 22. Juni 1941 brach die deutsche Seite den Nichtangriffspakt durch den Überfall auf die Sowjetunion. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 nahmen schließlich die Vereinigten Staaten von Amerika auf Seiten der Alliierten am gesamten Kriegsgeschehen teil, nachdem auch das Deutsche Reich und Italien vier Tage spĂ€ter den Vereinigten Staaten den Krieg erklĂ€rt hatten.

    Der Zweite Weltkrieg endete mit der vollstÀndigen Niederlage Italiens (1943), Deutschlands (8. Mai 1945) und Japans (2. September 1945).

    Der Zweite Weltkrieg forderte 55 bis 60 Millionen Menschenleben. Er war seitens der AchsenmĂ€chte durch eine starke rassistische Ideologisierung geprĂ€gt, die zu zahlreichen Kriegsverbrechen und gewaltsamen, zumeist systematischen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung fĂŒhrte. Mit Kriegsverlauf und KriegsfĂŒhrung war auch untrennbar der Holocaust verbunden, dem durch die Nationalsozialisten allein sechs Millionen Juden zum Opfer fielen.

    Nach dem Krieg brach die Allianz der SiegermĂ€chte auseinander. Unter der FĂŒhrung der sich etablierenden SupermĂ€chte Sowjetunion und USA mĂŒndeten die weltanschaulichen GegensĂ€tze und Machtinteressen der sich bildenden Staatenblöcke in den Kalten Krieg.

    Nach dem Zweiten Weltkrieg

    MilitĂ€rbĂŒndnisse zu Zeiten des Kalten Kriegs

    Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von den alliierten Kriegsgegnern Hitlerdeutschlands und Japans die Vereinten Nationen gegrĂŒndet, doch bald zerbrach die Gemeinsamkeit der Alliierten, und es bildeten sich zwei Blöcke. Die USA beanspruchten Westeuropa als ihre EinflusssphĂ€re und grĂŒndeten die NATO als Schutz vor einer möglichen sowjetischen Invasion. Die Sowjetunion beanspruchte Osteuropa (Polen, die Tschechoslowakei, Ungarn, RumĂ€nien, Bulgarien, die DDR) und grĂŒndete den Warschauer Pakt. Europa war durch den „Eisernen Vorhang“ getrennt. Es begann ein Kalter Krieg zwischen den neu entstandenen SupermĂ€chten, den kapitalistischen USA und der kommunistischen Sowjetunion.

    Ehemalige Kolonien oder von den IndustrielĂ€ndern kontrollierte Gebiete erlangten die UnabhĂ€ngigkeit: Dank Gandhi Indien und Pakistan 1947, unter Mao Zedong 1949 China und außerdem Indonesien. Im Koreakrieg 1950–1953 kam es erstmals zu einer militĂ€rischen Konfrontation zwischen den Blöcken. AufstĂ€nde gegen die Herrschaft der Sowjetunion wurden niedergeschlagen (Deutschland 1953, Ungarn 1956). Mehr und mehr ehemalige Kolonien wurden selbstĂ€ndig. Damit entstand neben dem Ost-West-Konflikt eine neue Konfliktlinie zwischen den reichen IndustrielĂ€ndern und den jungen, armen Staaten der Dritten Welt, der Nord-SĂŒd-Konflikt.[46] Noch auf die Zeit des Ersten Weltkrieges geht der Nahostkonflikt zurĂŒck, der aufgrund der durch Judenverfolgungen verursachten jĂŒdischen Einwanderungswelle seit 1938 auswegloser wurde und noch in den 2001 sich verschĂ€rfenden Terrorismus hineinspielte.

    Nachdem in der Kubakrise 1962 die Gefahr eines Dritten Weltkrieges akut geworden war, bemĂŒhten sich beide SupermĂ€chte um Entspannung.[47] Die EuropĂ€ische Wirtschaftsgemeinschaft (1957) entwickelte sich zur EuropĂ€ischen Union (1993). Der Kommunismus verlor an innerer Legitimation, als klar wurde, dass er nicht einen Ă€hnlichen wirtschaftlichen Wohlstand schaffen konnte wie die westlichen IndustrielĂ€nder und â€“ angesichts der Zerschlagung des Prager FrĂŒhlings 1968, dass er reformunfĂ€hig war.[48] Schließlich regte sich in Polen durch Solidarnoƛć wie im von der Sowjetunion 1980 besetzten Afghanistan Widerstand. Der Reformkurs Michail Gorbatschows fĂŒhrte zur Beendigung des Kalten Krieges und nach einer Reihe von gewaltlosen UmstĂŒrzen[49] zum Zusammenbruch des Ostblocks und der Sowjetunion. Dadurch entstand eine Reihe neuer Staaten in Osteuropa und Asien. China begann unter FĂŒhrung Deng Xiaoping schon bald nach Maos Tod (1976) tiefgreifende Wirtschaftsreformen.

    Obwohl schon weit frĂŒher vor Umweltverschmutzung gewarnt worden war, wurden die Gefahren unkontrollierten Umweltverbrauchs[50] erst aufgrund der Studie Grenzen des Wachstums von 1972 intensiv öffentlich diskutiert. Nach einer ersten Umweltkonferenz 1972, wurde nach zwei Ölkrisen (1973 und 1979/80) und mehreren wissenschaftliche Studien ĂŒber die Gefahren des Treibhausklimas 1992 in Rio de Janeiro ein Prozess angestoßen, der zu regelmĂ€ĂŸigen UN-Klimakonferenzen und internationalen Abmachungen wie dem Kyoto-Protokoll (1997) fĂŒhrte.

    Seit dem Zusammenbruch des Ostblocks

    ZunĂ€chst erschien es so, als könne die Beendigung des Kalten Krieges aufgrund allgemeiner AbrĂŒstung zu einer Friedensdividende und zu allgemeiner Demokratisierung fĂŒhren.[51] Dabei herrschte angesichts der unumstrittenen Stellung der USA als einziger verbliebener Supermacht auch eine gewisse Einigkeit darĂŒber, dass die wirtschaftliche Entwicklung von Deregulierung und Globalisierung geprĂ€gt sein sollte.[52] Jedoch das Auseinanderbrechen Jugoslawiens und mehr noch die TerroranschlĂ€ge am 11. September 2001 in den USA durch al-Qaida beendigten diese Friedenshoffnung. Die USA riefen einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus aus. Sie griffen 2001 Afghanistan und im MĂ€rz 2003 den Irak an. Es kam zu weiteren TerroranschlĂ€gen in Madrid (2004), in London (2005) und in Mumbai (2008).

    Russland kehrte unter Gorbatschows Nachfolger Boris Jelzin zu einer nationalistischeren Politik zurĂŒck, doch bereicherten sich WirtschaftsfĂŒhrer unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig, wĂ€hrend ein großer Teil der Bevölkerung verarmte. Ab 2000 setzte Wladimir Putin mit diktatorischen Methoden die staatliche AutoritĂ€t wieder durch, doch bei dem inneren Konflikt mit Tschetschenien ließ er schwere Menschenrechtsverletzungen zu. Beim Kaukasuskrieg 2008 trat Russland deutlich als Hegemonialmacht auf. Auch nachdem Putin aus verfassungsrechtlichen GrĂŒnden als StaatsprĂ€sident von Dmitri Medwedew abgelöst wurde, blieb er als MinisterprĂ€sident weiterhin der starke Mann.

    Andererseits kam es auf dem Gebiet der frĂŒheren Sowjetunion ab 2003 zu mehreren gewaltlosen Revolutionen[53], die Fortschritte bei BĂŒrgerbeteiligung und Demokratisierung brachten.

