Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Messer

Dieser Artikel befasst sich mit dem Werkzeug Messer, andere Bedeutungen unter Messer (BegriffsklÀrung).

Das Messer zĂ€hlt zu den wichtigsten Instrumenten, Kultsymbolen, Ritual- und handwerklichen GegenstĂ€nden des Menschen. Es ist ein ArbeitsgerĂ€t, das als Schneidwerkzeug dient und aus einer Klinge sowie einem Griffteil (Heft) besteht. UrsprĂŒnglich ein von seiner FunktionalitĂ€t beherrschter Gebrauchsgegenstand, war das Messer Werkzeug, HaushaltsgerĂ€t und Waffe in einem. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Messer zum wichtigsten Teil des Essbestecks und entwickelte sich im Laufe der Zeit zusĂ€tzlich zum Schmuck- und Kunstgegenstand sowie Tauschobjekt und sogar Zahlungsmittel. Bei Ausgrabungen wurden Messer vor allem an Orten der Nahrungszubereitung gefunden. Es gehört zu den wenigen Objekten, die weltweit in allen Kulturen des Homo sapiens vorkommen.

Daggers Dong Son Culture.JPG
Die Gesamtheit der Messer wird zu den Schneidwerkzeugen gezĂ€hlt, also neben jenen fĂŒr Haushalt, Landwirtschaft und technische Anforderungen ebenfalls solche des persönlichen Gebrauchs sowie einige chirurgische Instrumente. Daneben gehören Macheten, Große Messer und HirschfĂ€nger zur Gruppe der Messer. Von Dolchen grenzen sie sich durch ihre einschneidige Klinge ab, von Schwertern und SĂ€beln durch ihre kĂŒrzeren Klingen und von Stangenwaffen wie Speeren, Lanzen und Spießen wegen ihres kĂŒrzeren Griffs.

Von jeher haben die Menschen jenen GegenstĂ€nden besondere Aufmerksamkeit gewidmet, die mit ihren GrundbedĂŒrfnissen verbunden sind. So besonders dem Messer, das sich zwar im Laufe der Geschichte in seinem Aufbau kaum verĂ€nderte, doch in Material, Form und Art von Klinge, Griff und Verzierungen je nach geschichtlicher Epoche, Herkunft und Nutzungsart variierte. Wegen seiner NĂŒtzlichkeit ist das Messer fĂŒr die unterschiedlichen Gebrauchssituationen zu jeder Zeit und an jedem Ort vorhanden und bildete folgerichtig eine besondere Vielzahl von Variationen heraus (siehe: Liste der Messerarten, Messer- und Dolchformen).

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Klassisches nordisches Messer

Das Wort Messer leitet sich vom westgermanischen matizsahsa her, in dem die alte indogermanische Wortwurzel sax, etwa lateinisch saxum und italienisch sasso versteckt ist, was ursprĂŒnglich Felsen oder Stein bedeutet. So fĂŒhrt die Bezeichnung direkt zu den urzeitlichen Wurzeln des ArbeitsgerĂ€ts, stellt es doch eine Erinnerung an die kulturellen VerhĂ€ltnisse der Steinzeit dar – ebenso wie das westgermanische Hammer gleichzeitig die Bedeutung Fels hat.[1] Zum Stichwort „Sachs“ schreibt das Etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache

[
] aus g. *sahsa Messer, Kurzschwert, auch in anord. sax, ae. seax, afr. sax. Zu der Wurzel (ig.) *sek- „schneiden“, zu der auch „SĂ€ge“, „Sense“ und „Sichel“ gehören. Formell entspricht l. saxum „Fels“ als „das Schneidende, Kantige“. Der zugrunde liegende s-Stamm ist auch in l. s(a)cena f. „Haue des Pontifex“ (aus *saces) und vermutlich in „Sense“ verbaut. Verdunkelt ist Sachs als zweiter Bestandteil von → Messer.[2]

Die Wortwurzel sahs lebt verhĂŒllt im deutschen Wort Messer weiter, das sich aus dem althochdeutschen mezzir oder mazsahs entwickelte, was so viel wie „Speiseschwert“ bedeutete.[3]

Geschichte

Mesoamerikanische Schaber und Pfeilspitzen
Messer vom Gebel el-Arak, ein Prunkmesser der PrĂ€dynastik um 3300–3200 v. Chr.

Seit der Altsteinzeit benutzt der Mensch scharfe Klingen, zuerst aus Stein, vereinzelt aus Holz, Knochen und anderen harten Materialien. Sie halfen dem ursprĂŒnglichen Pflanzenfresser, andere Nahrungsquellen zu erschließen und beispielsweise Aas zu verwerten, da sein Gebiss nicht zum Zerreißen von Fleisch ausgelegt war. Das Messer war seit der Vorgeschichte ein persönliches Universalwerkzeug. Es wurde gleichermaßen von Frauen und MĂ€nnern aus adligem, bĂŒrgerlichem und bĂ€uerlichem Umfeld meist am GĂŒrtel getragen, zĂ€hlte als Kleidungsbestandteil und hatte â€“ was die Messer mit zweischneidigen Klingen betrifft – als Dolch mit Doppelfunktion teilweise den Charakter eines Standeszeichens.[4]

Fortschreitende Innovationen verhalfen dem Menschen, Metalle zu gewinnen, so dass er Klingen zuerst aus Bronze und spĂ€ter aus Eisen beziehungsweise Stahl herstellen konnte. Die Herstellung wurde zunĂ€chst von der FunktionalitĂ€t des Messers als Gebrauchsgegenstand bestimmt. Zu einer spĂ€teren Zeit erhielt es einen kĂŒnstlerischen Wert, der Glanz, unterschiedliche Farbgestaltung der Klinge, Verwendung von Gold, Silber, Edelsteinen und die Anfertigung kostbarer Einlegearbeiten und Gravuren umfasste. Das Messer (wie seine verlĂ€ngerte Form, das Schwert) umgab schon immer ein Hauch von Mystik, was zu schmuckvoll gestalteten Ritual- und Zeremonienmessern fĂŒhrte.

Wandel und Entwicklung, denen das Messer in seinen Funktionsspektren vom frĂŒhen Mittelalter bis in die Neuzeit unterworfen war, werden grob in

  • frĂŒhgeschichtliche Messer mit Waffencharakter,
  • mittelalterliche Mehrzweckmesser und
  • frĂŒhneuzeitliche Tafelmesser

unterteilt.[5] Erst im 15. Jahrhundert kam es zur Trennung von Messern und messerartigen Waffen. In den Jagdbestecken des Adels hat sich diese Doppelfunktion bis in das 18. Jahrhundert erhalten,[6] wobei sich eine klare Trennung schon aus der Tatsache heraus nicht herbeifĂŒhren lĂ€sst, dass jedes Messer jeder Funktion und Epoche gleichermaßen zur Waffe werden kann.

Steinzeit

Vor mehr als zweieinhalb Millionen Jahren stellte Homo habilis, der Urahn des heutigen Menschen, die ersten rudimentĂ€ren Werkzeuge her.[7] Er schlug sich aus geeigneten Steinen primitive, aber funktionale Schlag-, Schneide- und Schabewerkzeuge zurecht, die in der ArchĂ€ologie nach ihrem ersten Fundort, der Olduvai-Schlucht in Tansania, als Oldowan oder allgemein als GeröllgerĂ€t bezeichnet werden. Er verwendete dabei mehr oder minder eckige FelsgesteinsstĂŒcke als Rohstoff fĂŒr Werkzeuge.[8] Kaum jĂŒnger, rund zwei Millionen Jahre alt, sind die Chopper genannten Werkzeuge, die bereits das Aufspalten massiver Knochen ermöglichten, um an das fettreiche und nahrhafte Mark erlegter Tiere zu gelangen.

