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| Modena | ||
|---|---|---|
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| Staat: | Italien | |
| Region: | Emilia-Romagna | |
| Provinz: | Modena (MO) | |
| Lokale Bezeichnung: | MĂČdna | |
| Koordinaten: | 44° 39âČ N, 10° 56âČ O44.646111111110.925833333334Koordinaten: 44° 38âČ 46âł N, 10° 55âČ 33âł O | |
| Höhe: | 34 m s.l.m. | |
| FlĂ€che: | 182 kmÂČ | |
| Einwohner: | 184.663 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 1015 Einw./kmÂČ | |
| Postleitzahl: | 41100 | |
| Vorwahl: | 059 | |
| ISTAT-Nummer: | 036023 | |
| Demonym: | modenesi oder geminiani | |
| Schutzpatron: | San Geminiano (31. Januar) | |
| Website: | Modena | |
Modena [ËmÉËdena] (dt. veraltet Muden, lat. Mutina, im modenesischen Dialekt MĂČdna) ist eine norditalienische UniversitĂ€tsstadt mit 184.663 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010), am sĂŒdlichen Rand der Poebene gelegen. Sie ist eine moderne Industriestadt mit historischem Stadtkern (Centro Storico). Sie befindet sich in der Region Emilia-Romagna und ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Modena.
Die UniversitĂ€t (UniversitĂ degli Studi di Modena e Reggio Emilia) mit Sitz in Modena und Reggio Emilia wurde bereits 1175 gegrĂŒndet. Daneben gibt es auch eine Akademie der Wissenschaften und der Kunst, ein geophysikalisches Observatorium, eine MilitĂ€rakademie sowie einen botanischen Garten. Modena ist Sitz eines Erzbischofs.
Inhaltsverzeichnis |
Modena hat seinen Ursprung in der ursprĂŒnglich etruskischen Siedlung Muoina. Sie wurde zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. von den keltischen Boiern erobert und kam wĂ€hrend der Keltenkriege im Jahr 222 v. Chr. als Mutina in den Besitz der Römer, wobei die römische Herrschaft jedoch in den ersten Jahren durch AufstĂ€nde der Boier und den Einfall Hannibals in Norditalien gefĂ€hrdet war. 183 v. Chr. wurde Mutina durch Marcus Aemilius Lepidus Sitz einer römischen Kolonie in der Provinz Gallia cisalpina. Die römische Stadt lag unmittelbar sĂŒdöstlich der modernen Stadt und befindet sich mehrere Meter unterhalb. Im Kaiserreich scheint die Stadt eine gewisse Bedeutung gehabt zu haben. Ihre WeingĂ€rten und Töpfereien werden von Plinius erwĂ€hnt, wobei letztere einen erheblichen Exporthandel betrieben. Das Territorium grenzte an das von Bologna und Regium, und im SĂŒden scheint es bis zum Apenninenkamm ausgedehnt gewesen zu sein. WĂ€hrend der BĂŒrgerkriege verharrte 78 v. Chr. Marcus Iunius Brutus innerhalb der Stadtmauern gegen Gnaeus Pompeius Magnus. 43 v. Chr. wurde der Ort wĂ€hrend des Mutinensischen Krieges von Decimus Iunius Brutus Albinus, dem Octavian und die Konsuln Aulus Hirtius und Gaius Vibius Pansa Caetronianus Hilfe leisteten, erfolgreich gegen eine vier Monate dauernde Belagerung durch Marcus Antonius verteidigt (Schlacht von Mutina). Im 4. Jahrhundert verfiel Mutina allmĂ€hlich. Die PlĂŒnderungen Attilas und die Probleme der langobardischen Periode lieĂen es als zerstörte Stadt in einem Ădland zurĂŒck. Im 7. Jahrhundert wurde, vielleicht aufgrund einer schrecklichen Ăberschwemmung, 6 km nordwestlich an der Stelle des heutigen Cittanova eine neue Stadt gegrĂŒndet, CittĂ Geminiana.
Aber gegen Ende des 9. Jahrhunderts wurde Modena wieder aufgebaut und von seinem Bischof Ludovicus befestigt. Als 1099 mit dem Bau der Kathedrale begonnen wurde, war die Stadt Teil der Besitzungen der MarkgrĂ€fin Mathilde von Tuszien. Aber als das GebĂ€ude im Jahr 1184 von Lucius III. eingeweiht wurde, war es eine freie Kommune. In den Kriegen zwischen Friedrich II. und Gregor IX. stellte sie sich auf die Seite des Kaisers, wenn auch die pĂ€pstliche Fraktion stark genug war, um die Politik in Verwirrung zu stĂŒrzen. 1288 wurde Obizzo dâEste als Herr der Stadt anerkannt. Nach dem Tod seines Nachfolgers Azzo VIII. (1308) erhielt sie wieder ihre UnabhĂ€ngigkeit als Kommune; um 1336 war die Este-Familie jedoch wieder an der Macht.