    2004 nahm die EuropÀische Union 10 neue Mitglieder auf. Mit dem Vertrag von Lissabon von 2009[54] wurde die Struktur an die neue Situation angepasst, nachdem ein Verfassungsvertrag 2005 an Negativvoten bei Volksabstimmungen in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war. 2010 entwickelte sich aus der griechischen Finanzkrise eine Staatsschuldenkrise im Euroraum, gegen die ein EuropÀischer StabilitÀtsmechanismus entwickelt wurde, der mit immer neuen VerÀnderungen zwar eine Katastrophe verhinderte, aber bisher nur die Krise verlÀngerte.

    In den USA ging Barack Obama, der erste schwarze PrĂ€sident, 2009 in deutlicher Abkehr von seinem VorgĂ€nger George W. Bush zu einer kooperativen Außenpolitik ĂŒber,[55] und trieb die atomare AbrĂŒstung voran. Innenpolitisch erzielte er 2010 mit seiner Gesundheitsreform einen ersten und mit den Maßnahmen zur Regelung des Finanzmarktes[56] einen zweiten Erfolg.

    Neben die G 8 trat als internationales Konsultationsforum die G 20, der neben anderen SchwellenlĂ€ndern insbesondere China und Indien angehörten. Diese gewannen bei Beratungen ĂŒber die Finanzkrise ab 2007 verstĂ€rkte Bedeutung[57] und machten auch sonst immer hĂ€ufiger als GroßmĂ€chte ihre nationalen Interessen geltend, z. B. auch auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009, die deshalb und wohl auch aufgrund unzureichenden Engagements der USA scheiterte.[58] Ende 2010/Anfang 2011 kam es zu Protesten und Revolutionen in der Arabischen Welt.

    Streiflichter auf die Regionen ab dem 20. Jahrhundert

    Australien und Ozeanien

    Australien

    Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhĂ€ngigen Kolonien zum Commonwealth of Australia. Erste Hauptstadt Australiens wurde Melbourne. Hier eröffnete am 9. Mai 1901 das erste Parlament des Landes. Am 26. September 1907 erhielt der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollstĂ€ndige UnabhĂ€ngigkeit vom Mutterland Großbritannien. 1911 wurde das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne blieb aufgrund der langandauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die UnabhĂ€ngigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine progressive Einwanderungspolitik betrieben, die einerseits zur Massenimmigration aus Europa und nach Aufgabe der White Australia policy auch aus Asien und anderen Erdteilen fĂŒhrte. So kam es in kurzer Zeit zu starken demografischen VerĂ€nderungen, aber auch zu wirtschaftlichem Aufschwung. 1986 gab Großbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezĂŒglich der australischen Verfassung ab. Am 6. November 1999 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 Prozent jedoch gegen die Schaffung einer Republik und blieb somit formal eine konstitutionelle Monarchie unter Elisabeth II.

    Im Herbst 2007 wurde Kevin Rudd Premierminister einer Labour-Regierung. Er setzte auf eine verstĂ€rkte Zusammenarbeit mit den pazifischen Nachbarn und entschuldigte sich erstmals offiziell bei den Aborigines fĂŒr das ihnen durch weiße Australier zugefĂŒgte Unrecht.[59]

    Ozeanien

    WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil Ozeaniens von Japan besetzt, und es kam zu einer Reihe von Seeschlachten zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Japan. Nach dem Krieg entließen die USA ihre Kolonien unter Vorbehalt von politischen Interventionsrechten und militĂ€rischen Privilegien (z. B. Erbauung und Erhaltung von MilitĂ€rstĂŒtzpunkten) in Eigenverwaltung. SpĂ€ter werden andere Inselstaaten zu Ă€hnlichen Konditionen vom British Commonwealth und den französischen Überseedepartements unabhĂ€ngig. Dabei kam es nur selten zu militĂ€rischen Auseinandersetzungen.

    Afrika

    Afrika um 1914

    Als in den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts die europĂ€ische Wirtschaft wieder in Schwung kam, wurde in den KoloniallĂ€ndern zum ersten Mal ĂŒber die Entlassung der afrikanischen Kolonien in die UnabhĂ€ngigkeit debattiert. Dabei ging es insbesondere um die Frage der RentabilitĂ€t der Kolonien fĂŒr die MutterlĂ€nder. Der Entschluss zur Dekolonisation kam primĂ€r aus volkswirtschaftlichen GrĂŒnden, denn die MutterlĂ€nder konnten ihre Kolonien nicht mehr finanzieren. Doch sahen sie sich außerdem von aufstrebenden Nationalbewegungen in den Kolonien immer mehr bedroht. Daher ging man etwa ab 1950 daran, die Staaten in die UnabhĂ€ngigkeit zu entlassen. Soziale TrĂ€ger der Entkolonialisierung waren meist lokale Eliten, die untere Funktionen in der Kolonialverwaltung besetzten und durch fehlende Aufstiegschancen frustriert waren. 1960 wurden besonders viele Staaten unabhĂ€ngig, daher spricht man von 1960 auch als vom afrikanischen Jahr.

    Bei der MachtĂŒbergabe waren die ehemaligen Kolonialherren immer darauf bedacht, Regierungen zu fördern bzw. zu installieren, die ihnen genehm waren, denn bei allem Interesse an Demokratisierung Afrikas fĂŒrchtete man den Verlust des Einflusses. So kam es zum Ende der Apartheid in SĂŒdafrika nicht aufgrund Ă€ußeren staatlichen Drucks, sondern aufgrund der AktivitĂ€tĂ€t des African National Congress und des Verhandlungsgeschicks Nelson Mandelas vor dem Hintergrund der rapide absinkenden Akzeptanz der Regierung innerhalb SĂŒdafrikas und in der Weltöffentlichkeit. Wirtschaftlich wird das Afrika sĂŒdlich der Sahara immer mehr marginalisiert. Der Kampf gegen Aids kam aufgrund innerafrikanischer Fehler (Thabo Mbeki) und fehlender internationaler UnterstĂŒtzung nicht voran.[60]

    Eine Bewegung hin zur Demokratisierung in diesem Raum entstand nicht - wie von der US-Regierung angestrebt - aufgrund der Golfkriege, sondern im Zuge der Proteste in der Arabischen Welt 2010–2011.

    Asien

    China

    → Hauptartikel: Geschichte Chinas

    Die Republik China erwies sich als sehr instabil. Die MinisterprĂ€sidenten wechselten bis zu fĂŒnfmal im Jahr, je nach dem, welcher General der ehemaligen Pekingarmee gerade die Macht hatte. Außerdem erwuchs ihr 1921 mit der GrĂŒndung der Kommunistischen Partei Chinas ein neuer Gegner.

    Doch nach dem Tode Sun Yatsens gelang es seinem AnhĂ€nger Chiang Kai-shek 1926 die Warlords zu besiegen. 1927 wandte er sich dann gegen die Kommunisten. Diese zogen sich auf das Land zurĂŒck und so konnte er 1928 das Land offiziell wieder einen. Doch war die Republik Sun Yatsens wĂ€hrend der KĂ€mpfe einer MilitĂ€rdiktatur immer Ă€hnlicher geworden. 1937 griffen die Japaner China an und konnten innerhalb eines Jahres die chinesischen Armeen in die Flucht schlagen. Ihre KrĂ€fte reichten aber nicht zur vollstĂ€ndigen Besetzung des Landes aus, so dass sie trotz 19 Millionen chinesischen Kriegsopfern und mancher japanischer Kriegsverbrechen bis zu ihrer Kapitulation am 14. August 1945 das Land nicht kontrollieren konnten.