Die Weiterentwicklung der Chopper waren fĂŒr die Altsteinzeit typische so genannte Chopping Tools. Sie stellen eine Weiterentwicklung der Chopper dar und weisen im Gegensatz zu diesen eine zweiseitig bearbeitete Schneide auf. Sie wurden vor rund eineinhalb Millionen Jahren gefolgt vom Faustkeil, einem zweiseitig bearbeiteten, mandelförmig ausgebildeten SteingerĂ€t, dessen runder Basis eine spitz zugerichtete Seite gegenĂŒber lag. Sie waren 15 bis 30 Zentimeter lang, von 40 Gramm bis zu einem Kilogramm schwer. Wegen ihrer vielseitigen Funktionsweise werden sie als Schweizer Messer der Steinzeit bezeichnet, das bis ins spĂ€te MittelpalĂ€olithikum vorkam. Wahrscheinlich erfĂŒllten die Faustkeile zahlreiche Funktionen wie Hacken, Schneiden, Schaben, Schlagen und Werfen.

Vor einer Million Jahre hatte der Homo erectus eine Technik erlernt, um die schneidende Seite von Steinen zu splittern. Bald entdeckte der Steinzeitmensch des PalĂ€olithikums die besondere SchĂ€rfe der Feuersteine, aus deren Knollen er mit der Levalloistechnik unter Zuhilfenahme von Schlagsteinen Klingen herausschlug und diese durch HĂ€mmern an den RĂ€ndern formte (was als Retusche bezeichnet wird). Manche Steinklingen zeichneten sich durch besondere SchĂ€rfe aus, die an moderne Skalpelle heranreichte. Diese Verfahrensweise verbreitete sich in ganz Europa und Asien. Dem Neandertaler vor 125.000 bis 40.000 Jahren wird eine besondere Begabung in der Herstellung von zersplitterten Feuersteinmessern zugeschrieben.[9] Im östlichen Mittelmeer- und insbesondere mesoamerikanischen Raum wurden Klingen gleichermaßen aus Obsidian hergestellt, ein außerordentlich hartes vulkanisches Glas, dessen reichem Vorkommen die Kultur von TeotihuacĂĄn ihren wirtschaftlichen Reichtum mit verdankte und das die Entwicklung von Metall ĂŒber Jahrhunderte ĂŒberflĂŒssig machte.

Bis dahin hatten diese Schneidewerkzeuge nicht ĂŒber einen angesetzten Griff verfĂŒgt, doch zeigte sich bald, dass ein solcher Vorteile bringt. So wurden die Klingen mit Griffen aus Horn, Knochen oder Holz versehen. Aus der Jungsteinzeit sind Pfahlbaumesser bekannt, fĂŒr die eine Feuersteinklinge geschliffen und ein passender Griff aus Holz hergestellt und angepasst wurde.

Der Übergang von PalĂ€olithikum zu Neolithikum, von JĂ€ger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen wurde durch diese Weiterentwicklung des Messers entscheidend begĂŒnstigt, wenn es nicht gar eine wichtige Voraussetzung darstellte. So definierte der britische Anthropologe Sir John Lubbock 1865 den Übergang in die Jungsteinzeit noch mit dem Auftreten von geschliffenen Steinartefakten; heutzutage wird der Beginn der Jungsteinzeit mit dem Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise in Verbindung gebracht, die folgende Merkmale aufweist: Keramik, domestizierte Tiere und Pflanzen, geschliffene SteingerĂ€te und Sesshaftigkeit.

Ritualmesser der Bronzezeit aus der Ukraine
Eisenmesser aus einem StĂŒck

Bronzezeit

In der Bronzezeit, die im 3. Jahrtausend v. Chr. einsetzte, wurden Kupfer-Werkzeuge zusĂ€tzlich zu Steinwerkzeugen verwendet und daraus bald Messer hergestellt. Es wird vermutet, dass bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. Messer aus Kupfer gefertigt worden sind, was aber fossil nicht nachweisbar ist.[10] Bereits um 2600 v.  Chr. waren die Ägypter in der Lage, erste chirurgische Messer aus Kupfer herzustellen. [11] Kupfer war allerdings nicht robust und zu weich; so wurden Zinn und Kupfer zu Bronze-Legierungen geschmolzen.

Durch ihre höhere Festigkeit und leichtere Bearbeitung verdrÀngte die Bronze das Steinmaterial. Die Griffe dieser Messer waren ganz aus Metall, eine Auflage weiterer nicht mehr erhaltener Bestandteile aus organischem Material (beispielsweise im Lauf der Zeit verrottetes Holz) wird von den Wissenschaftlern nicht angenommen.[12] Diese Vollgriffmesser wiesen verschiedene Klingenformen und Griffgestaltungen auf. Sie wurden in einem einschaligen Guss hergestellt und sind daher einseitig profiliert. SpÀter kamen zweischalige Gussformen in Gebrauch, was die Messer beidseitig profilierte.

Insbesondere bei den Römern wurden Messer aus Messing hergestellt da es gut zum Formguss geeignet und wegen der Gold Àhnelnden Farbe sehr beliebt war.

SpĂ€ter verdrĂ€ngte das Eisen die Bronze als Material weitestgehend, doch einige Vorteile (korrosionsbestĂ€ndigkeit, sprĂŒht im Gegensatz zu Stahl keine Funken) machen Bronzemesser bis heute interessant. Tauchermesser aus Bronze waren daher die bevorzugte Wahl, bis es Titan gab. Noch bis in das 20. Jahrhundert hinein gab es darĂŒber hinaus nicht selten aus Bronze gefertigte Fruchtmesser.

Eisenzeit

Bereits ab der Endbronzezeit kamen Eisenmesser auf, welche die Bronzemesser wegen ihrer vielfĂ€ltigen Vorteile schnell ablösten. Messer mit eisernen Klingen sind in Europa seit der Hallstattzeit nachweisbar. Die VerhĂŒttung von Eisen bei den Hethitern seit dem 17. Jahrhundert v. Chr. ist belegt,[13] eine Technik, die sich erst ab dem 12. Jahrhundert v. Chr. ĂŒber den Vorderen Orient und den Mittelmeerraum ausbreitete und Mitteleuropa spĂ€t erreichte, wo die Eisenzeit erst im 8. Jahrhundert v. Chr. einsetzte und vermutlich erst ab dieser Zeit Stein-, Bronze- und Messingmesser schrittweise ablöste.

Die spĂ€te Verbreitung war auf die Schwierigkeiten der Herstellung zurĂŒckzufĂŒhren. Ein Schmelzen war erst möglich, als Schmelzöfen mit fortgeschrittener Technologie in Gebrauch kamen. Viele Jahrhunderte lang konnte Eisen in der Schmiedeesse nur bis zur Rotglut erwĂ€rmt und mit dem Hammer, zumeist mit Steinambossen, bearbeitet werden. Antike GegenstĂ€nde aus Eisen sind selten, da dieses schnell rostet und im Verlauf weniger Jahrhunderte verschwinden kann. In Ugarit (Syrien) wurde ein Messer aus der Zeit um 1200 v. Chr. gefunden. Die Klinge besteht aus Eisen, der mit goldenen Rauten verzierte Griff aus Kupfer.[14]

Die so etablierte Eisenverarbeitung hielt sich bis in das 12. Jahrhundert, bis die stetige Nachfrage, der vermehrte Wohlstand und viele neue Techniken zu einer Erneuerung der Verfahren fĂŒhrten. In ganz Europa verbreiteten sich moderne Brennöfen, die eine quantitativ höhere Produktion erlaubten. Die Produktion ließ sich mittels BlasebĂ€lgen und durch Wasserkraft bewegten GesenkhĂ€mmern steigern.

Die Antike

Klappmesser aus dem 6. Jahrhundert

In der Antike war das Messer nun allgemeiner, unentbehrlicher, tÀglich verwendeter Gebrauchsgegenstand. Es war bereits mit einer dazu gehörigen Scheide aus Leder versehen. Das typische persönliche Messer jener Zeit hatte einen kurzen, normalerweise aus Holz oder Knochen gefertigten Griff, der genietet oder durch eine Angel oder Erl mit der Klinge verbunden war.

