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Die Mitra (griechisch μίτρα „Stirnbinde“; Plural Mitren) ist die traditionelle liturgische Kopfbedeckung der Bischöfe vieler christlicher Kirchen. Auch andere kirchliche Würdenträger mit eigenem Jurisdiktionsbereich (z. B. bestimmte Äbte) tragen Mitren. Die Mitra wird heute nur bei Pontifikalhandlungen im Gottesdienst getragen.
Inhaltsverzeichnis |
Seit dem 11. Jahrhundert entwickelt sich die Mitra, die zu den Pontifikalien gehört, in der Kirche (außer in den meisten Ostkirchen) zur heutigen Form. Die Bedeckung des Hauptes besteht an Vorder- und Rückseite aus den beiden Kopf stehenden Schilden (cornua). Das Innenfutter der Mitra ist immer noch einer Mütze ähnlich. Umfasst wird dieses von festerem Stoff, der vorne und hinten spitz zuläuft. Nach hinten hängen zwei Bänder, die so genannten Vittae, bis auf die Schultern herab. Diese beiden Bänder stehen symbolisch für das Alte und das Neue Testament.
In dieser Form wird die Mitra heute vor allem von alt- und römisch-katholischen Bischöfen und infulierten Äbten und Prälaten getragen, aber auch von anglikanischen und von einigen ostkirchlichen Bischöfen, wie es beispielsweise bei den armenisch-orthodoxen, den Bischöfen der Mar-Thoma-Kirche üblich ist, aber auch von manchen Bischöfen der mit Rom unierten Ostkirchen. Der Gebrauch der Mitra ist darüber hinaus bei einer Reihe von lutherischen Kirchen verbreitet, z. B. in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands und in der Schwedischen Kirche.
In der katholischen Kirche des Westens gibt es bis heute in der sog. außerordentlichen Form des Römischen Ritus drei verschiedene Klassen von Mitren:
Während der Pontifikalfunktionen werden in der Regel immer zwei Mitren gebraucht, d.h. entweder Mitra pretiosa und Mitra auriphrygiata oder aber Mitra auriphrygiata und Mitra simplex. Diese Unterscheidung richtet sich nach den geltenden Rubriken für die Feier der Liturgie im außerordentlichen Ritus im Caeremoniale episcoporum von 1962.
Die im Zuge der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils eingeführte ordentliche Form des Römischen Ritus kennt nur noch folgende Formen der Mitra:
Ihre Wahl richtet sich jeweils nach dem Anlass der Feier, wobei stets nur eine Mitra ohne Wechsel der Modelle benutzt wird.[1]
In der orthodoxen Kirche ist die Mitra (μίτρα) eine hohe gewölbte, kronenförmige Mütze (Stephanos (Bischofskrone)). Statt der Bänder wird die Mitra dort nach hinten von einem Tuch umschlossen.
Mitra simplex, zusammen mit dem Pileolus
Die Mitra tritt unter den sakralen Kleidungsstücken abendländischer Bischöfe erst im 11. Jahrhundert auf, bei ostkirchlichen Bischöfen noch später. Die genaue Herkunft ist unsicher. Ursprünglich war die Mitra nur eine Art Mütze, vereinzelt auch nur ein Stirnband. Eigentlich ein Kennzeichen persischer Fürsten, wurde es über allerlei Umwege von den Bischöfen übernommen. Eine andere Meinung besagt, dass bereits bei Würdenträgern im Römischen Reich eine Mitra zum Ornat zählte und von der Kirche diese Kopfbedeckung übernommen wurde.
Mitren wurden (und werden z. Tl. gegen die gültige Regel) in der kirchlichen Heraldik eingesetzt, um den Rang eines Wappenträgers zu bezeichnen (Bischof, infulierter Abt), wobei jedoch in der katholischen Kirche das Wappen von Bischöfen und Kardinälen üblicherweise nicht von einer Mitra, sondern von einem Galero überhöht ist. Den Wappenschild mit einer Mitra zu bekrönen ist seit 1969 für Personen, den Papst ausgenommen, nicht mehr erlaubt. Die Mitra ist seither den Wappen von kirchlichen Institutionen vorbehalten, z.B. einem Bistum oder einer Abtei. Papst Benedikt XVI. ersetzte in seinem Wappen die bisher übliche Tiara durch eine Mitra.
Wappen Papst Benedikt XVI.
Wappen der Abtei Speinshart
Wappen des Bistums Chur
Wappen des Bistums Speyer
Wappen des Bistums Passau nach Siebmachers Wappenbuch
Wappen des Metropolitan-Erzbistums Köln
Wappen des Metropolitan-Erzbistums Wien
Wappen der Gemeinde Hawangen im Unterallgäu
Wappen des Staates Andorra