    Der im Kampf gegen Japan ruhende Konflikt zwischen Kommunisten und Nationalisten flammte danach erneut auf. 1949 besiegten die Mannschaften Mao Zedongs endgĂŒltig die Kuomintang unter Chiang Kai-shek. Die Nationalisten flohen auf das erst kĂŒrzlich von Japan zurĂŒckgewonnene Taiwan, wo die Republik China bis heute fortbesteht.[61]

    Auf dem Festland wurde die Volksrepublik China gegrĂŒndet. Im Versuch, schnell die Industrie- und Landwirtschaftsproduktion zu verbessern, wurde von Mao Zedong 1958 ein neues Wirtschaftsprogramm, der sogenannte Große Sprung nach vorn verkĂŒndet. Diese Politik der Bildung von Volkskommunen und tausender Minibetriebe auf dem Lande endete in einer Hungersnot, die 30 Millionen Tote kostete.

    1966 inszenierte Mao Zedong unter Einsatz von Roten Garden die Kulturrevolution, die das Land ein Jahrzehnt lang ins Chaos stĂŒrzte. Außenpolitisch war die Volksrepublik isoliert, doch 1971 entdeckten die USA im kommunistischen China einen potentiellen VerbĂŒndeten gegen Moskau und widersetzten sich nicht mehr dessen Aufnahme in die UNO.

    Nach dem Tod Mao Zedongs (1976) erhielt der von Mao entmachtete Deng Xiaoping 1977 seine Ämter zurĂŒck und steuerte sein Land auf einen Kurs zur „sozialistischen Marktwirtschaft“ (Sonderwirtschaftszonen). Chinas Wirtschaft gehört seitdem zu den am schnellsten wachsenden der Welt.[62] Wegen der dabei entstehenden sozialen Ungerechtigkeiten und deshalb entstehenden Unruhen (vgl. Tian'anmen-Massaker, 1989) trat MinisterprĂ€sident Wen Jiabao auf dem Volkskongress 2004 fĂŒr eine Trendwende zur Verminderung der sozialen Spannungen und zur BerĂŒcksichtigung ökologischer Aspekte ein.

    Die Weltfinanzkrise hat China trotz seiner starken Exportorientierung aufgrund eines energischen Konjunkturprogamms bisher recht gut bewĂ€ltigt.[63] Außenwirtschaftlich engagiert es sich zur Rohstoffsicherung stĂ€rker als andere Industriestaaten in Afrika.[64]

    Indien

    → Hauptartikel: Geschichte Indiens

    Das Kaiserreich Indien in Personalunion mit Großbritannien umfasste das heutige Indien, Pakistan, und Bangladesch und bestand bis 1947. Von 1866 bis 1937 gehörte auch Birma dazu. Eine UnabhĂ€ngigkeitsbewegung gab es, seit 1885 Hindus und Moslems den Indischen Nationalkongress (INC) gegrĂŒndet hatten. 1906 wurde wegen des Übergewichts der Hindus im INC die Muslimliga gegrĂŒndet. Doch sie arbeitete bei den Forderungen nach indischer UnabhĂ€ngigkeit mit dem INC zusammen. Die britische Regierung gestand 1917 einen Übergang zur Selbstregierung zu und Indien wirkte auch offiziell bei der GrĂŒndung des Völkerbundes mit.

    Unter der FĂŒhrung Mahatma Gandhis (1869–1948) kam es in der Zwischenkriegszeit zum passiven Widerstand gegen die britische Herrschaft. Gandhi bemĂŒhte sich dabei um die politische Einheit zwischen Hindus und Muslimen.

    1947 wurde Indien unabhĂ€ngig, doch es wurde nach dem Mountbattenplan in die ĂŒberwiegend von Hindus bewohnte Indische Union, den moslemischen Staat Pakistan im Industal und der GangesmĂŒndung und einen kleinen buddhistischen Staat Sikkim geteilt.[65] Regierungschef der Indischen Union wurde Jawaharlal Nehru, er war zuvor ein wichtiger FĂŒhrer im Freiheitskampf. Über die Zuordnung der Provinz Kaschmir kam es rasch zum Konflikt, der zum Ersten Indisch-Pakistanischen Krieg fĂŒhrte. Dieser endete 1949 mit der De-facto-Zweiteilung Kaschmirs unter Vermittlung der Vereinten Nationen. 1949 löste sich die Indische Union auch nominell von der britischen Krone. Erster PrĂ€sident der Republik wurde Rajendra Prasad (1950–1962). Am 26. Januar 1950 trat die erste indische Verfassung in Kraft. Das Königreich Sikkim schloss mit Indien einen Vertrag, wonach Indien die Verantwortung fĂŒr Verteidigung, Außenpolitik und andere Angelegenheiten ĂŒbernahm. Schließlich schloss es sich 1965 ganz an Indien an. 1954 gab Frankreich die letzten unter seiner Herrschaft stehenden Gebiete zurĂŒck.

    Indien gewÀhrte 1959 dem tibetischen Dalai Lama politisches Asyl. Dieser bildete in Dharmshala (Himachal Pradesh) eine tibetische Exilregierung. 1961 annektierte Indien die portugiesischen Kolonien auf der indischen Halbinsel, insbesondere Goa. Im Indisch-Chinesischen Krieg von 1962 verlor Indien im Norden und Nordosten kleinere Gebiete an die Volksrepublik China.[66]

    Nach Nehrus Tod 1964 wurde nach einer zweijĂ€hrigen Zwischenphase 1966 seine Tochter Indira Gandhi zur Premierministerin. Die zweite HĂ€lfte ihrer ersten Regierungszeit war von Unruhen und Separationsbewegungen einzelner Landesteile geprĂ€gt, so dass sie Mitte der siebziger Jahre den Notstand ausrief. Um ihren Kurs vom Volk absegnen zu lassen, rief sie 1977 Wahlen aus und wurde abgewĂ€hlt. Nach drei turbulenten Jahren konnte sie 1980 ein triumphales Comeback feiern. Doch 1982 rebellierten Mitglieder der Religion der Sikhs in Amritsar und forderten einen unabhĂ€ngigen Sikh-Staat im Punjab. Als der Konflikt weiter eskalierte, ließ Indira Gandhi im Juni 1984 den Goldenen Tempel in Amritsar stĂŒrmen. Aus Rache dafĂŒr wurde sie am 31. Oktober 1984 von einem ihrer Sikh-Leibgardisten ermordet.

    Unter ihrem Sohn Rajiv Gandhi, der ihr problemlos im Amt nachfolgte, wurden in Indien Liberalisierungen in der Wirtschaft eingefĂŒhrt. Doch verlor er Ende November 1989 wegen KorruptionsvorwĂŒrfen die Macht. Trotz des relativ guten Abschneidens der Kongresspartei bei der Wahl 1989 bildete sich eine Koalition gegen eine von der Kongresspartei gefĂŒhrte Regierung. Es folgten erst kurzlebige Koalitionsregierungen unter verschiedenen Premierministern, ehe 1991 P. V. Narasimha Rao die Regierung stabilisieren konnte und bis 1996 konsequent wirtschaftliche Reformen durchsetzte. Bei einer Wahlkampfrede zu Regionalwahlen in SĂŒdindien wurde Rajiv Gandhi 1991 von separatistischen Rebellen aus Sri Lanka (Tamil Tigers) durch einen Sprengstoffanschlag getötet.