Zur hohen Kaiserzeit des Römischen Reichs gab es ebenso in Serien gefertigte Exemplare der toreutischen KĂŒnste, sehr wertvolle Messer mit einem Griff aus bearbeitetem Silber. Auf den Esstischen erschienen erstmals kleine, zierliche Obstmesser mit Klingen aus Elfenbein oder Knochen. In dieser Zeit fanden sich erstmals Messer mit Klappgriff, die den heutigen Taschenmessern entsprechen und in Skelett-Bauweise hergestellt und in einem StĂŒck aus Bronze gegossen wurde. Auch diese Messer wurden alltĂ€glich im Haushalt und bei der Arbeit eingesetzt sowie als Jagdmesser oder Opfergabe verwendet. Es gab sogar Eisen- oder Bronzemesser mit Griffen aus Holz oder Eisen, seltener aus Elfenbein. Oftmals waren diese Griffe mit Figuren oder Dekorationen verziert. Die Tischmesser hatten eine kleine, leicht abgerundete Klinge.

Desgleichen war das Opfermesser (secespita) von hoher Bedeutung. Der römische Priester schnitt damit die Stirnhaare des Opfertiers ab. Das Messer wies eine lange und breite, fast dreieckige Klinge mit einem kurzen und breiten Griff auf. Alle Gesellschaften, in denen die Religion Blutopfer verlangte, töteten ihre Opfer mit dem Messer, nie mit dem Schwert, wĂ€hrend fĂŒr den Selbstmord hĂ€ufig nicht das Messer, sondern eine Waffe (Brutus, Marc Antonius) benutzt wurde, vorzugsweise das Schwert. Eiserne Messer waren als Kultmesser verpönt. Eisen stellte nĂ€mlich gegenĂŒber Stein und Bronze etwas Neues dar, wĂ€hrend Religion und Magie das Alte bewahrten.[15]

In der Antike kam eine Vielfalt von chirurgischen Messern auf. Den hippokratischen Ärzten war der Gebrauch des Messers untersagt, es war den Chirurgen vorbehalten. Im Römischen Reich bestand die typische Ausstattung des Chirurgen aus diversen Messern in verschiedenen LĂ€ngen und Breiten sowie einer schaufelförmige Ohrsonde, deren Rand messerscharf war. Die Instrumente waren typischerweise komplett aus Bronze gefertigt, wĂ€hrend die chirurgischen Messer Griechenlands aus einem Bronzegriff und einer Stahl-Klinge bestanden. Diese konnte doppelschneidig sein. Es gab aber auch Messer, die nur auf einer Seite eine scharfe Klinge aufwiesen und auf der anderen Seite als Spatel dienten, einem messerklingenartigen, lĂ€nglich flachen, aber nicht schneidenden Instrument. So fĂŒhrte man mit der scharfen Seite den Schnitt, wĂ€hrend man mit der stumpfen Seite die verschiedenen Weichteile auseinander hielt. Bei diesem Messer gingen Griff und Klinge ineinander ĂŒber, es handelte sich also um die Vorstufe des klassischen Skalpells. Diese Messer wurden hauptsĂ€chlich zum Entfernen von GeschwĂŒlsten oder anderen „Fremdkörpern“ verwendet. Der Polypenspatel war ein zweischneidiges Messer mit nur mĂ€ĂŸig scharfer Klinge, das zur Abtrennung weicher Gewebeteile wie Polypen verwendet wurde. Zu dieser Gruppe der chirurgischen Instrumente gehörte die Amphismela, eine „BeinsĂ€ge“, ein griechisches zweischneidiges Messer, das bei Amputationen eingesetzt wurde.[16]

Auch die Kelten[17] stellten hochwertige, funktionale und â€“ aus kĂŒnstlerischer Sicht – schöne Klingen her.

Mittelalter

Nachbau eines mittelalterlichen Tafelmessers

Im Mittelalter waren bei beiden Geschlechtern einfache Gebrauchsmesser als persönliche AusrĂŒstung ĂŒblich, die stĂ€ndig mitgefĂŒhrt wurden. Seit mindestens dem 15. Jahrhundert wurde das Messer als persönliches Essbesteck zusammen mit einem Löffel in einem Lederfutteral am GĂŒrtel getragen. Dieses Futteral beziehungsweise Etui wurde „Besteck“ genannt; die Bezeichnung ging spĂ€ter auf den gesamten Satz der Esswerkzeuge ĂŒber.

Im 17. Jahrhundert kam zum Essbesteck in Europa nach und nach eine in der Regel zweizinkige Vorlege- bzw. Tranchier-Gabel hinzu, wobei die Besteckteile ĂŒberwiegend mit Klappgriffen ausgerĂŒstet waren. Der Gebrauch von Besteck bei Tisch war indes zögerlich und bĂŒrgerte sich erst im 19. Jahrhundert auf breiter Basis ein. Bis dahin dominierte der Löffel als Esswerkzeug, wĂ€hrend das Messer vorwiegend zum vorherigen Zerkleinern in mundgerechte Portionen Verwendung fand. So bezeugt die Schilderung des Erasmus von Rotterdam, in stĂ€dtischen Gasthöfen befinde sich nur das Notwendigste an Geschirr, Messer habe der Gast selbst mitzufĂŒhren, das Vorhandensein von persönlich getragenen Messern noch im 16. Jahrhundert.[18]

In einem mittelalterlichen Haushalt fanden sich verschiedene Messertypen â€“ klein und krumm, mit geteilter Klinge zum Schneiden und Aufspießen oder mit einem Haken als Spitze zum Abschaben von Knochen, Festhalten oder Aufspießen von Fleisch. Jedoch brachten GĂ€ste zu einem gemeinsamen Mahl ihre eigenen Tischmesser mit, mit denen sie FleischstĂŒcke aufspießten und zum Mund fĂŒhrten, wenn sie die Finger nicht zum Essen verwendeten. In diesem Punkt unterschieden sich Bauerntisch und königlicher Hof nicht. Beim mittelalterlichen Festessen am Hof wurden die Speisen vor den GĂ€sten von einem Vorschneider, dem so genannten Tranchiermeister, in mundgerechte HĂ€ppchen zerlegt, was den Gebrauch eines eigenen Messers ĂŒberflĂŒssig machte. Die Zeremonie des Tranchierens blieb bis in die Renaissance eine Tischsitte bei Hofe.

Das Aufkommen reiner Tafelmesser â€“ oft unberechtigterweise mit dem Niedergang des Mehrzweckmessers gleichgesetzt – ist von der Wissenschaft nicht abschließend datiert. Haedeke nimmt das Ende des 16. Jahrhunderts an und unterscheidet seither zwischen „vornehmen HĂ€usern“, in denen jedem Gast ein eigenes Tafelmesser bei Tisch vorgelegt wurde und „einfachen Leuten“, die ihr Messer selbst mitbrachten. WĂŒhr[19] hingegen sieht die Verbreitung des Tafelmessers bereits im 15. Jahrhundert. Nach seiner Ansicht wurde es zusammen mit einem grĂ¶ĂŸeren Messer in einer Scheide getragen und stets mitgefĂŒhrt.

Die Form der Tafelmesser wird ĂŒbereinstimmend beschrieben: Es handelte sich um schlanke, oft spitze Messer, die sich durch eine geringere KlingenlĂ€nge und feinere Griffgestaltung auszeichneten.[20]

Neuzeit

Noch im Europa des 14. Jahrhunderts wurden Eisengewinnung im Rennfeuer vorgenommen, doch erst gegen Ende des Mittelalters konnte mit der EinfĂŒhrung von Hochöfen Gusseisen in grĂ¶ĂŸeren Mengen erzeugt werden. Aus diesem Roheisen wurde durch GĂ€rben, spĂ€ter durch Frischen und Puddeln, schmiedbares Eisen und Stahl in besserer QualitĂ€t erzeugt.

Mit dem Beginn des 16. Jahrhunderts formten sich bis zum 18. Jahrhundert umfangreiche Tischsitten aus.[21] Diese Ästhetisierung verlangte neues, kostbares und prunkvolles TischgerĂ€t. Bei Hofe entfaltete sich der Akt des Tranchierens zu seiner vollen BlĂŒte. Das EssgerĂ€t wurde weiterhin von jedem Gast zu einem Mahl mitgebracht. Messer, besonders mit Silbergriff und reicher Verzierung, wurden zu einem wichtigen Statussymbol.

