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Der Messschieber (in Österreich, der Schweiz und Süddeutschland Schiebelehre, bzw. Schublehre) ist ein Längenmessgerät.
Für die Messung von Außen- und Innenmaßen besitzt der Messschieber jeweils zwei Messschenkel. Außerdem verfügt er meist über eine Tiefenmessstange, die zum Messen von z. B. Bohrungen verwendet wird. Die klassische Ausführung des Messschiebers hat zur Steigerung der Ablesegenauigkeit einen Nonius. Varianten, bei denen der Messwert von einer Rundskala abgelesen werden kann, werden ebenfalls verwendet. Inzwischen werden häufig Messschieber mit einer digitalen Ziffernanzeige eingesetzt. Diese weisen zwar keine höhere Messgenauigkeit auf, lassen sich aber besser und schneller ablesen. Auch die Übertragung der Messdaten zum Computer für eine Auswertung ist möglich.
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Der älteste Fund eines Messschiebers stammt vom griechischen Giglio-Wrack vor der italienischen Küste. Das Schiff sank im 6. Jh. v. Chr. Das hölzerne Exemplar besaß bereits einen festen und einen beweglichen Messschenkel.[1][2] Messschieber blieben auch später bei den Griechen und Römern in Gebrauch.[2][3]
Die für Deutschland fachlich richtige Bezeichnung für das beschriebene Messwerkzeug ist in DIN 862 geregelt und lautet Messschieber.[4]
Hat der Messschieber eine Feststellschraube, so kann er auch als einstellbare Lehre verwendet werden. Daher rühren die Bezeichnungen Schieblehre oder Schublehre unter denen das Gerät häufig nur bekannt ist. Früher wurde umgangssprachlich vor allem in Süddeutschland auch der Begriff „Kaliber“ (englischer Begriff: calliper/caliper) verwendet.
Gute Messschieber bestehen aus gehärtetem nichtrostendem Stahl, um bei häufigem Gebrauch den Abrieb zu mindern und die Maßhaltigkeit dauerhaft zu gewährleisten. Daneben gibt es für geringere Anforderungen auch Produkte aus Messing und Kunststoff.
Messschieber für den Arbeitsbereich Metallbau haben meist auf der Rückseite eine eingravierte Tabelle, auf der den ganzzahligen Gewinde-Durchmessern die Durchmesser der zugehörigen Kernbohrer für die Vorbereitung zum Gewindeschneiden gegenübergestellt sind.
Bei der Messung von Außen- und Innendurchmessern wird im Gegensatz zur Messschraube beim Messschieber das Abbesche Komparatorprinzip nicht eingehalten. Der dadurch bedingte Kippfehler 1. Ordnung führt zu einer im Aufbau des Messschiebers begründeten prinzipiell nicht vermeidbaren Messungenauigkeit. Weitere Fehlermöglichkeiten sind Führungsfehler, Anlagefehler an das zu messende Objekt und Verschleiß (Beschädigung, Verschmutzung). Wenn mit der Tiefenmessstange gemessen wird, wird das Abbesche Prinzip jedoch nicht verletzt, da in diesem Fall Skala und Messstange in einer Flucht liegen.
Das Messen mit dem Messschieber gehört zu den direkten Messverfahren, da Eingangsgröße und Ausgangsgröße identisch sind (in diesem Fall die Länge).
Vorteile des Messschiebers gegenüber anderen Messeinrichtungen sind:
Nachteile sind:
Der Messfehler eines Messschiebers liegt bei 0,2 bis 0,01 mm und ist abhängig von dem jeweiligen Messbereich und der Länge des Messschenkels. Eine höhere Auflösung bietet eine Mikrometerschraube. Hier liegt die Grenze der mechanischen Positioniergenauigkeit bei ca. 1 µm.
Um den unvermeidlichen Messfehler (besser die Messtoleranz) möglichst gering zu halten, können verschiedene Verfahren angewendet werden:
Grundsätzlich gilt für jede Messung, dass die Messschenkel nur bis zum Erreichen eines leichten Widerstandes zusammenzuschieben sind. Jeder Aufwand an Druck verfälscht das Ergebnis proportional.