    Im Jahre 1997 ĂŒbernahm mit K. R. Narayanan erstmals ein Kastenloser als StaatsprĂ€sident das höchste Amt im Staate. Nach einer Phase von Unruhen konnte Atal Behari Vajpayee 1998 wieder eine stabile Regierung bilden, die die Wahlen von 1999 klar gewann. Schon 1998 ließ er Atombombentests durchfĂŒhren.[67] Vor allem bewĂ€hrte er sich als Wirtschaftsreformer, dem es gelang, einen Boom einzuleiten.[68] Doch die Lage der Ă€rmeren Inder blieb weitgehend unverĂ€ndert. Die sich auftuende Schere zwischen Arm und Reich verhalf 2004 der oppositionellen Kongresspartei unter Sonia Gandhi, der Ehefrau des 1991 ermordeten Premierministers Rajiv Gandhi, zum Sieg. Aufgrund ihrer italienischen Herkunft stieß sie jedoch auf Widerstand und verzichtete auf das Amt als Regierungschefin. Neuer MinisterprĂ€sident wurde am 22. Mai 2004 der 1932 geborene Manmohan Singh – ein Angehöriger der Sikh-Religion.

    Indonesien

    → Hauptartikel: Geschichte Indonesiens

    Schon frĂŒh entstanden UnabhĂ€ngigkeitsbewegungen: 1912 die Sarekat Islam („Islamische Vereinigung“), 1926 die Kommunistische Partei (PKI), 1927 die von Sukarno gegrĂŒndete Partai Nasional Indonesia. Die Befreiung von den Kolonialherrschaft der Niederlande brachte allerdings erst die japanische Besatzung 1942–1945, die allerdings ihrerseits von Kriegsverbrechen begleitet war.

    Am 17. August 1945 riefen Sukarno und Mohammed Hatta die UnabhĂ€ngigkeit Indonesiens aus (Staatsname: Indonesia). Der Einfluss der Republik Indonesien erstreckte sich zunĂ€chst auf die Inseln Java, Madura und einen Teil Sumatras. Die ĂŒbrigen Inseln wurden meist von den NiederlĂ€ndern kontrolliert. Im Indonesischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg (1947/48) eroberten die Niederlande zwar fast das gesamte Gebiet, kĂ€mpften aber weiterhin gegen eine indonesische Guerilla und verloren vor allem die Sympathie der Weltöffentlichkeit. Unter amerikanischem Druck mussten die Niederlande im August 1949 (abermals) Verhandlungen mit der Republik Indonesien aufnehmen. Am 27. Dezember 1949 wurde in Amsterdam die Übergabe der SouverĂ€nitĂ€t unterzeichnet, der niederlĂ€ndische Teil von Neuguinea West-Papua blieb jedoch vorlĂ€ufig unter niederlĂ€ndischer Verwaltung. 1962/63 mussten die NiederlĂ€nder schrittweise auch ihren letzten Kolonialbesitz ihres ehemaligen Inselreiches ĂŒbertragen, West-Papua oder West-Irian (New Yorker Abkommen, 1. Mai 1963).

    Die UnabhĂ€ngigkeit war Indonesien nur unter der Bedingung zugestanden worden, dass Indonesien eine Föderation aus mehreren Teilstaaten (negara) sein sollte. Doch 1950 wandelte Sukarno die Republik in einen Einheitsstaat um. Bis 1955 wurde auch die Republik Maluku Selatan erobert. Die zunehmende WillkĂŒrherrschaft des Sukarno-Regimes provozierte 1965 einen angeblich kommunistischen Umsturzversuch (G30S/PKI). Dieser scheiterte an einem Gegenputsch rechtsgerichteter Armeeangehöriger, in dessen Verlauf zwischen 100.000 und einer Million Menschen getötet wurden, vor allem tatsĂ€chliche oder vermeintliche AnhĂ€nger der kommunistischen Partei Indonesiens (PKI) und Chinesen (Massaker in Indonesien 1965). 1966 erzwang der MilitĂ€r Suharto von Sukarno die Vollmacht zur Regierungsbildung und machte sich 1968 zum StaatsprĂ€sidenten. 1969 wurde West-Papua (Irian Barat) durch einen manipulierten Volksentscheid indonesische Provinz und erhielt den Namen „Irian Jaya“.

    Als indonesische Truppen 1975 Teile von Portugiesisch-Timor besetzten, rief die „RevolutionĂ€re Front fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit von Osttimor“ (FRETILIN) die UnabhĂ€ngigkeit der bisherigen Kolonie aus. Neun Tage spĂ€ter begann Indonesien mit der Besetzung des restlichen Gebietes und gliederte es 1976 ohne internationale Anerkennung in seinen Staatenverband ein. Aufgrund der Besetzung und des folgenden Guerillakrieges starben 183.000 Menschen, fast ein Viertel der Bevölkerung. Erst nach dem UnabhĂ€ngigkeitsreferendum in Osttimor 1999 und einer erneuten Gewaltwelle, zog sich Indonesien zurĂŒck. Osttimor kam unter UN-Verwaltung und wurde 2002 in die UnabhĂ€ngigkeit entlassen.

    Im Zuge der Asienkrise von 1997 verzeichnete die Indonesische Rupiah einen starken Wertverlust, und die indonesische Regierung musste sich fĂŒr Hilfen des IMF zu erheblichen KĂŒrzungen staatlicher Subventionen verpflichten. Die Preise fĂŒr Waren wie Benzin und Reis, und GebĂŒhren fĂŒr öffentliche Service wie Bildung verteuerten sich dramatisch. Verschlimmert wurde die Situation von der weitverbreiteten Korruption im Land. Deshalb kam es zu Unruhen.[69] Daher trat PrĂ€sident Suharto 1998 zurĂŒck, und Bacharuddin Jusuf Habibie, bis dahin Vize-PrĂ€sident, wurde StaatsprĂ€sident. Immer wieder kam es zu Unruhen und TerroranschlĂ€gen. 2001 wurde dann Megawati Sukarnoputri, Tochter des StaatsgrĂŒnders Sukarno und Mitglied der PDI-P, StaatsprĂ€sidentin. 2002 kam es zu einem islamistischen Terroranschlag auf der Touristeninsel Bali, bei dem es 202 Tote und mehr als 300 Verletzte gab.

    2003 konnte die Provinz Aceh (Atjeh) auf Sumatra nur durch 40.000 Soldaten an einer UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung gehindert werden. Am 5. Juli 2004 kam es zu den ersten direkten PrĂ€sidentschaftswahlen, bei denen der frĂŒhere General Susilo Bambang Yudhoyono, GrĂŒnder der Demokratischen Partei, in der Stichwahl gegen die bisherige Amtsinhaberin siegte.[70]

    Amerika

    Nordamerika

    Hauptartikel: Geschichte Kanadas im 20. Jh., Geschichte der USA im 20. Jh., Geschichte Mexikos im 20. Jh.

    Die Geschichte Nordamerikas wurde im 20. Jahrhundert primÀr von der Politik der USA geprÀgt, welche bereits im Zusammenhang mit obigen Ereignissen erwÀhnt wurde.

    Lateinamerika

    Mittelamerika

    Auch im 20. Jahrhundert betrachteten die USA die Karibik und Mittelamerika so sehr als ihr unmittelbares Interessengebiet, dass sie sich dort sehr hĂ€ufig â€“ meist militĂ€risch â€“ einmischten: in Nicaragua (1909–1910, 1912–1925, 1926–1933), in Honduras (1905, 1907, 1911–1913, 1917, 1919, 1924–1929), in Kuba (1901-03, 1906-09, 1912, 1917–1919, 1921–1923, 1933, 1961), in Panama (1901, 1902, 1903, 1908, 1912–1914, 1917–1918, 1921, 1964, 1989–1990), in der Dominikanischen Republik (1903-05, 1907, 1914, 1916–1924, 1965–1966), in Haiti (1914, 1915–1935, 1944, 1994–1995, 2004), Costa Rica (1919), in Guatemala (1920, 1954), in Grenada (1983).