Kostbares, vielteiliges Tischbesteck aus Sterlingsilber, aus dem frĂŒhen 20. Jahrhundert einschließlich Tranchierbesteck (ganz rechts)

Im Barock und Rokoko waren bedeutende Neuerungen in Form, Funktion und Dekoration zu beobachten. Der auffallendste Wandel war die Entwicklung vom „stehenden“ zum „liegenden“ TischgerĂ€t, verbunden mit der Tatsache, dass der Gast sein Besteck â€“ also gleichfalls das Messer – nicht mehr mitbringen musste. Zum ersten Mal trat die gemeinsame Gestaltung von Messer, Löffel und Gabel in den Vordergrund. Es entwickelte sich ein differenzierter Stil des Speisens, mehrtĂ€gige Ess- und Trinkgelage wie in der Renaissance wurden zurĂŒckgedrĂ€ngt. Das Schau-Tranchieren verlor im Laufe des 18. Jahrhunderts an Bedeutung. Die damit in Zusammenhang stehenden AktivitĂ€ten verlagerten sich mehr und mehr in die KĂŒche. Die FunktionsĂ€nderung bedingte eine Änderung der Form: Das Messer verlor seine Spitze zum Aufspießen, da diese Anforderung vom Pfriem beziehungsweise der sich immer mehr durchsetzenden Gabel ĂŒbernommen wurde.

Das 1771 erschienene Werk des Messerschmieds Jean Jacques Perret (1730–1784): L'Art du Coutelier (Die Kunst des Messerschmieds) beschrieb detailliert die seinerzeit modernsten ArbeitsvorgĂ€nge zur Herstellung von Messern und chirurgischen Instrumenten. Es wurde zum Standardwerk des 18. Jahrhunderts und wirkte dabei mit, dass Frankreich bei den Klapp- oder Taschenmessern zum MarktfĂŒhrer aufstieg. Auch die zeitgenössische Mode half: Der perfekt ausgestattete „Herr der guten Gesellschaft“ fĂŒhrte neben einer reich verzierten Schnupftabakdose und einem schmucken Spazierstock stets ein ebenso wertvolles wie hĂŒbsches Taschenmesser mit sich. Das Repertoire der Pariser Messerschmiede schloss daneben SpezialgerĂ€te zum medizinischen Gebrauch, zur Kosmetik und fĂŒr den Friseurberuf ein.

Mit der Französischen Revolution und dem Napoleonischen Kaiserreich bildeten sich neue Lebensweisen heraus, die vor allem auf die beginnende Industrialisierung zurĂŒckzufĂŒhren waren. Die Industrialisierung wirkte sich auf das Messer aus, das bald nicht mehr nur in kostbaren Unikaten, sondern als billige Massenproduktion erhĂ€ltlich war. Neue industrielle Techniken wie das Stanzen erlaubten eine gleichbleibende, akzeptable QualitĂ€t bei niedrigen Kosten. Diese Entwicklungen fĂŒhren dazu, dass der althergebrachte Handwerksberuf des Messerschmieds nahezu verschwindet und erst am Ende des 20. Jahrhunderts eine Renaissance erlebt.

Der um 1912 entwickelte rostfreie Stahl, der einen erhöhten Gehalt von Chrom (13 bis 15 Prozent) aufweist, somit die Klinge glĂ€nzender erscheinen lĂ€sst und gegen UmwelteinflĂŒsse wie Feuchtigkeit und schwache SĂ€ure resistenter als Kohlenstoffstahl ist, wird seitdem zunehmend, jedoch nicht ausschließlich, als Klingenmaterial verwendet.

Schneiden

Elektrisches Messer

Mit dem Messer ist vorrangig der Vorgang des Schneidens verbunden, wobei das Messer allgemein als ein Schneidwerkzeug mit spanlosem, trennendem Schnitt anzusehen ist. Technisch gesehen handelt es sich dabei um ein nicht zerspanendes Keilschneiden, das hauptsĂ€chlich dem Trennen biegeschlaffer SchnittgĂŒter dient, bei dem das Schneidgut auseinandergedrĂŒckt wird. SchneidfĂ€higkeit und Schnitthaltigkeit bestimmen dabei die GĂŒte des eingesetzten Messers.

Die Hauptkomponente beim Zerteilen eines Stoffs ist der Druck. Ein gutes Messer zum Schneiden ist so beschaffen, dass die Schneide möglichst dĂŒnn ist. Je kleiner ihre FlĂ€che, desto grĂ¶ĂŸer wird der Druck, den das Messer beim Schneiden ausĂŒben kann. Die AuflageflĂ€che stumpfer Messer ist zu dick, um problemlos durch das Schnittgut gleiten zu können. Bei gleichem Energieaufwand dringen scharfe Messer demgemĂ€ĂŸ tiefer in das Material ein als stumpfe. In der hĂ€uslichen Praxis unterscheidet man den Druckschnitt (z.B. beim Rasieren) vom Zugschnitt, wie er meist in der KĂŒche angewendet wird.

Dringt die harte Klinge des Messers in weicheres Schnittgut ein, zerstört es an der Schnittstelle die molekulare Struktur dieses Schnittguts. Feste Materie besteht aus eng gepackten MolekĂŒlen, die von elektrischen BindungskrĂ€ften zusammengehalten werden, die nur auf kurze Distanz wirken. Sobald die keilförmige Schneide die MolekĂŒle weit genug auseinandergedrĂŒckt hat, werden diese BindungskrĂ€fte zu schwach und die MolekĂŒle verlieren ihren Zusammenhalt.

Im tÀglichen Gebrauch in Haus und Werkstatt wird auf ganz unterschiedliche Weise mit Handmessern umgegangen, wobei man von drei grundlegenden Schnittarten sprechen kann:

  • dem Zugschnitt,
  • dem Druckschnitt und
  • dem schabenden Schnitt.

Das moderne Messer

Es gibt eine reiche Vielfalt von Messerarten und verschiedene AnsÀtze zu Kategorisierung. Hinsichtlich ihres Verwendungszweckes können sie grob eingeteilt werden in

Messer können ebenso nach ihrer Klinge kategorisiert werden: So gibt es lange und kurze, schmale und breite, glatte und gewellte, gerade und gebogene, feste und bewegliche, versenkbare Klingen sowie Messer mit auswechselbaren oder Abbrechklingen (so genannte Cutter).

Die Unterteilungen sind dabei stets fließend; dazu gibt es Spezialmesser, die nicht eindeutig zuordenbar sind. Außer ihrer ursprĂŒnglichen Bestimmung als Schneidewerkzeug entwickelten sich einige Messertypen zu Stich- und Hiebwaffen oder Multifunktionswerkzeugen mit mehreren Klingen, SĂ€gen, Zangen und anderen Kleinwerkzeugen (zum Beispiel Schweizer Messer).

