|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Als Mordserie werden mehrere Morde bezeichnet, die eine einzelne Person, der Serienmörder, in einem zeitlichem Abstand voneinander verĂŒbt, der Monate oder Jahre betragen kann. Die HĂ€ufigkeit des weltweiten PhĂ€nomens Mordserie ist im VerhĂ€ltnis zu Einzelmorden sehr gering.
Inhaltsverzeichnis |
Das U.S. Department of Justice - FBI definiert âSerienmordâ als
âSerial Murder: the unlawful killing of two or more victims by the same offender(s), in separate eventsâ
â U.S. Department of Justice - Federal Bureau of Investigation[1]
| |
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (bspw. Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnĂ€chst entfernt. Hilf bitte der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfĂŒgst. NĂ€heres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. |
Nach einer Kategorisierung ist der Serienmord eine âUntergattungâ des âMultizidesâ (lat. Mehrfachtötung). Der Serienmord ist nicht mit dem Massenmord, z. B. dem Amoklauf, oder dem Rauschmord (von âspree-killerâ; spree = engl. fĂŒr âRauschâ) zu verwechseln. Bei sadistisch verĂŒbten Taten kann oft eine sexuell lustorientierte Bedeutung in die Serientötung interpretiert werden. Die Taten weisen dann oft eine spezifische Signatur (z.B. eine spezielle Tötungsart) des TĂ€ters auf.
Es existieren unterschiedliche Ansichten, welche Vorkommnisse als Mordserie zu bezeichnen sind. In der Regel werden staatlich befehligte oder politisch beabsichtigte Formen der Massentötung nicht dazu gezĂ€hlt. Zu diesen Ausnahmen zĂ€hlen zum Beispiel Genozide, politische Attentate, Kriege, Vollstreckungen der Todesstrafe. Gleiches gilt fĂŒr einzelne GewaltausbrĂŒche (AmoklĂ€ufe, Rauschmord) oder gewinnorientierte Auftragsmorde.
Im Fall von Peter KĂŒrten wurde angeblich erstmals ein TĂ€terprofil erstellt, in den 50-er Jahren half der Psychiater James A. Brussel in New York zuerst den SerientĂ€ter Mad Bomber und danach weitere TĂ€ter zu ergreifen. In den 1980er Jahren begann man Serienmorde in den USA systematisch zu erforschen. Beim FBI befassten sich zuerst Robert Ressler und John E. Douglas mit dem neuen Verbrechertypus. Die Ergebnisse von Untersuchungen und Befragung von gefassten TĂ€tern verĂ€nderten die Fahndungsmethoden und fĂŒhrten zur Schaffung von Sondereinheiten. Auch in europĂ€ischen LĂ€ndern erfolgten Fallanalysen und eine verhaltenspsychologische Erforschung der PhĂ€notypen (z. B. durch Thomas MĂŒller, Stephan Harbort, Profiler Paul Britton), deren Ergebnisse in die polizeiliche Ermittlungsarbeit eingeht. Dadurch können heute Mörder (z. B. JĂŒrgen Bartsch, Jack Unterweger, Franz Fuchs) identifiziert werden, deren Taten sich als Serienmord zusammenfassen lassen.
Um Serienmorde identifizieren zu können, werden Datenanalysesysteme wie das VICAP und vom BKA das ViCLAS benutzt, in denen Morde und Sexualdelikte erfasst sind. Fallanalytiker können mit einem solchen System nach TĂ€terprofilen suchen, um ZusammenhĂ€nge zwischen verschiedenen kriminellen Gewalttaten aufzudecken. Das Bundesministerium des Innerns beschloss die EinfĂŒhrung von Expertenteams fĂŒr die Operative Fallanalyse in allen LKAs.
Seit 1945 wurden in Deutschland bis zum Jahr 2000 22 sexuell motivierte Serienmörder und 54 Serienraubmörder gefasst. Dabei wurden 8,4 % aller Raub- und Sexualmorde von SerientĂ€tern begangen. In ihrem Umfeld sind sie meist unauffĂ€llig und sozial angepasst. Nach Harbort werden Serienraubmörder im Durchschnitt nach 3ÂŒ Jahren gefasst und sind in 88,9 % der FĂ€lle zuvor strafrechtlich erfasst worden. Viele Seriensexualmörder wohnen in GroĂstĂ€dten, sind zwischen 16 und 36 Jahren alt, ledig oder geschieden, kinderlos und werden im Schnitt nach 4œ Jahre gefasst. Von den sexuell motivierten Serienmörder haben 82 % ein auffĂ€lliges Sexualverhalten, wie z. B. Fetischismus und sind oft zuvor bereits wegen Sexualdelikten erfasst worden.
Im Gegensatz zu einzelnen Tötungsdelikten, die oft als Beziehungstaten (z. B. im Affekt bei einem Streit) gesehen werden können, sind Serientaten schwieriger nachvollziehbar, da meistens keine vordeliktische Beziehung zwischen TĂ€ter und Opfer bestand. In Deutschland ist nach Harbort der Serienmörder mĂ€Ăig bis durchschnittlich intelligent und sucht sich Opfer meist aus seiner Wohnumgebung in einem Radius von 30 km.
Unter anderem werden neurologische HirnschĂ€digungen, frĂŒhkindliche psychische Verletzungen sowie familiĂ€re KĂ€lte, Gewalt und Alkoholismus als mögliche Faktoren fĂŒr diese Taten gesehen. Bei sadistischen Mehrfachmördern spielt die Fantasie als Tatmotiv und fĂŒr die konkrete und detaillierte Tatgestaltung eine Rolle. Der TĂ€ter folgt wĂ€hrend der Tat dem Handlungsfaden, der in der Fantasie entwickelt wurde. Der Mord kann im Nachhinein mehrfach durchlebt werden, was vorĂŒbergehend eine Befriedigung verschafft. Mit der Zeit kommt es dann zu einer emotionalen AbkĂŒhlung und einer neuen Tat.
Einen anderen Ansatz zur ErklĂ€rung von Serientötungen verfolgen die EvolutionĂ€re Psychologie und Anthropologie. Zum Beispiel erklĂ€ren David Buss oder Elliott Leyton solche Taten als Folge von mangelndem sozialen Erfolg und sozialem Status von Serienmördern wie z. B. Charles Manson, Jeffrey Dahmer oder Charles Starkweather. Nach dieser ErklĂ€rung ĂŒben die TĂ€ter Vergeltung fĂŒr ihren sozialen Misserfolg und versuchen mit diesen Taten einen berĂŒchtigten Ruf zu erlangen.[2]
Die öffentliche Wahrnehmung von Serienmorden und -tÀtern wird durch verschiedene Medien geprÀgt, neben Berichtserstattungen in Zeitungen und Fernsehen auch durch z. B. Verfilmungen.