    Aufgrund der inneren Geschichte sind wegen der Revolution ab 1953 Kuba, wegen der Entwicklung ab 1979 Nicaragua und ab 1981 auch Honduras von besonderem Interesse.

    SĂŒdamerika

    Nach Erlangung der UnabhĂ€ngigkeit wurden nach und nach Demokratien aufgebaut. Doch nach dem 2. Weltkrieg wurden mehr und mehr demokratische Regierungen durch MilitĂ€rdiktaturen beseitigt. Seit 1990 sind alle LĂ€nder SĂŒdamerikas demokratisch regiert.

    Zeitleiste der politischen Ausrichtung der Regierungen in SĂŒdamerika
    Land 50er 60er 70er 80er 90er 2000
    0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
    SurinameSuriname Suriname
    GuyanaGuyana Guyana
    VenezuelaVenezuela Venezuela
    KolumbienKolumbien Kolumbien
    EcuadorEcuador Ecuador
    PeruPeru Peru
    BolivienBolivien Bolivien
    BrasilienBrasilien Brasilien
    ParaguayParaguay Paraguay
    UruguayUruguay Uruguay
    ArgentinienArgentinien Argentinien
    ChileChile Chile

    ██ Links/Bolivarianisch/Sozialistisch ██ Mitte/Links ██ UnabhĂ€ngig/Liberal/Zentristisch ██ Mitte/Rechts ██ (MilitĂ€r-)Diktatur

    Literatur

    Klassische Universalgeschichte

    • Jacob Burckhardt: Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905
    • Gerard Serrade: Leere Zeiten – oder: Das abstrakte Geschichtsbild; Logos, Berlin 1998, ISBN 3-89722-016-4
    • Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte. Band 1, Wien 1918, Band 2, MĂŒnchen 1922
    • Arnold J. Toynbee: A Study of History, 10 BĂ€nde; London 1934–1954, ZusatzbĂ€nde 11–12; London, 1959/61. Autorisierte deutsche Kurzfassung: Der Gang der Weltgeschichte, 2 BĂ€nde; ZĂŒrich 1949 u. 1958.
    • Arnold J. Toynbee: Mankind And Mother Earth: A Narrative History Of The World; Oxford, 1976. Deutsch: Menschheit und Mutter Erde. Die Geschichte der großen Zivilisationen; Claassen Verlag GmbH, DĂŒsseldorf, 1979.

    Traditionelle Weltgeschichte der Nachkriegszeit

    Moderne World History / Weltgeschichte

    • Janet Abu Lughod: Before European hegemony: the world system A. D. 1250–1350; Oxford: Oxford University Press, 1989; ISBN 0-19-506774-6 Rezension
    • Christopher A. Bayly: Die Geburt der modernen Welt. Eine Globalgeschichte 178021914. Frankfurt/New York: Campus, 2006; ISBN 978-3-593-38160-2
    • Jerry H. Bentley: Cross-Cultural Interaction and Periodization in World History; in: American Historical Review 101 (1996), Heft 3, S. 749–770.
    • Jerry H. Bentley, Herbert F. Ziegler: Traditions and Encounters. A Global Perspective on the Past; Boston: McGraw-Hill, 20063; Rezension, Rezension
    • Knut Borchardt: Globalisierung in historischer Perspektive; Bayerische Akademie der Wissenschaften, Sitzungsberichte, 2001, Heft 2; MĂŒnchen: Verlag der bayerischen Akademie der Wissenschaften / Beck, 2001
    • Sebastian Conrad, Andreas Eckert, Ulrike Freitag (Hrsg.): Globalgeschichte. Theorien. AnsĂ€tze, Themen. Frankfurt/New York: Campus, 2007; ISBN 3-593-38333-0
    • Alfred W. Crosby: Ecological imperialism: the biological expansion of Europe, 900–1900; Studies in environment and history; Cambridge: Cambridge University Press, 1986; Rezension
    • John Darwin: Der imperiale Traum. Die Globalgeschichte großer Reiche 1400–2000; Frankfurt/New York: Campus, 2010
    • Jared Diamond: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften; Frankfurt/ Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1999; Rezension, Rezension, Rezension
    • Imanuel Geiss: Geschichte im Überblick: Daten und ZusammenhĂ€nge der Weltgeschichte; ĂŒberarbeitete und erweiterte Neuauflage. Reinbek: Rowohlt, 2006
    • Friedrich Edelmayer, Peter Feldbauer, Marija Wakounig (Hrsg.): Weltregionen 4 – Globalgeschichte 1450–1620; Wien: Promedia, 2002; Verlagsinformation und Rezensionen
    • AndrĂ© Gunder Frank: ReOrient. Global Economy in the Asian Age; Berkeley: University of California Press, 1998; Zum Inhalt, Rezensionen, Rezensionen, Rezension
    • Eckhard Fuchs, Karen Oslund: Guest Editorial: Teaching World History: Introductory Remarks; in: World History Connected 3.3, 2006
    • Margarete Grandner, Andrea Komlosy (Hrsg.): Vom Weltgeist beseelt: Globalgeschichte 1700–1815; Wien: Promedia, 2004; Rezension, Rezension
    • Patrick Manning: Navigating World History; New York: Palgrave Macmillan, 2003; Zusammenfassung, Rezension, Rezension, Rezension
    • William Hardy McNeill: The Rise of the West. A history of the human community; Chicago: Univ. of Chicago Press, 1964
    • John R. McNeill, William H. McNeill: The Human Web. A Bird’s Eye View of World History; New York: Norton, 2003; Rezension
    • Herfried MĂŒnkler: Imperien. Die Logik der Weltherrschaft; Lizenzausgabe. Bonn: Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, 2005; Rezension, Rezension, Rezensionen, Interview
    • Hans-Heinrich Nolte: Weltgeschichte. Imperien, Religionen und Systeme, 15.–19. Jahrhundert; Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 2005; ISBN 3-205-77440-X
    • Hans-Heinrich Nolte: Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts; Wien, Köln, Weimar: Böhlau, 2009; ISBN 3-205-78402-2
    • JĂŒrgen Osterhammel, Niels P. Peterson: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen; MĂŒnchen: Beck, 2003; Rezension
    • Hanna Schissler: Weltgeschichte als Geschichte der sich globalisierenden Welt; in: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 1–2, 2005; S. 33–39
    • Wolfgang E. J. Weber: Universalgeschichte; in: Aufriss der Historischen Wissenschaften, Band 2: RĂ€ume, S. 15–98; Stuttgart, 2001
    • Immanuel Wallerstein: World-Systems Analysis. An Introduction; Durham, London: Duke University Press, 2004; Rezension

    Big History

    • David Christian: Maps of Time. An introduction to Big History; Berkeley: University of California Press, 2005; ISBN 0-520-24476-1. Verlagsdarstellung, Rezension
    • Fred Spier: Big History. Was die Geschichte im Innersten zusammenhĂ€lt; (Originaltitel: The Structure of Big History from the Big Bang Until Today). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005