Aufbau

Charakteristische Teile eines Messers

Aufbau und Material der Messer haben sich bis heute kaum verĂ€ndert. GrundsĂ€tzlich besteht jedes Messer aus einer Klinge (1) und einem Griff, auch Heft (2) genannt. Der Teil der Klinge, der nicht im Griff liegt wird Klingenblatt genannt. Jede Klinge hat eine Spitze (3), „Ort“ genannt, und eine Fase oder Wate (Schneidfase auch SekundĂ€rfase oder Schleiffase) (4), die scharfe Kante, von der letztlich die Schneidwirkung ausgeht. Die Schneidfase kann noch eine Mikrofase haben, wenn beim Abziehen der Klinge in einem etwas stumpferen Winkel gearbeitet wird. Die Fase ist die Schneidkante der Klinge, die in einem bestimmten Profil angeschliffen ist. Die verschiedenen FlĂ€chen mit unterschiedlichen Winkeln entfallen, wenn die Klinge insgesamt ballig (konvex) ausgeschliffen ist (Der so genannte "SolingerdĂŒnnschliff" fĂ€llt auch darunter). Der Klingenspiegel bezeichnet die SeitenflĂ€che der Klinge, oberhalb des Anschliffs (PimĂ€rfase)(5) und unterhalb des RĂŒckens (hier liegt die Hohlkehle im Spiegel). Der Spiegel kann auch nur die FlĂ€che des Ricassos meinen, wenn die Klinge einen hohen Anschliff, bis zum RĂŒcken, besitzt. Das Maß zwischen RĂŒcken und Schneidkante wird als Höhe der Klinge bezeichnet. Die der Schneide gegenĂŒberliegende Seite ist der MesserrĂŒcken (6). Unterhalb des MesserrĂŒckens kann eine Hohlkehle (7) Material und somit Gewicht sparen. Die Klinge wird durch diese Sparmaßnahme kaum geschwĂ€cht. Das Ricasso (8) ist der nicht scharfgeschliffene Teil zwischen Griff (beziehungsweise Parierstange) und Schneide; es wird „FehlschĂ€rfe“ genannt. Der Übergang zwischen Blatt und FehlschĂ€rfe oder Kropf wird Einsatz genannt. Die FehlschĂ€rfe ist die Stelle, an der in der Regel die Signatur des Messerschmiedes oder der Manufaktur eingeschlagen wird, die so genannte „Schmiedemarke“ (8). Zwischen Klinge und Griff verhindert hĂ€ufig ein Handschutz (9) das Abgleiten der Hand auf das Blatt.

Die Klinge wird mit dem Erl (nicht zu sehen) im Griff befestigt. Bei einem Messer ist der Erl die VerlĂ€ngerung der Klinge, als Flach oder Rundeisen, die in den Griff hinein reicht. Die Befestigung kann durch einkleben erfolgen oder durch Verstiften von der Seite oder durch vernieten ĂŒber dem Griffende, wozu eine lĂ€ngere Angel notwendig ist. Eine eventuelle Verdickung am Griffende aus Metall heißt Knauf (10), wobei die genauer beschreibenden Begriffe: Beschlag, Griffkappe, Nietscheibe, Nietknauf, NietknĂ€ufchen (auf einem Knauf), verwendet werden. Bei einem Messer mit Flachangel kann diese durch den gesamten Griff reichen und wird dann an den Kanten umlaufend sichtbar. Matallteile die auf eine Flachangel genietet oder gelötet werden um die Enden des Griffes zu stabilisieren und/oder zu schmĂŒcken, werden Backen genannt, wenn es kein Knebel ist. Ein Knebel(oder Handschutz) wird als solches bezeichnet, wenn es ein einzelnes Bauteil ist, was auf die Angel geschoben wird. Integralmesser sind solche, bei denen in der Bezeichnung betont wird, dass die Klinge mit einem Kropf oder Knebel und die Angel (hier meist Flachangel) aus einem StĂŒck hergestellt wurden. Bei einem Vollintegralmesser ist ZusĂ€tzlich auch der Knauf mit den anderen Teilen zusammen aus einem StĂŒck gefertigt. Die Außenseiten des Griffes bestehen, bei Messern mit Flachangel, hĂ€ufig aus zwei Griffschalen, die meist aufgenietet werden. Der Fangriemen, (das BĂ€ndsel regional) (11), ein Lederriemen oder eine Schnur, dient der leichteren Handhabung des Messers. Gebrausmesser werden im allgemeinem nach dem wichtigstem Teil, der Klinge, und deren Form oder Zweck benannt. Bei historischen Messern wird hĂ€ufiger die Form und Gestaltung der Klinge nur als Nebenmerkmal gesehen, wĂ€hrend die typologische Hauptbedeutung in die Form des Griffes gelegt wird.

Klinge

siehe auch Hauptartikel: Klinge
Keramikmesser
Damaszenerklinge

In der Hauptsache wird fĂŒr die Klinge des modernen Messers Messerstahl verwendet, der sich je nach Zusammensetzung der Legierung durch spezifische Eigenschaften auszeichnet. Daneben gibt es metallische Klingen aus Titan- oder anderen nicht-eisenhaltigen Legierungen (wie Talonite oder Stellite). Klingen aus Schneidkeramik, meist aus Zirconiumdioxid, stellen keine wirkliche Alternative zu metallischen Klingen dar. Die Klingen sind zwar hĂ€rter, aber nicht schĂ€rfer. Sie behalten diese meist geringe SchĂ€rfe zwar lĂ€nger als Klingen aus Stahlwerkstoffen, jedoch ĂŒberwiegen meist die Nachteile der geringen SchneidfĂ€higkeit aufgrund extrem derber Schneidengeometrie und der fehlenden NachschĂ€rfbarkeit fĂŒr den durchschnittlichen Nutzer. Besonders von Nachteil ist die hohe BruchanfĂ€lligkeit aufgrund ihrer extrem spröden Materialstruktur. Selten werden Kunststoffe verwendet, die vergleichsweise wenig schnitthaltig sind, so dass der Einsatz eingeschrĂ€nkt ist. Ein Beispiel dafĂŒr ist Einweg-Partybesteck.

Ganz besonders hĂ€ngt die QualitĂ€t einer Klinge von den Eigenschaften des verwendeten Stahls ab. Im Wesentlichen bestimmt bei traditionellen (vorindustriellen) Klingen der Kohlenstoffgehalt die erreichbare HĂ€rte des Stahls. Es gibt unterschiedliche Herstellungstechniken: das Raffinieren, wobei ein Material mit sich selbst verschweißt wird, um besondere Reinheit und HomogenitĂ€t zu erreichen, und das Damaszieren. Die Damaszenerklinge besteht aus verschiedenen StĂ€hlen mit leicht unterschiedlichen Legierungsbestandteilen, was zu vielfĂ€ltigen Mustern auf der KlingenoberflĂ€che fĂŒhrt. Damaszenerstahl war seinerzeit der Waffenherstellung vorbehalten und zunĂ€chst nur bei Schwert-, SĂ€bel- und Messerklingen zu finden, die den Blankwaffen zuzurechnen sind. Dieser Stahl wurde zur Waffenherstellung verwendet, weil er die guten Eigenschaften von weichen und harten Stahlsorten verband: ElastizitĂ€t und Schnitthaltigkeit. Heutzutage gibt es Stahlsorten, welche die Vorteile des Damaszener Stahls ohne seine Nachteile (beispielsweise unsichtbare Schweißfehler zwischen den Lagen) besitzen, so wird dieser nur noch aus kĂŒnstlerischen und Ă€sthetischen GrĂŒnden verwendet.

Bei besonderen Klingen wird zwei– oder mehrlagiger Stahl verwendet, der aus Schichten von zĂ€hem Eisen, Federstahl oder Werkzeugstahl bestehen kann. Bei manchen Klingen können die Muster, welche bei der Fertigung entstehen, ein typisches Erkennungsmerkmal fĂŒr eine bestimmte Technik sein.

Die HÀrte einer Klinge wird mit der RockwellhÀrte (HRC) angegeben.

Feststehende Messer

Feststehende Messer verfĂŒgen ĂŒber eine feste, meist durchgehende Klinge, die in der Regel mit einem Griff verbunden ist, etwa bei den meisten KĂŒchenmessern. Kampfmesser und Dolche fĂŒr die militĂ€rische Verwendung gehören ebenso dazu. Zu feststehenden Messern zĂ€hlen die lĂ€ngsten Messertypen, wie zum Beispiel Bajonette von ĂŒber 50 Zentimetern LĂ€nge. Durch die stabile Verankerung der feststehenden Klinge können diese Messer stĂ€rkere QuerkrĂ€fte vertragen. Außerdem ist bei einem feststehenden Messer nicht die Gefahr gegeben, dass die Klinge, wie bei einem Klappmesser, bei extremen Belastungen aus dem Schloss bricht. Daher werden feststehende Messer aus GrĂŒnden von StabilitĂ€t, Sicherheit und leichterer Reinigung fĂŒr viele Einsatzzwecke bevorzugt. Am stabilsten sind Integralmesser, bei denen der gesamte Messerkörper aus einem StĂŒck Stahl geschmiedet wird.

