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Mirza Nasir Ahmad

Khalifat ul-Massih III.
Unterschrift von Mirza Nasir Ahmad

Mirza Nasir Ahmad (Urdu ‏مرزا ناصر احمد‎, DMG Mīrzā Nāṣir Aḥmad; * 9. November 1909 in Qadian; † 9. Juni 1982 in Islamabad) wurde am 8. November 1965 zum dritten Khalifat ul-Massih gewählt. Er war Sohn seines Vorgängers Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Mirza Nasir Ahmad vollendete mit dreizehn Jahren das Auswendiglernen des Korans und wurde Hafiz. Später absolvierte er den Masterabschluss an der Universität Oxford. Er heiratete im August 1934 Mansura Begum. Nach dem Ableben seiner ersten Frau heiratete er am 11. April 1982 Dr. Tahira.[2] Mirza Nasir Ahmad war besonders aktiv im Bereich der Bildung in der Jamaat. So wurde er 1938 Professor an der Jamia Ahmadiyya (Theologische Hochschule), und im Juni 1939 deren Direktor.

Khilafat

Mirza Nasir Ahmad wurde am 8. November 1965 zum Khalifat ul-Massih gewählt und errichtete sogleich nach der Wahl ein Spezialfonds, die Fazle-Umar-Stiftung. Mit dessen Hilfe sollte die Fortsetzung der Arbeiten seines Vorgängers, Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad, gesichert werden. Die Stiftung hat auch die Gründung und den Unterhalt einer Zentralbibliothek in Rabwah finanziert.

„Liebe für alle, Hass für keinen.“

Mirza Nasir Ahmad: Motto der Ahmadiyya (AMJ) [3]

Auslandsbesuche

Auslandsbesuche als Kalif
Die Bascharat-Moschee

Europa

Auf seiner ersten Europareise 1967 hielt er seine Grundsatz-Rede „Eine Botschaft des Friedens, ein Wort der Warnung zugleich“ in London.[4] Am 31. Juli 1967 eröffnete er Nusrat-Jehan Moschee in Kopenhagen. 1976 reiste er nach Europa und Amerika. Am 2. und 3. Juni 1978 wird eine „Konferenz zur Errettung Jesu vom Kreuz“ in London abgehalten.[5] Seine letzte Reise war im Jahre 1980. In dieser Reise legte er unter anderem den Grundstein der Bascharat-Moschee im spanischen Pedroabad. Als Mirza Nasir Ahmad einen Halt in Frankfurt zum Besuch der Nuur-Moschee machte, bekam er Anerkennung von der Frankfurter Rundschau; sie würdigte seinen Besuch in einem Artikel vom 9. Juli 1980.

Bascharat-Moschee

Nasir Ahmad legte am 9. Okt. 1980 den Grundstein für die erste Moschee auf spanischem Boden nach der Ausweisung der Muslime aus Spanien vor über 500 Jahren.[6] Die Bascharat-Moschee (deutsch: Moschee der Frohen Botschaft) wurde in Pedro Abad, Spanien errichtet. Die Eröffnung der Moschee war für 1982 geplant, da aber der Kalif zuvor starb, wurde sie von seinem Nachfolger, Mirza Tahir Ahmad, eröffnet.

Afrika

1970 unternimmt er eine historische Reise durch Westafrika und gründet die Stiftung des „Nusrat-Jehan-Plans“. Mit diesem Plan sollten Schulen und Kliniken in den afrikanischen Ländern eröffnet werden, um so einen sozialen und kulturellen Beitrag zur Entwicklung des Kontinentes zu leisten.[7] Er hat zu einem Spendenaufruf in Höhe von 1 Mio. £ aufgerufen, die Jamaat spendete über 2 Mio. £.

Pakistan

1966 legte Mirza Nasir Ahmad den Grundstein für die Masjid-e-Aqsa in Rabwah, die größte Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat auf der Welt. Als sich die Ahmadiyya dem Ende des ersten Jahrhunderts näherte, gründete der Kalif in der Jalsa Salana 1973 den Hundert Jahre-Jubiläums-Fonds. Ziele waren:

  • Errichtung weiterer Missionszentren in West- und Ostafrika, Kanada, Nord- und Südamerika sowie in den europäischen Ländern
  • Übersetzung des Korans in 100 Sprachen der Welt
  • Herausgabe eines Kommentars des Korans in Arabisch und Persisch
  • Herausgabe islamischer Literatur in allen Kultursprachen der Welt

Anti-Ahmadiyya-Aufstände von 1974

Nasir Ahmad trug durch seine überheblichen Herausforderungen der Orthodoxie maßgeblich zu den Anti-Ahmadiyya-Aufständen von 1974 bei. In der Folge wurde die Ahmadiyya am 21. September 1974 vom pakistanischen Parlament auf Druck sunnitischer Gelehrter Pakistans zu einer nicht-muslimischen Religionsgemeinschaft erklärt. Von der Regierung Bhuttos wurden die Ahmadis fallengelassen, nachdem sie noch 1970 treue Wahlhelfer der Partei waren.[8] Formal wurden sie damit auf eine Stufe mit Juden, Christen, Buddhisten, Sikhs und Hindus gestellt, praktisch aber führte es zur Legitimierung von Gewalt gegen Ahmadis, ihre Moscheen wurden geschändet oder niedergebrannt. Des Weiteren durften sich die Ahmadis sich auch nicht mehr als Muslime bezeichnen.

Mirza Nasir Ahmad und vier weitere Ahmadi-Gelehrte standen zuvor in einer elf-tägigen gerichtlichen Untersuchung, die auf die Unruhen folgte, der Nationalversammlung gegenüber. Als das Oberhaupt und Repräsentant der Ahmadiyya Muslim Jamaat erwiderte alle Vorwürfe, die sich gegen die Jamaat richteten. Trotzdem konnte das Gesetz, welches die Ahmadiyya zu einer nicht-muslimischen Religionsgemeinschaft erklärte, nicht abgewendet werden.[9]

Tod

Er verstarb am 9. Juni 1982 um 00:45 in der Bait-ul-Fazl, Islamabad (Pakistan) im Alter von 73 Jahren. Am 10. Juni wurde er im Bahischti Maqbarah (Rabwah) beigesetzt. Das Totengebet leitete sein Nachfolger Mirza Tahir Ahmad, der am gleichen Tag zum vierten Khalifatul Massih gewählt worden war.

Werke

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Mirza Nasir Ahmad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. A Brief History of Ahmadiyya Movement In Islam, Seite 81
  2. A Brief History of Ahmadiyya Movement in Islam, Seite 94
  3. Das Motto „Love for All, Hatred for None“ erwähnte Mirza Nasir Ahmad in seiner Rede zur Grundsteinlegung der Bascharat-Moschee in Spanien auf englisch. Siehe „Pathway to Paradise“, Kapitel 7
  4. Ansprache am 28. Juli 1967 in der „Wandsworth Town Hall“ in London, Verlag der Islam, 1994, ISBN 978-3-921458-27-3
  5. A Brief History of Ahmadiyya Movement in Islam, Seite 92
  6. Yvonne Y. Haddad, Jane I. Smith: Mission to America. Five Islamic sectarian communities in North America. University Press of Florida, Gainesville 1993, S. 49
  7. A Brief History of Ahmadiyya Movement In Islam, Seite 89
  8. Werner Ende, Udo Steinbach, Renate Laut: Der Islam in der Gegenwart, C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 345f, 355
  9. Constitution (Second Amendment) Act, 1974
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