    Siehe auch

    Wikibooks Wikibooks: Geschichte der Menschheit â€“ Lern- und Lehrmaterialien

    Weblinks

    Einzelnachweise

    1. ↑ Die hier vorgelegte Darstellung versucht ihren Eurozentrismus so gering als möglich zu halten und orientiert sich am Konzept von Europa als Provinz im Sinne von Dipesh Chakrabarty (2000): Provincializing Europe, Princeton
    2. ↑ Zur Frage der VerdrĂ€ngung des Neandertalers durch den Homo sapiens vgl. neuerdings William E. Banks, Francesco d'Errico, A. Townsend Peterson, Masa Kageyama, Adriana Sima, Maria-Fernanda SĂĄnchez-Goñi (2008). Neanderthal Extinction by Competitive Exclusion PLoS ONE, 3 (12) DOI (zuletzt abgerufen 26. Januar 2009)
    3. ↑ Auch ihr plötzliches Verschwinden ab etwa 1900 v. Chr. ist noch nicht erklĂ€rt. Selbst Texte des Sanskrit aus dem 1. vorchristlichen Jahrtausend erwĂ€hnen diese frĂŒhe Kultur nicht direkt. Ebenfalls ist nicht sicher, welche Sprache die Menschen damals sprachen oder wie sie sich selbst nannten.
    4. ↑ Die ökologischen ErklĂ€rungsmodelle nehmen an, dass der stark gewachsenen Bevölkerung eine zu geringe AckerbauflĂ€che zur VerfĂŒgung stand, zumal sie offenbar hauptsĂ€chlich im traditionellen und flĂ€chenintensiven Milpa-System bearbeitet wurde. So O. F. Cook: Milpa agriculture, a primitive tropical system. In: Annual Report of the Board of Regents of the Smithsonian Institution = Annual report, 1919. Washington, D.C., 1921; S. 307–326. Andere ErklĂ€rungsansĂ€tze sind Invasionen, Katastrophen, Epidemien und KlimaverĂ€nderungen.
    5. ↑ Diese Datierung ist allerdings noch umstritten. Einige wenige Forscher möchten sogar schon das Aussterben der Megafauna um 130.000 v. Chr. auf menschliche Einwirkung zurĂŒckfĂŒhren.
    6. ↑ Gerhard Leitner (2006): Die Aborigines Australiens, 2006, S. 40
    7. ↑ Christian Meier: Kultur um der Freiheit willen, MĂŒnchen 2009, S. 29: „In einer Hinsicht aber, so könnte es scheinen, hat Europa bei den Griechen begonnen, indem durch sie nĂ€mlich, wie es Herodot im fĂŒnften Jahrhundert v. Chr. ausdrĂŒckte, Europa von Asien ‚abgespalten wurde‘.“
    8. ↑ Christian Meier: Kultur um der Freiheit willen, MĂŒnchen 2009, S. 14: Die Polis war der Ort, wo sich mit der Zeit die Freiheit der BĂŒrger entwickelte, „wofĂŒr wir in der Weltgeschichte zuvor kein zweites Beispiel finden“ und stellte insofern eine europĂ€ische Sonderentwicklung dar.
    9. ↑ Andererseits trug insbesondere der vierte Kreuzzug wesentlich zur SchwĂ€chung des byzantinischen Reiches bei.
    10. ↑ Die Chinatowns in amerikanischen StĂ€dten heißen auf Chinesisch Tang-Ren-Jie (Straßen der Tang-Menschen).
    11. ↑ Jeder seiner Eroberungen ging eine besondere Erörterung der sich entwickelnden politischen Lage und der ökonomischen Vorteile voraus. Ein Beispiel ist die Eroberung der nordchinesischen Hauptstadt Peking 1215. Er schlug nach der Eroberung der Hauptstadt die Chance aus, die Erweiterung auf ganz Nordchina auszudehnen und kehrte nach seinem Sieg einfach nach Hause zur Steppe zurĂŒck. Der Krieg gegen das Choresmische Reich 1219–1221 begann aufgrund von Handelstreitigkeiten.
    12. ↑ Paul Strathern: The Medici: Godfathers of the Renaissance; 2003; S. 81–90, 172–197.
    13. ↑ Allein die Bibliothek von Cordoba soll 400.000 BĂŒcher umfasst haben. (The Islamic World to 1600. Tutorial der University of Calgary; abgerufen 11. November 2008)
    14. ↑ Hanns J. Prem: Die Azteken. Geschichte – Kultur – Religion. Verlag C.H.Beck, 4. Auflage, MĂŒnchen 2006, S. 76. Daneben steht allerdings auch eine Datierung auf 1100–1200 (Kultur | News | Aktuell | www.mzbern.ch |
    15. ↑ Hanns J. Prem: Die Azteken. Geschichte – Kultur – Religion. Verlag C.H.Beck, 4. Auflage, MĂŒnchen 2006, S. 86: ItzcĂłatl ließ aus bisher nicht ganz geklĂ€rten GrĂŒnden viele alte Bilderhandschriften vernichten.
    16. ↑ Vermutlich aufgrund einer Hungersnot zwischen 1445 und 1450
    17. ↑ Hanns J. Prem: Die Azteken. Geschichte – Kultur – Religion. Verlag C.H.Beck, 4. Auflage, MĂŒnchen 2006, S. 92
    18. ↑ Zeitgenössische Quellen sind Aztekencodices wie der Codex Mendoza von 1541 und die zweisprachige (spanisch/nahuatl) „Historia General de las Cosas de la Nueva España“ des Franziskaners Bernardino de SahagĂșn,
    19. ↑ DaniĂšle LavallĂ©e, LuĂ­s Guillermo Lumbreras: Die Andenvölker. Von den frĂŒhen Kulturen bis zu den Inka; MĂŒnchen, 1986, ISBN 3-406-31148-2, S. 332
    20. ↑ Helga Lippert: Terra X – Von den Oasen Ägyptens zum Fluch des Inka-Goldes. MĂŒnchen 2001, ISBN 3-453-19700-3, S. 309
    21. ↑ Manuel Lucena Salmoral: Amerika 1492 – Portrait eines Kontinents vor 500 Jahren. MĂŒnchen 1991, ISBN 3-517-01215-7, S. 30
    22. ↑ a b Wolfgang Behringer (Hrsg.): Lust an der Geschichte – Amerika – Die Entdeckung und Entstehung einer neuen Welt. MĂŒnchen 1992, ISBN 3-492-10472-X, S. 265
    23. ↑ Miroslav Stingl: Das Reich der Inka – Ruhm und Untergang der Sonnensöhne. Augsburg 1995, ISBN 3-86047-212-7, S. 174
    24. ↑ Wolfgang W. Wurster: Die SchatzgrĂ€ber – ArchĂ€ologische Expeditionen durch die Hochkulturen SĂŒdamerikas. Hamburg 1991, ISBN 3-570-01000-7, S. 231
    25. ↑ Miroslav Stingl: Das Reich der Inka – Ruhm und Untergang der Sonnensöhne. Augsburg 1995, ISBN 3-86047-212-7, S. 168
    26. ↑ Helga Lippert: Terra X – Von den Oasen Ägyptens zum Fluch des Inka-Goldes. MĂŒnchen 2001, ISBN 3-453-19700-3, S. 310
    27. ↑ Im Austausch fĂŒr das Gold der Wangara lieferten die nordafrikanischen HĂ€ndler hauptsĂ€chlich Salz aus den Salinen von Taghaza (Nordmali) und Idschil (Westmauretanien), da Salz im tropischen Westafrika sehr begehrt war. Endpunkt des Handels im Maghreb war bis ins 11. Jahrhundert Sidschilmasa.
    28. ↑ Die weltwirtschaftliche Bedeutung dieser Phase wird meist darin gesehen, dass durch Ausbeutung der amerikanischen und afrikanischen Kolonien ein auf Europa zentriertes kapitalistisches System entstanden sei. Vgl. etwa Karl Marx, Fernand Braudel: Sozialgeschichte des 15.–18. Jahrhunderts, Bd. 3; 1986; Immanuel Wallerstein: Weltsystem-Theorie. Eine Gegenposition vertritt 1998 in Weltwirtschaft im asiatischen Zeitalter Andre Gunder Frank: „Der ‚Aufstieg des Westens‘ geschah nicht durch irgendein ‚europĂ€isches Wunder der Einzigartigkeit‘, das ihm vorgeblich erlaubte, sich an seinem eigenen Schopf emporzuziehen [