Eine besondere Form hat das Faustmesser bei dem die Klinge parallel oder rechtwinklig zum Griff angebracht ist.

Klappmesser

römisches Taschenmesser mit Nachbildung

Bei Klappmessern –  einer Art Taschenmesser  – ist die Klinge beweglich, liegt zwischen zwei Wangen und kann mittels Daumendreh oder Fingerzug in den Griff eingeklappt beziehungsweise aktiviert werden. Die ersten Klappmesser entstanden im Römischen Reich (siehe Bild). Manche Klappmesser sind besonders fĂŒr den Gebrauch mit nur einer Hand konzipiert und werden Einhandmesser genannt. Gebrauchsklappmesser verfĂŒgen zum Schutz gegen ein unbeabsichtigtes Zuklappen oft ĂŒber eine feststellbare Klinge, auch kann auf dem MesserrĂŒcken eine Sperre zur Messerverriegelung gelöst werden. Da der Schwachpunkt in der Drehachse der Klinge liegt, sind KlingenlĂ€ngen bis maximal zehn Zentimeter ĂŒblich, wenn auch immer wieder vereinzelt große Klappmesser auf den Markt kommen. Zum Transport wird die Klinge in den Griff eingeklappt.

Viele Klappmesser Schweizer Art beziehungsweise Nachahmungen enthalten neben der eigentlichen Messerklinge noch diverse Werkzeug-Klingen, wie etwa Korkenzieher (schweizerisch: Zapfenzieher), Ahle, Lupe, Kombizange, Schraubendreher etc.

Fallmesser sind eine spezielle Art von Klappmessern. Bei ihnen fÀllt die senkrecht verborgene Klinge durch Schwerkraft oder Schleuderbewegung aus dem Griff.

Eine weitere VarietÀt sind Springmesser, bei denen die Klinge mittels Feder- oder Wurfkraft aus dem Heft in einem Bogen nach vorne geschleudert und dort verriegelt wird.

Das Balisong ist eine spezielle Art von Klappmesser, bei dem zwei hohle GriffhÀlften, die jeweils um 180° geschwenkt werden können, die Klinge bei geschlossenem Zustand in sich aufnehmen.


Kulturelle Bedeutung

Ägyptisches Ritualmesser fĂŒr den Opferdienst, ca. 3000 v. Chr.

Das frĂŒhgeschichtliche Messer hatte Waffencharakter, und bis zur Trennung von Messern und messerartigen Waffen wurden Messer an der Speisetafel als Bedrohung angesehen.

Die westliche Welt

Dieses gewalttĂ€tigen Anscheins war sich die Kultur der westlichen Welt lange bewusst und hat das Tischmesser folglich mit einer Vielzahl von Tabus belegt: Es sei nicht zum Mund zu fĂŒhren, also nicht auf sich selbst zu richten, es dĂŒrfe damit nicht auf jemand anderen gedeutet werden und das Messer solle nicht mit der Spitze voran gereicht werden. Hierzu gehört weiterhin das Tabu, Fisch mit dem Messer zu zerteilen, das durch spezielle – stumpfe – Fischmesser umgangen wurde, genauso wie es als unschicklich galt, Kartoffeln und Knödel zu zerschneiden oder FrĂŒhstĂŒckseier mit dem Messer zu kappen.

Das so genannte Reformbesteck, eine von dem österreichischen Architekten Otto Wagner fĂŒr die Wiener WerkstĂ€tte entworfene Gabel mit einer Vertiefung und drei Zinken, von denen die linke verbreitert und leicht angeschliffen war, mit der man also nicht nur aufspießen, sondern gleichzeitig schöpfen und schneiden konnte, konnte sich nicht durchsetzen, obwohl sie als „Kaisergabel“ bekannt wurde, nachdem Kaiser Wilhelm II. sie wegen seiner Körperbehinderung benutzt hatte.[22] Auch Kaiser Franz Joseph bediente sich bei Tisch nur ungern des Messers. Das Fleisch musste so zart und weich sein, dass es sich leicht mit der Gabel zerteilen ließ. Dem entspricht die amerikanische Angewohnheit, Messer möglichst nur zu Beginn der Mahlzeit zum Zerteilen des Fleisches zu verwenden und sie dann beiseite zu legen.

Ostasien

Der gesamte ostasiatische Raum bildete hinsichtlich des Essbestecks von denen des Westens unterschiedliche Gewohnheiten aus: Fleisch und GemĂŒse werden bis heute zugeschnitten, bevor sie zubereitet beziehungsweise auf den Tisch gebracht werden. Zum Essen werden hölzerne StĂ€bchen benutzt. GrĂ€berfunde belegen, dass diese Form des Tischbestecks in China bereits um 1500 v. Chr. Verwendung fand. Im 7. Jahrhundert gelangten die EssstĂ€bchen durch buddhistische Priester und Missionare aus China nach Korea und Japan. Insbesondere fĂŒr Chinesen und Japaner wirkte das europĂ€ische Tischbesteck gewalttĂ€tig und bedrohlich, sie spöttelten gar, die EuropĂ€er seien Barbaren, Ă€ĂŸen sie doch mit Schwertern.

China

In China wurde das Messer sogar zum Zahlungsmittel (Dao, „Messer-MĂŒnzen“) und auch umgekehrt MĂŒnzen-Messer oder MĂŒnzen-Schwerter. Die Tang-Periode gilt hinsichtlich Silberbearbeitung und AusfĂŒhrung kĂŒnstlerischer Messergriffe der Messer als wichtig, die als Statussymbol oder fĂŒr Zeremonien dienten. Aus der Shang-Periode wurden eine Reihe von Ritualmessern mit Jade-Griffen aus Turkestan gefunden, deren genaue Verwendungsweise noch unbekannt ist. Es könnte sich um Grabbeigaben oder Zeichen der Macht oder des Standes gehandelt haben.

Chinesische Kochmesser

Chinesische Schneidewaren haben eine lange Tradition, die heutzutage indes teilweise in Verruf geraten ist, weil der Markt weltweit mit Billigmessern fragwĂŒrdiger chinesischer Herkunft ĂŒberschwemmt wird. China ist heute der Dreh- und Angelpunkt der internationalen Markenpiraterie. Chinesische Plagiatoren gehören zu den professionellsten der Welt, und nahezu sĂ€mtliche Markenmesser stehen in der Gefahr, kopiert zu werden. Davon betroffen sind Traditionsmarken des eigenen Landes: Im August 2004 musste Wangmazi Scissors, ein mehr als 350 Jahre altes chinesisches Traditionsunternehmen fĂŒr Schneidewerkzeuge Konkurs anmelden.[23] Das Unternehmen war 1651 in der Qing-Dynastie gegrĂŒndet worden und stand als Inbegriff fĂŒr chinesische Messer und Scheren höchster QualitĂ€t. Immer mehr Kopien, die sich „Old Wangmazi“ oder „True Wangmazi“ nannten, machten der Originalmarke Konkurrenz. Zum Schluss waren es Dutzende von FĂ€lscherfirmen, die jĂ€hrlich mehr als fĂŒnf Millionen Imitate allein auf den chinesischen Markt brachten.[24]

Das klassische chinesische Kochmesser hat die Form eines Hackbeils, ist zur ZertrĂŒmmerung harter Knochen und Knorpel nicht geeignet, sondern wird fĂŒr das Schneiden und Hacken von KrĂ€utern und GemĂŒse verwendet. Die Klinge ist traditionell aus nicht rostfreiem Stahl gefertigt und muss daher sorgfĂ€ltig gepflegt werden, wenn sie nicht rosten und vorzeitig unbrauchbar werden soll.

