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Mission to Mars

Filmdaten
Deutscher TitelMission to Mars
OriginaltitelMission to Mars
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2000
Länge110 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
JMK 10
Stab
RegieBrian de Palma
DrehbuchJim Thomas,
John Thomas,
Graham Yost
ProduktionTom Jacobson
MusikEnnio Morricone
KameraStephen H. Burum
SchnittPaul Hirsch
Besetzung

Mission to Mars ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2000 von Regisseur Brian de Palma über einen bemannten Marsflug. Hauptdarsteller sind Gary Sinise, Tim Robbins, Don Cheadle und Connie Nielsen. De Palma wurde 2001 für diesen Film für die Goldene Himbeere in der Kategorie Schlechteste Regie nominiert. Der Film spielte bei einem Budget von 90 Millionen US-Dollar über 100 Millionen US-Dollar ein.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Im Jahr 2020 gelingt es einer Gruppe von Astronauten unter Leitung von Luke Graham, zum Mars zu fliegen und erfolgreich auf der Oberfläche des roten Planeten zu landen. Gleich beim ersten Erkundungsgang geraten sie jedoch in einen heftigen Wirbelsturm, und es gelingt Luke gerade noch, einen Hilferuf in Richtung Erde abzuschicken. Dort wird eilig eine Rettungsmannschaft zusammengestellt, die hinterherreisen und nach Überlebenden suchen soll.

Mit an Bord auf dem beschwerlichen Flug sind Commander Woody Blake und seine Frau Terri, Co-Pilot Jim McConnell sowie der Techniker Phil Ohlmyer. Jim, der noch immer um seine verstorbene Frau Maggie trauert, wird gegen den Willen des Missiondirektors Ramier Beck mitgeschickt, da er wie kein anderer die Beschaffenheit des Mars kennt.

Jim sieht sich noch einmal ein Video seiner Frau an, die darüber philosophiert, dass es die Bestimmung der Menschen sei, auf anderen Welten anderes Leben zu finden. Als die Crew danach das Landemanöver probt, durchschlägt ein Meteoritensplitter die Hülle – und Ohlmyers Hand. Sauerstoff entweicht, der Innendruck des Raumschiffes sinkt. Mit vereinten Kräften können sie das Leck schließen, aber danach wird die Zeit bis zur Landung so knapp, dass sie weitere schwere Schäden an einer Kraftstoffleitung übersehen.

Als die Triebwerke zünden, gerät ausgetretener Treibstoff in Brand und es kommt zu einer schweren Explosion; das Schiff gerät außer Kontrolle. Die Crew verlässt es und begibt sich in Raumanzügen ins All, um auf eine kleine orbitale Versorgungsstation umzusteigen. Commander Blake wird beim Versuch, das Modul zu erreichen, abgetrieben und befiehlt den anderen, ihn zurückzulassen. Terri weigert sich und versucht ihn trotzdem zu retten. Da er weiß, dass sie den Versuch nicht überleben würde, nimmt er seinen Helm ab und begeht so Selbstmord, um sie von diesem Versuch abzuhalten.

Den übrigen drei gelingt eine kontrollierte Landung. Als sie den roten Planeten erreichen, stellen sie fest, dass an der Unglücksstelle ein Strahlungssturm wütet, während nahe dem Basislager drei Gräber ausgehoben wurden. Luke Graham ist immer noch am Leben. Er hat im Gewächshaus der Anlage überlebt und erzählt ihnen, dass er mit Absicht von der Unglücksstelle in der Cydonia-Region ferngehalten wurde, an der sich das „Marsgesicht“ befindet, das von jeher Grund vieler Spekulationen über Leben auf dem roten Planeten ist.