] Stattdessen verwendete Europa sein amerikanisches Silber, um sich vom Rande her in den seit langem bestehenden Weltmarkt in Asien einzukaufen, der viel grĂ¶ĂŸer, produktiver und wettbewerbsfĂ€higer war“. (Frank in einer Zusammenfassung seiner Hauptaussagen), vgl. dazu in diesem Artikel unter Menschheitsgeschichte#China_3: „Fortschritte in Landwirtschaft, Handwerk und Industrie ermöglichten zwischen 1700 und 1800 eine Verdoppelung der Bevölkerung von 160 Millionen auf 300 Millionen. China stellte etwa 50% der Weltproduktion, es erreichte 1759 mit 11,5 Millionen km2 die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung seiner Geschichte und das sinozentrische Weltbild erlebte seine BlĂŒte.“
    29. ↑ Grundlegend dafĂŒr waren dafĂŒr u. a. John Locke, Charles de Montesquieu und Jean-Jacques Rousseau.
    30. ↑ Dass die VerĂ€nderungen dieser Zeit nicht nur in technischen Erfindungen, sondern auch in einer Industrious Revolution (vgl. Jan de Vries) und in einer weltumfassenden Domestizierung (vgl. Christopher A. Bayly: Die Geburt der modernen Welt, Frankfurt 2006, S. 68–70) bestanden haben, hat sich in der deutschsprachigen Wikipedia noch kaum niedergeschlagen. Daher bleibt es bei diesem Hinweis, so lange nicht auf zusammenhĂ€ngende Darstellungen dazu verlinkt werden kann
    31. ↑ David S. Landes fasst den technischen Kerngehalt der Industriellen Revolution in drei Prozessen zusammen: 1. die Mechanisierung von Handarbeit durch Maschinen, 2. die mechanische Energieerzeugung und Energieumwandlung vor allen durch die Dampfmaschine, 3. die massenhafte Verwendung der mineralischen Grundstoffe Kohle und Eisen. (David S. Landes: Der entfesselte Prometheus. Köln 1973, S. 52)
    32. ↑ Eric J. Hobsbawm: Industrie und Empire I. Frankfurt am Main 1969, S. 55
    33. ↑ Spezialisierung von Produzenten und ProduktionsstĂ€tten auf die Produktion bestimmter Arten von GĂŒtern und Dienstleistungen, vgl. Arbeitsteilung
    34. ↑ Unter Kaiser Kangxi wurde das grĂ¶ĂŸte Wörterbuch zusammengestellt und unter Kaiser Qianlong wurde ein Lexikon aller wichtigen kulturellen Arbeiten geschrieben. Das berĂŒhmte Buch Der Traum der roten Kammer stammt ebenfalls aus dieser Periode.
    35. ↑ Aufgrund des hohen Teeimports fielen jĂ€hrlich 20 Millionen Pfund Verlust an.
    36. ↑ Annemarie Schimmel: Im Reich der Grossmoguln. Geschichte, Kunst, Kultur. MĂŒnchen 2000, S. 7
    37. ↑ Die Abschaffung der Sklaverei war nicht Lincolns Hauptziel, dass er sie herausstellte, sollte einerseits SklavenaufstĂ€nde in den SĂŒdstaaten provozieren und es andererseits den europĂ€ischen GroßmĂ€chten ideologisch erschweren, zugunsten der SĂŒdstaaten zu intervenieren, was sie aus handelspolitischen GrĂŒnden gern getan hĂ€tten (vgl. Emanzipations-Proklamation)
    38. ↑ Besonders radikal war die Verfolgung der Indios in den Gebieten, die im 19. Jahrhundert von den EuropĂ€ern in den Indian Wars aber auch bei der Eroberung Patagoniens gewonnen wurden. Hier kam es zur gezielten Auslöschung ganzer StĂ€mme, einem bewussten Genozid.
    39. ↑ Zwar hatten schon 1620 zwei Offiziere der Britischen Ostindien-Kompanie auf eigene Initiative das Kap zur britischen Kolonie erklĂ€rt, doch das wurde von der britischen Regierung nicht anerkannt
    40. ↑ vgl. die Weltkarte von Jean Rotz aus dem französischen Dieppe im Jahr 1542, deren Darstellung des Groß-Javas (The Lande of Java) Marco Polos Ähnlichkeiten mit der KĂŒstenlinie Australiens im Nordosten zeigt (Zum Beispiel die Kap-York-Halbinsel).
    41. ↑ Der Zweck seiner Reise war das Auffinden der sogenannten Terra Australis, von der man damals glaubte, sie mĂŒsse als Gegengewicht zu den Landmassen im Norden der Erdkugel vorhanden sein.
    42. ↑ Marianen, Mikronesien, Melanesien, Marshallinseln, Elliceinseln, Salomonen, Marquesas.
    43. ↑ Davor waren Entdeckungen nicht selten rasch wieder in Vergessenheit geraten. So wurde Tahiti 1767 von Samuel Wallis entdeckt und im April 1768 nochmals Louis Antoine de Bougainville „entdeckt“ und fĂŒr Frankreich in Besitz genommen.
    44. ↑ vorbereitet 1926, endgĂŒltig ab 1940
    45. ↑ 1940 kam es im DreimĂ€chtepakt dann zur so genannten Achse Berlin-Rom-Tokio
    46. ↑ Diese „richtungsweisenden VerĂ€nderungen [
] im Denken und in der Politik“ waren nach Paul Kennedy „Folgeerscheinungen des unerwartet schnellen Zusammenbruchs der europĂ€ischen Kolonialreiche und des Entstehens von etwa 100 neuen UN-Mitgliedern innerhalb weniger Jahrzehnte“. Bzgl. der Einkommensunterschiede verweist Kennedy darauf, dass VerhĂ€ltnis des Durchschnittseinkommens pro Kopf zwischen reichstem und Ă€rmsten Land 1947 noch bei 13:1 lag, bis 1991 aber auf 60:1 gestiegen war. (Paul Kennedy: Parlament der Menschheit, MĂŒnchen 2007, S.148f.)
    47. ↑ Dennoch hĂ€tte im September 1983 im Zuge der Spannungen im Umfeld des NATO-Doppelbeschlusses durch einen Fehlalarm in der SU der Weltkrieg ausgelöst werden können, was aber durch Stanislaw Petrow verhindert wurde.(Spiegel online 21. April 2010)
    48. ↑ Tony Judt: Die Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart. MĂŒnchen 2006, S. 504: „Das war die wirkliche Lektion von 1968, zunĂ€chst fĂŒr die Tschechen und dann fĂŒr alle anderen â€“, nie wieder konnte irgend jemand behaupten, der Kommunismus beruhe auf allgemeiner Zustimmung oder der LegitimitĂ€t einer reformierten Partei oder gar auf den Lehren der Geschichte.“
    49. ↑ In seinem Aufsatz Samtene Revolution in Vergangenheit und Zukunft in: Jahrhundertwende. Weltpolitische Betrachtungen 2000 - 2010, MĂŒnchen 2010, S.87-100 hat Timothy Garton Ash nach dem Vorbild der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei alle gewaltlosen UmstĂŒrze von 1989 ab als samtene Revolutionen bezeichnet und dies Attribut auch zukĂŒnftigen gewaltlosen Revolutionen wie denen des Arabischen FrĂŒhlings zugeschrieben.
    50. ↑ H.-H. Nolte: Weltgeschichte des 20. Jh.; S. 261–275
    51. ↑ In der Hoffnung auf eine große Friedenszeit sprach der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama 1992 sogar vom Ende der Geschichte, doch wurde er spĂ€testens 1994 durch den Völkermord in Ruanda widerlegt.