Japan

In Japan erreichte die Kunst der Schwert- und Messerherstellung einen anderswo kaum zu findenden Standard, obwohl die Metallverarbeitung erst im 3. Jahrhundert v. Chr. einsetzte. Es wurde Bronze wie Eisen verarbeitet, Stahl erreichte beachtenswerte technische QualitĂ€ten. Daher sind japanische Messer hoch begehrt. Bis heute werden KĂŒchenmesser – Hƍchƍ â€“ auf SchĂ€rfe geeicht. Traditionell gefertigte japanische Messer besitzen einen runden Holzgriff, der gut in der Hand liegt. Bei manchen Messern ist der Griff in Kastanienform gefertigt, wodurch die Messer zusĂ€tzlich in der Hand fixiert werden. Ab der Muromachi-Zeit wurde das Schwert nicht mehr am GĂŒrtel (Obi) befestigt, sondern in ihn gesteckt, was zu einer VerĂ€nderung des Zubehörs fĂŒhrte: In die feste, lackierte Holzscheide (Saya) des Schwertes (Katana) wurde ein schmales, kurzes, Beimesser (Kozuga) gesteckt, das in der Form einem kleinen Dolch gleicht. Es wurde traditionell an jedem mittleren Schwert (Wakizashi) angebracht.

SĂŒdasien

In SĂŒdasien und insbesondere Indien konnten sich jahrtausendelang weder EssstĂ€bchen noch Messer und Gabel als Essbesteck durchsetzen, vielleicht auch deswegen, weil Fleisch traditionell selten auf der Speisekarte steht. Hier wird unter alleiniger Verwendung der (reinen) rechten Hand gemeinsam von großen Tellern gegessen.

Zudem weist Indien die Besonderheit einer eigenen Herstellungsweise des Damaszenerstahls auf, die Bidri genannt wird. Hierbei wird Silber mit einer Legierung aus Blei, Zink und Zinn ĂŒberzogen und dann chemisch geschwĂ€rzt. Daneben hat das Messer in Indien â€“ wie andere GebrauchsgegenstĂ€nde – aufgrund von Gestaltungsbesonderheiten und kostbaren Materialien kĂŒnstlerischen Wert. So finden sich viele mit Edelsteinen, Gravuren oder Ziselierungen reich verzierte Griffe aus Jade, Silber oder Gold. Gewöhnlicher, oft nicht weniger kunstvoll sind Griffe aus Elfenbein oder Knochen, geschnitzt oder mit Intarsien versehen. Besonders in Kaschmir wird noch heute Sandelholz verarbeitet.

Schwarzafrika

Auch in Schwarzafrika entwickelte sich das Messer zum Zahlungsmittel, wo es neben Muschelgeld gebrÀuchlich war. Typische Geldfunktion hatten die Wurfmesser in Gabun und in Angola oder die zeremoniellen Messer als Zeichen der Macht in Benin und Nigeria.

Bedeutung als Waffe

Ein Sturmgewehr mit Bajonett
Bajonett mit Scheide

Die militĂ€rische Bedeutung des Messers als Waffe war schon immer gering, obwohl es oft zur AusrĂŒstung gehört. In der Regel ist es ein Werkzeug und erst in zweiter Linie eine Waffe. Als Waffe wurden vor der Entwicklung der Feuerwaffen hauptsĂ€chlich lĂ€ngere Hieb- und Stichwaffen, wie Schwert oder SĂ€bel, die eine grĂ¶ĂŸere Reichweite ermöglichten, eingesetzt. Mit der EinfĂŒhrung der Gewehre wurde fĂŒr den Nahkampf das meist aufsteckbare Bajonett entwickelt, das aber keine Schneide hatte, weil es ausschließlich zum Stechen verwendet wurde. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich Messerbajonette, die auch vollwertige Messer waren. Bei den beengten RaumverhĂ€ltnissen im Grabenkrieg des ersten und des Zweiten Weltkrieges erlangte das Messer als Waffe eine gewisse Bedeutung.

Eine weitaus grĂ¶ĂŸere Bedeutung hat das Messer als Waffe im zivilen Bereich. Es ist problemlos zu beschaffen, kann jederzeit mitgefĂŒhrt und unauffĂ€llig am Körper getragen werden. In LĂ€ndern, in denen der Schusswaffenbesitz eingeschrĂ€nkt ist, stellen messerartige GegenstĂ€nde die bei Gewaltstraftaten am hĂ€ufigsten eingesetzten Waffen dar; in Europa ĂŒberwiegen Angriffe mit Hieb- und Stichwaffen, vor allem mit Messern (siehe Messerstecherei und Waffenmissbrauch). Aus diesem Grund sind Messerarten, die einen besonderen Waffencharakter haben, in vielen LĂ€ndern rechtlich reglementiert. Das betrifft vor allem einen Teil der Klappmesser. Viele Taten werden aber mit normalen KĂŒchenmessern verĂŒbt. In Großbritannien, wo eine anscheinend dramatische Zunahme von Messerstechereien gerade unter Jugendlichen zu verzeichnen sein soll, hat Scotland Yard Mitte 2008 mit einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne gegen Messer versucht, die blutige Gewalt unter Jugendlichen einzudĂ€mmen.[25][26]

Traditionelle Messer

Ulu, das Messer der Inuit
Kukri mit Löwenkopfgriffkappe
  • Das Ulu ist das traditionelle Messer der Inuit, zum Entfleischen der Felle und zum Zerteilen von Fisch und Fleisch.
  • Das Khukuri ist das gekrĂŒmmte Kampfmesser der Gurkhas, der legendĂ€ren Krieger aus den Bergen Nepals.
  • Das Navaja ist ein spanisches Klappmesser, das erstmals um das 15. Jahrhundert auftauchte.
  • Ab dem spĂ€ten 17. Jahrhundert verbreitete sich in Frankreich und den angrenzenden LĂ€ndern in allen Volksschichten ein preiswertes Messer, das von Eustache Dubois entwickelt worden war. Es hatte eine Klinge mit doppelter Rundung und falscher Schneide und wurde mit einem sichtbaren Niet im Schaft des Griffes befestigt, die in einer geschmiedeten Verdickung des Keils gehalten wurde. Das Messer wurde im Volksmund Eustache genannt, was in der französischen Umgangssprache bis in das 20. Jahrhundert umgangssprachlich fĂŒr ein kleines, handliches Taschenmesser stand.
  • Die Messerschmiede Zwilling des Solinger Messermachers Peter Henckels ließ am 13. Juni 1731 den Zwilling als Schutzmarke in die Solinger Messermacherrolle eintragen. Damit ist Zwilling eines der Ă€ltesten Warenzeichen der Welt.
  • Das Laguiole ist ein traditionelles Taschenmesser des beginnenden 19. Jahrhunderts aus der Auvergne in Zentralfrankreich, das in der von Perret beschriebenen Arbeitsweise angefertigt wurde und das bis heute von verschiedenen Firmen, unter anderem in den Orten Laguiole und Thiers, hergestellt wird.
  • 1890 entwickelte Joseph Opinel ein simples und preiswertes, zur Landarbeit gedachtes Klappmesser mit Holzgriff, das seither vom gleichnamigen Unternehmen im französischen Savoyen hergestellt wird.
  • Der Schweizer Messerschmied Karl Elsener grĂŒndete 1884 die Firma Victorinox und den Schweizerischen Messerschmiedverband, um die Soldatenmesser der Schweizer Armee im eigenen Land herstellen zu können. Aus dem Schweizer Offiziersmesser entwickelte sich das weltweit bekannteste Taschenmesser.
  • Das Bowiemesser, benannt nach dem Trapper James Bowie, gehört zu den Legenden des Wilden Westens.
  • Buck Knives Inc.: Das 1964 herausgebrachte Klappmesser 110 Folding Hunter machte die Firma zu einem der bekanntesten US-Messerfabrikanten.
  • Spyderco ist ein US-amerikanischer Messer-Hersteller, dessen Klappmesser typischerweise ein rundes Loch in der Klinge aufweisen, wodurch das Messer mit einer Hand geöffnet werden kann. Spyderco war der erste Hersteller, der seine Klappmesser mit einem Clip versah, der dazu dient, das Messer an der Kleidung zu tragen.