1452 wurde Modena zugunsten Borso dâEste als Herzogtum konstituiert und von Ercole II. vergröĂert und verstĂ€rkt. Bei der Einverleibung Ferraras in den Kirchenstaat 1598 wurde es herzögliche Residenz. Franz I. (1629â1658) errichtete die Zitadelle und begann den Palast, der von Franz II. wesentlich verschönert wurde. Rinaldo wurde bei den französischen Invasionen zweimal aus der Stadt vertrieben (1737). Im Gegenzug annektierte Modena 1737 die Grafschaft Novellara und stĂŒrzte die bisher dort regierenden, mit Frankreich verbĂŒndeten Gonzaga. Viele ihrer öffentlichen GebĂ€ude verdankt die Stadt Franz III. (1737â1780), der enge Beziehungen zum Kaiserhaus Ăsterreich anknĂŒpfte. Sein Sohn Ercole III. (1780â1796) ehelichte die Thronerbin des Doppelherzogtums Massa und Carrara und verband seine eigene Erbtochter Maria Beatrice mit einem Sohn der Kaiserin Maria Theresia von Ăsterreich, Erzherzog Ferdinand von Ăsterreich, dem Stammvater des Hauses Ăsterreich-Este.
Das Territorium des Herzogtums Modena wuchs durch Anfall von Reichslehen wie folgt: 1527 FĂŒrstentĂŒmer Carpi und Novi (vorher pĂ€pstlich, davor Pio), 1635 FĂŒrstentum Corregio (vorher Corregio), 1711 Herzogtum Mirandola und Markgrafschaft Concordia (vorher Pico), 1737 FĂŒrstentum Novellara (vorher Gonzaga) und 1743 Herzogtum Massa und FĂŒrstentum Carrara (vorher Cibo).
Im Zuge der umwĂ€lzenden Französischen Revolutionskriege nĂŒtzten dem letzten Este-Herzog jedoch diese Verbindungen nichts, 1796 wurden Stadt und Herzogtum Modena von den Franzosen besetzt und zunĂ€chst in die Cispadanische Republik umgewandelt, 1797 in die Cisalpinische Republik (Lombardei) einbezogen, die sich spĂ€ter zum napoleonischen âKönigreich Italienâ verwandelte. Ercole III. dâEste starb 1803 im Exil in Treviso, das ihm aufgrund österreichischer FĂŒrsprache als EntschĂ€digung zugesprochene deutsche Herzogtum Breisgau und Ortenau regierte kurzfristig sein Schwiegersohn Ferdinand von Ăsterreich bis 1805.
Nach dem Sturz Napoleons 1814 erhielt der Ă€lteste Sohn Ferdinands und Maria Beatrices, Franz IV. von Ăsterreich-Este (1814â1846), die Stati Estensi zurĂŒck. Nach dem Tod seiner Mutter 1829 erbte er die HerzogtĂŒmer Massa und Carrara, sein Sohn fĂŒgte 1847 dem Staatenverbund noch das kleine Herzogtum Guastalla (vorher zu Parma) und Fivizzano (vorher zu Lucca) hinzu. Die Herrschaft Franz IV. war gegenĂŒber Ăsterreich teils unterwĂŒrfig, teils intrigant, innenpolitisch jedoch durchweg reaktionĂ€r und despotisch. Der Herzog versuchte vergeblich, durch die Ehe mit einer sardischen Prinzessin und die BekĂ€mpfung des dortigen als liberal geltenden Thronfolgers Karl Albert, des Stammvaters der spĂ€teren Könige von Italien, selbst zum König von Sardinien aufzusteigen. Beim Ausbruch der Julirevolution 1830 wiederum soll Franz IV. kurzfristig geneigt gewesen sein, die revolutionĂ€re Bewegung in Modena zu ermuntern und fĂŒr seinen dynastischen Ehrgeiz auszunutzen. Doch kaum hatte die österreichische Armee den AufstĂ€nden in Mittelitalien ein Ende gesetzt, kehrte er zu seiner frĂŒheren Politik zurĂŒck und lieĂ jene FĂŒhrer der modenesischen Liberalen, mit denen er zuvor heimlich verhandelt hatte, hinrichten.