    52. ↑ vgl. Washington Consensus von 1990 und Umbau des GATT in die WTO mit stĂ€rkeren Kompetenzen, Zollabbau zu erzwingen, und die Kritik an dieser Politik durch attac (1998 gegrĂŒndet) und u. a. den WirtschaftsnobelpreistrĂ€ger Joseph E. Stiglitz in Die Schatten der Globalisierung (2002).
    53. ↑ 2003 in Georgien  zur Rosenrevolution, 2004 in der Ukraine zur Orangen Revolution und 2005  Kirgisistan  zur Tulpenrevolution.
    54. ↑ unterzeichnet 2007, endgĂŒltig ratifiziert 1. Dezember 2009
    55. ↑ DafĂŒr wurde er 2009 mit dem Friedensnobelpreis geehrt. (>The Norwegian Nobel Committee, 9. Oktober 2009: The Nobel Peace Prize for 2009)
    56. ↑ spiegel.de: Schutzwall gegen die wilde Wall Street (Zugriff am 17. Juli 2010).
    57. ↑ 2008 trafen in Washington erstmals die Staats- und Regierungschefs der Gruppe zusammen, wobei China und Indien, weil sie von der Krise weniger betroffen waren, eine stĂ€rkere Position hatten.
    58. ↑ UN-Klimakonferenz in Kopenhagen#Konferenzverlauf: „Als wesentlich fĂŒr das Scheitern gilt die mangelnde Einigung zwischen China und den USA. WĂ€hrend der Konferenz versuchte PrĂ€sident Obama Zeitungsmeldungen zufolge, eine nĂ€chtliche Kompromissformulierung in direkten Verhandlungen mit dem chinesischen Premierminister Wen Jiabao zu erreichen und traf Wen in einer Runde mit den Regierungschefs von Indien, Brasilien und SĂŒdafrika an.“. Siehe Tobias Rapp, Christian SchwĂ€gerl, Gerald Traufetter: Das Kopenhagen-Protokoll; Spiegel-Online; 3. Mai 2010, abgerufen 24. Februar 2011.
    59. ↑ Am 13. Februar 2008 entschuldigte sich der australische Premier bei den Mitgliedern der „stolen Generations“ fĂŒr das Unrecht, das den Aborigines vom australischen Staat getan worden ist. (Spiegel online vom 13. Februar 2008, abgerufen am 30. Dezember 2008)
    60. ↑ UNAIDS: Die AIDS-Epidemie.Status-Bericht: Dezember 2005; 2005 (pdf); abgerufen 11. Januar 2009
    61. ↑ zum weiteren Verlauf der Geschichte der Republik China vgl. Geschichte Chinas#Republik China (seit 1949 auf Taiwan).
    62. ↑ Aufgrund des Bodenverwaltungsgesetzes von 1986 und weil Mitte der 1980er Jahre auch nicht-staatliche Unternehmen in der Industrie zugelassen wurden, konnten allerdings Privatleute durch Bestechung mit Immobilien große Wertsteigerungen realisieren und Regierungsbeamte durch Rent-Seeking große Anteile an ehemaligen Staatsbetrieben kostenlos erwerben. Ein sehr informatives Beispiel legt Qinglian He in China in der Modernisierungsfalle, Hamburger Edition 2006, S. 59–63 vor. Noch weit grĂ¶ĂŸere Gewinne machte Gu Chujun durch den Erwerb von Staatsfirmen in der Zeit von 2001 bis 2004 (ebenda, S. 64–65). Zu Gewinnen aufgrund des Bodenverwaltungsgesetzes und die dadurch ermöglichte Einhegungsbewegung vgl. S. 76–90
    63. ↑ Unter Hinweis auf das Konjunkturprogramm von 586 Mrd. US-Dollar konstatiert Heinrich Kreft, Chinas Aufstieg eine Herausforderung fĂŒr den Westen; in: Aus Politik und Zeitgeschichte 39/2010, S. 37, „dass China, das aufgrund seiner starken Exportorientierung massiv von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 betroffen war, die Finanzkrise in einem großen Kraftakt besser bewĂ€ltigt hat als die USA, Europa oder andere SchwellenlĂ€nder.“ Es hat sich sogar angeboten, schwachen LĂ€ndern der Euro-Zone wie Griechenland und Irland in ihrer Schuldenkrise zu helfen. China bietet sich als Euro-Retter an; Spiegel-Online, 21. Dezember 2010; abgerufen am 24. Februar 2011
    64. ↑ Declaration of the Beijing Summit Of the Forum on China-Africa Cooperation vom 5. November 2006. Jin Ling: Gemeinsam mehr. Wege fĂŒr eine chinesisch-europĂ€ische Zusammenarbeit in Afrika? In: Aus Politik und Zeitgeschuichte, S. 41
    65. ↑ Mit dem Beschluss des britischen Parlaments vom 18. Juli 1947, Indien und Pakistan als Dominions in die UnabhĂ€ngigkeit zu entlassen, wurden die indischen FĂŒrstenstaaten, die bislang unter britischem Protektorat gestanden hatten, voll souverĂ€n. Die FĂŒrsten konnten entscheiden, ob und welchem der neuen Staaten sie sich anschließen wollten. Bis zum 17. August erklĂ€rten alle bis auf drei (Hyderabad, Junagadh und Kaschmir) ihren Beitrittswillen und ĂŒbertrugen die ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Äußeres, Verteidigung und Kommunikation, fĂŒr die bisher die britische Schutzmacht – bzw. der Vizekönig – zustĂ€ndig gewesen war, an die neuen Staaten. Die kleineren FĂŒrstenstaaten schlossen sich zu Föderationen zusammen. Fast alle FĂŒrstenstaaten erklĂ€rten im Laufe des Jahres 1949 formell den vollen Anschluss an Indien oder Pakistan. 1956 wurden ehemalige britische Provinzen und ehemalige FĂŒrstenstaaten gleichgestellt und die FĂŒrsten abgesetzt. Sie erhielten zum Ausgleich Apanagen, die jedoch 1971 abgeschafft wurden.
    66. ↑ D. Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht, MĂŒnchen 2008, S. 66: Von da ab fĂŒhlte China sich Indien ĂŒberlegen. „Mehr als deutlich wurde dies, als China 1979 in Vietnam einfiel und Deng Xiaoping dies kommentierte, indem er sagte, dass man jetzt diesem Land eine Lehre erteile, wie man es 1962 mit Indien getan habe.“
    67. ↑ D. Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht, MĂŒnchen 2008, S. 76: „Die indische Atombombe ist [
] ein Argument und nicht eine Waffe, die man wirklich anwenden will. Sie ist ausschließlich von zivilen Institutionen entwickelt worden; das MilitĂ€r wurde absichtlich nicht damit befasst.“ Unter den getesteten Bomben befand sich auch eine Wasserstoffbombe. (Rothermund, S.84)
    68. ↑ Dazu trugen insbesondere die Softwareindustrie, die Diamantenschleiferei und die Produktion von Fertigkleidung bei. Vgl. Rothermund: Indien; MĂŒnchen 2008, S. 124–141.
    69. ↑ Die staatliche indonesische Menschenrechtskommission Komnas HAM zog spĂ€ter folgende Bilanz: 1188 Todesopfer, 101 Verletzte sowie 40 Einkaufszentren, 2479 GeschĂ€fte und 1604 HĂ€user, die geplĂŒndert und niedergebrannt wurden. 1119 Autos, 1026 Wohnungen und 382 BĂŒros wurden demoliert oder angezĂŒndet.
    70. ↑ Zur weiteren Entwicklung vgl. die Indonesienseite der AG Friedensforschung, abgerufen am 7. September 2011
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