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| Moody’s | |
|---|---|
| | |
| Rechtsform | Corporation |
| Gründung | 1909 |
| Sitz | New York City |
| Leitung | Raymond W. McDaniel Jr. (Vorsitzender und CEO) |
| Bilanzsumme | 1,797 Mrd. USD |
| Branche | Ratingagentur |
| Website | www.moodysanalytics.com |
Moody’s ist die Dachgesellschaft für Moody’s Investors Service und Moody’s Analytics und an der New York Stock Exchange gelistet. Moody’s Analytics ist ein Anbieter von Risikomanagement-Software. Moody’s Investors Service ist eine von der US-amerikanischen Finanzaufsicht SEC seit 1975 anerkannte Ratingagentur (Nationally Recognized Statistical Rating Organization, NRSRO).
Inhaltsverzeichnis |
Die Agentur wurde 1909 von John Moody gegründet. Damals lieferte die Agentur Ratings zu Eisenbahn-Anleihen gegen Bezahlung an Investoren. 1914 wurde die Moody’s Investor Services gegründet. Seit 1970 verlangt Moody’s die Gebühren nicht mehr von den Investoren, sondern von den Emittenten. 1975 wurde Moody’s von der SEC in die Liste der Nationally Recognized Statistical Rating Organization (NRSRO) aufgenommen.
Bis März 2009 besaß Warren Buffetts Unternehmen Berkshire Hathaway 48 Millionen Aktien von Moody’s, danach verkaufte er sie bis auf 28 Millionen.[1] Damit liegt sein Anteil am Unternehmen nun bei 13 Prozent, womit er der größte Anteilseigner und einziger mit einem Anteil von mehr als 5% ist.[2]
In seinem Jahresbericht gab Moody’s bekannt, dass die US-Börsenaufsicht SEC dem Unternehmen im März 2010 förmlich (Wells Notice[3]) mitgeteilt hat, dass möglicherweise sein Antrag aus dem Jahre 2007, weiterhin eine NRSRO zu bleiben, neu geprüft werde.[4]
Moody’s bewertet Wirtschaftsunternehmen und Banken nach ihren veröffentlichten Zahlen und beurteilt das Management wie auch Staatsanleihen. Moody’s ist die zweitgrößte Ratingagentur und beherrscht 40 Prozent dieses Marktes. Drei Ratingagenturen, S&P, Moody’s und Fitch Ratings dominieren 95 Prozent des Weltmarkts. Die Umsatzrendite von Moody’s lag im Jahr 2011 über 40 Prozent.[5]
Im Jahr 2009 haben S&P und Moody’s nach eigenen Angaben im Jahr 2009 über eine Million Kredite beurteilt; damit waren etwa je Agentur 1000 Analysten befasst. Die Agenturen stellen den Emittenten der Schuldverschreibung je Beurteilung 3 bis 4 Basispunkte in Rechnung, abhängig von Emissionsvolumen. Neben der Preisgestaltung von einzelnen Emmissionen gibt es ein weiteres Preismodell für Großunternehmen und -banken, die häufig Darlehen aufnehmen, in einer Art „Flatrate“. Die Einnahmen erscheinen gering, aber es ist die Masse der Aufträge, die die hohen Gewinne erbringt. Das Ergebnis wird zusätzlich durch die geringen Personalkosten befördert.
Moody’s war wesentlich an der Bonitätsbeurteilung der verbrieften Hypothekenkredite in den USA beteiligt und erzielte damit 44 Prozent seiner Umsätze. Diese Hypothekenform waren eine wesentliche Ursache der Finanzkrise 2008. Rudolf Hickel nennt die drei Ratingagenturen eine „private Lizenz zum Geldscheffln“.[6]
Die verwendeten Ratingcodes, die sich marginal von anderen Ratingagenturen unterscheiden, sind:
Ratings unterhalb von Baa gelten als Junk-Bonds.
Zusätzlich werden die numerischen Anhänge 1, 2 und 3 für die Ratings Aa bis Caa verwendet. Der Anhang 1 bedeutet, dass sich das Unternehmen im oberen Drittel der Ratingspanne befinden; der Anhang 2 steht für das mittlere Drittel und der Anhang 3 für das untere Drittel.
Vergleichstabelle der wichtigsten Ratingagenturen:
| Moody’s | S&P | Fitch | DBRS | Englische Bezeichnung |
Deutsche Beschreibung | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Long Term |
Short Term |
Long Term |
Short Term |
Long Term |
Short Term |
Long Term |
Short Term | ||
| Aaa | P-1 | AAA | A-1+ | AAA | F1+ | AAA | R-1 (high) | Prime (Triple A) | Schuldner höchster Bonität, das Ausfallrisiko ist sehr gering |
| Aa1 | AA+ | AA+ | AAhigh | R-1 (middle) | High grade | Sichere Anlage, wenn auch leichtes Ausfallrisiko | |||
| Aa2 | AA | AA | AA | ||||||
| Aa3 | AA- | AA- | AAlow | ||||||
| A1 | A+ | A-1 | A+ | F1 | Ahigh | R-1 (low) | Upper Medium grade | Die Anlage ist sicher, falls keine unvorhergesehenen Ereignisse die Gesamtwirtschaft oder die Branche beeinträchtigen | |
| A2 | A | A | A | ||||||
| A3 | P-2 | A- | A-2 | A- | F2 | Alow | R-2 (high) | ||
| Baa1 | BBB+ | BBB+ | BBBhigh | R-2 (middle) | Lower Medium grade | Durchschnittlich gute Anlage. Bei Verschlechterung der Gesamtwirtschaft ist aber mit Problemen zu rechnen | |||
| Baa2 | P-3 | BBB | A-3 | BBB | F3 | BBB | R-2 (low) | ||
| Baa3 | BBB- | BBB- | BBBlow | R-3 | |||||
| Ba1 | Not Prime | BB+ | B | BB+ | B | BBhigh | R-4 | Non Investmentgrade speculative |
Spekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage ist mit Ausfällen zu rechnen |
| Ba2 | BB | BB | BB | ||||||
| Ba3 | BB- | BB- | BBlow | ||||||
| B1 | B+ | B+ | Bhigh | R-5 | Highly Speculative | Hochspekulative Anlage. Bei Verschlechterung der Lage sind Ausfälle wahrscheinlich | |||
| B2 | B | B | B | ||||||
| B3 | B- | B- | Blow | ||||||
| Caa1 | CCC+ | C | CCC | C | CCC | D | Substantial risks | Nur bei günstiger Entwicklung sind keine Ausfälle zu erwarten | |
| Caa2 | CCC | CC | Extremely speculative | ||||||
| Caa3 | CCC- | C | In default with little prospect for recovery |
Moody’s: in Zahlungsverzug Standard & Poor’s: hohe Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls oder Insolvenzverfahren beantragt, aber noch nicht in Zahlungsverzug | |||||
| Ca | CC | ||||||||
| C | |||||||||
| C | D | / | DDD | / | D | / | In default | Zahlungsausfall | |
| / | DD | ||||||||
| / | D | ||||||||
Fitch Ratings | Moody’s | Standard & Poor’s | DBRS | A. M. Best Company | Japan Credit Rating Agency | R&I | Egan-Jones Rating Company | Morningstar Credit Ratings (ehm. Realpoint LLC) | Kroll Bond Rating Agency