Sein Sohn und Nachfolger Franz V. Ferdinand (1846â1859/60) folgte im Wesentlichen der Politik seines Vaters. Nachdem er im MĂ€rz 1848 durch die Revolution zum Verlassen seiner LĂ€nder gezwungen wurde, kehrte er im August 1849 unter dem Schutz österreichischer Truppen zurĂŒck und fĂŒhrte ein unbarmherzig reaktionĂ€res, weithin verhasstes Regime. Im Juni 1859 â nach der Niederlage Ăsterreichs in Italien gegen Frankreich und Sardinien â musste Franz V. endgĂŒltig flĂŒchten, wobei er nicht vergaĂ, seine kostbarsten KunstschĂ€tze und seine politischen Gefangenen mit sich nach Ăsterreich zu nehmen. Im MĂ€rz 1860 wurden die modenesischen Staaten Teil des Königreichs Sardinien und gingen 1861 im Einheitsstaat Italien auf.
Als der gestĂŒrzte Herzog Franz V. 1875 kinderlos im österreichischen Exil verstarb, erbte sein Vermögen und den Titel eines âErzherzogs von Ăsterreich-Esteâ der junge Erzherzog Franz Ferdinand (1863â1914), ein Neffe des österreichischen Kaisers Franz Joseph I., der seit 1896 Thronfolger von Ăsterreich-Ungarn war und dessen Ermordung in Sarajevo im Juni 1914 den unmittelbaren Anlass des Ersten Weltkrieges bildete.
Eine Schwester Franz V., Maria Theresia von Modena (â 1886), war die Gattin des letzten ThronanwĂ€rters der Bourbonen auf die französische Königskrone, des Grafen Heinrich von Chambord (â 1883).
Stolz der Modeneser ist die Piazza Grande mit ihrem romanischen Dom San Geminiano (Duomo) und dem 88 m hohen Campanile (Torre Ghirlandina). 1997 wurde dieses Architekturensemble von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklĂ€rt. Der Turm und die Fassade werden zur Zeit (Stand: April 2011) restauriert und sind eingerĂŒstet.
Der dem heiligen Geminianus, dem Schutzpatron der Stadt, geweihte Dom wurde 1099 unter dem lombardischen Baumeister Lanfranco und dem Steinmetz Wiligelmo da Modena begonnen. Er ist das wichtigste Bauwerk der Stadt. Die marmorverkleidete Backsteinfassade der Kirche wird durch typisch romanische Stilelemente wie Zwerggalerien und Blendarkaden gegliedert. Das prĂ€chtige gotische Radfenster und die zwei aufgesetzten TĂŒrmchen sowie die zwei schlichten Seitenportale schufen Steinmetze aus Campione. Ăber sieben Generationen waren die Wanderarbeiter aus dem norditalienischen StĂ€dtchen bei Lugano an den Bauarbeiten beteiligt, unter ihnen wurde der Dom 1322 fertiggestellt.
Wahrzeichen Modenas aber ist die Torre Ghirlandina (dt. kleine Girlande). Der fĂŒr Italien typische frei stehende Glockenturm wurde Anfang des 12. Jahrhunderts im romanischen Stil begonnen und im 14. Jahrhundert von den Maestri aus Campione mit einer gotischen Turmspitze vollendet.
Dem Dom gegenĂŒber befindet sich mit dem Palazzo Comunale (Stadthaus) der weltliche Gegenpol zum Duomo. Der Uhrturm stammt zwar noch vom ursprĂŒnglichen Bau aus dem 12. Jahrhundert, doch wurde er wie der gesamte Palast wĂ€hrend gröĂerer Umbauten im 16. Jahrhundert stark verĂ€ndert. Die steinerne TribĂŒne vor dem GebĂ€ude, die so genannte âPietra Ringadoraâ, diente als Rednerpult, von dem aus Reden an das Volk gehalten wurden. Neben dieser Funktion fungierte der Steinblock aber auch als Pranger. So wurden sĂ€umige Schuldner dazu verurteilt, ihn als Zeichen ihrer Erniedrigung dreimal mit dem nackten GesÀà zu berĂŒhren. Hier wurden auch die Leichen unbekannter Ertrunkener in der Hoffnung aufgebahrt, sie wĂŒrden von einem Passanten identifiziert werden.