Die Astronauten erkennen, dass die Audiosignale, die das mittlerweile freigelegte Gesicht ausstrahlt, eine grafische Darstellung eines DNA-Strangs ergeben. Sie fügen der Sequenz das fehlende Chromosomenpaar hinzu und übertragen sie. Das monumentale Gesicht beginnt sich daraufhin zu öffnen und offenbart ein technologisch hochentwickeltes Inneres. Jim, Luke und Terri stoßen auf eine holografische Aufzeichnung eines außerirdischen Wesens, das ihnen die gemeinsame Geschichte ihrer Spezies enthüllt:

Einst war der Mars von vielen Lebewesen und einer hochentwickelten Zivilisation bevölkert, bis ein Meteoriteneinschlag das Ökosystem des Planeten zerstörte; die Marsianer flohen in Raumschiffen und hinterließen in den Urmeeren der Erde genetische Proben ihrer eigenen Welt. So entwickelte sich eine vielfältige Flora und Fauna, aus der schließlich die Menschen hervorgingen. Das Gesicht wurde auf dem sterbenden Mars zurückgelassen, damit diese eines Tages wieder mit ihren Vorfahren in Kontakt treten könnten.

Jim McConnell tut genau dies: Er reist mit einem bereitgehaltenen Sternenschiff den Marsianern hinterher, um seinen und Maggies Traum vom Kontakt zu anderen intelligenten Wesen zu verwirklichen. Die anderen machen sich auf den Heimweg und beobachten, wie ihn sein Schiff in eine ferne Galaxie trägt.

Kritiken

  • Das Lexikon des internationalen Films kritisierte das „derivative und wenig fesselnde Drehbuch“.[1]
  • TV Spielfilm beschrieb den Film als „optisch brillantes, aber hohles Werk“.[2]
  • Jeffrey Westhoff schrieb am 3. September 2002 im Northwest Herald: „Wenn Brian DePalmas Film Mission to Mars ein Buch wäre, so hätte es einen gelben Umschlag und den Titel 2001 für Dummys.“

Fehler

Mission to Mars bedient sich zeitweise einer sehr wissenschaftlich wirkenden Terminologie, weist aber gerade in diesem Bereich eine Menge faktischer Fehler auf:

  • Im Film sind im All Töne zu hören; dies wäre wegen des Mangels an Luft, einem Fluid oder Feststoff als Übertragungsmedium unmöglich.
  • Die Rotation der Bonbon-Helix, die Phil Ohlmyer bastelt, ist bei Nullgravitation physikalisch unmöglich.
  • Jim McConnell sagt, dem von Luke dargestellten DNA-Strang würden die letzten beiden Chromosomen fehlen; gemeint sind die letzten beiden Nukleotide. Chromosome bestehen unter anderem aus DNA, nicht umgekehrt.
  • Jim McConnell stellt nach kurzer Betrachtung eines DNA-Abschnitts auf einem Monitor fest, dass es sich um menschliche DNA handele. Da die DNA aller Lebewesen, abgesehen von der Abfolge der Nukleotide, gleich aufgebaut ist, ist dies jedoch unmöglich zu erkennen.
  • Die Zusammensetzung der Atmosphäre im Inneren des Gesichtes ergibt zusammengerechnet nur 77 Prozent. Der Sauerstoffgehalt ist zu niedrig.
  • Zwischen einem Raumschiff im interplanetaren Sonnenorbit und einem Raumschiff in einem planetaren Orbit besteht ein Geschwindigkeitsunterschied von mehreren 1000 m/s. Es wäre unmöglich, von einem Raumschiff, dessen Eintritt in den Marsorbit fehlgeschlagen ist, unter Einsatz von kleinen Manövrierdüsen und Miniharpunen in ein Raumschiff im Marsorbit umzusteigen.
  • Im Film frieren Objekte und Menschen sofort ein, wenn sie dem Vakuum des Alls ausgesetzt sind. Die Wärmeabgabe geschieht ausschließlich durch Wärmestrahlung und dauert deshalb wesentlich länger.
  • Dass Luke ein Jahr lang dank einiger kleiner Pflanzen auf dem Mars überlebt haben soll, ist schwer vorstellbar, denn die kleinen Pflanzen liefern viel zu wenig Sauerstoff auch nur für einen einzelnen Menschen.
  • Die Idee, dass Treibstoff flüssig aus dem Tank des Raumschiffes austreten könnte, und dass dabei eine Explosion entstehen würde, wenn er in den Antriebsstrahl des Raumschiffes trifft, ist daher sehr unrealistisch, weil fast alle bekannten Substanzen in Sekunden gefrieren würden, daher könnte von dem tiefgefrorenen Treibstoff wohl kaum großer Schaden entstehen, da es derart hart wäre, dass es gar nicht mehr explosiv wäre.
  • Die Astronauten sind im Film entsetzt darüber, dass sich ein Sturm mit über 200 km/h entwickelt. Tatsächlich wäre dieser Sturm im Vergleich zu Stürmen auf der Erde nichts weiter als eine Brise: Wissenschaftler der NASA haben durch Satellitenaufnahmen Stürme gemessen, die kaum schneller als der Wind auf der Erde sind. Wegen der Atmosphäre auf dem Mars können sich dort große Stürme gar nicht entwickeln. Die Idee also, dass ein solcher Sturm mehrere Astronauten herumwirbelt oder tötet, dürfte daher übertrieben sein.
  • Die Raumstation rotiert, um eine Schwerkraft zu simulieren, die es der Crew ermöglicht, sich möglichst leicht zu bewegen. Tatsächlich rotiert die Marsstation zu langsam, als dass auf ihr auch nur eine minimale Schwerkraft entstehen könnte.