Wichtige Museen

Die Bedeutung des Messers in der Menschheitsgeschichte vielerorts in Museen gewĂŒrdigt. Hierzu gehört das Deutsche Klingenmuseum in Solingen,[27] dessen Sammlungen vor nahezu 100 Jahren begonnen wurden und das sich der regionalen und internationalen Geschichte der Herstellung von Klingen fĂŒr Schwerter und Degen ebenso wie Messer fĂŒr den tĂ€glichen Bedarf und Bestecke von Weltruf widmet. Es hat die weltweit grĂ¶ĂŸte Bestecksammlung vorzuweisen. Weiterhin gibt es ein Messermuseum in Steinbach an der Steyr, Österreich[28] und das MusĂ©e de la coutellerie in Nogent, Frankreich [29] mit dem Schwerpunkt zu Arbeiten von Nicolas Pelletier (1828-1921). Das MusĂ©e de la coutellier in Thiers, Frankreich[30] zeigt als Schwerpunkt Gebrauchsmesser des 16. Jahrhunderts bis zur Neuzeit, das Museo dell'Arte fabbrile e delle Coltellerie in Maniago (Provinz Pordenone)[31] widmet sich der regionalen traditionellen und modernen Messerherstellung und das Sardische Messermuseum Museo del Coltello Sardo in Arbus, Sardinien (Provinz Cagliari)[32] beherbergt unter anderem das weltgrĂ¶ĂŸte Klappmesser.

Literatur

  • A. E. Hartingk: The Complete Encyclopedia of Knives. Chartwell, 2005, ISBN 0-7858-1997-5. (englisch)
  • Richard Hehn, Norbert Klups: Messer. Profi-Tipps fĂŒr Benutzer und Sammler. Motorbuch, 2001, ISBN 3-613-02100-5.
  • Joe Kertzman: Art of the Knife. Krause Publications, 2007, ISBN 0-89689-470-3. (englisch)
  • Heinz Knorr: Messer und Dolch. Eine Untersuchung zur mittelalterlichen Waffenkunde in gesellschaftskritischer Sicht. In: Veröffentlichungen des Museums fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte Potsdam, Bd. 6 (1971) S. 121-145
  • Roman Landes: Messerklingen und Stahl: Technologische Betrachtung von Messerschneiden. Wieland, 2. Aufl., ISBN 3-938711-04-3.
  • Gabriele Mandel (Hrsg.): Das Messer. Geschichte, Kunst und Kultur. GLB Parkland Vlgsges. Mbh, 1996, ISBN 3-88059-860-6.
  • Jean-Noel Mouret: Messer. Moewig, 2001, ISBN 3-8118-1706-X.
  • Don Paul: Everybody’s Knife Bible. Pathfinder Pubns, 1999, ISBN 0-938263-23-4. (englisch)
  • GĂ©rard Pacella: 100 legendĂ€re Messer. Tosa, 2001, ISBN 3-85492-454-2.
  • Vera Bianco Peroni: Die Messer in Italien – I coltelli nell'Italia continentale. C.H. Beck, 1976, ISBN 978-3-406-00766-8. (deutsch-italienisch)
  • Wolfgang Rausch: Das Messer, Waffe und Werkzeug. Motorbuch, 2003, ISBN 3-87943-638-X.
  • Thibaut RĂ©musat: Le Couteau: De la lame Ă  l’identitĂ©. Editions CrĂ©pin-Leblond, 2006, ISBN 2-7030-0286-6. (französisch)
  • Ernst G. Siebeneicher-Hellwig et al.: Messer. Verschönerungstechniken und Materialien. Motorbuch, 2005, ISBN 3-613-02472-1.
  • Hans J Wieland: Messer Katalog 2008. Das große Nachschlagewerk fĂŒr Messerfreunde. Wieland, 2007, ISBN 3-938711-03-5.

Weblinks

 Commons: Messer â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Messer â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikiquote: Messer â€“ Zitate

Einzelnachweise

  1. ↑ Adolf Bach: Die Geschichte der deutschen Sprache. S. 37.
  2. ↑ Kluge, Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. S. 778.
  3. ↑ Heinrich Beck (Hrsg.): Lexikon der germanischen Altertumskunde. S. 539.
  4. ↑ Heinz Knorr: Messer und Dolch. Eine Untersuchung zur mittelalterlichen Waffenkunde in gesellschaftskritischer Sicht. Museum fĂŒr Ur- und FrĂŒhgeschichte Potsdam, 1971, Bd. 6, S. 129–132.
  5. ↑ Gerhard F. W. Holtmann: Untersuchung zu mittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen Messern. S. 541.
  6. ↑ Hanns-Ulrich Haedeke: Schmuck aus drei Jahrtausenden. 1981, S. 28.
  7. ↑ Ernst Probst: Rekorde der Urzeit. Goldmann-Verlag, 1996, ISBN 3-442-12699-1.
  8. ↑ Gabriella Brusa-Zappellini: Lo stregone danzante. Coopli, Mailand 1996, zitiert in Gabriele Mandel (Hrsg.): Das Messer. Geschichte, Kunst und Kultur.
  9. ↑ U. a. Martin Kuckenburg: Der Neandertaler. Auf den Spuren des ersten EuropĂ€ers. Klett-Cotta, 2005, ISBN 3-608-94137-1.
  10. ↑ Gabriele Mandel (Hrsg.): Das Messer. Geschichte, Kunst und Kultur. GLB Parkland Vlgsges. Mbh, 1996, ISBN 3-88059-860-6. S. 13.
  11. ↑ Die Heilkunst der Pharaonen. In: National Geographic Deutschland 2003, S. 62–86.
  12. ↑ LuboĆĄ Jiråƈ: Die Messer in Böhmen. S. 14.
  13. ↑ Jörg Klinger: Die Hethiter. Geschichte – Gesellschaft – Kultur. Beck, 2007, ISBN 3-406-53625-5.
  14. ↑ Manfred Dietrich, Oswald Loretz: Der Untergang am 21.1.1192 v. Chr. von Ugarit. In: Ugarit-Forschungen – Internationales Jahrbuch fĂŒr Altertumskunde im Syrien PalĂ€stinas – Bd. 34/2002. Ugarit-Verlag, 2003, S. 53.
  15. ↑ Georg Luck: Magie und andere Geheimlehren in der Antike. ISBN 3-520-48901-5.
  16. ↑ Jutta Kollesch: Antike Heilkunst. Reclam, 1994, ISBN 3-15-009305-8.
  17. ↑ Konrad Spindler: Die frĂŒhen Kelten. Reclam, 1983, ISBN 3-15-010323-1.
  18. ↑ GĂŒnter Schiedlausky: Essen und Trinken. 1959, S. 38.
  19. ↑ H. WĂŒhr: Altes EßgerĂ€t. 1961, S. 32.
  20. ↑ Gerhard F. W. Holtmann: Untersuchung zu mittelalterlichen und frĂŒhneuzeitlichen Messern. S. 543.
  21. ↑ Norbert Elias beschreibt dies in seinem „Prozeß der Zivilisation“ von 1932 am Beispiel des französischen Hofs Ludwigs XIV..
  22. ↑ Gerta Walsh: Victoria Kaiserin Friedrich.
  23. ↑ Dunlap Codding & Rogers, P. C., Analyse vom 10. August 2004
  24. ↑ Jörg Kammerer (Hrsg.): Piraten, FĂ€lscher und Kopierer. Strategien und Instrumente zum Schutz geistigen Eigentums in der Volksrepublik China. Gabler Verlag, 2006, ISBN 3-8349-0159-8.
  25. ↑ Königreich der Furcht SĂŒddeutsche.de vom 29. Mai 2008
  26. ↑ Scotland Yard: BlutrĂŒnstige Bilder gegen Gewalt Netzeitung vom 29. Mai 2008]
  27. ↑ Deutsches Klingenmuseum, Solingen
  28. ↑ Messermuseum, Steinbach an der Steyr
  29. ↑ MusĂ©e de la coutellerie, Nogent
  30. ↑ MusĂ©e de la coutellier, Thiers
  31. ↑ Museo dell'Arte fabbrile e delle Coltellerie, Maniago
  32. ↑ Messermuseum, Arbus


Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 27. April 2008 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.