Zu den weiteren SehenswĂŒrdigkeiten zĂ€hlt der Palazzo Ducale, der sich abseits des historischen Zentrums von Modena befindet. Der Bau des herzoglichen Palastes wurde 1634 durch Francesco I. dâEste in Auftrag gegeben, jedoch erst Mitte des 19. Jahrhunderts fertiggestellt. Hinter der langen und imposanten Schaufassade befindet sich heute die traditionsreichste Offiziersschule Italiens, die Accademia Militare.
Lebensader der Stadt und zugleich eine der beliebtesten Flaniermeilen ist die Via Emilia, die durch das historische Zentrum der Stadt fĂŒhrt. Die römische StraĂe ist insgesamt 262 Kilometer lang und verlĂ€uft ĂŒber Bologna, Modena und Parma bis nach Piacenza in der Poebene. Ihr Bau begann 187 v. Chr. unter dem Konsul Emilius Lepidus. Der Name der Region Emilia-Romagna geht auf die Via Emilia zurĂŒck.
In Modena gibt es eine Synagoge aus dem Jahre 1873, welche gut sichtbar und zentral am Piazza Mazzini gelegen ist. In der Nacht zum 12. Dezember 2003 wurde sie Opfer eines Anschlags, welcher als erster islamistischer Terroranschlag auf italienischem Boden bezeichnet wurde. Der TÀter arabischer Herkunft sprengte sich in der NÀhe des GebÀudes in seinem Wagen mit Hilfe von Gasbomben in die Luft. SpÀter stellte sich heraus, dass er in der lokalen islamischen Gemeinde schlecht integriert war und unter zahlreichen Psychosen litt sowie mit Psychopharmaka behandelt wurde.
Im Stadtgebiet und Umland befinden sich ĂŒberwiegend Betriebe der Keramik- (vor allem Wand- und Bodenfliesen), Zement-, Leder- und Nahrungsmittelindustrie sowie des Maschinen- und Fahrzeugbau (Maserati). Im benachbarten Maranello, 18 km sĂŒdlich von Modena, ist die Autofirma Ferrari (Scuderia Ferrari) beheimatet. Hier werden seit 1943 die berĂŒhmten roten Boliden mit dem springenden Pferd gefertigt. Im hypermodernen Bau der Galleria Ferrari wird die Geschichte des Konzerns dargestellt und einige der roten Ferrari-Modelle und Rennwagen ausgestellt. Gezeigt wird auch das BĂŒro, in dem Enzo Ferrari in der Via Trento e Trieste in Modena, gearbeitet hat. Auf der anliegenden Teststrecke kann man Probefahrten und Motortests sowie mit viel GlĂŒck die âErlkönigeâ (Testfahrzeuge) von Ferrari und Maserati zur Probefahrt in den angrenzenden Apenninen beobachten.
Im Umland der Stadt spielt dagegen immer noch die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Dort wird der bekannteste Lambrusco (Lambrusco di Sorbara), ein rubinroter, manchmal leicht schĂ€umender (frizzante) Wein, gekeltert und in die ganze Welt exportiert. AuĂerdem befinden sich in der Umgebung von Modena die gröĂten Kirschenhaine Italiens. DarĂŒber hinaus sind der Aceto Balsamico di Modena (Balsamessig) sowie der Grana Padano und der Parmigiano Reggiano (ParmesankĂ€se) weitere Exportartikel.
Bis zum Tod von Luciano Pavarotti im September 2007 fand einmal jĂ€hrlich im Mai im Parco Novi Sad das Konzert âPavarotti and Friendsâ statt. Ein Konzert des in Modena lebenden Startenors mit berĂŒhmten Pop- und Rockstars aus aller Welt.
Seit dem Juli 2000 befindet sich im Umland der âspazio sociale libertario/anarchicoâ Libera, ein soziales Zentrum, das in Modena fĂŒr seine vielen Feste, das ökologische Engagement gegen den Bau eines Autodroms und gegen die Verdopplung der örtlichen MĂŒllverbrennungsanlage bekannt ist und auch andere Initiativen, wie die Hausbesetzung des âComitato per il diritto alla casaâ und der USI Modena fĂŒr drei wohnungslose tunesische Familien, hervorgebracht hat. Weiterhin existiert in der historischen Altstadt die alternative Bibliothek âUnâideaâ.
Bis zur Einigung Italiens wurde in Modena die Flagge des Herzogtums Modena und Reggio benutzt. Heute orientiert sie sich an den Farben des Stadtwappens.
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