Hintergrund

  • Das Marsgesicht der Cydonia-Region wurde kurz nach der Veröffentlichung des Films auf hochauflösenden Satellitenfotos als eine natürliche geologische Formation identifiziert, die bei genauerer Betrachtung nur noch wenig Ähnlichkeit zu einem menschlichen Gesicht hatte.
  • Ein visueller Gag ist in die Ankunft des Raumschiffs beim Mars eingebaut: Der Planet, der runde Teil des Schiffes und eine Satellitenschüssel formen den weltberühmten „Micky Maus“-Kopf, das Markenzeichen der für die Produktion verantwortlichen Disney-Studios. Diese haben den Film auch zu einer gleichnamigen Attraktion in ihren Freizeitparks verarbeitet.
  • Parallel zu Brian de Palma brachte Regisseur Antony Hoffman den Film Red Planet über eine erste bemannte Marsmission in die Kinos. Red Planet war dabei mehr ein Actionfilm als eine Utopie. Dennoch konkurrierten beide Filme um die Zuschauer. Ironischerweise war keiner von beiden ein Erfolg an den Kinokassen, wodurch der Mars (auch bestätigt durch die Horrorproduktionen Ghosts of Mars und Species II) in Hollywood als Kassengift abgestempelt wurde.
  • Die auf dem Boden des Marsraumschiffs sichtbaren sieben weißen Ringe, die sich jeweils in die Positionen vertikal und horizontal zum Fußboden drehen, stellen einen binären Countdown dar. Beginnend mit der Sequenz „alle vertikal“ (entsprechend sieben Nullen) beginnt der Countdown zu zählen. Dabei blickt der Zuschauer verkehrtherum auf den Countdown, da das am wenigsten signifikante Bit (das am schnellsten drehende) am linken Ende im Bild ist, das Binärsystem jedoch von rechts zählt. Ein aus sieben Stellen bestehender binärer Countdown kann 127 Schritte zählen.
  • Die Dreharbeiten erfolgten in Jordanien und Ontario, Kanada sowie teilweise in den Mels-du-Cinéma-Filmstudios. Im Film stellt die kahle Felsenwüste Jordaniens die Marslandschaft dar.
  • Es sind Parallelen zu „2001: Odyssee im Weltraum“ zu finden. Beispielsweise greift das Raumschiff-Design einige Elemente der Discovery aus 2001 auf.

Weblinks

 Wikiquote: Mission to Mars â€“ Zitate

Einzelnachweise

  1. ↑ Lexikon des internationalen Films
  2. ↑ TV Spielfilm, Ausgabe 04/07, S. 96; Kritik online bei www.tvspielfilm.de, abgerufen am 21. Juni 2010
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